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N-i

vor 2 Jahren

(9)

Kennt ihr den Moment, wenn ihr einen zweiten Teil voller Vorfreunde in den Händen haltet, es euch bequem macht und einfach in der Geschichte versinken wollt? Erfahren wollt, wie es mit euren Charakteren weitergeht? Wie sich die Geschichte entwickelt?

Genau so erging es mir und doch merkte ich recht schnell, dass mich irgendetwas gewaltig störte.
Ich meine, sind wir mal ehrlich: Wenn man sich einen Roman zur Hand nimmt, der alleine schon den Titel „Addicted to you“ trägt und auch der Klappentext viele prickelnde Momente verspricht, was erwartet man dann? Richtig. Leichte, erotische und unterhaltsame Kost.

Bereits in Band 1 war ich während der Entwicklung der letzten Seiten mehr als skeptisch, habe aber immer noch auf einen guten Übergang oder einen erfreulichen Wendepunkt gehofft. Aber es wurde immer verstörender. Die „Thriller“- Elemente standen in diesem Teil ganz klar immer Vordergrund, welche den Verlauf der Geschichte aber nicht unbedingt besser gestalten. Sie waren schwach, trivial und vorhersehbar. Mehr als einmal konnte ich nicht anders, als die Augen zu verdrehen und genervt das Buch zur Seite zu legen. Ich weiß schon, dass in diesem Genre die Männer den makellosen Teil der Story übernehmen und das obwohl diese eigentlich die böse Seite des Mannes verkörpern sollen, aber als zum gefühlten hundertsten Mal das Wort „Bad Boy“ fiel, war ich schlichtweg einfach nur noch genervt. Ja, ich habe es begriffen: Cash ist böse! Und als wäre dies nicht genug, zweifelt die Protagonisten Olivia immer wieder an der Ehrlichkeit seiner Gefühle, die er für sie hegt. Einmal – ok. Ein zweites Mal – einverstanden. Aber bitte: Cash riskiert sein Leben für Olivia und ihr fällt im Nachhinein nichts Besseres ein, als daran zu zweifeln ob er sie wirklich liebt? In diesem Augenblick hatte dieses Buch für mich seinen Tiefpunkt erreicht, da konnte auch die plötzlich angekündigte Wendung nichts mehr retten, zumal man sich diese auch schnell zusammenreimen konnte wenn man überlegt, welche Überraschungsmöglichkeiten es gibt.

Auch hier waren wieder einige erotische Momente vorhanden, jedoch wirkten diese für mich völlig fehl am Platz. Wer denkt denn bitte an Sex, während man gerade um das Leben eines beteiligten und sogar geliebten Menschen bangt? Ganz besonders überflüssig waren die „ich-bin-so-neidisch-das-du-alle-vögelst“-Auftritte von Olivias Freundin Ginger. Ich meine, ihre Freundin hat gerade einen miesen Tag hinter sich – die nebenbei nackt in einem Raum voller Menschen sitzt - und Ginger hat nichts anderes zu tun, als den Sex zwischen Olivia und den unheimlichen „Bad-Boy“ Männern zu fokussieren.

Ich hätte getrost auf diese Art von dümmlichem Charakter verzichten können.

Fazit: Addicted to you/ Schwerelos war eindeutig ein Buch mit mehr Tiefen als Höhen. Das unüberlegte Handeln der Charaktere lässt die Geschichte an vielen Stellen äußerst unglaubwürdig und vorhersehbar erscheinen. Wenn man ein Fan von Cash und Olivia sein sollte, kann ich die Fortsetzung empfehlen. Diejenigen, die eine spannende, mitreißende und heiße Story erwarten, sollten lieber die Finger davon lassen.

Ob ich den dritten Teil lesen werde? Mit Sicherheit. Nicht weil ich meiner eigenen Rezension wiedersprechen will, sondern weil ich die kleine Hoffnung habe, dass es mit Band 3 wieder bergauf geht. 

Autor: M. Leighton
Buch: Addicted to You - Schwerelos
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