Lydia Conradi

 4.3 Sterne bei 27 Bewertungen
Lydia Conradi

Lebenslauf von Lydia Conradi

Die Faszination vom Morgenland: Lydia Conradi wurde 1965 in Berlin geboren. Der Name ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Schriftstellerin. Conradi lebt mit ihrer Familie im europäischen Ausland. Sie arbeitet als Literaturhistorikerin in einem Museum und reist für ihr Leben gern. Besonders beliebt ist bei ihr die Levante, das sind die Länder der östlichen Mittelmeerküste: Syrien, Libanon, Israel und Jordanien. "Das Haus der Granatäpfel" ist ihr Debütroman.

Alle Bücher von Lydia Conradi

Das Haus der Granatäpfel

Das Haus der Granatäpfel

 (22)
Erschienen am 02.10.2018
Tausend Nächte und ein Tag

Tausend Nächte und ein Tag

 (5)
Erschienen am 02.10.2018

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Rezension zu "Tausend Nächte und ein Tag" von Lydia Conradi

Spannend geschreiben
leserattebremenvor 2 Monaten

Senta Zedlitz kämpft Anfang des 20. Jahrhunderts um ihren Traum, als Altorientalistin an der Ausgrabung des Turms von Babel teilzunehmen, die der Berliner Robert Koldewey im alten Babylon leitet. Doch Koldewey will keine Frau vor Ort haben. Nach dem Tod ihrer Eltern stehen Senta die finanziellen Mittel zu Verfügung, um auf eigene Faust in den Orient zu reisen, und so beginnt sie 1912 in Begleitung ihres Verlobten, des trockenen Wissenschaftlers Winfried Heyse die aufregende Reise nach Babylon. Doch der Weg wird lang und beschwerlich, birgt Hindernisse ebenso wie wunderbare Erfahrungen und als sie endlich angekommen sind, bringt schon bald der Erste Weltkrieg die Turbulenzen bis nach Mesopotamien.
Lydia Conradi beschreibt mit Senta Zedlitz eine starke Frauenfigur, die gegen Traditionen ankämpft und keinen Grund sieht, warum sie als Frau weniger Recht hat, ihre Träume zu verwirklichen als ein Mann. Diese Standhaftigkeit und Zähigkeit macht Senta sehr sympathisch. Doch traumatisiert vom frühen Tod ihrer Schwester und dem Tod der Eltern tut sie sich schwer mit zwischenmenschlichen Beziehungen, Liebe und Vertrauen. Und so verletzt sie ihren treuen, wenn auch schwierigen Begleiter Heyse immer wieder und lässt sich von gleichzeitig von Oberflächlichkeit beeindrucken, die man einer klugen Frau wie ihr nicht zugetraut hätte. Das ist meiner Meinung auch die einzige Schwäche des Romans, ihre Liebesbeziehungen empfand ich als sehr unglaubwürdig und nicht recht passend zu ihren sonstigen Charakterzügen, die Entwicklungen am Ende waren dann so turbulent und für mich nicht glaubwürdig, dass ich es als etwas störend empfand. Den Roman an sich mit den vielen Hintergründen zum Ischtar-Tor, das heute auf der Museumsinsel in Berlin zu bewundern ist und der Geschichte Babylons und Mesopotamiens fand ich jedoch sehr interessant und gut und mitreißend geschrieben.
„Tausend Nächte und ein Tag“ ist ein spannender historischer Roman, der viele Einblicke in die frühe Archäologie und Altorientalistik ermöglicht und mit einer starken Hauptfigur glänzt. Lediglich einige Entwicklungen in der Handlung konnten mich nicht ganz überzeugen, dennoch ein sehr guter historischer Roman. 

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Rezension zu "Tausend Nächte und ein Tag" von Lydia Conradi

4 Sterne für spannende Lesestunden, Abenteuer, Historie und orientalischem Flair
Buchraettinvor 3 Monaten

Ich mag es immer sehr, wenn ich schnell spüre, dass Bücher ihren eigenen Erzählstil haben, so wie hier. Ein wenig altmodisch liest sich der Text, aber wenn man bedenkt, dass die Geschichte Ende des 19.Jahrhunderts spielt, finde ich, passt das perfekt.
Mir gefiel die Figur der jungen Frau, die ihr Studium absolviert hat, promoviert hat in einer Zeit, in der das für Frauen in der akademischen Welt nicht anerkannt wurde und sie geht dennoch ihren Weg. Als Leser spürt man die Leidenschaft für ihr Fachgebiet, auch das mochte ich sehr, dieses Detail beim Lesen zu spüren.
Auch der Wille hautnah dabei zu sein, bei den Abenteuern der Ausgrabung im Orient, alles zu tun um das Ziel zu erreichen, das wurde sehr gut dargestellt.
Der Erzählstil im Buch war sehr anschaulich, detailreich und bereitet mir als Leser einige schöne Lesestunden. Die Autorin vermag es, den Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Und man reist an der Seite der Figuren nach Konstantinopel erlebt das Flair der damaligen Zeit und kann eintauchen in die Geschichte.
Die Landkarte vorn im Umschlag des Buches weckt beim ersten Aufblättern das Fernweh beim Leser. Und auch im Verlauf des Buches findet man immer wieder Landkarten und kurze Textbausteine, die Zitate usw. enthalten- ich finde, das ist ein sehr gelungenes Detail des Buches. Übrigens ebenso wie das Lesebändchen.
Interessant fand ich noch die Ausführungen zu Turmbau zu Babel, sowie die Auswirkungen auf die Menschheit. Die Geschichte springt während der Erzählung auch immer wieder in die Vergangenheit und durch die Rückblenden bekommt der Leser auch ein vollständigeres Bild von den Figuren. Ich fand es manchmal auch etwas viel, weil ich lieber den aktuellen Handlungszweig weitergelesen hätte.
Sentas Begleiter Heyse wird im Buch gut charakterisiert. Mir war es vielleicht manchmal etwas zu wiederholend, weil immer mal wieder auf seinen Eigenheiten eingegangen wird.
Eine perfekte Abrundung findet das Buch auch im Anhang, in dem sich ein Glossar befindet und ein Quellennachweis.
4 Sterne für spannende Lesestunden, Abenteuer, Historie und orientalischem Flair – ein unterhaltsamer historischer Roman.

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Rezension zu "Tausend Nächte und ein Tag" von Lydia Conradi

Der Zauber des Orients zwischen zwei Buchdeckeln - grandios
katikatharinenhofvor 5 Monaten

Ganz Berlin steht Kopf, denn einem Archäologen ist  gelungen, das sagenumwobene Babylon aus dem Wüstensand auszugraben. Dieser Fund ist zu Ende des 19. Jahrhunderts eine Sensation und begeistert alle, auch eine junge Frau namens Senta,  die ihr Herz an jahrtausendalte Kulturen verloren hat. Doch Frauen in Männerberufen sind verpönt und so bleibt ihr der Traum von der eigenen Grabung verwehrt. Senta lässt sich nicht unterkriegen, beschließt auf eigene Faust eine Expedition zu leiten und zu den Grabungsstätten zu fahren. Doch die Wüste hat ihre eigenen Gesetze und die sind nicht immer gefahrlos...auch in Herzensdingen...

"Tausend Nächte und ein Tag" begeistert mich von der ersten Seite an mit Abenteuerlust, Kampfgeit und dem Zauber des Orients.
Lydia Conradi hat einen faszinierenden Roman geschrieben, der durch seine wundervollen Protagonisten glänzt und der durch seine bildliche Sprache meine Lust auf Abenteuer weckt. Ich schlüpfe direkt ins Sentas Rolle und erlebe hautnah mit, wie sie erst gegen die Konventionen ankämpfen muss, halte gebannt den Atem an, wenn sie in Gefangenschaft gerät und schmelze dahin, wenn sie und Fasyl sich ihren Gefühlen hingeben.
Dier anschauliche Schreibstil lässt die Wüste und ihren Zauber direkt vor meinem bildlichen Auge entstehen, die Sonne brennt heiß auf mich herab und ich muss ebenso alle Gefahren durchleben, damit ich am Ende des Buches dieses mit einem Seufzer zur seit legen kann. Die Handlung  ist spannend und abwechslungsreich erzählt, lässt den Charme des späten 19. Jahrhunderts aufleben und belegt mich regelrecht mit einem Bann, denn dem Zauber des Orients kann ich nur schlecht erliegen. Die Szenen sind liebevoll ausgestattet, haben viele kleine Details und wirken dadurch sehr plastisch. Die Protagonisten sind facettenreich angelegt, habe ihre Ecken und Kanten, wirken somit authentisch und lebensnah. Eine Geschichte wie aus Tausend und einer Nacht.

Wer Lust auf ein echtes Abenteuer mit Suchtfaktor hat, der sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.

Herzlichen Dank an den Verlag, der mir dieses Leseexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst.


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