Spannend, mitreisend und eine Liebesgeschichte ohne Kitsch.
Inhalt: Amy ist Krankenschwester im Kriegslazarett in England, als sie Danny kennenlernt, ihn jedoch nach seiner Genesung erst einmal wieder aus den Augen verliert.
Gemeinsam mit ihrem Vater geht sie nach Australien zurück, wo sie weiter als Krankenschwester und für ihren Vater arbeitet. Dort trifft sie aber auch Danny und seinen Bruder wieder, was eine Welle an Gefühlen in ihr wachruft. Während sie den Heiratsantrag von Danny annimmt, hat sie sich aber in seinen Bruder verliebt, der aber mit einer anderen Frau verlobt ist.
Danny macht sich aus dem Staub, als er von den Gefühlen der beiden erfährt und Amy hat in der kleinen Stadt einiges auszuhalten, als der Bruder seine Verlobung löst, um den Weg für sie frei zu machen.
Eine schwere, aber glückliche Ehe, ein dramatischer Streit zwischen Farmbesitzern, Tod, Wiederfinden und Gefühle neu entdecken. - Die Welt von Amy steht nicht still.
Mein Leseerlebnis: Dass sich dieses Buch wirklich dramatisch von denen unterscheidet, die ich sonst so lese, war mir von Anfang an klar. Ich war allerdings nicht auf diesen bildgewaltig und beeindruckenden Schreibstil vorbereitet. - Es handelt sich hier im Grunde um einen Liebesroman, allerdings ohne Kitsch und Spice und das war mal so erfrischend anders, dass es mir wirklich möglich war, der Geschichte interessiert zu folgen.
Der Leser begleitet Amy im Prinzip ein Stück weit auf ihrem Lebensweg. Zunächst ist sie eine wirklich sehr pflichtbewusste Krankenschwester in einem englischen Lazaret. Und da sie nicht schlecht auszusehen scheint, ist es mehr als logisch, dass die Männer sich zu ihr hingezogen fühlen. Das sind traumatisierte Männer, die sich nach nichts weiter als ein Stück Liebe sehnen.
Dass sie dann ausgerechnet Danny in einer komplett anderen Gegend wiedersieht, ist ein Zufall, wie ihn sich wohl nur eine Autorin ausdenken kann, die sich die Geschichte ja so konstruiert, dass sie sie am besten erzählen kann. - Jedenfalls hat sowohl Danny in seinem “neuen” Leben gutzutun, als auch Amy. - Herrlich, wie sich die beiden so nach und nach aneinander herantasten. Wie Danny immer wieder versucht, sich Zeit für seine Angebetete frei zu schaufeln, wie der große Bruder merkt, dass auch er sich zu der Frau hingezogen fühlt und wie er doch das Pflichtbewusstsein vor seine Gefühle stellt.
Die Konstruktion zwischen den beiden Paaren ist dann wirklich mehr als unglücklich. Hier finde ich, dass die gesellschaftlichen Zwänge die jungen Menschen in eine Situation manövriert haben, aus der sie ohne Ansehensverlust nicht mehr herauskommen. Im Grunde sind sich alle Beteiligten ihrer Gefühle bewusst, sie wissen aber auch, was es ausmacht, wenn sie jetzt plötzlich etwas ändern würden. - Wie Danny dann reagiert, fand ich eigentlich erwachsen, vernünftig, aber auch ganz schön riskant. Er macht sich in einer Nacht- und Nebelaktion auf und davon, um noch einmal ganz von vorn anzufangen.
Ab dann hat es in dem Buch zwei Erzählstränge. Das Schicksal beider Brüder wird erzählt. Wobei ich das Leben von Danny da noch interessanter fand, weil er sich quasie aus dem Nichts etwas aufbauen muss und das ist ihm gelungen.
Amy stellt sich als eine starke Frau heraus. Sie kämpft und geht unbeirrt ihren Weg, was ihr am Ende dann auch den Respekt einbringt, den sie verdient hat. Das Ende war dann zwar die pure Dramatik, aber es war der Situation auch angemessen und ich fand vollkommen in Ordnung, was und wie das alles erzählt war. Ich war gepackt, gefesselt, gerührt und habe am Ende mit den Charakteren getrauert.
Fazit: Fest steht mal, dass ich mir das Buch so sicherlich nie gekauft hätte. Auf meinem SuB ist es gelandet, weil meine Mum das mal aus einem Hotelbestand mitgebracht hat, weil sie meinte, dass das interessant für mich wäre. - Nach dem Lesen bin ich glatt versucht, mir die Fortsetzung zu kaufen, weil ich hoffe, dass die Geschichte der zweiten Ehe dann weiter erzählt wird.
Das Buch stammt in der deutschen 1. Auflage aus dem Jahr 2010 und ist somit schon weit nach dem Tod der Autorin veröffentlicht worden.
Es handelt sich um ein handliches und augenfreundlich gestaltetes Taschenbuch, was Dauerlesen möglich macht und dazu noch den mich als Leser unheimlich in seinen Bann gezogen hat.
Die Story selbst ist eine interessante Mischung aus Famliensaga, Australienbeschreibung und Geschichtsunterricht. Dabei kommen unheimlich viele auf ihre Art interessante Charaktere vor. Die Rollen kaufe ich den Leuten einfach nur ab. Wir haben den Farmersohn, der nach dem Krieg einfach nur friedlich leben will. Wir haben einen verwöhnten Reichensohn, der aber vom Charakter einfach nur mies ist und zwischendrin eine junge Frau, die einfach nur ist, wie sie ist und dadurch unheimlich beliebt ist.
Ich kann das Buch empfehlen. Ich meine, es hat mich überzeugt, obwohl ich so Familiendramen und Herzschmerz eigentlich nicht mag. Und doch hat mich das Buch auf seine eigene Art und Weise überzeugt.












