M. Karagatsis

 3.5 Sterne bei 4 Bewertungen

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Das gelbe Dossier

Das gelbe Dossier

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Erschienen am 20.10.2016
Oberst Ljapkin

Oberst Ljapkin

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Erschienen am 18.11.2016

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Rezension zu "Oberst Ljapkin" von M. Karagatsis

Oberst Ljapkin
Wurm200vor 2 Jahren

M. Karagatsis
Oberst Ljapkin
Verlag der Griechenland Zeitung

Autor: Angaben zur Person: M. Karagatsis, Pseudonym des mit dem Namen Dimitrios Rodopoulos 1908 in Athen geborenen und 1960 ebenfalls in Athen verstorbenen griechischen Prosaautors, ist im deutschsprachigen Raum weitestgehend unbekannt. Nichtsdestotrotz zählt er mit seinem – angesichts seiner nur 52 Lebensjahre – bemerkenswert reichhaltigen Werk zu den bedeutendsten und einflussreichsten griechischen Erzählern des 20. Jahrhunderts. Es umfasst unter anderem 15 Romane und mehrere Erzählbände, Theaterstücke und Essaysammlungen. (Quelle: Amazon)

Ljapkin wird für den Krieg wieder in den aktiven Dienst gerufen. Danach gelingt ihm die Flucht nach Griechenland und muss dort ein neues Leben beginnen. Dank der Hilfe eines Freundes, der Landwirtschaftsminister ist, gelingt ihm dies gut und er bekommt eine Anstellung als Stallmeister.

Das Buch besteht aus 21 Kapiteln, die alle keine Überschrift oder sonstige Angaben enthalten. Ein neues Kapitel beginnt immer mittig auf einer neuen Seite und beginnt stets mit einigen groß gedruckten Wörtern. Beim Lesen des Buches begegnet der Leser sehr vielen Charakteren, die alle aufgrund ihrer Nationalität, schwer auszusprechende Namen tragen. Hat man sich aber eingelesen, kommt man recht gut damit zurecht. Allgemein ist anzumerken, sollte man dem Buch seine Zeit geben und nicht sofort aufgeben mit Lesen, nur weil es etwas stockt beim Lesen. Das Buch ist nämlich keine leichte Kost und sollte dementsprechend ein wenig Zeit zum Lesen zugesprochen werden. Der Roman gibt einen sehr guten und gelungenen Eindruck in das damalige Leben. Dabei geht der Autor auf die Positiven wie auch negativen Aspekte ein. Manchmal trifft der Leser dabei auf Passagen, die ihm durchaus wütend machen können, was meistens am Umgang der Charaktere untereinander liegt. Dies nimmt besonders gegen Ende des Buches zu. Manchmal begegnen dem Leser Dokumente bzw. Briefe, die dann kursiv gedruckt sind und sich somit gut vom Text abheben.

Cover: Das Cover ist auf der Vorderseite weiß gehalten und auf der Rückseite Schwarz. Auf der Vorderseite sehen wir ein Foto von einem Mann in Uniform. Augenscheinlich handelt es sich dabei um den Oberst persönlich. Damit nimmt das Buch auch einen direkten Bezug zum Inhalt und man bekommt ein Bild vom Hauptcharakter des Buches. Der Titel des Buches steht in Rot gedruckt unter diesem Foto und hebt sich perfekt vom weißen Hintergrund ab.

Fazit: Mit Sicherheit ist dieses Buch keine leichte Kost und auch nicht für Jedermann geeignet. Für Liebhaber der Geschichte oder diejenigen die bereit sind etwas Zeit zu investieren bietet dieses Buch aber eine durchaus gelungene Handlung. Von mir gibt es 5/5 Sterne.

Klappentext: Angaben zur Person: M. Karagatsis, Pseudonym des mit dem Namen Dimitrios Rodopoulos 1908 in Athen geborenen und 1960 ebenfalls in Athen verstorbenen griechischen Prosaautors, ist im deutschsprachigen Raum weitestgehend unbekannt. Nichtsdestotrotz zählt er mit seinem – angesichts seiner nur 52 Lebensjahre – bemerkenswert reichhaltigen Werk zu den bedeutendsten und einflussreichsten griechischen Erzählern des 20. Jahrhunderts. Es umfasst unter anderem 15 Romane und mehrere Erzählbände, Theaterstücke und Essaysammlungen. (Quelle: Verlag der Griechenland Zeitung)

Autor: M. Karagatsis
Titel: Oberst Ljapkin
Verlag: Verlag der Griechenland Zeitung
Genre: Roman
Seiten: 248
Preis: 19,80
ISBN: 978-3-99021-017-8

http://wurm200.blogspot.de/

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HappySteffis avatar

Rezension zu "Das gelbe Dossier" von M. Karagatsis

[Rezension] Das gelbe Dossier von M. Karagatsis
HappySteffivor 2 Jahren

Gebundene Ausgabe: 640 Seiten

Verlag: Verlag der Griechenland Zeitung - Hellasproducts GmbH

Erscheinungstermin: 20. Oktober 2016

ISBN-10: 3990210157

https://www.griechenland.net/shop/b%C3%BCcher/product/1389-das-gelbe-dossier

Klappentext

„Das gelbe Dossier“ gilt als ein Meisterwerk der neueren griechischen Literatur. Für den bekannten Literaturkritiker Demosthenes Kourtovik handelt es sich dabei um „einen der besten griechischen Romane, die je geschrieben worden sind.“ Und Petros Markaris bezeichnet den Autor Karagatsis im Vorwort als einen „Meister der Erzählkunst“ – dem großen Nikos Kazantzakis ebenbürtig.
Der Inhalt:
Im Heute begegnet der Schriftsteller (und Ich-Erzähler) Karagatsis, der sich selbst als Romanfigur inszeniert, am Grab des Literaten Manos Tassakos einer geheimnisvollen Frau namens Maria. Sie vertraut ihm in der Folge ein gelbes Dossier mit persönlichen Materialien von und zu Tassakos an. Tassakos ist der eigentliche Protagonist des Werkes, der, wie wir zu Beginn des Romans erfahren, Selbstmord verübt haben soll. So entrollt sich auf einer zweiten Ebene – als Roman im Roman – der Knäuel des geheimnisvollen Lebens und Todes des Helden, der sich als skrupelloser und unmoralischer Ränkeschmied und Intrigant sowie leidenschaftlicher Liebhaber Marias entpuppt. Letztere wird als sein weibliches Alter Ego dargestellt, die ihm – im Positiven wie im Negativen – Gleiches mit Gleichem vergilt. Eine entscheidende Rolle in der Handlung nehmen auch der Mentor von Tassakos, der große, mit dem Nobelpreis dekorierte Literat Kostis Roussis und dessen Neffe Nikos ein, die beide ebenfalls in einem engen Verhältnis zu Maria stehen. Die Handlung wird in der Folge stetig mit neuen dramatischen Ereignissen aufgeladen, welche die Spannung durchgängig aufrecht erhalten.

Autor

M. Karagatsis, Pseudonym des mit dem Namen Dimitrios Rodopoulos 1908 in Athen geborenen und 1960 ebenfalls in Athen verstorbenen griechischen Prosaautors, ist im deutschsprachigen Raum weitestgehend unbekannt. Nichtsdestotrotz zählt er mit seinem – angesichts seiner nur 52 Lebensjahre – bemerkenswert reichhaltigen Werk zu den bedeutendsten und einflussreichsten griechischen Erzählern des 20. Jahrhunderts. Es umfasst unter anderem 15 Romane und mehrere Erzählbände, Theaterstücke und Essaysammlungen.

Cover

Optisch passend zum Titel ist ein gelber Ordner auf dem Cover abgebildet. Auf diesem liegt ein Füller, aus dem Blut statt Tinte zu kommen scheint. Auch wenn mir das Cover nicht so zusagt, so ist es doch passend zum Buch gewählt und damit recht ausdrucksstark.

Meinung

Karagatsis, der eines Tages an das Aktenmaterial Tassakos´ kommt, fängt an dessen Selbstmord zu begreifen und wird zum Ermittler in diesem Fall. Durch seine Sicht auf die Dinge erfährt der Leser viele Details, zeitgleich mit Karagatsis und man fängt an mitzurätzeln, was mir sehr gut gefallen hat.

Überhaupt diesen Blick auf den eigentlichen Protagonisten Tassakos, dessen Leben genauestens unter die Lupe genommen und rekonstruiert wird wie das Dossier in die Hände Karagatsis´ gelangt ist, bilden ein spannendes Handlungsfeld.

Leider, zu meinem Nachteil musste ich mich erst einmal ein wenig dazu durchringen soweit zu lesen, das ich dieses Handlungsfeld und die spannenden Parts erkunden konnte. Denn ein ehr emotionsloser Schreibstil verbunden mit einer sehr langen Einführung in die Charaktere und ihre jeweiligen Verbindungen zueinander machten den Einstieg in das Buch recht schwerfällig.

Ebenso führten lange Dialoge dazu, manchmal lieber ein anderes Buch in die Hand nehmen zu wollen.

Jedoch wurde mein Durchhalten belohnt. Ich las einen Roman mit Charakteren, die eine enorme Tiefe haben und in ihrem Handeln absolut authentisch wirken.

Einen Roman, dessen Autor sich verschiedenster stilistischer Mittel zu nutze macht um dem Leser ein vielschichtiges Leseerlebnis zu bereiten und nicht zu vergessen die verschachtelte Art, eine Geschichte in einer Geschichte zu verpacken.

Letzten Endes blicke ich positiv und zufrieden auf „Das gelbe Dossier“ zurück und bin froh, das mich meine anfängliche Meinung nicht dazu bewogen hat das Buch aufzugeben.

Fazit

Dieses Buch ist keine leichte Kost und auch kein Roman für zwischendurch. Karagatsis´Werk benötigt Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen von seinem Leser, belohnt diesen aber letzten Endes mit einer großartigen Geschichte und Charaktertiefe, die seinesgleichen sucht.

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Jashrins avatar

Rezension zu "Das gelbe Dossier" von M. Karagatsis

Meisterliche Charakterstudien - durchhalten lohnt sich
Jashrinvor 2 Jahren

Besitzgier ist die höchste Antriebskraft des Menschen, ihr ordnen sich letztlich Liebe, Mitgefühl, Ehrlichkeit und Moral stets unter. Diese These stellt zumindest der Anwalt und Literat Manos Tassakos im Hinblick auf sein neuestes Romanprojekt >Thesen< und >Antithesen< auf. Skrupellos und unbarmherzig versucht er die Richtigkeit seiner These zu beweisen. Dazu manipuliert er geschickt eine kleine Gruppe von Menschen und spinnt ein Netz aus Intrigen und Abhängigkeiten.

Am Ende des Romans hat sich das Leben seiner Versuchskaninchen grundlegend verändert, und er selbst weilt nicht mehr unter den Lebenden. Selbstmord. Mit diesem offiziellen Ergebnis wurde vor mehr als zehn Jahren die Polizeiakte geschlossen.

Als dem Schriftsteller M. Karagatsis ein gelbes Dossier überreicht wird, breiten sich vor ihm sämtliche Machenschaften von damals aus und kaum eines der damaligen Geschehnisse bleibt verborgen. Doch kann das Dossier auch helfen die rätselhaften Todesumstände des Herrn Tassakos endgültig zu klären?

Hier setzt der Autor mit einer ebenso spannenden wie genialen Idee an. Er selbst ist angeblich der Schriftsteller, dem das gelbe Dossier in die Hände fällt und der somit zum Ermittler in seinem eigenen Roman wird. Genauestens legt er uns alle Details vor, so wie er sie selber erfahren hat, und berichtet uns, wie sich alles zutrug. Die Erklärung, wie das Dossier zu ihm gelangte, und die Frage nach dem Selbstmord bilden eine Art Rahmenhandlung in die die Geschichte um Manos Tassakos und die Familie Roussis eingebettet ist.

Manos Tassakos ist die Figur, die alle Fäden in der Hand hält und ein intelligentes und durchdachtes Intrigenspiel beginnt. Er selbst setzt sich über jegliche Moral hinweg, ist kalt, rücksichtslos und wenn ihn Maria als Satan bezeichnet, so vermag ich dem nicht wirklich zu widersprechen. Die Art, wie er seinen ehemaligen Meister Kostis Roussis, dessen Neffen Nikos, Maria Petropoulou, Nikos Geliebte, sowie Miltos, zu seinen Zwecken steuert und beeinflusst ist hochintelligent und perfide zugleich. Gespannt habe ich verfolgt, wie seine Pläne sich entwickelten und ob jeder so agiert, wie er es angenommen hat. Manos Tassakos ist mit Sicherheit kein sympathischer Charakter, doch ein äußerst spannender Protagonist.

Kostis Roussis war in vielen Punkten und Ansichten sein Gegenpart. Ein Mensch, dessen Genialität in seinem Umfeld unbestritten war, der jedoch über weite Teile hinweg alles andere als ein Menschenfreund war und der erstaunlich leicht zu Tassakos Spielball wurde. Auch ihn mochte ich nicht wirklich, doch seine persönliche Geschichte und die Weise, wie er sich im Laufe der Geschichte ändert, haben mich stellenweise trotzdem für ihn eingenommen.

Völlig anders Nikos, der für mich von Beginn bis Ende ein Ekelpaket war und mit dem ich kein Mitleid empfinden konnte. Miltos blieb eher etwas im Hintergrund, auch wenn ihm durchaus eine wichtige Rolle zukommt.

Zu Maria mag ich nicht allzu viel sagen, denn ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Nur so viel: hätte sie sich besser mit ihrer Armut arrangieren können, wäre vieles nicht geschehen. Es treten auch einige Nebenfiguren auf, vor allem der Chirurg Neseritis, doch der Großteil der Geschichte spielt sich zwischen den beschriebenen Personen ab.

M. Karagatsis‘ gewaltiges Werk erschien in Griechenland bereits 1956 und ich bin gespannt, wie es in Deutschland aufgenommen wird. Voller Spannung habe ich mich an die Lektüre begeben, doch schon nach wenigen Seiten war ich erst einmal ernüchtert. Die Geschichte war zwar von Beginn an interessant, dennoch war etwa das erste Drittel für mich sehr mühselig - was bei insgesamt 640 Seiten doch eine ganz schöne Menge ist. Etwa 200 Seiten lang passiert nicht viel mehr, als dass die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander vorgestellt werden. Gespickt ist das Ganze mit vielen Gesprächen, die sich öfters mal in philosophischen, moralischen, politischen oder literarischen Gedankengängen verlieren. Da war ich doch des Öfteren versucht einfach quer zu lesen. Doch mit der Entstehung des titelgebenden gelben Dossiers wurde die Handlung zunehmend spannender und das Buch ließ sich flüssiger lesen, sodass ich leichter vorwärtskam und in die Geschichte eintauchen konnte.

Der Schreibstil ist eher nüchtern, beinahe so, als würde man in der Tat lediglich Fakten aus einer Akte lesen. Erzählende Passagen nehmen zwar den Hauptteil des Werkes ein, doch gerade einige Gespräche werden einfach eins zu eins wiedergegeben:

„Ich: Sollen wir – zunächst einmal provisorisch – die Frage gemeinsam untersuchen? Neseritis: Sehr gerne. Ich: Nehmen wir uns einmal...“ (Seite 618, 1. Auflage)

Daneben gibt es zum Beispiel auch Tagebucheinträge und weitere Stilmittel. Dem Roman liegt also keine einheitliche Form zugrunde, was vielleicht einige Leser stören wird. Für mich war es eher reizvoll.

Mein Fazit:
Ein lesenswerter Roman, der dem Leser zwar einiges abverlangt, dafür jedoch mit sehr detaillierten Charakterstudien aufwarten kann. Der eigentliche Fall des Selbstmords steht zwar über allem, da der Roman vor allem den Geschehnissen nachspürt, die zu Tassakos Tod führten, doch es ist auch eine spannende psychologische Studie. Durchhalten lohnt sich.

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