Lydia Conradi Das Haus der Granatäpfel

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Inhaltsangabe zu „Das Haus der Granatäpfel“ von Lydia Conradi

Smyrna, 1912: Das Paradies – so nennen viele die Metropole am Ägäischen Meer, die inmitten von Krisen wirkt wie ein weltvergessenes Idyll. In die Stadt, in der Menschen aus aller Herren Länder seit jeher in Eintracht leben, kommt die Berlinerin Klara, um mit Peter, dem Sohn eines Kaufhausmagnaten, eine Zweckehe einzugehen. Doch er kann die lebenshungrige junge Frau nicht glücklich machen, und Klara verliert ihr Herz an den Arzt Sevan. Aber auch er ist gebunden, und als der Erste Weltkrieg ausbricht, beschließen beide, trotz ihrer Liebe füreinander ihre Partner nicht im Stich zu lassen. Für eine Weile erweist sich das Paradies wahrhaftig noch als Oase im Grauen, doch dann entbrennt ein schicksalhafter Kampf um die Stadt. Und plötzlich muss Klara eine Entscheidung fällen, die über Menschenkraft hinausgeht, um etwas von Smyrnas Geist und ihrer Liebe zu Sevan zu bewahren ...

Ein wundervoller und facettenreicher Roman

— Arietta

Ich wurde in ein Paradies zur Familie Delachloche entführt, habe mit ihnen gefeiert, gelebt und gelitten.

— Buecherwurm1973

Aufwühlende, packende Geschichte einer Familie und über die Frage „Wer bin ich und wer will und kann ich sein?“

— Stubenpuma

Tolles Zeitzeugnis,,,,

— Angie*

Eine Geschichte, die vorallem durch Ihre außrgewöhnliche orientalische Kulisse lebt

— Madame_Klappentext

Lydia Conradi hat mit dieser Geschichte etwas sehr bewegendes, komplexes und absolut atmosphärisches geschaffen

— aly53

Ein wunderbar geschriebener historischer Roman, der auch die Balkankrise und auch den 1. Weltkrieg thematisiert

— Curin

Für mich leider nicht die richtige Lektüre

— lenisvea

Die fast 700 Seiten lesen sich flüssig und unterhaltsam.

— HEIDIZ

Schon recht schön geschrieben, aber als Krimi- und Thriller-Fan konnte es mich absolut nicht erreichen.

— Nisnis

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  • Das Haus der Granatäpfel

    Das Haus der Granatäpfel

    Buecherwurm1973

    28. November 2017 um 15:40

    Im Jahre 1912 fährt Klara Reinecke aus Berlin mit ihrer Familie nach Smyrna. Dort wird sie den Warenhaus-Erbe Peter Delacloche heiraten. Obwohl sie dort in einem kleinen Paradies lebt, wird sie nicht glücklich. Sie sucht ihr Glück anderweitig und stürzt nicht nur sich ins Unglück, sondern reisst auch andere Familienmitglieder mit. Doch als sie glaubt ihr Leben sei verteufelt, tritt der junge armenische Arzt Sevan in ihr Leben und erobert ihr Herz. Auch er ist verheiratet, sie beschliessen ihre Partner in den Wirren des Krieges nicht im Stich zu lassen. Denn in der Stadt beginnt ein grauenvoller Kampf ums Überleben. Neben dem Leben der Familie Delacloche sind die Balkankrise von 1912 und der erste Weltkrieg ein wichtiger Teil der Geschichte. Der Autorin gelingt es eindrucksvoll zu übermitteln, welche Auswirkungen Kriege auf die Bevölkerung haben. Von der Front erfährt man die wichtigsten Ereignisse und was ein Soldat aushalten und verarbeiten muss. Der Schreibstil ist bildhaft und flüssig. Beim Lesen hat mich Lydia Conradi direkt ins Osmanische Reich entführt. Ich hatte das Gefühl, ich stehe daneben und miterlebe alles. Normalerweise identifiziere ich mich mit einer Figur. Diesmal habe ich mich eher als Familienmitglied der Familie gefühlt - habe mit ihnen gelebt, gefeiert und gelitten. Jede Figur ist liebevoll ausgearbeitet, mit einem Lebenslauf ausgestattet, was sie authentisch macht. Ihre Entwicklung unter den Kriegsumständen ist nachvollziehbar. Lydia Conradi ist ein Pseudonym von Charlotte Lyne. Sie schreibt auch unter den Pseudonymen Charlotte Roth und Carmen Lobato. Ich möchte ihre Bücher allen Liebhabern von historischen Büchern ans Herz legen. Ich liebe diese Bücher, weil sie mich ein Stück Geschichte erleben lassen und immer sehr gut recherchiert.    

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  • Meisterhaft erzählte Geschichte, die von Smyrna erzählt

    Das Haus der Granatäpfel

    Jana68

    22. November 2017 um 23:01

    Der Roman „Das Haus der Granatäpfel“ von Lydia Conradi (erschienen im Pendo Verlag im Oktober 2017) erzählt die Geschichte der jungen Klara, die auf der Suche nach ihrem Platz im Leben ist, die Geschichte des armenischen Arztes Sevan, der das größte Herz der Welt hat und die Geschichte der Levantiner-Familie Delacloche. Vor allem aber erzählt das Buch die Geschichte von Smyrna, dem heutigen Izmir, zwischen 1912 und 1922 bis zu jenem Tag, an dem Smyrna in Flammen stand. Smyrna war eine fröhliche und weltoffene Stadt voller Lebendigkeit und so kunterbunt und berauschend wie wohl kaum eine andere zu jener Zeit. Hier traf man auf Kulturen aus aller Welt, denn man war willkommen, egal ob Griechen, Muslime, Levantiner, Armenier oder Jude. Natürlich gab es Konflikte, natürlich war auch Smyrna kein Paradies und blieb auch Smyrna vom Krieg nicht unberührt. Und dennoch gab es hier ein multikulturelles Zusammenleben, das sagenhaft viele Früchte trug. Die erste Hälfte des Romans widmet sich sehr intensiv diesem besonderen Lebensgefühl, dass sich vor allem am Beispiel der Familie Delacloche mit all ihren Festen und Empfängen im Haus der Granatäpfel widerspiegelt. In vielen Religionen und Kulturen nimmt diese uralte und stolze Frucht einen besonderen Platz ein, ob in der Griechischen Mythologie, im Judentum, dem Buddhismus oder im Koran. So ist der Granatapfel ein Symbol für den Spirit der Stadt Mitten hinein in deren lebhafte Vielfalt, begleiten wir Klara. Etwas blauäugig flieht sie durch die Heirat mit Peter Delacloche aus der Enge ihres Elternhauses in Deutschland und stürzt sich in ihr Abenteuer, kostet das Leben und ihre vermeintliche Freiheit aus. Man muss ihr Denken und Handeln nicht immer gutheißen, man muss sie nicht sofort mögen. Aber es schmerzt durchaus zuzusehen, wie sie sich verrennt, wie sie es manchmal selbst herausfordert, in die Enge getrieben zu werden, sich ausnutzen läßt oder sich selbst ins Abseits drängt. An ihrer Geschichte und ihrer Entwicklung wird deutlich, dass Integration keine leichte Sache ist, dass der Weg zur Frau sehr steinig und schmerzhaft sein kann, dass es viel Kraft und Willensstärke braucht, um den Mut zum Leben nicht zu verlieren. Ausgerechnet der eher unscheinbare und keineswegs umwerfend schöne Sevan ist es, den Klara liebt, aber nicht lieben darf; der ihr Halt gibt, sie beschützt, ihr Mut macht und sie mehr als einmal zurück führt ins Leben. Sevan, der so sehr an das Gute glaubt, dass er nicht sehen will, welches Unheil naht, der immer für andere da ist und nur selten an sich denkt. Sevan ist ein ausgesprochener Sympathieträger, von der ersten bis zur letzten Seite konnte ich nicht anders als ihn zu mögen. Sehr mitgenommen hat mich auch die Geschichte um Theri und Tuncay. Überhaupt ist die zweite Hälfte des Buches manchmal nicht leicht zu ertragen, denn die Dinge überschlagen sich, nicht nur was die zwischenmenschlichen Beziehungen angeht. Die Dichte der Ereignisse macht atemlos, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, um Luft zu holen, so sehr wollte ich wissen, wie es weitergeht. Der historische Hintergrund ist hervorragend recherchiert und die Ereignisse um die Balkankriege und den 1. Weltkrieg sind eng und glaubhaft mit dem Schicksal unsere Protagonisten verflochten. Der Ausgang des Buches hat mich im ersten Moment etwas ratlos gemacht, bis ich anfing, mir auch diese Szene bildlich vorzustellen und weiter zu spinnen. Der gewohnt überzeugende, mitreißende und sehr bildhafte Sprachstil (hinter Lydia Conradi steckt Charlotte Roth) macht den Schmerz der Protagonisten spürbar, läßt mich mitten in Smyrna sein, die Düfte, den Lärm und das Flair des vorderen Orients wahrnehmen. Das Buch ist zweifelsohne anspruchsvoll, aber genau so mag ich es. „Erzähl der Welt von Smyrna“ heißt es zum Schluß. Das hat die Autorin mit diesem Roman getan und uns damit einmal mehr vor Augen geführt, dass ein Zusammenleben verschiedener Kulturen nicht nur gut möglich ist, sondern das man es gestalten kann, um jedem Raum zu geben und gegenseitig davon zu profitieren. Man muss es nur wollen. Ich ziehe meinen Hut, Charlie, und bedanke mich herzlich für dieses ausgezeichnete Leseerlebnis!

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2017: 30 Buchpakete zu gewinnen!

    LovelyBooks Spezial

    Daniliesing

    Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2017 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 30. November feststehen wird, gar nicht erwarten! Unsere große Verlosung für euch! Nicht nur eure Lieblingsbücher haben die Chance, den Leserpreis 2017 zu gewinnen, auch auf euch warten ganz großartige Buchgewinne. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen und zusätzlich 25 weitere Buchpakete mit je 10 Neuerscheinungen verlosen. Ein wahrer Traum für jeden Buchliebhaber, oder?Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:1. Schreibt einen Blogbeitrag mit Link zum Leserpreis auf LovelyBooks. Ladet eure Leser darin ein, ebenfalls ihre Lieblingsbücher 2017 zu nominieren.https://www.lovelybooks.de/leserpreis/2. Berichtet auf euren Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter oder Instagram über den Leserpeis und verlinkt darauf. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt. Verwendet dabei den Hashtag #Leserpreis.https://www.lovelybooks.de/leserpreis/3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Bitte klickt für alle 3 Varianten zunächst auf den "Jetzt bewerben"-Button und füllt das Formular komplett aus. Gebt bei den Varianten 1 und 2 bitte den direkten Link zum Blogbeitrag oder zum Social Media Posting an und verlinkt nicht nur aufs Profil. Selbstverständlich haben wir Grafikmaterial vorbereitet, das wir euch gern zur Verwendung zur Verfügung stellen.Ihr dürft natürlich auch mehrere der Punkte erfüllen und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 3. Dezember möglich!Wir wünschen euch ganz viel Spaß!PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1719

    Arietta

    07. November 2017 um 10:46
  • Das Haus der Granatäpfel

    Das Haus der Granatäpfel

    nirak03

    02. November 2017 um 18:10

    Klara, eine junge Frau aus Berlin, hat sich in den Kopf gesetzt, den Sohn eines reichen Kaufmanns aus Smyrna zu heiraten. Es ist das Jahr 1912, als sie aufbricht in ein neues Leben. Schon bald ist sie gefangen von der schönen Stadt am Ägäischen Meer, nicht jedoch von ihrem Ehemann. Sie will leben und viel erleben, ihr Mann sehnt sich nach einer ruhigen Ehe mit Kindern. Schon bald kommen Probleme auf das junge Paar zu, die nicht abzusehen sind. Die politischen Gegebenheiten tragen noch das ihrige dazu bei. Die Autorin Lydia Conradi (dies ist ein neues Pseudonym der Autorin Charlotte Lyne) nimmt ihre Leser mit in diese Stadt am Meer. Sie beschreibt mit viel Liebe zum Detail diese Stadt, die Menschen und ihr Leben. Klara, die junge Frau aus Berlin trifft auf eine völlig andere Kultur, auf Menschen, die miteinander verbunden sind. Etwas was sie von zu Hause nicht wirklich kennt. Die Familie ihres Mannes ist groß und weit verzweigt und so bedarf es dann auch aufmerksames lesen, um die Zusammenhänge zu verstehen. Vor allem wer zur Familie gehört und wie. Sehr hilfreich ist dabei der Stammbaum, der in diesem Buch vorhanden ist. Die Geschichte von Klara und ihrer Liebe ist sicher nicht immer einfach zu lesen, es ist eine Zeit voller Schrecken und Krieg, aber die Autorin hat es trotzdem geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Immer war die Hoffnung dabei, alles wird gut, für Klara und die Menschen, die sie liebt. Conradi hat vielschichtige Protagonisten geschaffen, die von einem Leben in Smyrna erzählen. Nicht nur Klara als Hauptperson trägt die Geschichte, vielmehr sind es die zahlreichen Charaktere, die dieses Buch prägen. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten, und ihr Schicksal zu meistern. Hier wird aus einem Zeitraum und von Ereignissen geschildert, die vielen vielleicht so gar nicht bekannt waren oder sind, aber sicherlich nicht vergessen werden dürfen. Das Buch beginnt im Jahre 1912 und erstreckt sich über 10 Jahre. Ich habe einiges erfahren, was mir so nicht bewusst gewesen ist. Aber trotz der schwierigen Ereignisse, ist „das Haus der Granatäpfel“ ein Liebesroman, der von zwei Menschen erzählt, die ihr Leben eben nicht so leben dürfen, wie sie es gerne würden. Ich mag den Erzählstil und die Art wie hier Spannung aufgebaut wurde. Leider ist es eben auch nicht immer einfach zu lesen. „Das Haus der Granatäpfel“ ist ein Liebesroman mit einem schweren historischen Hintergrund. Er ist sicher nicht immer einfach zu lesen und das Gelesene zu ertragen, aber die Geschichte, die hier erzählt wird, lässt einen einfach nicht mehr los.  

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  • Eine Liebe im Orient

    Das Haus der Granatäpfel

    Dreamworx

    29. October 2017 um 17:11

    1910. Genau an Silvester lernt die junge Berlinerin Klara Reinecke durch ihren Vater Peter Delacloche kennen, den Erbe eines großen Warenhandelskonzerns im türkischen Smyrna. Klaras Eltern sind sehr für die Verbindung zwischen den beiden jungen Leuten, so reist Klara zwei Jahre später nach Smyrna, um Peter zu heiraten, auch wenn ihr diese Ehe widerstrebt, denn sie liebt Peter nicht. Im Sommerhaus der Familie Delacloche, dem “Haus der Granatäpfel”, fühlt sich Klara überhaupt nicht wohl, denn Peters Familie steht ihr abweisend gegenüber, ist sie doch so anders und viel freier erzogen, als es dort üblich ist. Und auch an ihre eigene Familie kann sich Klara nicht wenden, denn diese haben sie regelrecht in die Ehe hineinmanövriert. So ist Klara ganz auf sich allein gestellt. Als sie dem Arzt Sevan begegnet, ist es für sie beide die Liebe auf den ersten Blick. Doch der Mann ist ebenfalls verheiratet und hat Familie. Aber ihre Liebe zueinander können und wollen sie nicht aufgeben, was ihnen viel Unverständnis aus ihrem Umfeld entgegen bringt und vor allem viele Steine in den Weg legt… Lydia Conradi alias Charlotte Roth hat mit ihrem Buch “Das Haus der Granatäpfel” einen wunderschönen historischen Roman vor exotischer Kulisse vorgelegt. Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht, manchmal etwas melancholisch und dabei sehr flüssig zu lesen. Die Autorin schafft es durch ihre Erzählweise, dem Leser ein farbenfrohes Bild der bunten Welt von Smyrna zu zeichnen und ihn während der Lektüre regelrecht dorthin zu beamen. Die Vielfalt der Nationen, die zur damaligen Zeit dort lebten sowie ihre verschiedenartigen Kulturen, religiösen Ansichten und gesellschaftlichen Gepflogenheiten werden ebenso thematisiert wie die Stellung der Frau in der damaligen Gesellschaft. Der historische Hintergrund wurde von der Autorin sehr gut recherchiert und mit der Handlung verflochten, so dass der Leser einen guten Rundumblick über politische Zusammenhänge und gesellschaftliche Zwänge erhält. Die Spannung wird langsam aufgebaut, steigert sich dann aber innerhalb der Handlung und durch die Interaktion der Protagonisten. Die Charaktere sind liebevoll und sehr individuell ausgestaltet und in Szene gesetzt worden. Der Leser kann sich gut in sie hineinfühlen, sie wirken sehr authentisch und lebendig. Klara ist eine junge Frau, die ihr ganzes Leben lang immer fremdbestimmt wurde. Sie soll die Erwartungen ihrer Eltern erfüllen und später die ihres Ehemannes. Es wirkt fast so, als wäre sie willenlos, dabei hat sie ihre eigenen Vorstellungen vom Leben sowie geheime Träume. Klara wirkt oft einsam und in sich zurückgezogen, doch innerlich rebelliert sie und schon bald lebt sie nach ihrer eigenen Facon und schert sich nicht um die Meinung anderer. Das hat allerdings weitreichende Folgen für viele Menschen. Klaras Entwicklung innerhalb der Geschichte zu beobachten, ist hochinteressant und spannend zugleich. Peter ist ein sehr ruhiger Typ, der fast schon langweilig wirkt. Er hat von seiner Familie viel Verantwortung aufgebürdet bekommen und versucht, dieser gerecht zu werden. Dabei ist er ein sanfter Mann, der ebenfalls Träume hat und versucht, diese zu verwirklichen. Sevan ist ein sympathischer Mann, der sich seinen Traum, Arzt zu werden, hart erkämpfen musste und ihn nun mit großer Hingabe und Freude ausfüllt. Seine Frau und deren Familie sehen auf ihn herab, was ihn immer wieder verzweifeln lässt. Auch die anderen Protagonisten tragen mit ihren Schicksalen und ihrem Erscheinen dazu bei, dass die Handlung bunt und farbenfroh ist. “Das Haus der Granatäpfel” ist ein spannender historischer Roman vor exotischer Kulisse mit der gesamten Vielfalt des Orients und seiner verschiedenartigen Bewohner und Nationalitäten. Eine Handlung, die anrührt und nachdenklich stimmt und viele Eindrücke hinterlässt. Absolute Leseempfehlung für alle, die Geschichten aus der Vergangenheit lieben und sich ebenso für die politischen Hintergründe und interessieren.  

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  • Der verschlungene Weg der Liebe

    Das Haus der Granatäpfel

    Eliza08

    22. October 2017 um 11:31

    Meine Meinung: Ich schaute im Frühjahr nicht schlecht, als der Briefträger mir ein Buchpaket in die Hand drückte. Ich wusste nicht, dass ich dieses Buch rezensieren dürfte und außerdem war es ja auch noch was hin bis Oktober, dem Erscheinungsmonat dieses Buches. Nun haben wir Oktober und ich möchte euch natürlich meine Meinung zu dem Buch kundtun. Am Freitag hat Lydia Conradi (Charlotte Lyne) mir ein paar Details zu ihrer Person verraten, am Samstag ist der zweite Teil des Interviews online gegangen. Hier erzählt uns, die liebe Charlie, etwas über ihre Arbeit als Autorin. Als ich das Buch im Frühjahr in der Hand hielt fiel mir sofort das schöne Cover auf. Es ist der Region entsprechend orientalisch angehaucht, es wirkt sehr edel und schlicht, um nicht zu sagen gediegen. Der Klappentext ist sehr ausführlich und nimmt bereits viel Handlung vorweg. Bei einigen Dingen, die auf dem Klappentext beschrieben werden, muss man als Leser/Leserin bis in die Hälfte des Buches warten. So etwas finde ich weniger gelungen, denn man hat die Info einfach immer im Kopf und wartet darauf, dies beeinflusst meiner Meinung nach das Leseverhalten. Der Roman spielt am Vorabend des ersten Weltkrieges in der Stadt Smyrna, dem heutigen Izmir. Zentrale Person des Romans ist die junge Klara, sie lernt Peter aus Smyrna kennen und beschließt ihn zu heiraten und ihm zu folgen. Sie ist auf der Suche nach Abenteuern und sie ist hungrig nach Leben. Aber schnell wird ihr klar, dass Peter ihr dies nicht geben kann, so fängt sie an sich vom Leben das zu nehmen was sie will. Klara ist keine einfache Protagonistin, niemand der die Herzen von Beginn an zufliegen. Klara macht Fehler und erkennt dies später, dadurch entwickelt sich die Person der Klara immer weiter. Und genau diese Personenentwicklung ist es, die der Autorin so gelungen ist. Es gibt eine Vielzahl von handelnden Figuren, jede hat ihre Berechtigung. Jede ist anders und hat eine eigene Tiefe, hat Ecken und Kanten, positive wie negative Seiten. Die Figuren der Autorin lassen sich nicht in eine Schublade stecken und genau dies schätze ich so an ihr. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass die erste Hälfte des Romans nur diese Figuren einführt, die eigentliche Handlung ist eher überschaubar, dies mag der eine oder andere als langatmig oder ausschweifend ansehen. In diesem Roman geht es um das eigene, persönliche Glück, um die eigene Identität, um Abenteuer und Sehnsucht, aber auch um Familie und Zusammenhalt. Der Roman wird größtenteils chronologisch erzählt, aber viele Passagen werden auch aus der „Erinnerungs-Perspektive“ geschildert, was dem Leser manchmal das Gefühl gibt nicht unmittelbar beteiligt zu sein. Der Schreibstil ist so wie wir ihn von der Autorin kennen: opulent, ausschweifend, blumig gepaart mit wunderbaren Wortspielen. Nichts was man so „runterlesen“ kann, sondern eher ein Buch wo man die einzelnen Sätze genießen muss, weil sie so viel aussagen und so viel Kraft haben. Ein Roman der seinen Leser fordert, der keine leichte Geschichte erzählt, sondern eher eine die sperrig und tiefgründig ist, indem sie auf eine Metaebene verweist. Bücher dieser Autorin haben auch immer eine Botschaft, die Botschaft dieses Romans ist, dass Menschen trotz ihrer Unterschiedlichkeiten zusammenhalten und zusammenleben können, so wie es damals in Smyrna geschehen ist. Die Aufgabe die wir Leser haben ist diese Toleranz und diese Akzeptanz auch heute noch in die Welt zu tragen, ja es gibt Menschen die anders sind, aber deshalb sind sie noch nicht gleich per se schlechter oder besser. Eine dramatische Liebesgeschichte und der lange Weg einer jungen Frau zu sich selber, wird als Zielgruppe in erster Linie die weilbliche Leser ansprechen, dennoch sollten Männer dieses Buch nicht grundsätzlich links liegen lassen, denn auch sie werden Aspekte an Personen finden, die sie ansprechen. Von mir gibt es für diesen sprachlich gewaltigen und tiefsinnigen Roman eine klare Lese- und Kaufempfehlung, sicherlich kein Buch welches man einfach mal so zwischendurch lesen kann, sondern es eher mit Zeit und Muße genießen sollte. Vielen Dank an Dich, liebe Charlie, für diese berührende Geschichte und an den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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  • Tolles Zeitzeugnis,,,

    Das Haus der Granatäpfel

    Angie*

    18. October 2017 um 16:50

    Rezension INHALT/Klappentext:Wenn eine Epoche endet, muss die Liebe einen neuen Anfang wagen.Smyrna, 1912: Das Paradies – so nennen viele die Metropole am Ägäischen Meer, die inmitten von Krisen wirkt wie ein weltvergessenes Idyll. In die Stadt, in der Menschen aus aller Herren Länder seit jeher in Eintracht leben, kommt die Berlinerin Klara, um mit Peter, dem Sohn eines Kaufhausmagnaten, eine Zweckehe einzugehen. Doch er kann die lebenshungrige junge Frau nicht glücklich machen, und Klara verliert ihr Herz an den Arzt Sevan. Aber auch er ist gebunden, und als der Erste Weltkrieg ausbricht, beschließen beide, trotz ihrer Liebe füreinander ihre Partner nicht im Stich zu lassen. Für eine Weile erweist sich das Paradies wahrhaftig noch als Oase im Grauen, doch dann entbrennt ein schicksalhafter Kampf um die Stadt. Und plötzlich muss Klara eine Entscheidung fällen, die über Menschenkraft hinausgeht, um etwas von Smyrnas Geist und ihrer Liebe zu Sevan zu bewahren …MEINE MEINUNG:Ich habe diesen Roman absolut nicht nur als eine Liebesgeschichte zwischen der deutschen Kaufmannstocher Klara, Peter und Sevan wahrgenommen, sondern eher als ein  atmosphärisch dichtes, historisches Zeitzeugnis der Geschichte des Osmanischen Reiches in der Zeit von 1912 -1922, der heutigen Türkei. Die  Charaktere und Lebensgeschichten der vielen mitspielenden Protagonisten konnten mich zum Glück nicht zu sehr verwirren, da sie im Buchdeckel auf beeindruckende Weise von der Autorin in kurzen Stichworten beschrieben worden sind. Auch das sehr ausführliche Glossar über türkische, griechische und armenische Ausdrücke und Begriflichkeiten  hat mir sehr geholfen. Sonst wäre ich teilweise hilflos in diese Seiten hineingestolpert und hätte beim Lesen den berühmten roten Faden verloren. Es war nicht immer einfach, das Denken und  Geschehen der einzelnen Personen  den verschiedenen  Volksgruppen wie Türken, Griechen, Armenier, Italiener, Franzosen zuzuordnen. Das heutige Izmir/Smyrna  war wohl damals  (das wird immer wieder von der Autorin überzeugend geschildert) ein Schmelztiegel dieser verschiedenen Nationen, die dort in Frieden und Harmonie nebeneinander existiert haben sollen. War das wirklich so? Ich möchte es gerne glauben, doch es fällt mir schwer. Die Autorin hat mit ihrem flüssigen,fesselndem Schreibstil und mit der Rahmenhandlung einer Liebesgeschichte einen guten Reigen orientalischer, fast märchenhafter Lebensweise verschiedener Familien und Volksgruppen aufgezeigt. Doch die Schatten der Geschichte mit dem Beginn der Balkankriege und des 1. Weltkrieges beginnen sich abzuzeichnen. Die Unruhe zwischen den vielen Volksgruppen wird von Lydia Conradi (Charlotte Lyne) eindringlich durch eine sicher sehr sorgfältige, historische Recherche geschildert.Die Liebe zwischen Peter und der gebürtigen Berlinerin Klara steht unter einem unglücklichen Stern und schwierigen Umständen. Mit der naiven Protagonistin Klara bin ich leider nicht wirklich warm geworden. Ihr unreifes, merkwürdiges Verhalten  in Punkto Liebhaberauswahl spricht nicht für sie als Sympathieträgerin.  Auch ihre aufkommende Liebe zu dem sanften, armenischem  Arzt Sevan kann ich nicht wirklich ernst nehmen und verinnerlichen. Teilweise hat sich der Roman in viele Zwischengeschichten  der weitverzweigten Familien verloren, was mir nicht so gut gefallen hat. Das Buch  öfter weglegen - und nach einiger Zeit weiterlesen - hat bei 672  Seiten und diesem geschichtlich kompliziertem Thema nicht gut funktioniert! Trotzdem ist es ein faszinierender, fesselnder Roman, der mich aber leider nicht so begeistert hat wie die anderen Bücher der Autorin Charlotte Lyne.Meine Bewertung : VIER **** Sterne für dieses tolle Zeitzeugnis! 

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  • Eine turbulente Familiengeschichte im Orient

    Das Haus der Granatäpfel

    Madame_Klappentext

    08. October 2017 um 23:03

    Inhalt: Smyrna 1912: Klara, eine junge Berlinerin, genießt das Leben in der bunten und vielschichtigen Stadt, in der unzählige Völker zusammenleben. Sie ist neugierig auf das Leben und die Menschen, nur glücklich ist sie in ihrer Ehe mit dem Kaufmannsohn Peter nicht. Sie hat ihr Herz an den jungen Arzt Sevan verloren, der aber auch vergeben ist. Kann sie dennoch ihr Glück finden, obwohl auch der Erste Weltkrieg seine Schatten voraus wirft? Leseeindruck: Smyrna, das heutige Izmir, bietet eine tolle Kulisse für die Geschichte von Klara und Sevan. In meinen Augen sind der Schauplatz und die Zeit, in der die Handlung spielt, überhaupt das spannendste an der Geschichte. Smyrna wird sehr unterschiedlichen Facetten beschrieben und ich konnte mir zu jeder Zeit gut vorstellen, wie es wäre selbst durch die bunten und lauten Straßen zu schlendern. Inmitten von einer Vielzahl unterschiedlichster Menschen: Armenier, Türken, Griechen und damit eben auch Christen und Muslimen. Alle leben auf engstem Raum nebeneinander und prägen so den einzigartigen Charakter der Stadt. Die Atmosphäre und das Lebensgefühl, welches im Roman zum Ausdruck kommt, hat mir wirklich gut gefallen. Die Handlung selbst ist an einigen Stellen vorhersehbar, was bei dem Genre allerdings nicht weiter ungewöhnlich ist und mich daher auch nicht besonders gestört hat. Es hat Spaß gemacht, die Entwicklung der einzelnen Charaktere zu verfolgen. Gerade in Peters  Familie gibt es eine Menge Konfliktpotential, denn in gewisser Weise ist die Familie Delacloche ein Abbild der Gesellschaft im Kleinen. Die Familienmitglieder kommen aus den verschiedensten kulturellen Kreisen und vertreten auch unterschiedliche politische und moralische Ansichten. Allerdings liegt hier auch mein größter Kritikpunkt: Mir sind das einfach zu viele verschiedene Charaktere. Wer kommt mit wem klar und mit wem nicht? Diese Fragen habe ich mir immer wieder gestellt und musste auch zu oft darüber nachdenken, über wen ich gerade lese. Klar im Laufe der Zeit, habe ich mich besser zu Recht gefunden, aber gerade in der ersten Hälfte des Romans hatte ich so meine Probleme damit. Das hat meinen Lesefluss schon erheblich gestört – leider. Nur gut, dass es auf der Vorsatzseite einen Stammbaum gibt, dass hat die Verwirrung zumindest etwas in Grenzen gehalten. Fazit: Ein Roman, der von seinen bunten Schauplätzen und den großen weltpolitischen Themen lebt. Dabei erfährt man als Leser eine Menge über das Wesen der Stadt Smyrna und deren Bewohner. Noch dazu gibt es eine turbulente Familiengeschichte, mit vielen Charakteren, die trotz aller Unterschiede in Herkunft, Religion und Bildung alle nur das eine wollen: Ihr Glück finden. 4/5 Sternen, da ich manchmal in der Menge der Charaktere und deren Ansichten die Orientierung verloren habe.

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  • Unverbrauchtes Thema, angenehmer Schreibstil, realistische Darstellung

    Das Haus der Granatäpfel

    Girdie

    04. October 2017 um 17:20

    „Das Haus der Granatäpfel“ steht auf der Insel Uzunade, die kurz vor der heutigen Stadt Izmir in der Türkei liegt. In dem gleichnamigen Buch von Lydia Conradi, die auch als Charlotte Roth bekannt ist, wurde das Haus nach den Bäumen benannt, die links und rechts vom Eingang wachsen. Es ist das Sommerhaus der Familie von Edmond Delacloce, deren Mitglieder sich als Levantiner fühlen, damit sind die Bewohner der Länder des Mittelmeerraums östlich von Italien gemeint. Der Roman führte mich einhundert Jahre in die Vergangenheit als Izmir noch lateinischer Schreibweise Smyrna hieß. Hier lebten Türken, Griechen, Armenier, Franzosen und Briten zunächst friedlich miteinander trotz der Zugehörigkeit zu verschiedenen Religionsgemeinschaften. Doch dem Kampf um Ländereien konnten sich die Stadtbewohner letztlich nicht gänzlich entziehen.Klara Reinecke ist im Jahr 1910 noch 15 Jahre alt und Schülerin einer Schweizer Privatschule als sie in der Silvesternacht von ihrem Vater mit seinem Handelspartner Peter Delacloche aus Smyrna bekannt gemacht wird. Zwei Jahre später fährt sie nach Uzunade um Peter zu heiraten. Die Familie lebt vom Warenhandel. Die Frauen sind den Konventionen entsprechend für Haus und Familie zuständig, das Erlernen eines eigenen Berufs wird nicht gern gesehen. Von Peters Mutter und seinen Schwestern und seiner Familie wird Klara nicht als ebenbürtig angesehen, von ihren Eltern fühlt sie sich abgeschoben. Die intelligente und aufgeschlossene junge Frau langweilt sich. Sie beginnt Liebeleien mit diversen, auf der Insel anwesenden männlichen Verwandten bis sie schließlich den Arzt Sevan kennenlernt, der ihre Schwägerin im Krankenhaus behandelt hat. Für die beiden ist es Liebe auf den ersten Blick, obwohl Sevan mit seiner Jugendliebe verheiratet ist und ein Kind hat. Klara und Sevan müssen in den folgenden Jahren mit vielen Sorgen leben und manches Hindernis überwinden.Auf der ersten Klappseite des Buchs sind Stammbäume aufgezeichnet, denn die Familie Delacloche ist verzweigt. Auf diese Weise konnte ich mit schnellem Blick während des Lesens feststellen, wer mit wem wie verwandt ist. Obwohl im Buch über viele Personen erzählt wird, sind Klara und Sevan die Protagonisten. Klara wird von ihren Eltern bereits im Hinblick auf eine spätere gute Partie hin erzogen. Durch die örtliche Entfernung haben Klara und Peter wenig Möglichkeit, sich näher kennen zu lernen. Klara kann sich das Leben in Smyrna nicht vorstellen, weil sie noch nie außerhalb von Deutschland beziehungsweise der Schweiz gewesen ist. Auch wie das Leben in einer großen Familie sich gestaltet, kann sie als Einzelkind nicht ahnen. Sie hat nicht darüber nachgedacht, dass sie tagsüber ohne ihren Ehemann sein wird, weil er tagsüber seinen Geschäften nachgeht und dazu die Insel verlässt. Vage blieb für mich, welche Tätigkeiten alle zu Peters Alltag gehörten.Sevan ist Armenier, die in Smyrna eine Minderheit sind. Bereits als Kind wünscht er sich, später Arzt zu werden. Sein Wunsch erscheint zunächst aufgrund fehlender finanzieller Mittel als unrealistisch. Seine spätere Frau hat er schon als Junge bewundert. Doch ihre Liebe leidet unter der ablehnenden Haltung ihrer Familie. Gesellschaftspolitisch steht er deren Meinung entgegen. Sowohl für Klara als auch für Sevan stellt sich die Frage, ob es wirklich Liebe ist, was sie für den Ehepartner empfinden. Als sie einander begegnen, fühlen sie sich sofort zueinander hingezogen, meinem Empfinden nach etwas zu schnell.Lydia Conradi hat ihre Figuren bis in die Nebenhandlungen hinein gut ausformuliert. Sie vermittelte mir gekonnt geschichtliches Hintergrundwissen das dazu notwendig war, die kriegerischen Auseinandersetzungen zu verstehen, in die die Bewohner von Smyrna im Laufe der Zeit hineingezogen wurden. Deutlich konnte man auch das Unbehagen der Frauen empfinden, die zu Hause auf ihre Liebsten zu warten hatten, groß waren die Verluste in allen Gesellschaftsschichten. Aber nicht nur in der weltpolitischen Lage herrschte der Kampf um Ländereien, sondern es gab Auseinandersetzungen in Smyrna um die Vorherrschaft der Nationalitäten und Religionsgemeinschaften. Auch begannen die Frauen sich gegen die ihnen zugeteilten Rollen als ausschließliche Hausfrau und Mutter aufzubegehren, während die Männer die Riten und Konventionen ihres jeweiligen Volkes in Frage stellten denen sie sich verpflichtet fühlt,en. Auf allen Ebenen zeichnete die Autorin für mich ein nachvollziehbares Bild der damaligen Ereignisse ohne dabei wertend zu sein. Anhand detaillierter Beschreibungen konnte ich mir ebenfalls die Örtlichkeiten sehr gut vorstellen.Der Roman hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Die Erzählung hat mich mitgenommen zu einer mir noch nicht bekannten Begebenheit der Weltgeschichte. Mit viel Einfühlungsvermögen vermittelte Lydia Conradi mir die Gefühle und Eindrücke ihrer Figuren, so dass ich ihr Handeln nachvollziehen konnte. Es entstand anhand ihrer Beschreibungen für mich ein umfassendes Bild der Stadt Smyrna und ihrer Bewohner von 1912 bis 1922. Ich empfehle dieses Buch gerne an alle die sich für historische Romane interessieren.

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    • 2
  • bewegend, komplex und sehr atmosphärisch

    Das Haus der Granatäpfel

    aly53

    03. October 2017 um 23:45

    Endlich ist ein neues Werk der Autorin erschienen. Ich liebe einfach ihre Art zu schreiben. Sie ist dabei sehr atmosphärisch und auf ganz eindringliche Art und Weise macht sie uns immer wieder auf ernste Themen aufmerksam. Führt uns ein und überlässt uns unseren eigenen Emotionen. Sie schreibt sehr klar und fließend und auf genau diese Art und Weise, zieht sie auch so sehr in den Bann.Ihr neues Werk schreibt sie unter dem Pseudonym Lydia Conradi. Schon die Gestaltung des Buches ist einfach wunderschön, orientalisch angehaucht, was wirklich sehr toll zu dem Setting passt.Dabei gibt es auch ein Personenstammbaum und ein Glossar, was vieles erleichtert und besser durchblicken lässt. Das Glossar, hab ich aber leider erst hinterher entdeckt. Ich hatte jedoch zu keiner Zeit Probleme mit der Sprache. Es war einfach, als würde ich es auch ohne viel Worte verstehen.Hierbei erfahren wir alles aus der Sicht der dritten Person, was mir wirklich gut gefallen hat. Man lernt die unterschiedlichsten Charaktere kennen, taucht in ihr Leben ein und fühlt einfach mit ihnen durchgängig mit.Mein ganz besonderer Mensch war hierbei Peter. Ein wirklich toller Charakter. Der mich vor allem mit seiner Sanftheit und seinen Träumen, einfach wie er die Dinge sah und auch anging, unheimlich berührt hat. Auch Klara spielt eine sehr wichtige Rolle. Und ganz ehrlich, diese Frau hat mich teilweise komplett in den Wahnsinn getrieben. Sie tat Dinge, die ich einfach nicht verstehen, nicht gutheißen konnte und ich war wirklich hin- und hergerissen, ob ich sie mögen sollte oder nicht. Aber Klara hatte für mich auch etwas sehr verlorenes und trauriges an sich, was mich wirklich bewegt und auch in den Bann gezogen hat. Sie ist nicht wie andere Frauen, das zeigt sie sehr deutlich. Sie ist nüchtern, keine Träumerin und nimmt die Dinge wie sie kommen.Glück, ich hab mich oft gefragt, ob sie jemals ihr Glück finden wird.Ein Glück, eine Liebe die uns losgelöst sein lässt, die uns verändert und in höhere Sphären verschwinden lässt.Klara hat für mich einfach die größte Entwicklung durchgemacht, was wirklich auch an den Umständen und der Zeit liegt, in der wir uns bewegen. Lydia Conradi schafft es uns sehr viel Hintergrundwissen zu vermitteln und uns damit in eine schwierige Zeit zu entführen.Eine Zeit, die einfach vieles fordert und nimmt und an der man einfach auch nicht spurlos vorbeigehen kann.Eine Zeit, die etwas sehr zerbrechliches, dramatisches und auch tieftrauriges hat. Eine Zeit die einfach alles anders macht und auch ihren Tribut fordert.Nimrod hat mir mit seiner Art auch sehr gut gefallen und auch Klaras Vater.Man lernt noch viele weitere Charaktere kennen, einige mag man, anderen begegnet man mit Wut und unaussprechlichen Ängsten.Doch alle sind sie sehr gut ausgearbeitet, man kann sich gut in sie hineinversetzen und ihre Handlungen und Gedankengänge nachvollziehen.Aber nichts ist dazu im Vergleich zu Smyrna. Wenn man Smyrna betritt. Betritt man eine Welt, die nicht nur orientalisch und magisch ist. Es ist ein Gefühl, man verliebt sich und möchte am liebsten bleiben. Es ist ein Stück eigene Welt, die ihren Zauber immer mehr entfaltet.Doch man steht auch Ängste um Smyrna und seine Bewohner aus. Ängste , die beherrschen und einfach nicht loslassen.Die Geschichte selbst spielt von 1894 - 1922. Das Buch ist dabei in sechs Teile gegliedert. Die Gestaltung der Kapitel ist einfach wunderschön und passend zugleich.Ich hatte keine Probleme in das Geschehen hineinzufinden und verlor mich regelrecht in den Charakteren und dem Setting.Die Autorin schreibt sehr detailreich und bildhaft, was dem ganzen sehr viel Tiefe und auch Dramatik verleiht.Es ist sehr komplex und man erfährt verschiedene Schicksale, dabei wird aber der rote Faden nie aus den Augen verloren.Aufgrunddessen das dieses Buch wirklich sehr lang ist, kamen für mich leider mitunter ein paar Längen auf, die den Lesefluss aber nicht wirklich störten.Man ist viel zu gefesselt, von den Eindrücken und kann es gar nicht erwarten die nächste Seite umzuschlagen.Die Atmosphäre empfand ich dabei als etwas drückend und schwer. Ein Umstand der sich die ganze Zeit über hält. Dadurch ist es auch nicht möglich, das Buch in einem Rutsch zu lesen. Ich musste immer mal wieder Pausen einlegen. Um das Ganze zu verinnerlichen und zu verarbeiten.Und während ich stetig mit den Charakteren mitfühlte und bangte, wütend war und fast verzweifelte, veränderte sich auch stetig die Welt. Die Kriegszeiten sind hart und fordern einiges, was man hier wirklich gut zu spüren bekommt.Eine Geschichte die so viel klar macht, aber auch zeigt welche Hürden die Charaktere nehmen müssen. Jeder hat dabei sein eigenes Päckchen zu tragen und es ist niemals einfach.Es war für mich jetzt keine Liebesgeschichte in dem Sinne. Das Ganze geht tiefer und zeigt einfach auch, das die Liebe sehr facettenreich ist und manchmal muss man einfach vieles durchlaufen, um sein wahres Glück zu finden, um sich selbst zu finden.Die Autorin hat mich mit diesem Buch wieder sehr bewegt und schon aufgrund der Thematik ist es für mich wirklich ein Herzensbuch. Eine Geschichte die einen eigenen Lauf hat und auf dessen Entwicklung man einfach keinen Enfluss hat.Wer es gern historisch mag und auch mehr über das Dahinter erfahren möchte und gleichzeitig keine Angst vor vielen Charakteren und damit verbundenen Emotionen hat, sollte hier zugreifen.Ein tolles Werk, das mich mitreißen und einfach mehr als gut unterhalten konnte.Fazit:Lydia Conradi hat mit dieser Geschichte etwas sehr bewegendes, komplexes und absolut atmosphärisches geschaffen.Ganze besonders hatten es mir Peter und Klara angetan. Zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber doch etwaas sehr besonderes an sich haben, das mich einfach nicht losgelassen hat.Ich hab so viel gefühlt, durchlebt und versank in Grübeleien.Eine Story die nicht einfach ist. Sie ist schwer, stellenweise wirklich traurig und hat mich wirklich mit diesem einzigartigen Setting in den Bann gezogen. Ein orientalisches Flair, das mich einfach vollkommen gefangen nahm.Ein großartiges Buch von einer großartigen Autorin.© magischemomentefuermich.blogspot.com

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  • Auf der Suche nach Erfüllung vor der beeindruckenden Kulisse Smyrnas

    Das Haus der Granatäpfel

    Nabura

    03. October 2017 um 22:13

    Smyrna, 1912: Neugierig reist Klara von Berlin zur florierenden Stadt an der Ägäisküste. Dort wird sie Peter Delacloche heiraten, dessen Vater ein einflussreicher Warenhausbesitzer ist. Doch der Erbe der Familie stellt sich als noch langweiliger heraus als gedacht und auch mit seinen Schwestern wird Klara nicht wirklich warm. Bald lässt sie sich auf etwas ein, das ihren Ruf gänzlich ruinieren könnte. Schließlich muss ausgerechnet Sevan, der armenische Arzt der Familie, über ihr Schicksal entscheiden. Als ein neuer Krieg ausbricht, ändert sich erneut vieles für Klara und die Delacloches…Das orientalisch anmutende Cover hat mich schnell neugierig gemacht, welche historische Geschichte sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt. Zu Beginn des Buches lernt man den neunjährigen Sevan kennen, der mit seinem Onkel zum ersten Mal nach Smyrna reist und dort Klaras Vater trifft. Dieser merkt, dass Sevan eine Brille braucht, um scharf sehen zu können – für Sevan eine folgenreiche Erkenntnis. Dann springt das Buch einige Jahre weiter und man erlebt die erste Begegnung von Klara und Peter, bevor man im Jahr 1912 bei der Hochzeit der beiden tiefer in die Geschichte eintaucht.Klara, die im Zentrum der Geschichte steht, ist sicherlich keine Sympathieträgerin. Fest entschlossen, die fremde Stadt Smyrna zu erobern, heiratet sie Peter. Sie trifft ihre Entscheidungen aus dem Bauch heraus und verdrängt die Konsequenzen. Damit bringt sie sich selbst immer wieder in eine verzwickte Lage. Oft macht es den Anschein, als schere sie sich wenig um die Meinung der anderen, doch hinter ihrer Fassade entdeckt man Verbitterung und den Wunsch, dazuzugehören. Auch wenn ich mit ihren Entscheidungen oft nicht einverstanden war fand ich es interessant, ihre charakterliche Entwicklung mitzuerleben.Neben Klara wird auch das Glück und Unglück der Menschen in ihrer Umgebung beleuchtet. Auf dem Vorsatzblatt ist ein Stammbaum abgedruckt, damit der Leser den Überblick über die familiären Verbindungen behält. Das war zwar hilfreich, aber er verrät für mich zu viel. Da gibt es zum Beispiel Theri, die Verlobte von Peters Bruder, die allseits beliebt ist, deren Heirat aber nicht näher rückt. Außerdem Peters Schwestern Xenia, die ein trauriges Geheimnis hütet, und Kiki, die in ihren Musiklehrer verliebt ist. Und natürlich Sevan, der für alle nur das Beste will, von seiner geliebten Frau aber verachtet wird. Diese und einige weitere Personen begleitet man als Leser mehrere Jahre lang auf ihrem Weg.Die persönlichen Schicksale werden immer wieder stark von den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen bestimmt. Smyrna ist eine bunte Stadt, in der Menschen verschiedener Abstammung und Religion beisammen leben. Trotz dieser Vielfalt denken viele in starren Mustern und man erlebt Ausgrenzung, Diskriminierung und schließlich auch Schlimmeres. Gleichzeitig bestimmen Kriege das Geschehen – Männer ziehen in den Kampf und auch die Zurückgebliebenen spüren die Auswirkungen. Das Granatapfelhaus, in welchem die Delacloches ihre Sommer verbringen, bietet über die Jahre immer wieder einen sicheren Rückzugsort, der manchmal geradezu magisch erscheint. Was dort geschieht, bleibt dort, und Klara ist nicht die einzige, die sich nach diesem Ort sehnt, sobald sie nicht dort ist. Doch kann der Ort trotz aller Entwicklungen eine Zuflucht bleiben?Die politische und gesellschaftliche Lage wird immer wieder recht ausführlich beschrieben und diskutiert. Hier erkennt man die ausführliche Recherche der Autorin. Ich hätte mir die Geschichte trotzdem noch etwas schwungvoller gewünscht. Außerdem hätte ich nach dem Lesen der Buchbeschreibung nicht erwartet, dass das Unglück so deutlich das Glück überwiegt, sodass das Buch deutlich mehr Drama als Liebesgeschichte bietet. Zum Ende des Buches hin wird es noch einmal sehr spannend, aber auch düster mit einem bedrückenden Abschluss.„Das Haus der Granatäpfel“ nimmt den Leser mit nach Smyrna, wo Klara auf der Suche nach persönlicher Erfüllung ein großes Risiko eingeht. Die Geschichte beleuchtet ihr Schicksal ebenso wie das vieler Personen ihrer Umgebung und blickt auch ausführlich auf die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit. Ein Buch, das im Verlauf zunehmend dramatisch wird und dem Leser einen authentischen Einblick ins Smyrna der 1910er Jahre gibt.

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  • Ein Roman, der ein Stück Weltgeschichte wieder lebendig macht

    Das Haus der Granatäpfel

    Curin

    03. October 2017 um 18:58

    1909: Die junge Klara Reinecke trifft in der Silvesternacht auf Peter Delacloche, den Erben eines großen Warenhauses aus Smyrna. Zur großen Freude ihres Vater heiraten die beiden zwei Jahre später und die junge Braut folgt ihrem Mann in seine Heimat. Dort verbringt sie mit ihrer neuen Verwandtschaft den Sommer im ,,Haus der Granatäpfel", doch obwohl Peter alles tut, um sie glücklich zu machen, langweilt sich die lebenshungrige Klara. Während sie sich in ihrem neuen Leben erst einrichten muss, wird der Balkan immer mehr zum Pulverfass, welches sich bald gewaltsam entladen wird... .Lydia Konradi hat hier einen spannenden historischen Roman geschrieben, der von 1909 bis 1919 die Zeit vor, während und nach dem ersten Weltkrieg darstellt. Mich hat das Buch vom ersten Augenblick an gepackt und bis auf wenige Stellen, die etwas langatmig sind, bis zum Ende fesseln können.Die Protagonistin Klara, um die sich meistens die Geschichte dreht, ist ein junges Mädchen, welches von Anfang an immer mit den Entscheidungen leben musste, die andere für sie getroffen haben. Mit Peter Delacloche hat sie im Sinne ihres Vater eine gute Partie gemacht, aber dennoch kann er ihr mit seiner ruhigen und wenig selbstsicheren Art nicht das geben, was sie sich wünscht. Gerade zu Beginn der Handlung wirkte sie deshalb auf mich recht kalt und selbstsüchtig, wobei man aber auch erkennt, dass sie einfach nur einsam ist und sich nach dem sehnt, was sie eigentlich nicht haben kann. Diese jugendliche Naivität zieht nachher bittere Konsequenzen nach sich, die auch weitreichende Folgen für andere Familienmitglieder haben.Ebenso wie Klara sind auch die anderen Figuren äußerst vielschichtig gestaltet und wirkten sehr authentisch auf mich. Obwohl ich einige Zeit brauchte, um mit allen Namen und den Familien- und Herkunftszugehörigkeiten zurecht zu kommen, hat gerade diese Vielzahl an Personen die Handlung noch lebendiger für mich gemacht. Irgendwann ist man so vertraut mit allen, dass man selbst beim lesen erschrickt, als der Krieg anbricht und man um jeden bangt.Lydia Conradi hat einen gut lesbaren Schreibstil und hat es geschafft, mich in ihre Geschichte hineinzunehmen. Sie beschreibt alles sehr anschaulich und lässt auch gerne ihre Figuren wie beiläufig im Gespräch interessante Details erwähnen, wie zum Beispiel die Kugellampen, die sowohl in Paris als auch in Smyrna stehen, weil Gustav Eiffel in beiden Städten Bauwerke entworfen hat. Mir hat auch besonders gefallen, wie die Atmosphäre in Smyrna dargestellt wird. Hier hat man wirklich den Eindruck, dass sich unabhängig von Nationalität oder Glaube jeder dort niederlassen kann und das Zusammenleben von den verschiedenen Kulturen nur profitiert.Natürlich werden im Buch auch schwierige Themen angesprochen. Für mich war es das erste Mal, dass ich in einem historischen Roman überhaupt etwas über die Balkankriege und über die Morde an Armeniern gelesen habe. Insgesamt ist das ,,Haus der Granatäpfel" ein unterhaltsamer Roman, der auch dunkle Seiten der Weltgeschichte nicht einfach übergeht, sondern deren Schrecken für die Menschen darstellt. Auch wenn mir nicht immer alles an der Geschichte um Klara und der Familie Delacloche gefallen hat, habe ich das Buch sehr gerne gelesen und hoffe auf eine Fortsetzung. Gerne empfehle ich diesen Roman hier weiter.

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  • Das Haus der Granatäpfel

    Das Haus der Granatäpfel

    lenisvea

    03. October 2017 um 18:29

    € 22,00 [D], € 22,70 [A] Erscheint am 02.10.2017 672 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-86612-425-7 Zum Buch: https://www.piper.de/buecher/das-haus-der-granataepfel-isbn-978-3-86612-425-7 Wenn eine Epoche endet, muss die Liebe einen neuen Anfang wagen. Smyrna, 1912: Das Paradies – so nennen viele die Metropole am Ägäischen Meer, die inmitten von Krisen wirkt wie ein weltvergessenes Idyll. In die Stadt, in der Menschen aus aller Herren Länder seit jeher in Eintracht leben, kommt die Berlinerin Klara, um mit Peter, dem Sohn eines Kaufhausmagnaten, eine Zweckehe einzugehen. Doch er kann die lebenshungrige junge Frau nicht glücklich machen, und Klara verliert ihr Herz an den Arzt Sevan. Aber auch er ist gebunden, und als der Erste Weltkrieg ausbricht, beschließen beide, trotz ihrer Liebe füreinander ihre Partner nicht im Stich zu lassen. Für eine Weile erweist sich das Paradies wahrhaftig noch als Oase im Grauen, doch dann entbrennt ein schicksalhafter Kampf um die Stadt. Und plötzlich muss Klara eine Entscheidung fällen, die über Menschenkraft hinausgeht, um etwas von Smyrnas Geist und ihrer Liebe zu Sevan zu bewahren ... Meine Meinung: Da ich mich ja in den letzten Monaten desöfteren mal an einen historischen Roman gewagt hatte, war meine Freude groß, dass mir der Pendo Verlag unaufgefordert eine Neuerscheinung in dem Bereich zugeschickt hat. Hinter der Autorin Lydia Conradi steckt ja die bekannte Schriftstellerin Charlotte Roth, von der ich schon sehr viel Gutes gehört hatte. Zum Cover möchte ich erst einmal sagen, dass ich das richtig schön finde. Auch die Innenseiten sind sehr schön gestaltet mit dem Stammbaum der besagten Familie Delachloche. Der Einstieg in das Buch ist mir sehr gut gelungen. Ich war direkt gefangen von Klaras Geschichte. Deshalb kann ich mir meinen Meinungswandel nach ca. 100 Seiten auch nicht erklären. Ich kam einfach nicht mehr mit in der Geschichte, was ich sehr sehr schade fand. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass es in diesem Fall an mir lag, dass mich die Geschichte nicht erreichen konnte. Alles in allem konnte mich dieses Buch leider nicht begeistern und überzeugen, aber ich denke für eingefleischte Historikerfans kann dies ganz anders aussehen. Für diese Leser kann ich durchaus eine Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Von mir bekommt das Buch 3 Sterne.

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  • eine Buchgranate

    Das Haus der Granatäpfel

    HEIDIZ

    03. October 2017 um 11:52

    Vor dem Hintergrund des beginnenden Ersten Weltkrieges ist die Geschichte um Klara, die junge Frau aus Berlin geschrieben, die 1912 nach Smyrna (heute Izmir) geht. Sie soll dort verheiratet werden. Die Stadt gefällt ihr, aber nicht ihr zukünftiger Mann, der Klara nicht glücklich macht. Klara und der ebenfalls gebundene Sevan, der Arzt der Familie lernen sich kennen und lieben, aber was soll werden, beide sind gebunden und der Erste Weltkrieg steht vor der Tür. Auch im Ägäischen Meer ist die Stimmung alles andere als einfach. Aus der Idylle wird bald eine umkämpfte Stadt …   Der Stammbaum der Familie ist vorn und hinten im Buch doppelseitig zu sehen.   Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen versehen. Wir steigen mit dem Auftakt (Epilog) in die Handlung ein und befinden uns auf der Landstraße nach Smyrna im Mai 1894. Nach dem 50. Kapitel folgt das Glossar mit den Begriffserklärungen.   Die Geschichte ist eine bunte schillernde, aber auch tragisch dramatische, eine romantische und lebendige, strahlend und doch auch erdrückend, jeweils entsprechend des Inhalts. Klara und Sevan – die beiden Liebenden – können Sie ihre Liebe in diesen schwierigen Zeiten aufrechterhalten? Ich verrate nicht, wie die Geschichte der beiden und ihrer Familien ausgeht, ich empfehle das Buch in jedem Fall, da es extrem bildhaft und spannend geschrieben ist. Mir hat die Lektüre sehr gut gefallen, ich wurde bestens unterhalten und hatte kurzweiligen Historienspaß mit ernstem Hintergrund. Die fast 700 Seiten lesen sich flüssig und unterhaltsam.

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