M. J. Hyland This is How

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Inhaltsangabe zu „This is How“ von M. J. Hyland

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    This is How
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    03. September 2010 um 12:50

    „Wie ein Mord geschieht“ (engl. Orig. „This is how“) ist der dritte Roman der 1968 in London geborenen und in Dublin aufgewachsenen Schriftstellerin M. J. Hyland. Dass die Autorin in Australien Jura studiert und sieben Jahre als Rechtsanwältin gearbeitet hat, merkt man in einigen Facetten dieses Romans. Der Ich-Erzähler Patrick Oxtoby verlässt (irgendwann in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts), nachdem ihn seine Freundin verlassen hat, fluchtartig die Heimatstadt ohne sich von seinen Eltern zu verabschieden und zieht in eine Pension in einem englischen Küstendorf, um dort als Automechaniker tätig zu werden. Durch einen virtuosen Wechsel zwischen Gedanken und Dialog zeichnet M. J. Hyland mit einfachen Mitteln ein überzeugend schockierendes Psychogramm eines durchschnittlich intelligenten, jedoch durch elterliche Gefühlsarmut empathielosen aber liebesbedürftigen jungen Mannes. Nach dem Abbruch des Studiums versucht Patrick nun als Automechaniker der Beschäftigung nachzugehen, die ihm mehr als alles andere bedeutet. Seine persönliche, über Jahre gesammelte Werkzeugkiste trägt er überall hin mit. In der von der jungen und hübschen Witwe Bridget geführten Pension lernt er Shaun und Ian kennen, zwei übertrieben joviale Typen, die lässig das Leben genießen. Ein unerwünschtes Auftauchen seiner Mutter und die Bekanntschaft mit der knapp zehn Jahre älteren Georgia bestimmen seine Gefühlsschwankungen. Patricks Arbeitgeber schränkt Patricks Stunden zugunsten seines Neffen ein, Ians Umgarnung von Bridget scheint aus Patricks Sicht Früchte zu tragen und eine als Diebstahl gewertete Sache mit Patricks Wecker bringen den jungen Mann immer mehr aus dem Gleichgewicht, bis er eines Nachts, da er glaubt, Ian hätte ihm etwas aus seinem Werkzeugkoffer entwendet, in Ians Zimmer geht und den schlafenden Ian mit seinem Schraubenschlüssel tötet. Patrick ist ein äußert interessanter Erzähler, da man als Leser bald merkt, dass er, obschon Ich-Erzähler, auch fast ein allwissender Erzähler sein könnte, da er teilweise so weit neben sich steht, dass er sich quasi selbst betrachten kann. Die damit verbundene Gefühlsarmut ist so sehr authentisch und nachvollziehbar. Erst im Gefängnis beginnt er rückblickend die schönen Momente des Lebens wahrzunehmen und weiß aber, dass er, wäre er wieder in Freiheit, wieder in seine Apathie zurückfallen würde. Großartig, wie M. J. Hyland das Kippen der Psyche Patricks zeichnet, der nicht verstehen kann, wie sein Schlag (er erinnert sich nicht an die Anzahl der Schläge) Ian töten könnte, der in Untersuchungshaft hofft, dass Ian erwacht und er freigelassen wird. Patrick wird zu lebenslanger Haft verurteilt und muss sich im Gefängnis zurechtfinden. Obschon sich Eltern und Familie von Patrick abwenden, erhält er Zustimmung von Bridget und Georgia, die auch die andere, gute Seite in Patrick gesehen haben und an ihn glauben. Dieser Roman ist trotz Mord und Gefängnisleben definitiv kein Krimi und kein Knastroman. „Wie ein Mord geschieht“ (oder „This is how“) ist ein starker und eindringlicher Roman über Gefühlskälte und die Folgen dieser. Ein Roman über die Nachwirkungen, die eine im Affekt, oder durch das Durchbrennen einer Schraube begangene Tat, im Innenleben eines Mörders, über die großen Fragen zu Schuld und Sühne. Ein Roman, der nachhaltig zum Nachdenken anregt.

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