Lydia Ziemke , Patras Bwansi Mein Name ist Bino Byansi Byakuleka: Doppel-Essay

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Mein Name ist Bino Byansi Byakuleka: Doppel-Essay“ von Lydia Ziemke

Dieser Doppel-Essay wird unser Denken zu Migranten und Migrantinnen völlig umkrempeln: über die Asylerfahrung von Patras Bwansi, einem der bekanntesten Aktivisten für die Rechte von Flüchtlingen, und über die Paradoxien des Helfens von Lydia Ziemke. Könnten Sie sich vorstellen, ein Flüchtling zu sein und wie ein Krimineller behandelt zu werden? Nicht wie ein Mensch. Wie würden Sie gerne willkommen geheißen werden? Mit Patras Bwansi können Sie diese Erfahrung nacherleben, das Aufwachsen in Uganda mit Schulschlägen, die ständige bürokratische Überwachung, aber auch den Ausbruch in einen Protest hinein, der menschenfreundliche Rechte fordert. Dass diese nur mit einem politischen und gesellschaftlichen Umdenken kommen werden, zeigt Lydia Ziemke in ihrem Text, der von ihrer künstlerischen Arbeit mit Flüchtlingen inspiriert ist. Wer jetzt schon mehr über Bwansis Aktivismus lesen will, kann auf der Webseite des Verlags mikrotext.de sein Manifest kostenlos als PDF herunterladen. Bino Byansi Byakuleka, auch bekannt als Patras Bwansi, wurde 1979 in Kabale, Uganda geboren. Er ist Textilkünstler und lebt derzeit in Berlin. Er versteht sich als politischer Aktivist in Vollzeit. Lydia Ziemke, geboren 1978 in Potsdam, lebt in Berlin. Als freie Regisseurin arbeitete sie bisher etwa für die Schaubühne in Berlin und das Royal Court Theater in London. Ebenso schreibt sie Radiofeatures. 2009 gründete sie die internationale Compagnie suite42 mit Kollegen aus Irland, England und Frankreich.

In jedem Boot, das aus der Draufsicht im Mittelmeer fotografiert wird, sitzen Hunderte und jeder könnte sagen - Mein Name ist...

— taniafolaji
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die Notwendigkeit von Hilfe - die Grenzen von Hilfe

    Mein Name ist Bino Byansi Byakuleka: Doppel-Essay

    taniafolaji

    05. May 2015 um 10:22

    Im ersten Teil der losen Anordnung von Gedanken, Er- und Gelebtem erzählt Patras Bwansi von seiner Kindheit in Uganda, der Schule, dem Studium. Und er berichtet von diesem Tag, dem 29.07.2010,  an dem er Asylsuchender wurde.  Es ist anrührend, wie der Morgen geschildert wurde, an dem der Hoffnungsfrohe in Deutschland landete, völlig ahnungslos, was sich hinter dem Wort Asyl alles versteckt: Warten, Ungewissheit, Warten, dazwischen ein entwürdigendes Verfahren, wer Glück hat, kommt zu einem positiven  Ende. In seinem Fall gibt es keinen Horizont im Verfahren, es gibt ein riesengroßes  Dazwischen, wie lebt ein Mensch das?  Mir war beim Lesen, als würde ich ewig in einem Transitraum festgehalten werden, zumal die Worte in Bwansis Essay die Kraft haben, wie Schlaglichter Gefühlszustände zu beleuchten, die ich, mit Ausweisen und EC- und Kreditkarten bestückt, sonst nicht habe. Der erzählerische Standpunkt des Ausgeschlossenen ist der Düsterste, den es gibt.  Im zweiten Aufsatz stellt  Lydia Ziemke die Paradoxien des Helfens vor. Sie bringt mir die Sicht und die Empfindungen eines Menschen nahe, der helfen möchte, was schwer ist, nach allen Seiten. Eine Schilderung hat mich sehr berührt: Frau Ziemke steht auf dem Oranienplatz am Infozelt des Protestcamps, möchte helfen, will sich an jemanden wenden, da fällt ihr auf, dass die Gesichter  der afrikanischen Männer verschwimmen, sie die Individuen nicht unterscheiden kann. Entindividualisierte Gesichter, abgelegt unter der Rubrik: Asylanten. Der Essay markiert die Grenzen von Hilfe; Lydia Ziemke zeigt auf, was sie leisten kann und was sie überfordert. Ein wichtiger, ein interessanter Umstand, denn der Helfer wird oft auf einen Schemen reduziert, aber die Wechselwirkungen in der Beziehung zu jemanden, der Hilfe braucht, sind in ihren folgenden Schilderungen einer Freundschaft, die nur schwierig sein kann, weil der eine etwas will, etwas wollen muss, durch ihre Schnörkellosigkeit schön.  “… Er fordert Freundschaft. Mehr als alles andere. Mal nicht über den Prozess, die Unterlagen, die Bullen oder die Drogen reden. Sondern einfach mal einen Film zusammen sehen. Was zusammen kochen. … “ Die vollständige Rezension ist nachzulesen auf: http://taniafolaji.com/2015/01/24/454/

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks