Lydia Mischkulnig Schwestern der Angst

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Inhaltsangabe zu „Schwestern der Angst“ von Lydia Mischkulnig

Als Kinder sind Marie und Renate unzertrennlich. In einer Familie, die geprägt ist von Verlust und Misstrauen, schafft Renate für ihre Schwester eine eigene Welt aus der Sehnsucht nach Unversehrtheit und Glück. Doch dann, Jahre später, tritt Paul in das Leben der Mädchen und spaltet ihre vermeintliche Einheit. Von beiden umworben, entscheidet er sich für Marie – und plötzlich kippt die liebende Fürsorge Renates in Hass und subtil tobenden Zorn. Je tiefer der Graben zwischen den Frauen wird, umso gefährlicher verzerrt sich Renates Blick auf die Welt. Sie heftet sich dem Paar an die Fersen, verfolgt ihre Schwester, überwacht sie zuerst aus der Distanz, rückt dann aber unaufhaltsam näher – bis zur letzten Konsequenz.
In kunstvoller Sprache und mit ungeschminktem Blick nimmt Mischkulnig die Perspektive Renates ein, eine Perspektive, in der sich Wirklichkeit und Paranoia überlagern.

Verstörend, bedrückend, schwere Kost

— Karin_Kehrer

Mit diesem kleinen Buch hält man einen anspruchsvollen und erschütternden Roman in Händen, der einen auch nach Beendigung der Geschichte beschäftigen wird.

— Bellexr

Wie schön! Letztlich hat mich das Buch doch noch gepackt... Unerklärlicherweise...

— Charlousie

Stecke am Anfang des Buches und bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Wird wohl eher wie Kendras Meinung ausfallen. We will see...

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Fatale Schwesternbeziehung

    Schwestern der Angst

    Karin_Kehrer

    15. June 2017 um 22:09

    Für die mutterlose, in einem trostlosen polnischen Dorf bei den Großeltern aufgewachsene Renate wird ihre Schwester Marie zum Lebensinhalt. Alles opfert sie für die Jüngere.  Als sie sich in Paul verliebt, glaubt sie, endlich selbst glücklich werden zu dürfen. Doch Marie nimmt ihr den Mann weg und Renate stürzt in einen Strudel aus Hass, Liebe und Wahn. Trotz des geringen Umfangs ist dieses Buch nicht einfach zu lesen. Zum einen bremst der eigenwillige Schreibstil mit Sprachspielereien, zum anderen entfaltet sich vor dem Leser ein beklemmendes Psychogramm.Es ist nicht leicht festzustellen, wo hier Wahrheit und Wahn ineinanderfließen, was auch noch dadurch unterstrichen wird, dass ausschließlich Renate in der Ich-Perspektive zu Wort kommt.Dadurch bleiben die anderen Charaktere leider ein wenig blass und ihre Sicht der Ereignisse kommt nicht zur Sprache. Was durchaus interessant wäre, wenn Renates Wahn offenbar wird.Vieles bleibt auch nur Ahnung – die schwierige Beziehung zur Mutter, der pädophile Großvater, die Vergewaltigung durch Paul – wie schon an der Aufzählung ersichtlich, gibt es wenig Positives zu erzählen. Ein tristes Leben, menschliche Abgründe. Für psychologisch Interessierte und Geschulte sicherlich eine anschauliche Lektüre, für Normalverbraucher eher schwere Kost, die mühsam durchgearbeitet werden muss. 

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    gurke

    04. April 2012 um 15:48

    Eigentlich sollte man meinen, dass Schwestern zusammenhalten und sich über alles lieben. Schließlich ist Blut dicker als Wasser. Was aber wenn die jüngere immer all das bekommt, was sie sich in den Kopf gesetzt hat? Und was wenn aus Zuneigung und Liebe nur noch Verachtung, Wahn und Hass wird? So etwas passiert bei den ungleichen Schwestern Renate und Marie in dieser Geschichte. In ihrer Kindheit haben die beiden sich noch über alles geliebt und waren unzertrennlich. Renate hat ihre kleine Schwester ihr Leben lang vergöttert und hat ihr jeden Wunsch von den Lippen abgelesen. Und nicht nur sie. Marie hat von Kindesbeinen immer alles bekommen was sie wollte. Dabei wusste sie ganz genau, wie sie es anstellen musste. Renate hat sich dafür immer aufopfernd um sie gekümmert, während sie selbst immer wieder zurückstecken musste. Marie selbst gönnt ihrer großen Schwester natürlich überhaupt nichts. Selbst in der Liebe will sie immer das haben was die andere sich wünscht oder bereits hat. Stück für Stück verzweifelt Renate immer mehr und es breiten sich dementsprechend negative Gefühle in der armen Frau aus. Aber als Renate zum ersten Mal so richtig verliebt ist und ihr Angebeteter Paul sich für die süße und ach so wunderbare Marie entscheidet und die beiden eine perfekte Beziehung führen, ist für Renate das Maß endgültig voll... "Schwestern der Angst" ist eine sehr beklemmende Geschichte über die Familie, erwachsen werden, Geschwisterliebe, Verständnislosigkeit, Wahnsinn, Misstrauen und sexueller Gewalt. Wir erleben den Konflikt, der liebenden großen Schwester, die die jüngere Marie eigentlich über alles liebt und doch immer mehr Hassgefühle für sie entwickelt und dabei immer mehr zu Psychopathin wird. So traurig wie der Inhalt des Buches ist, so ist auch der Schreibstil der Autorin. Man kann die Geschichte nicht in einem Rutsch einfach mal durchlesen. Der Leser wird gezwungen, sich Gedanken über die Handlung zu machen und in sich zu gehen. Der Verlauf an sich wird nach und nach dramatischer und spitzt sich immer mehr zu. Für mich zu bemängeln gab es nur die ellenlangen Kapitel. "Schwestern der Angst" selbst hat mir richtig gut gefallen. Mir ging die Geschichte sehr nahe und ich konnte alles auf mich einwirken lassen und mich hat das Ganze am Ende auch gar nciht mehr losgelassen. Wer also mal wieder etwas richtig tiefsinniges und auch trauriges, beklemmendes lesen möchte, dass einen so schnell nicht mehr loslässt, der ist ihr an der richtigen Adressse. Allerdings ist das ein Buch, dass einem womöglich in ein richtiges Stimmungstief reißt.

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    WinfriedStanzick

    11. November 2011 um 15:54

    L Das ist kein Buch für zartbesaitete Seelen. Der neue Roman von Lydia Mischkulnig zeichnet das Psychogramm einer verhängnisvollen Schwesternbeziehung nach. Dabei beginnt alles recht harmlos. Da ist Renate, die im übrigen uns die ganze Geschichte aus ihrer Sicht erzählt, was sie von Seite zu Seite nicht nur authentischer macht, sondern auch beklemmende und stellenweise regelrecht verstörende Gefühle auslöst, wenn man nämlich den psychotischen Gedankengängen Renates beim besten Willen nicht mehr zu folgen vermag. Aufgewachsen bei den Großeltern in einem kleinen Ort in Osteuropa, holt die schon vor Jahren nach Österreich ausgewanderte Mutter Renate zu sich, als sie heiratet. Als kurz danach die kleine Marie geboren wird, gibt Renate all die Liebe, die sie selbst ihr ganzes Leben schon vermisst hat, an ihre Schwester. Schon an dieser Stelle wird deutlich, wie schräg und besessen von ihrer Idee der Fürsorge Renate handelt. Solange Marie klein ist, kann sie sich nicht wehren, genießt die Hege durch ihre ältere Schwester auch zeitweise. Doch mit dem Älterwerden fühlt sie sich mehr und mehr eingeengt. Renate ihrerseits spürt, wie Marie sich selbständig machen möchte und reagiert panisch, entwickelt nun regelrecht psychotische Verhaltensweisen, die sich noch steigern, als Paul in das Leben von Marie tritt. Renate, die selbst mit Paul geliebäugelt hatte, kann nunmehr in Paul nun noch den sehen, der Marie vergewaltigt, und vor allen Dingen sie ihr wegnimmt. Und nun beginnt eine Stalkergeschichte übelster Sorte. Auch das gerichtlich angeordnete Verbot, sich ihrer Schwester näher als 30 Meter zu nähern, hält Renate nicht davon ab, immer radikalere Methoden sich auszudenken. Lydia Mischkulnig ist insbesondere durch die Wahl der oft beklemmenden Ich-Erzählung ein literarisches Meisterwerk gelungen, das mich von der ersten bis zur letzten Seite nicht losgelassen hat. Sie fühlt sich genial in die Gedanken- und Seelenwelt einer psychotischen Stalkerin ein, erzählt von einer verhängnisvollen Schwesternbeziehung in einer beeindruckenden Mischung aus Thriller und psychologischer Studie.

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    Bücherwahnsinn

    09. May 2011 um 17:59

    Über das Buch -------------------- Renate, um sie geht es, sie erzählt ihre Geschichte. Eine die verwirrender, trauriger, verängstigter nicht sein könnte. Geboren im Ostblock, von Vater und Mutter verlassen, wächst sie bei ihren Grosseltern auf. Sie mag ihre Grossmutter, aber den Grossvater, nein den mag sie nicht, nicht nur weil er ihre Oma schlägt sondern auch weil er sich an ihr vergreift. Als die Mutter wieder auftaucht um sie nach Österreich mit zu nehmen da sie einen Mann gefunden hat, hofft sie das ihr Leben endlich gut wird, doch ein klein bisschen Glück erfährt sie erst als die Mutter schwanger mit ihrer Halbschwester wird. Danke ganze Liebe die sie hat wendet sie auf um ihre kleine Schwester glücklich zu machen. So lieben, wie sie, tut sie keinen Menschen und wird es auch nie wieder tun, aber alles nimmt eine unglückliche Wendung als die kleine Schwester sich beginnt gegen sie zu stellen... . Renate überschreitet eine Schwelle die keinem mehr, ihr genau so wenig, gut tut. Krankhafte Liebe, Besitzanspruch, Eifersucht, Hass und Paranoia ziehen sie weiter und weiter hinab in die tiefen einer kranken Seele. . Erster Satz: ---------------- .....Die Firma, bei der ich arbeitete, produziert Trickfilme für einen Konzern. . . . Meine Meinung -------------------- Titel und Cover: Schwestern der Angst ist ein Titel der sicher passt, wenn auch mir selber eher der Titel "Eine Verhängnisvolle Schwesterbeziehung" eher in den Sinn kommen würde. Das Cover passt auch, es wirklich auf mich beklemmend, vielleicht nicht grade mein Malstil aber doch, es passt. . Schreibstil: Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Einige finden ihn zu schwierig, doch wenn man drin ist ist es einfach nur noch schön die Worte zu lesen. Es ist schon fast eine Kunst für sich, sie schreibt ohne um schweife, sie schreibt ungeschönt und doch spielt sie mit den Worten und Assoziationen. Es ist einfach schön das Buch zu lesen, auch wenn das Thema nicht grade ein leichtes ist. In der Ich-Form bekommt das Buch noch mal einen anderen Tiefgang. . Geschichte: Es ist eine Traumatische Geschichte. Das Thema Missbrauch / Inzest wird zwar nur leicht angeschlagen aber man weiss genau worum es geht. Lydia Mischkulnig schreibt über die Auswirkungen, über eine der Auswirkungen, denn jeder verarbeitet dieses Trauma anders, auf seine Weise, doch Renate "wählt" eine verhängnisvolle Art dies zu tun. So grausam wie sein kann, so verständlich sind teile ihrer Handlungen, ihre Ansichten, ihre Gedanken. Nicht alle kann und will man entschuldigen, aber man weiss das es eben einen Grund dafür gibt. Man hat trotz allem Mitleid mit Renate, aber eben auch mit ihrer Schwester Marie. Die ganze Schwesterngeschichte ist so was von verzwickt, hätte jemand genug früh erkannt was da passiert hätte man beiden helfen können doch so? Bis zum Schluss bin ich mir nicht sicher ob Renate wirklich begreift was falsch läuft. Aber man wünscht ihr einfach das sie aus der ganzen Dramatik raus kommt und ein "normales" Leben leben kann... . Personen: Renate, das geschändete Mädchen das ihr Trauma leider nie wirklich verarbeiten konnte. Sie ist eine Person die so grausam sein kann, so sehr liebt sie. Sie zeigt uns wie nah doch Liebe und Hass, Trauer und Wut beieinander liegen. Sie, die nicht merkt das krankhafte Liebe und Verlustängste nicht nur sie zerstört, denn dass wonach sie sich so sehr sehnt, zerstört sie mit aller Macht mit ihrem Verhalten. . Da ist noch Marie, die kleine Halbschwester, die Renate erst genau so abgöttisch liebt, dann doch mit den Jahren ihre Eigenständigkeit einfordert. Sie weiss nicht was mit Renate damals passiert ist und handelt dementsprechend Kopflos und gemein und ahnt nicht was sie damit bei ihrer grossen Schwester auslöst... . Da gibt es noch den Stiefvater, Paul und Robert, 3 Männer die das Leben von Renate jeder für sich beeinflusst. . FAZIT: Ein Psychodrama, ungeschönt und beunruhigend aber mit psychologischem Tiefgang.

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    Christiane08

    16. February 2011 um 14:01

    Die beiden Schwestern Renate und Marie lieben sich sehr und die ältere Schwester Renate ist wie eine Mutter für Marie. Ihre wirkliche Mutter ist gestorben, doch trotz aller Familienprobleme und Verluste wachsen die beiden, den Umständen entsprechend glücklich, zufrieden und vor allem miteinander auf. Doch das alles verändert sich, als Paul in ihr Leben tritt und sie sich beide in ihn verlieben. Diese Liebe knackst das Verhältnis von Renate und Marie arg an und zerstört es schließlich, als sich Paul für Marie entscheidet und die beiden heiraten. Renates Gefühle für Marie schlagen in Hass um und ihre Gedanken kreisen nur noch um Marie. Mal sind es nur nette Gedanke und Gefühle, die sie durchströmen, mal ist es abgrundtiefer Hass und Zorn. Sie beginnt das glückliche Paar zu verfolgen und zu beobachten. Selbst eine richterliche Verfügung gegen Renate kann diese nicht davon abhalten und so kommt sie den beiden immer näher. Egal wo sie auch hingehen, Renate folgt ihnen, was für Marie und Paul äußerst gefährlich werden könnte. Ich muss ehrlich sagen, dieses Buch hat bei mir ein wirklich beklemmendes Gefühl hinterlassen. All die Gedanken und Gefühle von Renate mitzuerleben machte mir teilweise richtig Angst. Lydia Mischkulnig schreibt also wirklich sehr gut und sehr atmosphärisch. Man hat immer das Gefühl dabei zu sein und würde die ProtagonistInnen manchmal am liebsten an den Schultern packen und schütteln. So richtig gefallen hat es mir nicht, aber der Schreibstil von Lydia Mischkulnig ist wirklich lesenswert und irgendwie hat das Buch was.

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    Tialda

    29. December 2010 um 17:57

    x Autor: Lydia Mischkulnig x (Original-) Titel: Schwestern der Angst x Genre: Roman x Erscheinungsdatum: 29. Juli 2010 x 248 Seiten x Haymon Verlag x ISBN: 3852186420 x Erste Sätze: Die Firma, bei der ich arbeitete, produziert Trickfilme für einen Konzern. Ein Projekt bewarb Medikamente, mit denen sich die Intelligenz steigern lässt. Das menschliche Gehirn ist eine Goldgrube. Klappentext: Ich tat alles für Marie, obwohl mir weder Anerkennung noch Verständnis gegönnt war. Vielleicht trieb mich weniger die Überzeugung, sie zu belehren, als Auflehnung gegen den Satz: Missbrach gehört zu unseren Leben wie das Amen zum Gebet. Eine fatale Schwesternbeziehung – spannend wie ein Thriller und mit psychologischer Tiefe erzählt. Worum geht es? Seit dem Augenblick als Marie das Licht der Welt erblickte, kümmerte sich Renate um ihre kleine Schwester hingebungsvoll. Die beiden sind als Kinder unzertrennlich, doch irgendwann fängt Marie an sich gegen Renates Klammern aufzulehnen und spätestens als Paul in das Leben der beiden tritt, wird ihre vermeintliche Einheit getrennt. Er entscheidet sich letztendlich für Marie, das Renates Sicht auf die Welt verändert. Sie wird nahezu besessen davon, ihre Schwester oder wenigstens Paul für sich haben zu wollen. Das Paar wendet sich immer mehr ab von Renate, doch sie überwacht Marie trotzdem weiter aus der Ferne. Als sie dann von der nahenden Hochzeit erfährt, reist sie ihrer Schwestern hinterher um das Ganze ein für alle mal zu beenden. Rezeption: Mit diesem Roman hat die Autorin, Lydia Mischkulnig, einen Roman geschaffen, der nicht so ganz zuzuordnen ist. Das Buch ist mitreißend, irritierend, irgendwie wirr und doch verständlich und man rechnet nicht mit dem, was Renate letztendlich tun wird. Geschrieben ist das Werk aus Renates Sicht, sie wirkt durch den teils abgehakten, teils wirren Schreibstil in sich gekehrt und oft richtig wahnsinnig. Man merkt, dass sie eine völlig verdrehte Sicht auf die Welt hat und besessen davon ist, nicht allein zu sein. Durch ihre vielen Gedanken an die Vergangenheit bekommt man den Eindruck, dass sie irgendwie nicht im hier und jetzt lebt und hier in der Gegenwart verwirrt umherwandelt – es sei denn, es geht darum, Marie zu überwachen. Renate ist selbstzerstörerisch und sehr einsam und am liebsten hätte sie Paul als ihren Mann und Marie sollte dann das Kind der beiden sein – ein völlig abstruser Gedanke, zumal sie behauptet, dass Paul sie einst missbraucht hätte, als sie ohnmächtig war und kurz bevor Paul mit Marie anbandelte. Ich weiß nicht, wie es auf andere wirkte, aber für mich wurde nicht klar ersichtlich ob der Missbrauch wirklich geschehen ist, den sie Paul vorwirft. Wer sich für psychische Abgründe interessiert, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt und ich glaube man sollte auch eine kleine Warnung aussprechen, dass psychisch Erkrankte sich überlegen sollten ob sie sich dieses Buch wirklich durchlesen wollen, da es teilweise doch etwas belastend sein kann und somit triggern könnte. Keine leichte Kost. Fazit: Ein Eintauchen in die Abgründe aus Abhängigkeit und Wahnsinn oder auch: Was emotionale Vernachlässigung anrichten kann.

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    traumwald

    28. December 2010 um 15:44

    In den Worten steckt tiefer Schmerz! Renate hasst und liebt ihre Schwester Marie. Lob und Anerkennung waren ihr vergönnt, denn sie ist das schwarze Schaf. Der Satz aus dem Klappentext: >> Missbrauch gehört zu unserem Leben wie das Amen zum Gebet <<, lässt den Leser schon darauf schließen, dass es hier um mehr geht als "NUR" um diese eine lästige fürsorgliche Schwester. Sie sehnt sich nicht nur nach der wahren Liebe oder so zu sein wie Marie - allseits beliebt und geliebt. Nein, es geht hier um die menschliche Psyche - ganz besonders um die von Renate und um das was einst geschah. Auszug aus dem Klappentext - Innenseite: Lydia Mischkulnig erzählt eine fesselnde und zutiefst irritierende Geschichte von Liebe und Besessenheit. Als Kinder sind Marie und Renate unzertrennlich. Doch dann, Jahre später, tritt Paul in das Leben der Mädchen und spaltet ihre vermeintliche Einheit. Von beiden umworben, entscheidet er sich für Marie - und plötzlich kippt die liebende Fürsorge Renates in Hass und subtil tobenden Zorn. Je tiefer der Graben zwischen den Frauen wird, umso gefährlicher verzerrt sich Renates Blick auf die Welt. Sie heftet sich dem Paar an die Fersen, verfolgt ihre Schwester, überwacht sie zuerst aus der Distanz, rückt dann aber unaufhaltsam näher - bis zur letzten Konsequenz. Meinung: Der Einstieg in den Roman erschien mir sehr langatmig. Doch mit jedem weiterem Wort erkannte ich den tiefen verborgenen Schmerz. Eine Schwesternbeziehung die auf mich zu Beginn völlig Absurd rüberkam. Nicht zuletzt, weil der Sprachstil über das erlebte nur indirekt ausgesprochen wurde. So als sei ihr Leben ein Gedicht. Ein Roman, der mit Thrill und psychologischer Tiefe erzählt wird, in dem es um Missbrauch, Selbstverletzung und um krankhafte Liebe geht. Der Sprachstil könnte den einen oder anderen auf völlig andere Pfade führen. Gedanken und Gefühle werden philosophisch umschrieben und können daher oftmals eine völlig andere Bedeutung haben. Und dennoch - es war mir möglich nach nur wenigen Seiten zwischen den Zeilen zu lesen. Es gibt kein loslassen, denn dieses Buch will gelesen werden! Insgesamt ist dieser Roman in zwei Handlungsstränge unterteilt, die man gelegentlich über einen einfachen Absatz erkennen kann. Es wird über ihr gegenwärtiges Tun und Handeln so wie über vergangene Zeiten berichtet. Erzählt wird in der Ich-Perspektive und aus der Sicht der Hauptprotagonistin Renate, die relativ zu Anfang über ihr Kindheitstrauma berichtet. Eine gute und wohl behütete Kindheit hatte sie wahrlich nicht genießen dürfen. Im Gegenteil - es muss die Hölle auf Erden gewesen sein. Was passiert, wenn man nichts anderes kennt als die Hölle? Das erfährt man, wenn man diesen Roman liest. Fazit: Mitreißend und spannend erzählt! Zart besaitete Leser sollten neben dem Roman von Lydia Mischkulnig noch etwas lustiges lesen. 4 Sterne von 5 Sterne Für dieses spannende Leseexemplar möchte ich mich beim HAYMON Verlag bedanken

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    wednesday

    23. December 2010 um 08:30

    In der Ich-Form schreibt Renate ihre Geschichte nieder. Obwohl Renate sehr viel aus ihrer Vergangenheit und der Gegenwart erzählt war ich mir nie sicher was nun Realität ist und was sich Renate einbildet. Es wurde mir nicht klar wer Täter und wer Opfer ist. Das Renate etwas mehr als ein bisschen Irre ist wird einem schon nach einigen Seiten bewusst. Dennoch schafft es die Autorin, dass man Mitleid mit Renate hat und wissen möchte warum und weshalb sie so geworden ist. Die Antwort wird einem allerdings nicht auf dem Silbertablette präsentiert. Andeutungen werden weder bestätigt noch dementiert. Die Männer werden in diesem Roman als "böse" dargestellt. Der Großvater der arbeitslos und besoffen zu Hause ist. Der Vater der Renate machen lässt wie sie meint. Der Mann den sie liebt, der ihre Schwester wählt. Ihr Geliebter der sie bestiehlt und seine Strafe dafür bekommt. Der Schreibstil ist anspruchsvoll, aber flüssig zu lesen. Ich kam damit aber sofort sehr gut zurecht. Die Autorin beschreibt Situationen sehr bildreich. Sei es ein einfaches Stiegenhaus, die Siedlung in der Marie lebt oder die Gedankengänge und kranken Phantasien von Renate. Ein anspruchsvoller Roman der sich von einer emotionalen Erzählung immer mehr zu einem Psychothriller entwickelt.

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. December 2010 um 13:18

    Kurzbeschreibung: Als Kinder sind Marie und Renate unzertrennlich. In einer Familie, die geprägt ist von Verlust und Misstrauen, schafft Renate für ihre Schwester eine eigene Welt aus der Sehnsucht nach Unversehrtheit und Glück. Doch dann, Jahre später, tritt Paul in das Leben der Mädchen und spaltet ihre vermeintliche Einheit. Von beiden umworben, entscheidet er sich für Marie – und plötzlich kippt die liebende Fürsorge Renates in Hass und subtil tobenden Zorn. Je tiefer der Graben zwischen den Frauen wird, umso gefährlicher verzerrt sich Renates Blick auf die Welt. Sie heftet sich dem Paar an die Fersen, verfolgt ihre Schwester, überwacht sie zuerst aus der Distanz, rückt dann aber unaufhaltsam näher – bis zur letzten Konsequenz. Zur Autorin: Lydia Mischkulnig, geboren in Klagenfurt, lebt in Wien. Mehrfach ausgezeichnet, u.a. Bertelsmann-Literaturpreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (1996), Manuskripte-Preis für Literatur (2002), Elias-Canetti-Stipendium der Stadt Wien (2007), Österreichischer Förderpreis für Literatur (2009), Joseph-Roth-Stipendium (2009). Sie stellte die Bedingung, dass ich mich einer Therapie unterziehen müsse und mich ihr bis auf dreißig Meter Entfernung nicht mehr nähern dürfe, dann würde sie die Klage zurückziehen. Sie musste kosmetische Operationen über sich ergehen lassen. Ich wollte ihr eine Lehre erteilen, und nun war sie gezeichnet. (Seite 140) Rezension: Renate ist besessen, besessen von ihrer jüngeren Schwester Marie. Doch warum? Renate wuchs bei ihren Großeltern in einem kleinen armseligen Ort in Osteuropa auf, ihr fehlten Mutter und Vater sehr. Ihre Mutter, die in Österreich ein neues besseres Leben begonnen hat, holt Renate zu sich und ihrem neuen Stiefvater. Kurz danach wird Marie geboren und Renate gibt alle Liebe, die sie hat und selbst nie erhalten hat, an ihre Schwester weiter. Doch Marie kann später damit nicht mehr umgehen, sie fühlt sich von Renate eingeengt, ja geradezu erdrückt. Als Marie dann Paul kennen- und liebenlernt, wird das Verhältnis zu ihrer Schwester noch schwieriger. Denn Renate sieht in Paul einen Vergewaltiger, den Mann, den sie nie haben konnte und der sich jetzt an ihre Schwester heranmacht. Sie will die Hochzeit der beiden auf Biegen und Brechen verhindern, es bahnt sich eine ausweglose Katastrophe an... Ich hatte anfangs meine liebe Mühe, in den Schreibstil von Lydia Mischkulnig hineinzufinden. Er ist manches Mal sperrig und lässt sich nicht so recht flüssig lesen. Doch die Geschichte um Renate, ihre Schwester Marie und Paul packt den Leser schnell. Dieser Roman hat nichts mit einem Krimi oder Thriller, wie man vielleicht anhand des Klappentextes oder Buchtitels meinen könnte, gemein. Vielmehr handelt es sich um ein detailliertes Psychogramm von Renates Seele, Gefühls- und Gedankenwelt, die oft recht bizarr und krankhaft anmutet. Verstärkt wird dies noch durch die erzählende Ich-Perspektive Renates. Als Leser ist man sich nie ganz sicher, ob alle Schilderungen Renates auf Wahrheit beruhen oder "nur" krankhafte Phantasien sind. Zum Schluss blieb ich sehr bedrückt, aber auch zwiespältig zurück. Ist Renate durch ihre wirren Gedanken nun bemitleidenswert oder hat man doch eher Mitleid mit Marie, die mit der Zeit regelrecht Angst vor ihrer eigenen Schwester bekommt und sich bedroht und beobachtet fühlt? Das muss wohl jeder Leser für sich selbst herausfinden. Lydia Mischkulnig ist auf jeden Fall ein sehr beängstigendes, bedrückendes und sehr glaubhaftes Psychogramm einer Frau gelungen, die von kleinauf nie die Liebe und Geborgenheit erfahren durfte, die für jedes Kind normal sein sollte. Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist in überwiegend hellen Farben gehalten. Man sieht zwei Frauen, die eine wird von der anderen durch ein Schlüsselloch beobachtet. Fazit: "Schwestern der Angst" ist eine schwer verdauliche und verstörende Lektüre, die nicht geeignet ist, sie in einem Rutsch durchzulesen. Lydia Mischkulnig zeichnet ein gelungenes Psychogramm einer kranken Frau, das den Leser, wenn er sich erst einmal in den besonderen Schreibstil der Autorin eingefunden hat, nicht mehr loslässt. Wertung: 4 von 5 Punkten

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    leserin

    13. November 2010 um 13:22

    Diese Dreiecks-Geschichte der zwei Schwestern Marie und Renate und Paul macht mich sehr betroffen. Mich erstaunt doch, daß sich soviel Haß entwickeln konnte, daß es am Ende so eskaliert. Zur Geschichte: Die Mutter verstarb bei der Geburt der kleinen Marie, Renate übernahm im Laufe der Zeit die Mutterrolle und lebt diese intensivst aus. Durch den Verlust ihrer Mutter und auch das nicht immer nette Verhalten des Großvaters gerät Renates Gefühlswelt stark ins wanken. Marie wird ein selbständiger Mensch und löst sich immer mehr von ihrer "Mutter Renate" ab. Jahre später tritt Paul ins Leben der zwei Schwestern und Ihre Gemeinsamkeit wird zutiefst zerstört. Paul entscheidet sich für Marie und so nimmt das "Elend" seinen Lauf. Renate verfolgt und überwacht ständig das Paar. Paul und Marie wollen heiraten, doch Renate widersezt sich mit allen nur möglichen Mitteln diesem Geschehen. Sie entwickelt grausame Fantasien, die sie auch in die Tat umsetzt. Eine zutiefst emotionale Geschichte, die einem trotz Erschrecken über der menschlichen Haßgefühle und Grausamkeiten gegenüber Mitmenschen, nicht mehr losläßt. Das Cover zeigt das Gemälde "Due Donne" (1939) von Leonor Fini, einer argentinischen Malerin des Surrealismus. Es wurde sicher sehr bewußt ausgewählt.

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    SunshineRose

    10. November 2010 um 18:02

    Der absolute Wahnsinn Doch würde ich so nicht unbedingt das Buch an sich beschreiben, sondern vielmehr die Protagonistin Renate. Die ältere zweier Schwestern ist geprägt von einer Kindheit ohne Mutter, dafür mit Misshandlungen. Als dann auch noch das Verhältnis der beiden Schwestern in die Brüche geht, scheint ihre Zukunft besiegelt. Mehr und mehr verfällt sie dem Wahn, ihre Schwester Marie einerseits abgöttisch zu lieben und sie Tag und Nacht beschützen zu müssen, andererseits hasst sie diese wie keine andere, da Marie ihr den Mann ausgespannt haben soll. Eine wahre Hassliebe bestimmt also Renates Leben. Sprachlich ist dieser Roman mit Sicherheit ein gelungenes Werk. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und demonstriert somit, wie es in einem solch geistig verwirrten Menschen aussieht. Dies gelingt ihr sogar so gut, dass man als Leser selbst nach einiger Zeit schon ziemlich verwirrt aus der Wäsche schaut. Irgendwann kommt man nämlich zu einem Punkt, an dem man gar nicht mehr so genau weiß, welcher Teil der Geschichte eigentlich „real“ ist und welcher lediglich von Renate erdacht. So gut dieser Stil zwar zur Thematik passt, so ist dies aber auch schon wieder etwas zu viel des Guten. Ab einem gewissen Grad an Verwirrung wird der Lesefluss nämlich erheblich eingeschränkt und der Spaß an der ganzen Sache geht verloren. Vielmehr hat mich jedoch gestört, dass die in der Inhaltsangabe angekündigte Handlung und vor allem die daraus folgende „letzte Konsequenz“ sehr lange auf sich warten lassen. Die Beschreibung von Renates Kindheit und ihres Aufwachsens nimmt nämlich den größten Teil des Buches ein, wobei nur bedingt Spannung aufgebaut wird. „Schwestern der Angst“ würde ich somit nicht als Thriller bezeichnen, sondern eher als eine psychologische Erzählung. Wer also an der menschlichen Psyche interessiert ist, der sollte an diesem Buch mit Sicherheit seine Freude finden. Da ich allerdings eher auf einen richtigen Thriller gehofft hatte, war ich ein wenig enttäuscht. Zu viel Erzählung, zu wenig Spannung…

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    Bellexr

    08. November 2010 um 19:07

    „… Die Farbe der Liebe ist rot …“ . Die Halbschwestern Renate und Marie sind als Kinder unzertrennlich. Durch den frühen Tod der Mutter übernimmt Renate bei Marie die Mutterrolle, doch je älter Marie wird, umso mehr rebelliert sie gegen das einnehmende Wesen von Renate. Diese kommt mit diesem Kontrollverlust immer weniger zurecht. Als Marie sich auch noch in Paul verliebt und diesen heiraten möchte, eskaliert die Situation, denn auch Renate ist in Paul verliebt. . Lydia Mischkulnig zeichnet hier ein Bild einer durch und durch gestörten Seele. Bedingt durch die Misshandlungen in ihrer Kindheit von seiten ihres Großvaters und den frühen Verlust der Mutter, ist die Vorstellung von Liebe und Vertrauen bei Renate verzerrt. Je älter Marie wird und sich immer mehr von Renate loslöst, umso mehr versinkt diese in der Stalker-Rolle. Renate ist nur noch auf Marie fixiert, alles andere – besonders ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit – sind absolute Nebensache. So vergisst sie oft zu Essen und Trinken, magert immer mehr ab bis zum Zusammenbruch. Wahrheit und Fiktion vermischen bei Renate immer mehr, sie steigert sich regelrecht in eine für sie akzeptable Scheinwelt hinein. Als sie dann auch noch erfährt, dass ihre Schwester Paul heiraten wird, eskaliert die Situation. . Mithilfe der Erinnerungen von Renate erzählt einem die Autorin nach und nach die Geschichte der beiden Schwestern. So erlebt man die ersten Kindheitsjahre von Renate, die so traumatisch für sie waren, dass sie ihr weiteres Leben bestimmen werden. Man erfährt von ihrer bedingungslosen Liebe zu Marie und auch ihren Schmerz, als Marie sich immer mehr zu einem egozentrischen, eifersüchtigen jungen Mädchen entwickelt. Und auch von ihren Gefühlen gegenüber Paul wird man ausführlich und eindringlich ins Bild gesetzt. Und da all dies in der Ich-Form geschrieben ist, wirkt die Geschichte umso ergreifender. . In einer sehr bildgewaltigen Sprache, die aus einem schier unerschöpflichen Wortschatz zu schöpfen scheint, vermittelt die Autorin einem gekonnt die Geschichte der beiden Schwestern. So gelingt es ihr hervorragend, einem das gestörte Verhalten von Renate näher zu bringen. Zwar ist dieses Gefühlsleben für einen als Leser absolut nicht nachvollziehbar, dennoch gelingt es der Autorin, das man ein gewisses Maß von Mitgefühl für die Protagonistin entwickelt und von ihrer Geschichte gefesselt ist. . Anfangs ist die Story mehr noch ein sehr emotional und bewegend geschriebener Roman, der sich im Laufe immer mehr zu einem Psychothriller ausweitet, bis es schlussendlich zum unvermeidbaren Finale kommt. . Mit diesem kleinen Buch hält man einen anspruchsvollen und erschütternden Roman in Händen, der einen auch nach Beendigung der Geschichte beschäftigen wird.

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    Schwestern der Angst

    Buechersuechtig

    05. November 2010 um 19:06

    DIE GESCHICHTE: Die Halbschwestern Renate und Marie wachsen in schwierigen Familienverhältnissen auf und Renate versucht, für die jüngere Marie eine Ersatzmutter zu sein. Nach Jahren mit vielen Opfern für Marie verliebt sich die ältere Schwester in den Nervenarzt Paul, doch der will von ihr nichts wissen und nimmt stattdessen Marie zur Freundin. Daraufhin eskaliert die Situation und Renae versucht, sich in das Leben der Beiden zu drängen und Marie von Paul loszubekommen... MEINE MEINUNG: "Schwestern der Angst" beginnt ziemlich drastisch, indem Renate in einer Zeitschrift ihre Halbschwester Marie und deren Verlobten Paul erblickt. Voller Emotionen beschreibt die Ich-Erzählerin in überzeugenden Worten, wie es zu der jetzigen Lage kommen konnte. In Rückblenden erfahren wir mehr über das ungleiche Geschwisterpaar. Renate ist bei den eher lieblosen Großeltern ohne Mutter aufgewachsen, die Mutter stirbt bei Maries Geburt und Renate versucht, eine würdige Ersatzmutter zu sein. Auch vom Stiefvater werden die Bemühungen der älteren, aber auch dominanteren Schwester nicht gewürdigt und Marie ist von Anfang an der Liebling aller. Der entscheidende Wendepunkt kommt erst, als Paul sich für Marie entscheidet und Renate dies nicht ertragen kann. Was genau passiert, verrate ich allerdings nicht, dazu müsst ihr schon das Buch lesen... Ein Großteil der rasanten Geschichte besteht aus der Vergangenheit, doch erst so lernen wir, das ganze Ausmaß der Situation zu erfassen. Denn durch Eifersucht, Missgunst, Verlust der Mutter und Ausgeschlossenheit wird der Weg zur Gewaltbereitschaft geebnet. *Achtung SPOILER* Zum Lesen bitte Text markieren Und diese Hemmschwelle liegt äußerst niedrig, denn Renate quält und tötet Tiere und Menschen eiskalt und ohne zu überlegen. Die Gewaltszenen werden so teilnamslos geschildert, als ob eine andere Person diese Taten begangen hätte. Obsession und Stalking sind die zentralen Thema dieses Psychothrillers, denn Renate scheint besessen von Marie & Paul und kann sich scheinbar nicht von ihnen lösen. Und bald weiß man nicht mehr, was Realität und was Einbildung ist... Bald wird deutlich, dass Protagonistin Renate psychisch krank ist, wobei einem das ganze Ausmaß dieser Erkrankung allerdings erst nach und nach klar wird. Die restlichen Charaktere, außer den Stalkingopfern, sind eigentlich nur Beiwerk und werden nicht näher vorgestellt. Dadurch, dass die Geschichte nur aus einer Sicht, nämlich aus der aggressiven Perspektive von Renate, erzählt wird, wirkt die Handlung etwas eindimensional. Ein Handlungsstrang mit Marie und Paul, hätte "Schwestern der Angst" sicher noch mehr belebt und man hätte gewußt, ob Renate´s Erzählung wahr oder doch nur aus ihrer Fantasie entsprungen sind... Manchesmal war es etwas schwierig, der Ich-Erzählerin zu folgen und zwischen Wirklichkeit und Einbildung zu unterscheiden. Doch gerade die unterschiedlichen Gefühlszustände der Hauptperson machen diesen Roman so richtig interessant und ich muss sagen, dass Lydia Mischkulnig sich sehr viel Mühe gegeben hat, dieses Familiendrama außergewöhnlich und packend zu gestalten. Der Schreibstil spiegelt die Eindrücke und Empfindungen von Renate schonungslos wieder, so dass alles andere in den Hintergrund tritt, und macht diesen Roman zu einem besonderen Leseerlebnis. FAZIT: Für dieses bewegende & beindruckende Psychodrama vergebe ich sehr gute 4 (von 5) STERNE!

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    kleinfriedelchen

    05. November 2010 um 11:33

    "Sie würde den Schrecken überleben, den ich ihr bereitet hatte. Aber vergessen würde sie mich nie." Es gibt Bücher, die gehen einem an die Nieren, die beim Lesen ein mulmiges, ungutes Gefühl erzeugen. Nicht etwa, weil sie schlecht geschrieben sind, sondern aufgrund der schwierigen Thematik. Um solch ein Buch handelt es sich bei „Schwestern der Angst“. Hier dreht sich alles um krankhafte Besessenheit, schmerzhafte Liebe, Missbrauch und grausame Rache. Schon als Kind hat sich Renate nach dem Tod der Mutter aufopferungsvoll um ihre kleine Schwester Marie gekümmert und ihr eigenes Leben komplett zurückgestellt. Ihre ersten Jahre wuchs sie selbst bei ihren Großeltern auf, immer in Gefahr, dass sich der Großvater an ihr vergreifen könnte, wie er es schon bei ihrer Mutter getan hat. Nun lebt Renate jedoch beim liebevollen Stiefvater und ist für ihre kleine Schwester ganz und gar verantwortlich. Obwohl ihre Freundschaften und ihre Schulbildung darunter leiden müssen, ist sie glücklich mit dieser Existenz, die sich nur um Marie dreht. Als diese älter wird, beginnen jedoch die Rivalitäten zwischen den beiden. Marie ist eifersüchtig und aggressiv, wenn sie nicht die nötige ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt. Sie buhlen um die Liebe ihres Vaters und Marie schreckt auch nicht davor zurück, den Vater gegen Renate aufzuhetzen, so dass die Beziehung der beiden immer angespannter wird. Doch erst als sich die Schwestern in denselben Mann verlieben und dieser sich für Marie entscheidet, zerbricht ihr Verhältnis vollends. Renate versucht zwanghaft, die beiden auseinanderzubringen und verfolgt Marie fortan wie ein Schatten. Und sie schreckt vor keinem Mittel zurück, um wieder Kontrolle über Maries Leben zu erlangen… Lydia Mischkulnig schildert hier die Geschichte zweier Schwestern, deren Leben von sexuellen Übergriffen und gegenseitigen Machtansprüchen gezeichnet ist und sie zeigt, was Grausamkeit und Missbrauch, sei es körperlicher oder seelischer Art, mit einem Menschen anrichten kann. Renate und Marie führen eine ambivalente Beziehung. Eigentlich können sie in der Nähe der anderen nicht glücklich werden und wollen nichts mehr miteinander zu tun haben, aber sie kommen doch nicht voneinander los, die gemeinsam erlebten Jahre binden sie aneinander. Es hat mich traurig gemacht zu lesen, wie sich die beiden gegenseitig quälen. Wirklich warm wird man mit keiner der beiden Akteurinnen, denn dazu weisen sie einfach zu wenig sympathische Eigenschaften auf. Die Autorin hat ihren ganz eigenen Schreibstil, der anfangs merkwürdig scheinen mag, aber gut zu Renates innerem Tumult passt. Die Erzählung springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und gibt uns einen Einblick in Renates Kinder- und Jugendzeit, die erklärt, wie Renate zu dem geworden ist, was sie heute ist: eine besessene Stalkerin. Sie quält sich selbst mit Erinnerungen, sie ritzt sich die Haut, um das Gefühl der Anspannung loszuwerden, wird von Stimmen in ihrem Kopf geleitet. Gegen Ende des Buches wird der Erzählstil immer zerfahrener, kurze Sätze werden zusammenhangslos aneinandergereiht, als würde Renate alles aufzählen, was sie gerade sieht oder ihr in den Sinn kommt. Der erwartete Höhepunkt der Geschichte bleibt hier leider etwas aus, die Auflösung ist kurz und plätschert so dahin. So lässt mich dieses Buch mit einem verlassenen Eindruck zurück, da auch am Ende der düstere Ton der Erzählung erhalten bleibt, der das ganze Buch durchzieht; Hoffnung auf eine Besserung der Beziehung gibt es nicht. Einen Psychothriller sollte man hier nicht erwarten, eher einen Einblick in die Psyche einer gequälten Frau.

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  • Rezension zu "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig

    Schwestern der Angst

    sonjastevens

    27. October 2010 um 17:50

    Extreme Liebe * Krass - das ist das Wort mit dem ich gerne das Buch beschreiben möchte, es gibt kein besseres und auf das Thema passendes Wort. Zuerst muss ich gestehen, dass ich mir das Buch „Schwestern der Angst“ ganz anders vorgestellt habe. Ein Großteil des Buches sind Erzählungen aus der Vergangenheit - ich dachte eher, dass es geschrieben ist wie ein Psychothriller, der im hier und jetzt spielt. Jedoch, als ich erstmal mit der Schreibweise und den langen Rückblenden vertraut war, lies das Buch sich wunderbar und flüssig lesen. Es macht sogar Sinn, dass der Leser erfährt, warum sich die Protagonistin so verhält, wie sie sich verhält. Renate ist die ältere Schwester von Marie, es wird ihre Aufgabe nach dem Tod ihrer Mutter sich um die zu kümmern und großzuziehen. Renate selbst ist in ihren ersten Lebensjahren bei ihren Großeltern aufgewachsen, hier war sie ständig in Gefahr von ihrem Opa missbraucht zu werden. Ihren Vater hat sie nie kennen gelernt. Bei ihrem Stiefvater fand sie ein zu Hause nach dem Tod ihrer Mutter, jedoch wurde dieses zu Hause überschattet durch einen ständigen Konkurrenzkampf der Schwestern. Ob es an Marie liegt, die um die Gunst ihres leiblichen Vaters gekämpft hat, oder an Renate selber, die eifersüchtig auf ihre kleine Schwester war. Eskaliert ist alles, als sich die beiden jungen Mädchen für denselben Mann interessieren. Heute darf Renate keinen Kontakt mehr zu ihrer Schwester haben - so wird sie zu ihrer Stalkerin, verfolgt sie, versucht irgendwie an ihrem Leben teilzuhaben, vielleicht sogar wieder die Kontrolle zu gewinnen, wie sie es damals als junges Mädchen hatte. * Renate ist psychisch gestört. Das Buch ist teilweise sprunghaft geschrieben, nicht immer wusste ich beim Lesen genau wo und zu welcher Zeit ich mich befinde. Besonders schwierig fand ich es, wenn die Ich-Erzählerin von ihrer Kindheit und Jugend berichtet - selten war ich mir sicher wie alt die Schwestern sind. Jedoch macht genau diese Erzählweise das Buch sehr authentisch und zieht einen in seinen Bann. Auch war ich mir oft nicht sicher, wie vertrauenswürdig Die Erzählerin nun wirklich ist, hat sie sich Sachen vielleicht nur eingebildet, oder waren ihre Wahrnehmungen oder auch Erinnerungen verzehrt? Oft war diese Unsicherheit beim Lesen etwas schwierig, da ich ein Leser bin, der Klarheit will - aber da in Renates Kopf keine Klarheit herrscht, sondern eher ein gefährliches Durcheinander, konnte ich mich auch sehr gut auf die Erzählung einlassen und fand das Buch sehr interessant. Interessant auch, weil ich es Wahnsinn finde, wie sehr Menschen schon in ihrer Kindheit so schlimm geprägt werden können, dass sie eigentlich kaputt sind. Ob Renate doch noch zu helfen ist und die Schwestern vielleicht sogar wieder zusammenfinden? Oder wird die Situation eskalieren und etwas Schlimmes passieren? * Krasse Story, krasses Buch - aber auch ein sehr interessantes Leseerlebnis.

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