Máirtín Ó Cadhain Grabgeflüster

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Inhaltsangabe zu „Grabgeflüster“ von Máirtín Ó Cadhain

Stellen Sie sich vor, Sie sind tot, und das ganze Elend geht einfach weiter. In Máirtín Ó Cadhains »Grabgeflüster« sind sämtliche Protagonisten tot und begraben, doch unter der Erde treffen sie sich wieder – und jammern, lästern, schimpfen, fluchen und intrigieren, was das Zeug hält. – Die Hölle? Vielleicht. Vor allem aber ein sprachliches Feuerwerk, dessen Autor nicht zu Unrecht als der irischsprachige Joyce gilt. Ó Cadhains Kultroman von 1949 ist das Buch der Bücher des gälischsprachigen Irland, ein Mythos im übrigen Land – bis sich Alan Titley an die erste englische Übersetzung wagte, erschienen im Mai 2015 als The Dirty Dust; etliche Sprachen folgen. Auf Deutsch erscheint der Roman am St. Patrick’s Day 2017 (17. März). Ins Deutsche übertragen hat ihn die bekannte Übersetzerin Gabriele Haefs.

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    Grabgeflüster
    Tsubame

    Tsubame

    02. May 2017 um 14:19

    Es ist immer eine heikle Sache, einen Klassiker zu bewerten, und das Buch "Grabgeflüster" macht es einem wirklich nicht leicht.Zunächst ist da die großartige Übersetzung von Gabriele Haefs, die sich sichtlich große Mühe gegeben hat, dem Gekeife und Gelästere der Friedhofsbewohner angemessene deutsche Schimpfwörter zuzuordnen. Ich bewundere ihr Können und ihre Ausdauer. Sie dürfte besonders erleichtert gewesen sein, als sie mit dem Buch durch war.Dabei ist die Geschichte eigentlich recht simpel: Caitríona Pháidín, größtes Schandmaul ganz Irlands, so scheint es, wurde frisch in der Fünfzehn-Schilling-Abteilung beigesetzt. Hier trifft sie auf alte Bekannte und prompt geht das Gezänke wieder los.Wer gerade spricht und wie die Beziehung der einzelnen zu einander zu Lebzeiten ausgesehen hat, erschließt sich einem als Leser erst mit der Zeit, denn zunächst ist man genauso orientierungslos wie die Toten, die alle durcheinanderplappern und -zetern.Jeder will sich Gehör verschaffen, auch wenn er gar nichts Weltbewegendes zu berichten weiß. Am meisten beschäftigen viele die Umstände ihres Ablebens und da ging es wohl nicht immer mit rechten Dingen zu, wenn man ihnen denn Glauben schenken darf.Zentrale Figur bleibt über weite Strecken Caitríona, deren größte Sorge es ist, dass sie ein Kreuz bekommt und die sich nichts sehnlicher wünscht, als dass es ihrer Schwester Neil auf Erden möglichst schlecht ergehen möge. Denn die beiden standen zu Lebzeiten in stetiger Rivalität. Durch die Gespräche der Verstorbenen, die weiterhin fleißig durcheinander reden, erfährt man ein wenig über die Geschichte Irlands, dörfische Sitten und Gepflogenheiten und man wird Teil dieser Friedhofsgemeinde, von denen sich manch einer wohl einfach nur seine Ruhe wünscht. Aber eben diese bekommt er nicht, genauso wenig wie der Leser ...Bei allem literarischen Wert, den das Buch für die Weltliteratur und vor allem für die Iren hat, so ist seine Lektüre doch extrem anstrengend. Wer sich hier unbeschwerten Lesegenuss erhofft, ist mit dem Roman schlecht bedient, denn die Hölle endet erst, wenn man das Buch zuklappt und bis dahin sind 434 Seiten zu bewältigen.Ich hatte durchaus meine Freude daran, herauszufinden, wer gerade spricht und in welchem Verhältnis er zu den anderen steht, aber irgendwann wurde es mir dann doch zuviel ... Ein irischer Klassiker also für Leute, die Herausforderungen nicht scheuen, in jedem Fall aber mal etwas ganz anderes

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  • Leider nichts für mich

    Grabgeflüster
    Rabentochter

    Rabentochter

    30. April 2017 um 18:49

    Man ist begraben, liegt unter der Erde, kann von den Lebenden aber doch nicht so ganz lassen und redet nur noch über sie. Ja, richtig. Man redet über die Lebenden, denn was soll man sonst tun?! Deswegen besteht dieser Roman auch ausschließlich aus wörtlicher Rede. Bei diesem Punkt beginnen für mich auch die Probleme. Durch die durchweg dialogische Struktur ist es teilweise sehr schwer zu erkennen, wer spricht. Eine richtige Handlung gibt es auch nicht, wodurch ich zunehmend verwirrter wurde und auch den Überblick verlor. Gesprochen oder man kann auch fast schon sagen gelästert wir über die Lebenden. Wer wen ausnutzt oder etwas falsch gemacht hat, jemanden ungerecht behandelte. Die ganzen Thematiken und auch das Schreibkonzept konnte mich nicht wirklich überzeugen, geschweige denn fesseln. Ich habe die Seiten relativ schnell nur noch überflogen, blieb aber an keiner wirklich hängen. Wenn man sich auf diesen besonderen Stil einlassen kann, nimmt man viel mit und kann sich auch von dem Buch mitreißen und faszinieren lassen. Mir war es zu anstrengend, da ich mich stark konzentrieren musste, damit ich am Ende der Seite noch wusste, was am Anfang stand. Für eine literaturwissenschaftliche Analyse wäre das Buch sicher interessant, da die Sprache sehr von der Mündlichkeit der Landbevölkerung geprägt ist und natürlich auch die dialogische Struktur untersuchenswert ist. Für eine reine Freizeitlektüre ist es – zumindest für mich – nicht geeignet. Fazit: Interessantes Konzept, kann mich aber nicht überzeugen.

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  • Leserunde zu "Grabgeflüster: Roman" von Mártín Ó Cadhain

    Grabgeflüster
    Kroener_Verlag

    Kroener_Verlag

    Am St. Patrick’s Day 2017 erscheint dieser wunderbare Roman, eine Übersetzung aus dem Irischen, den wir persönlich zu den Großen der Weltliteratur rechnen würden. Wer ihn rezensieren möchte, sollte uns ein bisschen was über sich selbst und seine Lieblingsbücher erzählen.

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