M. M. Kaye

 3,9 Sterne bei 200 Bewertungen
Autorin von Palast der Winde, Schatten über dem Mond und weiteren Büchern.

Lebenslauf von M. M. Kaye

Mary Margaret Kaye Gestorben am 29. Januar 2004 in Lavenham

Alle Bücher von M. M. Kaye

Cover des Buches Palast der Winde (ISBN: 9783104903255)

Palast der Winde

 (128)
Erschienen am 06.06.2016
Cover des Buches Schatten über dem Mond (ISBN: 9783548254951)

Schatten über dem Mond

 (12)
Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches Tod auf Sansibar (ISBN: 9783898973434)

Tod auf Sansibar

 (9)
Erschienen am 31.03.2006
Cover des Buches Vollmond über Kaschmir (ISBN: 9783898973441)

Vollmond über Kaschmir

 (8)
Erschienen am 27.07.2006
Cover des Buches Tod in Kenia (ISBN: 9783898973427)

Tod in Kenia

 (6)
Erschienen am 30.04.2007
Cover des Buches Tod auf den Andamanen (ISBN: 9783898977999)

Tod auf den Andamanen

 (6)
Erschienen am 01.01.2008
Cover des Buches Nacht über den Inseln. Roman. (ISBN: 9783442091065)

Nacht über den Inseln. Roman.

 (2)
Erschienen am 01.10.1999

Neue Rezensionen zu M. M. Kaye

Cover des Buches Tod in Berlin (ISBN: B001QD4XRQ)J

Rezension zu "Tod in Berlin" von M. M. Kaye

Zu viele Spuren
Janoshvor 2 Monaten

In den 50er Jahren schrieb M. M. Kaye, die Autorin der international erfolgreichen Romane 'The Far Pavillions' oder 'Shadow of the Moon', in denen sie sich als großartige Geschichtenerzählerin beweist, sechs Kriminalromane, die alle der sogenannten 'Death in...'-Serie angehörten und die sie, bis auf 'Death in Berlin', allesamt an exotischen Schauplätzen spielen lässt. Es sind dies Orte, an denen sie, in ihrer Eigenschaft als Ehefrau eines Offiziers der britischen Armee, jeweils eine Zeit verbrachte, bevor ihr Mann zum nächsten Standort versetzt wurde. Die Tagebucheintragungen, die in diesen Jahren entstanden, und die sich aus einer Ansammlung unterschiedlicher Eindrücke, Beobachtungen, überhaupt allem, was ihr bemerkenswert erschien, zusammensetzten, nutzte sie später, um sie in ihren Kriminalromanen zu verarbeiten – darin nicht unähnlich ihrer großen Schriftstellerkollegin Agatha Christie, die ebenso mit wachen Sinnen die Welt bereiste und deren Charaktere sehr oft Menschen, die ihr dabei begegneten, nachempfunden waren.

Doch hier hört die Ähnlichkeit nicht auf, erstreckt sich vielmehr auch auf die Konstruktion ihrer Krimis, den Spannungsaufbau, das Legen falscher Fährten und das stets überraschende Ende. Nun, es ist gewiss nicht verkehrt, sich eine so ausgefeilte und einfallsreiche Krimi-Schriftstellerin wie Dame Agatha zum Vorbild zu nehmen – denn es ist nur das und beileibe keine Imitation der Hochgerühmten, denn M. M. Kaye bewahrt ihren ganz eigenen Stil und nimmt auch sprachlich keine Anleihen bei Christie, bleibt immer sich selber treu!

'Death in Berlin' (deutsche Titel 'Tod in Berlin' bzw. 'Die Spur führt nach Berlin') ist der zweite Spannungsroman der 'Death in...'-Reihe. Die Handlung ist im Berlin des Jahres 1953 angesiedelt, acht Jahre nach Kriegsende und acht Jahre vor dem Mauerbau, also mitten im Kalten Krieg, der eine nicht unerhebliche Rolle in der Geschichte spielt – so könnte man bis weit über die Hälfte des Romans meinen! Eine der zahlreichen falschen Spuren also, die letztendlich ins Nichts führen, denn die Auflösung des Rätsels, vor das uns Kaye stellt, ist da zu finden, wo der erfahrene Leser der Christie-Krimis sie unweigerlich sucht – in der menschlichen Natur.

Doch kehren wir zurück ins bereits geteilte Berlin, wenige Jahre nach Kriegsende! Noch immer liegen große Teile der Stadt in Ruinen, während gleichzeitig neue Gebäude entstehen. In dieses Berlin, über dem die gesamte Handlung hindurch eine düstere Stimmung liegt, kommt Miranda Brand, um einige Wochen bei ihrem Cousin Robert und dessen Frau Stella zu verbringen. Robert wurde mit seiner Einheit in die geteilte Stadt verlegt und es war Usus, dass die Familien den Soldaten folgten. Stella tat das nur widerwillig, sie, Engländerin vom Scheitel bis zur Sohle, zog das beschauliche britische Landleben jedem exotischen Stützpunkt dieser Welt vor.

Auf der Zugfahrt nach Berlin lernt Miranda, hübsch, aber doch leider recht farblos – so wie die meisten Charaktere in diesem Krimi -, Roberts Kollegen kennen, sowie auch einen gewissen Brigadier Brindley, der es liebt, geheimnisvolle Geschichten zum Besten zu geben und diese weidlich auszuschmücken. Und als er beim Mittagstisch der gespannt lauschenden Gruppe um Miranda von einem Diebstahl wertvoller Diamanten während der Kriegsjahre erzählt, kann er nicht ahnen, dass er damit sein eigenes Todesurteil unterschrieben hat! Ausgerechnet Miranda findet den Brigadier noch in derselben Nacht tot in seiner Zugkabine vor – und er wird nicht die letzte Leiche sein, über die sie stolpern wird! Denn in Berlin häufen sich beängstigende Vorfälle, die zunächst unbedeutend erscheinen, unerklärliche Spannungen bauen sich auf, jeder beäugt wachsam den anderen, die bedrohliche Atmosphäre verdichtet sich – und die neugierige Miranda, die wie alle Protagonistinnen der 'Death in...'-Serie das fatale Talent hat, sich in sämtliche Nesseln zu setzen, gerät in akute Lebensgefahr. Und mehr als einmal erscheint wie ein Deus ex machina der undurchschaubare Simon Lang, wohl eine Art Geheimpolizist, was allerdings niemals recht klar wird, um ihr aus der Klemme zu helfen. Aber hätte dieser mit offenen Karten gespielt, wäre sie erst gar nicht in Lebensgefahr geraten, hätte sie sich stattdessen vorgesehen....

Und wenn den beiden Kindern – Roberts Tochter Lucy und deren pfiffigem Freund Wally, ein Schnüffler vor dem Herrn! - Gehör geschenkt worden wäre, anstatt sie als lästig abzutun, hätte man die Mordfälle im Nu aufklären können und es wäre zumindest Miranda erspart geblieben, die wohl schlimmsten Schockmomente ihres bisherigen Lebens durchstehen zu müssen. Denn diese beiden Kinder wussten, dank Wallys immerwährender Wachsamkeit und nicht zu unterdrückender Neugierde, längst, wer hinter den drei Morden, die es am Ende sein sollten, steckte...

Ja, der Roman ist spannend, unheimlich, düster, lässt einen den Atem anhalten, versteht zu überraschen, aber gleichzeitig verwirrt er auch, lässt den Leser immer wieder den Faden verlieren – wenn er sich nicht gerade ärgert über die nichtssagenden Dialoge, über die ebenso bis auf wenige Ausnahmen, nämlich Wally und Lucy, nichtssagenden Charaktere und die seltsame Liebesgeschichte oder was auch immer es sein soll, das sich zwischen Simon und Miranda entwickelt, zwischen denen ich keine Berührungspunkte ausmachen kann.

Interessant ist einzig das einem Ruinenfeld ähnelnde Berlin, das man bildhaft vor sich hat, das der perfekte Hintergrund dieser trostlosen Geschichte ist. Nirgendwo anders hätte sie spielen können – und kaum jemandem wäre es gelungen, sie so spür- und erlebbar zu machen wie der Autorin Kaye, die hierin eine wahre Meisterin ist. Trotz allem jedoch ist der vorliegende Spannungsroman der mich am wenigsten überzeugende der von mir geschätzten Britin und der erste, bei dem ich Mühe hatte, ihn überhaupt bis zum Ende zu lesen, das, nebenbei bemerkt, so überraschend wie unglaubwürdig ist!


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Cover des Buches Tod auf Sansibar (ISBN: 9783898973434)J

Rezension zu "Tod auf Sansibar" von M. M. Kaye

Gefahr auf Kivulimi
Janoshvor 4 Monaten

Mary Margaret („Molly“) Kaye ist nicht nur die Autorin historischer Romane, unter denen „The Far Pavilions“ (deutsch: „Palast der Winde“), an dem sie gut 15 Jahre lang arbeitete, der herausragendste ist, vielfach verglichen mit „Gone With The Wind“, sondern hat auch eine Reihe Kinderbücher geschrieben – und in den Fünfziger Jahren sechs Kriminalromane, von denen „Death in Zanzibar“(deutscher Titel: „Tod auf Sansibar“), der 1959 veröffentlicht wurde, der fünfte ist.


Wie die im indischen Simla geborene Schriftstellerin in ihrem Vorwort zu dem hier zu besprechenden Buch schreibt, hat sie sich für ihre Kriminalromane Handlungsorte ausgesucht, in denen sie selbst für eine gewisse Zeit lebte – als Ehefrau eines Angehörigen der britischen Streitkräfte, der während seiner militärischen Karriere an den unterschiedlichsten Plätzen der Erde Dienst tat. M.M.Kaye verwendete später, wieder in England, die Aufzeichnungen, die sie an den jeweiligen temporären Wohnorten gemacht hatte, dafür, spannende Geschichten zu erfinden, die allesamt den Vergleich mit denen der weltberühmten „Lady of Crime“, Agatha Christie, nicht zu scheuen brauchen! In der Tat hatten beide Britinnen ein Faible für exotische Schauplätze, die vielschichtigen, klug ausgedachten Handlungen spielen oft vor einem politischen Hintergrund mit ebenso politisch motivierten Morden, die sich unter Mitgliedern der zumeist gehobenen Mittelschicht ereignen, beide Damen wussten genau, wie man Spannung erzeugt, kontinuierlich steigert, um sie dann in einer überraschenden Auflösung gipfeln zu lassen. Gewürzt ist das Ganze mit einer Romanze, die allerdings bei M.M.Kaye nicht ganz so beiläufig abgehandelt wird wie gewöhnlich bei Dame Agatha. Sowohl die eine als auch die andere waren wahre Meisterinnen der Sprache, wobei der funkelnde Wortwitz, der ausgeprägte Sinn für Situationskomik, die ins Auge springende Ironie einer M.M.Kaye etwas ist, das man bei Christie eher weniger findet, und wenn doch, dann muss man ihre stets subtile Ironie schon zwischen den Zeilen suchen.


Doch möchte ich mich nun ein wenig eingehender mit „Death in Zanzibar“ beschäftigen, einem romantisch-politisch-exotischen Krimi, den ich mit höchstem Vergnügen und gleichzeitig wachsender Spannung gelesen habe und der für mich zu einem der besten seines Genres gehört – lesenswert auch noch sechzig Jahre nach seinem Erscheinen, in vorbildlicher, geradezu geschliffener Sprache abgefasst, die mich immer wieder aufs Neue entzückt hat. Denn ja – auch Sprache kann zur Qualität eines Buches beitragen, selbst wenn dem heutzutage, so will mir scheinen, zunehmend weniger Bedeutung beigemessen wird.


Das Sansibar, in dem die Schriftstellerin den größten Teil ihrer Geschichte spielen lässt, gibt es nicht mehr, nachdem 1963/64 die britische Kolonialzeit endete und der Inselstaat in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Dieser Wechsel ging alles andere als unblutig vonstatten und schon Jahre zuvor arbeiteten Revolutionäre im Untergrund, gärte es unter der Oberfläche von Schönheit und dem Zauber aus Tausend und einer Nacht, der der Gewürzinsel zugeschrieben wurde, und der die junge Protagonistin des Romans, Dany Ashton, mit aller Macht nach Sansibar zieht, komme, was da wolle! Ihr neuer Stiefvater, der Schriftsteller Tyson Frost, besitzt ein Haus auf der Insel und ihre Mutter Lorraine hatte eine Gruppe Freunde eingeladen, eine Zeit auf „Kivulimi“, dem „Haus der Schatten“ zu verbringen. Doch bereits im Vorfeld der Reise, die in den Fünfziger Jahren nur mit Zwischenlandungen möglich war und entsprechend viel Zeit in Anspruch nahm, geschehen unerklärliche Dinge: der Notar, bei dem Dany Papiere für ihren Stiefvater abgeholt hatte, wurde ermordet und Danys Pass wurde gestohlen – irgendjemand hat die feste Absicht, Dany daran zu hindern, die Reise anzutreten. Doch mit der Hilfe des Amerikaners Lash, ebenfalls Gast auf Kivulimi, gelingt es der jungen Engländerin, das Ziel ihrer Sehnsüchte gegen alle Widerstände zu erreichen – nur um schon während des Fluges zu ihrem Schrecken festzustellen, dass sie sich da auf eine gefährliche Geschichte eingelassen hat, die sie nicht kontrollieren kann und die weder sie noch der gespannte Leser zu durchschauen vermögen, obwohl man inzwischen weiß, dass der Drahtzieher des Ganzen hinter einem Schatz her ist, der vor mehr als siebzig Jahren von Tyson Frosts Großvater irgendwo auf der Insel versteckt wurde. Als dann noch weitere Morde geschehen, wird die Insel der Träume zu einem Ort des Entsetzens und der Furcht. Und Dany gerät, auch durch eigene Unvorsichtigkeit, in Todesgefahr, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint....


Ein spannender Roman, fürwahr, so, wie man ihn sich nur wünschen kann! Doch ist er auch ein historisches Zeugnis, denn man erfährt zusätzlich nicht nur eine Menge über die bewegte Geschichte der Inselgruppe im Indischen Ozean, nicht weit vor der ostafrikanischen Küste, sondern es gelingt der Autorin Kaye darüber hinaus, dem Leser ein verführerisches Bild zu malen von dem unwiderstehlichen Zauber Sansibars, indem sie ihn auf Streifzüge mitnimmt, zu den schönsten und gleichzeitig geheimnisvollsten Plätzen der Insel mit der üppigen Vegetation. Das tut sie auf so gekonnte Weise, dass man die flirrende Hitze, aber auch den lauen Wind spüren, die einzigartigen Düfte wahrnehmen kann, die sie aus ihren eigenen Erinnerungen hervorholt und zu dem Leser wehen lässt. Das ist großartig – und etwas, das nur wirklich begnadeten Schriftstellern und Märchenerzählern gelingen kann!

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Cover des Buches Palast der Winde (ISBN: 9783104903255)E

Rezension zu "Palast der Winde" von M. M. Kaye

Unsentimental, unkitschig, spannend
Elisabeth_Rettelbachvor 10 Monaten

Viele Leser bezeichnen "Palast der Winde" als Liebesgeschichte mit ein wenig hübscher Historie drum herum. Für mich ist es das Gegenteil. Die Liebesgeschichte zwischen Ash und Anjuli stellt nur einen kleinen, eher unwichtigen Teil dieses riesigen Epos da. Allein schon daran ersichtlich, dass Anjuli im letzten Teil quasi kaum noch erwähnt wird. Ich verstehe irgendwie diesen Drang nicht, alles aus der Perspektive einer Liebe zu lesen. Das sehe ich nicht nur in diesem Roman so, sondern z. B. auch bei "Rebecca" (von du Maurier, für mich ebenfalls keine Lovestory). Für mich handelt es sich um einen geschichtlich dichten Abenteuerroman mit vielen politischen und soziologischen Details. 

Die Autorin ist selbst in Indien aufgewachsen (wenn auch später) und hat extrem viel Recherche und Liebe zum Detail aufgewandt, die dramatische Geschichte Indiens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert aufzuarbeiten. Man erfährt einiges über die Geschichte der indischen Rebellion 1857, über das soziale und politische Leben an indischen Herrscherhöfen sowie über die Ereignisses im zweiten anglo-afghanischen Krieg. Für mich sehr spannend zu lesen, war der kulturelle Konflikt, in dem Ash, die Hauptfigur, sich befindet: Der Sohn von Engländern wächst als Inder auf, erfährt erst nach längerer Zeit seine wahre Herkunft und fühlt sich zeitlebens immer weit mehr als Inder. Was für die kolonial-arroganten Engländer in seinem Leben nur schwer verständlich oder akzeptabel ist, aber auch für viele standesbewusste Inder. Es war spannend zu lesen, wie stolze Inder damals auf ihrer Besatzer herabsahen und sich beispielsweise weigerten, mit ihnen zu essen, weil das gemeinsame Mahl mit den kastenlosen Engländern sie beschmutzt hätte. 

Es ist ein ziemlicher Schinken, man muss schon ein Historienfan sein, und im letzten Teil zieht sich die Story ein wenig. Für mich jedoch ein Roman, den ich im Abstand von ein paar Jahren regelmäßig immer wieder lese. Und dies ganz klar nicht wegen der "Liebesgeschichte". Der zugehörige Film aus den 1980er-Jahren ist übrigens grauenhaft und kitschig. Wer dieses Buch liebt, sollte ihn auf keinen Fall ansehen. ;-)

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M. M. Kaye wurde am 21. August 1908 in Shimla (Indien) geboren.

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