M L Rio

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M L RioIf We Were Villains
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If We Were Villains
If We Were Villains
 (3)
Erschienen am 13.06.2017

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Rezension zu "If We Were Villains" von M L Rio

Shakespeares Erbin
Wortmagievor einem Monat

Das Theater ist ein wesentlicher Bestandteil im Leben der Amerikanerin M.L. Rio. Ihre erste Rolle übernahm sie in der ersten Klasse, entdeckte kurz darauf Shakespeares Stücke und entwickelte eine unsterbliche Leidenschaft für ihn. Sie studierte Englisch und Dramatik und zog nach ihrem Abschluss nach London, um am renommierten King’s College ihren Master in Shakespeare Studies zu machen. 2016 gewann sie zum 400. Todestag Shakespeares eine Reise zu Hamlets dänischem Schloss Kronborg und war die erste Person, die dort seit 100 Jahren übernachtete. Rio ist ein Shakespeare-Nerd. In den ersten Semestern ihres Masterstudiums begann sie, ihren Debütroman zu schreiben, der sowohl ihrer Begeisterung fürs Theater als auch für den alten Barden Ausdruck verleiht: „If We Were Villains“.

„Das Leben ist eine Bühne“ – für Oliver Marks und seine Freunde war dieses Sprichwort Realität. Ihre exklusive Ausbildung an der elitären Dellecher Kunsthochschule überzeugte sie davon, sich als Erben Shakespeares zu verstehen. Glorreiche Tage voller Verse und Dekadenz. Sie lebten und atmeten ihre Rollen, nahmen sie in Besitz, bis ihre Rollen auch von ihnen Besitz ergriffen. Sogar abseits der Bühne verkörperten sie die Charaktere, denen sie Leben einhauchten. Ihre Leidenschaft schweißte sie zusammen. Sie waren unzertrennlich, unbesiegbar. Doch in ihrem Abschlussjahr entflammte eine nie gekannte Rivalität. Ihre Lehrer_innen änderten die Besetzung und provozierten einen Konkurrenzkampf, der ihre Gemeinschaft vergiftete. Aus Freunden wurden Feinde und eines Morgens war ein Mitglied ihrer Clique tot. 10 Jahre später wird Oliver aus dem Gefängnis entlassen und kehrt nach Dellecher zurück, um die Wahrheit zu offenbaren. Noch einmal durchlebt er seine schmerzvollen Erinnerungen an die überreizten Monate, die in einer katastrophalen Tragödie endeten. Hat er das furchtbare Verbrechen, für das er büßte, wirklich begangen?

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. „If We Were Villains“ ist streng genommen ein Krimi. Normalerweise sind mir Krimis zu langweilig. Dieses Buch hingegen ist mehr als ein schnöder Krimi. Es ist eine formvollendete Tragödie in Shakespeare-Manier, was wahrscheinlich das größte Kompliment ist, das man M.L. Rio aussprechen kann. Ich glaube, ihr Debütroman hätte dem alten Barden gefallen. Es ist ihr gelungen, in jeder Facette der Geschichte eine unvergleichliche Intensität einzufangen, die die frenetische Atmosphäre prägte. Die Strukturierung des Buches in Szenen und Akte unterstützte den Eindruck eines shakespeareesken Theaterstückes natürlich, aber ich bin sicher, dass dieser auch mit einer konventionellen Einteilung entstanden wäre, weil die Figuren in bedeutendem Maße dazu beitragen. Shakespeares Stücke zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass seine Figuren innerhalb sehr kurzer Zeit ein überwältigendes Wechselbad der Emotionen durchleben. Diese erratische Sprunghaftigkeit ist M.L. Rios Charakteren ebenfalls eigen. Olivers Clique lebte in einem Shakespeare-Stück. Sie führten Dialoge in Zitaten und ließen sich völlig von der komprimierten Darstellung menschlicher Beziehungen vereinnahmen. In der elitären Umgebung der Dellecher Kunsthochschule verloren sie den Kontakt zur Realität. Die Schule wirkte auf mich beinahe wie eine Sekte, denn Oliver und seine sechs Freunde wurden in dem Empfinden, dass eine Welt außerhalb ihrer Mauern nicht existent oder zumindest irrelevant ist, subtil bestärkt. Ihre Ausbildung war ihr Universum; Dellecher war ihr Heim, ihre Freunde waren ihre Familie und Shakespeare war ihre Religion, der sie mit kompromissloser Opferbereitschaft huldigten. Die uneingeschränkte Selbstverständlichkeit, mit der sie ihre Rollen einnahmen, war geradezu unheimlich. Mir war nicht immer klar, wo die Rolle aufhörte und der Mensch begann. Ihre Mimikry war vollkommen bis zur Selbsttäuschung und beeinflusste die Dynamik ihrer Gruppe maßgeblich. Eine Umbesetzung seitens ihrer Lehrer_innen störte das sensible Gleichgewicht zwischen ihnen und ihre Freundschaft wankte. Bis zum Ende des zweiten Akts lag die Spannung von „If We Were Villains“ folglich darin, herauszufinden, welches Mitglied der Clique den Tod finden würde. Danach ist die bestimmende Frage, wer schuldig ist. Meine Verdächtigungen variierten, lediglich den Protagonisten Oliver zog ich nie in Betracht. Sein unterstützendes Wesen, das Wesen einer Nebenrolle, das sich allerdings ausschließlich auf ihre Gemeinschaft bezog, zeichnete diese Möglichkeit für mich als unvorstellbar. Der Tod des Mitglieds und die resultierenden polizeilichen Ermittlungen zwangen die Clique in eine Lage, in der sie nicht mehr fähig waren, ihre Rollen aufrechtzuerhalten. Der enorme emotionale Druck zerrte die Persönlichkeiten hinter den Rollen hervor. Ihre Gruppe brach auseinander, weil sie nicht länger funktionierten, was Oliver 10 Jahre später, nach seiner Inhaftierung, durchaus bewusst zu sein scheint. Durch seine rückblickende Erzählung erfasst M.L. Rio den Niedergang der sieben Jugendlichen eindringlich und vermittelt glaubhaft, dass sie sich gegenseitig zugrunde richteten. Niemand konnte ihnen etwas anhaben – nur sie selbst.

„If We Were Villains“ ist der vermutlich beste Krimi, den ich je gelesen habe, weil sich das Buch eben nicht wie ein Krimi anfühlte, sondern wie ein waschechtes Shakespeare-Stück. Der Mord ist lediglich ein einzelnes Puzzleteil in dieser berauschenden Erzählung von Leidenschaft, Besessenheit und Hingabe. Die psychologisch komplexe, vielschichtige Darstellung einer komplizierten, prekären Freundschaft, die ausschließlich unter sehr spezifischen Bedingungen überlebte und eskalierte, sobald sich diese Bedingungen änderten, beeindruckte mich und hätte den alten Barden stolz gemacht. M.L. Rio darf sich meiner Meinung nach ohne Arroganz Shakespeares Erbin nennen – obwohl in ihrem Roman nicht alle Figuren sterben.

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TheRavenkings avatar

Rezension zu "If We Were Villains" von M L Rio

Full of sound and fury signifying nothing.
TheRavenkingvor einem Jahr

Oliver Marks has just served ten years in jail – for a murder he may or may not have committed. On the day he's released, he's greeted by the man who put him in prison. Detective Colborne is retiring, but before he does, he wants to know what really happened a decade ago. As one of seven young actors studying Shakespeare at an elite arts college, Oliver and his friends play the same roles onstage and off: hero, villain, tyrant, temptress. But when the casting changes, and the secondary characters usurp the stars, the plays spill dangerously over into life, and one of them is found dead. The rest face their greatest acting challenge yet: convincing the police, and themselves, that they are blameless. Intelligent, thrilling, and richly detailed, If We Were Villains is a captivating story of the enduring power and passion of words.

Here we go again: Each year numerous books are getting published labelled “The new The Secret History”. It’s basically enough to set your story at college or university to warrant a comparison to Donna Tartt’s masterpiece. But as we all know, classics are difficult to copy. Or to quote Austrian author Marie von Ebner-Eschenbach: “Most imitators are drawn to the inimitable.”

And an imitator she is, M. L. Rio. Just like The Secret History If We Were Villains begins by telling us there was a murder, before going back and unravelling the how and why.

There is an elite-college in a picturesque setting, seven friends – all handsome young things studying a relatively exotic subject, - small incidents which lead to greater animosities, friendships turning into enmities…

Unfortunately very little of this actually works.

100 pages in and I still didn’t feel any of the characters. What I mean by this is: They failed to emerge as fully-fleshed-out human beings. For a while I even struggled to discern any differences between James and Richard, who in the course of the story became so antagonistic. They seem just like two interchangeable charismatic alpha males to me. The girls don’t fare much better either. There is Meredith who stands out, because she is the hot one, we are repeatedly told what a great body she has and that her physical beauty makes her insecure, because she fears that she won’t be taken seriously as an actress. As for the other females, I’ll be damned if I could tell you anything of interest about them. Our narrator Oliver is the underdog, less talented than his peers, a bit shy and introverted. This should make him feel instantly relatable, instead I thought he was just dull.

I could not understand what led them to act the way they did, many of their decisions seemed implausible. The tension did not develop organically, but felt forced into the story by the author. It doesn’t help that all our protagonists talk in some weird faux-Shakespearian language, constantly quoting and (deliberately) misquoting the bard, making their characters feel even more mannered and artificial.

On the surface there is nothing wrong with this book, it is competently told with even some beautiful descriptive passages thrown in. I read it with great interest, but rarely did I feel engaged by any of the events on the page and I usually love stories revolving around the theatre. Even the supposedly great twist at the end failed to thrill me.

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Gespräche aus der Community

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PenguinVerlags avatar

Für alle Fans von Donna Tartts „Die geheime Geschichte“ und „Der Club der toten Dichter“

Sieben Freunde, rücksichtsloser Ehrgeiz, ein geheimnisvoller Todesfall und Shakespeares Tragödien …


Verborgen in den riesigen Wäldern von Illinois liegt Dellecher Classical Conservatory; ein für seine exzentrischen Methoden und Lehrer berühmt-berüchtigtes Elitecollege mit verschnörkelten Türmen, Erkern und einem eigenen See. An diesem verwunschenen Ort lässt die junge amerikanische Autorin M.L. Rio ihren ersten Roman spielen, in dem sich alles um eine Gruppe junger Schauspielstudenten und ihre Leidenschaft für Shakespeare dreht.

Zum Inhalt

Oliver Marks bekommt immer nur die Nebenrollen. Trotzdem ist der junge Schauspieler glücklich am renommierten Dellecher College, einer abgeschiedenen Welt mit flackernden Kaminfeuern und ledergebundenen Büchern. Die sieben Studenten seines Jahrgangs sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Die Typen, die sie auf der Bühne verkörpern, legen sie auch privat nicht ab: Mitläufer, Verführerin, Held. Der charismatische Richard gibt die unberechenbaren Tyrannen. Doch eines Tages treibt einer der Freunde tot im Collegesee. Die anderen stehen vor einer schwierigen Wahl: Sollen sie der Wahrheit ins Auge sehen oder weiter gegen sie anspielen?

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Zur Autorin

M. L. Rio hat zwei große Leidenschaften: Schriftstellerei und Theater. Sie schnupperte über zehn Jahre als Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin Theaterluft und hat am Londoner King's College einen Master in Shakespeare Studies erworben. „Das verborgene Spiel“ ist ihr Debüt.


Wir vom Penguin Verlag verlosen 15 Exemplare von "Das verborgene Spiel" unter allen, die diesen spannenden Roman über Geheimnisse, Shakespeare, Leidenschaft, Talent, Liebe und Tod lesen möchten. Fühlt ihr euch angesprochen? Dann bewerbt euch und schickt uns eure Antwort auf diese Frage:

Welche Romane oder Filme, die an einem College spielen, haben euch besonders gefallen?

Viel Glück! Karin vom Penguin-Team

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