Máirtín Ó Cadhain

 4 Sterne bei 7 Bewertungen

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Máirtín Ó CadhainDer Schlüssel
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Der Schlüssel
Der Schlüssel
 (4)
Erschienen am 07.03.2016
Máirtín Ó CadhainGrabgeflüster
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Grabgeflüster
Grabgeflüster
 (3)
Erschienen am 16.03.2017

Neue Rezensionen zu Máirtín Ó Cadhain

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Tsubames avatar

Rezension zu "Grabgeflüster" von Máirtín Ó Cadhain

keine leichte Lektüre
Tsubamevor einem Jahr


Es ist immer eine heikle Sache, einen Klassiker zu bewerten, und das Buch "Grabgeflüster" macht es einem wirklich nicht leicht.
Zunächst ist da die großartige Übersetzung von Gabriele Haefs, die sich sichtlich große Mühe gegeben hat, dem Gekeife und Gelästere der Friedhofsbewohner angemessene deutsche Schimpfwörter zuzuordnen. Ich bewundere ihr Können und ihre Ausdauer. Sie dürfte besonders erleichtert gewesen sein, als sie mit dem Buch durch war.
Dabei ist die Geschichte eigentlich recht simpel: Caitríona Pháidín, größtes Schandmaul ganz Irlands, so scheint es, wurde frisch in der Fünfzehn-Schilling-Abteilung beigesetzt. Hier trifft sie auf alte Bekannte und prompt geht das Gezänke wieder los.
Wer gerade spricht und wie die Beziehung der einzelnen zu einander zu Lebzeiten ausgesehen hat, erschließt sich einem als Leser erst mit der Zeit, denn zunächst ist man genauso orientierungslos wie die Toten, die alle durcheinanderplappern und -zetern.
Jeder will sich Gehör verschaffen, auch wenn er gar nichts Weltbewegendes zu berichten weiß. Am meisten beschäftigen viele die Umstände ihres Ablebens und da ging es wohl nicht immer mit rechten Dingen zu, wenn man ihnen denn Glauben schenken darf.
Zentrale Figur bleibt über weite Strecken Caitríona, deren größte Sorge es ist, dass sie ein Kreuz bekommt und die sich nichts sehnlicher wünscht, als dass es ihrer Schwester Neil auf Erden möglichst schlecht ergehen möge. Denn die beiden standen zu Lebzeiten in stetiger Rivalität.
Durch die Gespräche der Verstorbenen, die weiterhin fleißig durcheinander reden, erfährt man ein wenig über die Geschichte Irlands, dörfische Sitten und Gepflogenheiten und man wird Teil dieser Friedhofsgemeinde, von denen sich manch einer wohl einfach nur seine Ruhe wünscht. Aber eben diese bekommt er nicht, genauso wenig wie der Leser ...


Bei allem literarischen Wert, den das Buch für die Weltliteratur und vor allem für die Iren hat, so ist seine Lektüre doch extrem anstrengend. Wer sich hier unbeschwerten Lesegenuss erhofft, ist mit dem Roman schlecht bedient, denn die Hölle endet erst, wenn man das Buch zuklappt und bis dahin sind 434 Seiten zu bewältigen.
Ich hatte durchaus meine Freude daran, herauszufinden, wer gerade spricht und in welchem Verhältnis er zu den anderen steht, aber irgendwann wurde es mir dann doch zuviel ...
Ein irischer Klassiker also für Leute, die Herausforderungen nicht scheuen, in jedem Fall aber mal etwas ganz anderes

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Rabentochters avatar

Rezension zu "Grabgeflüster" von Máirtín Ó Cadhain

Leider nichts für mich
Rabentochtervor einem Jahr

Man ist begraben, liegt unter der Erde, kann von den Lebenden aber doch nicht so ganz lassen und redet nur noch über sie. Ja, richtig. Man redet über die Lebenden, denn was soll man sonst tun?! Deswegen besteht dieser Roman auch ausschließlich aus wörtlicher Rede. Bei diesem Punkt beginnen für mich auch die Probleme. Durch die durchweg dialogische Struktur ist es teilweise sehr schwer zu erkennen, wer spricht. Eine richtige Handlung gibt es auch nicht, wodurch ich zunehmend verwirrter wurde und auch den Überblick verlor.

Gesprochen oder man kann auch fast schon sagen gelästert wir über die Lebenden. Wer wen ausnutzt oder etwas falsch gemacht hat, jemanden ungerecht behandelte. Die ganzen Thematiken und auch das Schreibkonzept konnte mich nicht wirklich überzeugen, geschweige denn fesseln. Ich habe die Seiten relativ schnell nur noch überflogen, blieb aber an keiner wirklich hängen.

Wenn man sich auf diesen besonderen Stil einlassen kann, nimmt man viel mit und kann sich auch von dem Buch mitreißen und faszinieren lassen. Mir war es zu anstrengend, da ich mich stark konzentrieren musste, damit ich am Ende der Seite noch wusste, was am Anfang stand. Für eine literaturwissenschaftliche Analyse wäre das Buch sicher interessant, da die Sprache sehr von der Mündlichkeit der Landbevölkerung geprägt ist und natürlich auch die dialogische Struktur untersuchenswert ist. Für eine reine Freizeitlektüre ist es – zumindest für mich – nicht geeignet.

Fazit: Interessantes Konzept, kann mich aber nicht überzeugen.

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buecherwurm1310s avatar

Rezension zu "Der Schlüssel" von Máirtín Ó Cadhain

Bürokratie über alles
buecherwurm1310vor 3 Jahren

„Es gibt keinen Präzedenzfall“

Das ist das große Pech für J., den Papierbeauftragten im Verwaltungsdienst, der aus Versehen von seinem Vorgesetzen in einem fensterlosen Raum eingeschlossen wurde. J. hat zwar einen Zweitschlüssel, doch der bricht ab. Der Feierabend kommt und J. hat es noch nicht geschafft, sich zu befreien. Er muss also die Nacht in der Behörde verbringen. Am nächsten Morgen wird man zwar auf seine missliche Lage aufmerksam, doch was kann man tun? Es gibt keinen Präzedenzfall und somit ist eine Lösung nicht in Sicht.

Im Laufe der Geschichte tummeln sich alle möglichen Leute vor seiner Türe, auch der örtliche Abgeordnete und der stellvertretende Staatssekretär. Die Presse ist genauso vertreten wie die Kirche. Alle bedauern ihn, suchen nach Lösungen, doch niemand will die Verantwortung tragen , also bleibt J. weiter in seinem Raum. Er begehrt nicht wirklich auf, denn er weiß, dass die Vorschriften wichtig sind und einzuhalten sind.

Diese Geschichte ist sehr kurios und absolut grotesk. Das kleine Buch ist schnell zu lesen und doch sollte man konzentriert an die Geschichte herangehen. Einiges wird nur angedeutet und daher nur verstanden, wenn man Ire ist oder sich sehr gut auskennt in der Geschichte Irlands. Im Anhang gibt es dazu weitere Informationen.

Es ist eine tragische Geschichte, die uns der irische Schriftsteller Máirtín Ó Cadhain erzählt und die nichts desto trotz sehr unterhaltsam ist.

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Gespräche aus der Community

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Am St. Patrick’s Day 2017 erscheint dieser wunderbare Roman, eine Übersetzung aus dem Irischen, den wir persönlich zu den Großen der Weltliteratur rechnen würden. Wer ihn rezensieren möchte, sollte uns ein bisschen was über sich selbst und seine Lieblingsbücher erzählen.
Zur Leserunde
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Am St. Patrick’s Day 2017 erscheint dieser wunderbare Roman – nach unserem Dafürhalten gehört er zu den Großen der Weltliteratur. Wer ihn gerne rezensieren möchte, sollte uns ein bisschen über sich erzählen. Zu vergeben sind fünf Rezensionsexemplare.
Zur Leserunde
Kroener_Verlags avatar
Rechtzeitig zum 100jährigen Jubiläum des irischen ›Easter Rising‹, des Beginns des irischen Kampfes um die Unabhängigkeit, erscheint bei uns etwas absolut Neues: die erste Übersetzung einer Novelle aus dem Gälischen, die in Irland selbst schon längst ein Klassiker ist. Ein echter Geheimtipp also, der aber keineswegs geheim bleiben sollte, denn wer hier nicht mitliest, verpasst wirklich was. Ihr seid also gefragt!
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