Lydia Mischkulnig

 3.8 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Schwestern der Angst, Macht euch keine Sorgen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Lydia Mischkulnig

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Schwestern der Angst

Schwestern der Angst

 (21)
Erschienen am 21.02.2018
Macht euch keine Sorgen

Macht euch keine Sorgen

 (3)
Erschienen am 03.03.2009
Vom Gebrauch der Wünsche

Vom Gebrauch der Wünsche

 (1)
Erschienen am 04.07.2014
Macht euch keine Sorgen: Neun Heimsuchungen

Macht euch keine Sorgen: Neun Heimsuchungen

 (0)
Erschienen am 19.11.2012
Die Paradiesmaschine

Die Paradiesmaschine

 (0)
Erschienen am 30.01.2017
Böhmische Bibel / Libuse

Böhmische Bibel / Libuse

 (0)
Erschienen am 01.10.2008
Böhmische Bibel / Fiona

Böhmische Bibel / Fiona

 (0)
Erschienen am 01.10.2008
Nachdem es passiert ist

Nachdem es passiert ist

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Erschienen am 01.01.2010

Neue Rezensionen zu Lydia Mischkulnig

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Karin_Kehrers avatar

Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

Fatale Schwesternbeziehung
Karin_Kehrervor einem Jahr


Für die mutterlose, in einem trostlosen polnischen Dorf bei den Großeltern aufgewachsene Renate wird ihre Schwester Marie zum Lebensinhalt. Alles opfert sie für die Jüngere.  Als sie sich in Paul verliebt, glaubt sie, endlich selbst glücklich werden zu dürfen. Doch Marie nimmt ihr den Mann weg und Renate stürzt in einen Strudel aus Hass, Liebe und Wahn.
 
Trotz des geringen Umfangs ist dieses Buch nicht einfach zu lesen. Zum einen bremst der eigenwillige Schreibstil mit Sprachspielereien, zum anderen entfaltet sich vor dem Leser ein beklemmendes Psychogramm.
Es ist nicht leicht festzustellen, wo hier Wahrheit und Wahn ineinanderfließen, was auch noch dadurch unterstrichen wird, dass ausschließlich Renate in der Ich-Perspektive zu Wort kommt.
Dadurch bleiben die anderen Charaktere leider ein wenig blass und ihre Sicht der Ereignisse kommt nicht zur Sprache. Was durchaus interessant wäre, wenn Renates Wahn offenbar wird.
Vieles bleibt auch nur Ahnung – die schwierige Beziehung zur Mutter, der pädophile Großvater, die Vergewaltigung durch Paul – wie schon an der Aufzählung ersichtlich, gibt es wenig Positives zu erzählen. Ein tristes Leben, menschliche Abgründe. 
Für psychologisch Interessierte und Geschulte sicherlich eine anschauliche Lektüre, für Normalverbraucher eher schwere Kost, die mühsam durchgearbeitet werden muss. 

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gurkes avatar

Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig
gurkevor 7 Jahren

Eigentlich sollte man meinen, dass Schwestern zusammenhalten und sich über alles lieben. Schließlich ist Blut dicker als Wasser. Was aber wenn die jüngere immer all das bekommt, was sie sich in den Kopf gesetzt hat? Und was wenn aus Zuneigung und Liebe nur noch Verachtung, Wahn und Hass wird? So etwas passiert bei den ungleichen Schwestern Renate und Marie in dieser Geschichte. In ihrer Kindheit haben die beiden sich noch über alles geliebt und waren unzertrennlich. Renate hat ihre kleine Schwester ihr Leben lang vergöttert und hat ihr jeden Wunsch von den Lippen abgelesen. Und nicht nur sie. Marie hat von Kindesbeinen immer alles bekommen was sie wollte. Dabei wusste sie ganz genau, wie sie es anstellen musste. Renate hat sich dafür immer aufopfernd um sie gekümmert, während sie selbst immer wieder zurückstecken musste. Marie selbst gönnt ihrer großen Schwester natürlich überhaupt nichts. Selbst in der Liebe will sie immer das haben was die andere sich wünscht oder bereits hat. Stück für Stück verzweifelt Renate immer mehr und es breiten sich dementsprechend negative Gefühle in der armen Frau aus. Aber als Renate zum ersten Mal so richtig verliebt ist und ihr Angebeteter Paul sich für die süße und ach so wunderbare Marie entscheidet und die beiden eine perfekte Beziehung führen, ist für Renate das Maß endgültig voll...

"Schwestern der Angst" ist eine sehr beklemmende Geschichte über die Familie, erwachsen werden, Geschwisterliebe, Verständnislosigkeit, Wahnsinn, Misstrauen und sexueller Gewalt. Wir erleben den Konflikt, der liebenden großen Schwester, die die jüngere Marie eigentlich über alles liebt und doch immer mehr Hassgefühle für sie entwickelt und dabei immer mehr zu Psychopathin wird.

So traurig wie der Inhalt des Buches ist, so ist auch der Schreibstil der Autorin. Man kann die Geschichte nicht in einem Rutsch einfach mal durchlesen. Der Leser wird gezwungen, sich Gedanken über die Handlung zu machen und in sich zu gehen. Der Verlauf an sich wird nach und nach dramatischer und spitzt sich immer mehr zu.

Für mich zu bemängeln gab es nur die ellenlangen Kapitel. "Schwestern der Angst" selbst hat mir richtig gut gefallen. Mir ging die Geschichte sehr nahe und ich konnte alles auf mich einwirken lassen und mich hat das Ganze am Ende auch gar nciht mehr losgelassen. Wer also mal wieder etwas richtig tiefsinniges und auch trauriges, beklemmendes lesen möchte, dass einen so schnell nicht mehr loslässt, der ist ihr an der richtigen Adressse. Allerdings ist das ein Buch, dass einem womöglich in ein richtiges Stimmungstief reißt.

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W

Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

L

Das ist kein Buch für zartbesaitete Seelen. Der neue Roman von Lydia Mischkulnig zeichnet das Psychogramm einer verhängnisvollen Schwesternbeziehung nach. Dabei beginnt alles recht harmlos.

Da ist Renate, die im übrigen uns die ganze Geschichte aus ihrer Sicht erzählt, was sie von Seite zu Seite nicht nur authentischer macht, sondern auch beklemmende und stellenweise regelrecht verstörende Gefühle auslöst, wenn man nämlich den psychotischen Gedankengängen Renates beim besten Willen nicht mehr zu folgen vermag.

Aufgewachsen bei den Großeltern in einem kleinen Ort in Osteuropa, holt die schon vor Jahren nach Österreich ausgewanderte Mutter Renate zu sich, als sie heiratet. Als kurz danach die kleine Marie geboren wird, gibt Renate all die Liebe, die sie selbst ihr ganzes Leben schon vermisst hat, an ihre Schwester. Schon an dieser Stelle wird deutlich, wie schräg und besessen von ihrer Idee der Fürsorge Renate handelt.

Solange Marie klein ist, kann sie sich nicht wehren, genießt die Hege durch ihre ältere Schwester auch zeitweise. Doch mit dem Älterwerden fühlt sie sich mehr und mehr eingeengt. Renate ihrerseits spürt, wie Marie sich selbständig machen möchte und reagiert panisch, entwickelt nun regelrecht psychotische Verhaltensweisen, die sich noch steigern, als Paul in das Leben von Marie tritt.

Renate, die selbst mit Paul geliebäugelt hatte, kann nunmehr in Paul nun noch den sehen, der Marie vergewaltigt, und vor allen Dingen sie ihr wegnimmt. Und nun beginnt eine Stalkergeschichte übelster Sorte. Auch das gerichtlich angeordnete Verbot, sich ihrer Schwester näher als 30 Meter zu nähern, hält Renate nicht davon ab, immer radikalere Methoden sich auszudenken.

Lydia Mischkulnig ist insbesondere durch die Wahl der oft beklemmenden Ich-Erzählung ein literarisches Meisterwerk gelungen, das mich von der ersten bis zur letzten Seite nicht losgelassen hat. Sie fühlt sich genial in die Gedanken- und Seelenwelt einer psychotischen Stalkerin ein, erzählt von einer verhängnisvollen Schwesternbeziehung in einer beeindruckenden Mischung aus Thriller und psychologischer Studie.

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