M. P. Kozlowsky Juniper Berry

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Inhaltsangabe zu „Juniper Berry“ von M. P. Kozlowsky

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  • Rezension zu "Juniper Berry" von M. P. Kozlowsky

    Juniper Berry
    Seta

    Seta

    19. May 2012 um 13:28

    Die Berrys sind die wohl besten und bekanntesten Schauspieler der Welt. Das weiß auch ihre Tochter Juniper, die selbst später Drehbuchautorin werden möchte. Doch Junipers Leben steht auf dem Kopf, seit sie in das neue Haus gezogen sind: Ihre Eltern sind vollkommen verändert, haben nur noch ihren Erfolg im Kopf und beachten das Mädchen nicht mehr. Juniper fühlt sich allein gelassen und beschließt, der Sache auf den Grund gehen… Juniper Berry ist elf Jahre alt und verbringt ihre Zeit damit, die Welt zu entdecken. Sie beobachtet die kleinsten Dinge und unternimmt mit ihrer Hündin Kitty Ausflüge in den Wald. Sie träumt davon, Drehbücher für ihre berühmten Eltern zu schreiben und selbst dafür bekannt zu werden. Doch sie lebt in dem großen Anwesen der Eltern sehr abgeschieden, wird zu Hause unterrichtet und hat keine Freunde, obwohl es ihr nicht an Selbstbewusstsein und Offenheit mangelt. Und so freundet sie sich auch gleich mit Giles an, dem sie zufällig im Wald begegnet, dessen Eltern sich ebenfalls seltsam benehmen und dem es an Durchsetzungskraft fehlt. Deshalb wird er bereits in seinem Alter von anderen Kindern gemobbt. Für diese Thematik des Berühmtsein und der folgenden Vernachlässigung des Privatlebens hätte es leicht eine rationale Erklärung geben können. Stattdessen wird die Geschichte magisch verpackt und doch steckt am Ende etwas wie eine vernünftige Erklärung darin. Tatsächlich regt das Buch zum nachdenken an, auch wenn es eigentlich ein Kinderbuch ist. So ist Juniper auf der Suche nach der Wahrheit im Leben mit ihren elf Jahren und bekommt Antworten, die man nicht immer erwartet. “The only truth is the one we create. It’s the rest that is the dream. You can break everything down, analyze it all you want, inspect, investigate; it doesn’t matter [...] The facts are fiction, the truth is fantasy.“ (p. 128 ) Gleichzeitig muss sich der Leser auch selbst fragen, wie bereits Juniper Berrys Eltern und die beiden Kinder, welches seine innersten Wünsche sind und was man dafür aufgeben würde. Man gerät mit der Protagonistin selbst in Versuchung und fragt sich, mit welcher Stärke man selbst regieren würde, wenn die Erfüllung der größten Ziele nur einen Atemhauch entfernt ist. “There will always be temptation, wherever we go in life, with whatever we do. There will always be an easier way out. But there’s nothing to gain from that. We have to overcome such urges, we have to bw stronger.” (p. 226) So ist dieses Buch zum einen ein modernes Märchen, dass zwischen Computerprogrammen, Mobbing-Problemen und magischen Orten springt und damit ein schönes Kinderbuch bildet. Passend dazu gibt es einige Bilder, die altersgerecht im Stil des Covers das Leseerlebnis für Jüngere noch ansprechender machen. Gleichzeitig steckt für Ältere viel mehr Gedankengut in dem Buch, als man vermuten mag. Das Buch hat mich positiv überrascht, denn ich hatte ein niedliches Kinderbuch erwartet, das es durchaus sein kann, und wurde einer tieferen Geschichte konfrontiert, als ich erwartet hatte.

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  • Rezension zu "Juniper Berry" von M. P. Kozlowsky

    Juniper Berry
    Damaris

    Damaris

    05. February 2012 um 14:21

    Der erste Satz: Das Haus war eine Villa, der See war ein Pool, Kitty ein Hund und Juniper Berry ein elfjähriges Mädchen. * Jedes Mal, wenn die 11-jährige Juniper auf dem Dach ihrer Villa liegt und durch ihr Fernglas die bunte Menge an Paparazzi und Fans beobachtet, wird ihr wieder bewusst welch berühmte Schauspieler ihre Eltern sind. Materiell fehlt es Juniper an nichts. Jedoch fühlt sie sich in der letzten Zeit sehr einsam. Sie darf den Garten nicht verlassen und wird privat unterrichtet, da ihre Eltern meinen, dass etwas anderes viel zu gefährlich wäre und sie sich nicht mit neidischen Menschen abgeben wollen. Und würde sich Juniper nicht schon dadurch ausgegrenzt fühlen, muss sie auch noch miterleben, dass Mr. und Mrs. Berry sich zunehmend verändern. Sie sind nur noch mit sich selbst beschäftigt, lassen Juniper fast immer alleine und benehmen sich ihr gegenüber immer öfter richtig gemein. In ihrem Garten trifft sie auf den Nachbarsjungen Giles, der ihr erzählt, dass sich seine berühmten Eltern genauso komisch verhalten. Gemeinsam wollen sie der Ursachen auf den Grund gehen und machen eine schreckliche Entdeckung ... * _Mrs. Berry drehte sich um und sah ihre Tochter verwirrt an. "Ju... Ju... Ju..." "Juniper. Ich heiße Juniper." Tränen traten in Junipers Augen. Es war, als würde jemand ihr Herz so platt walzen wie ein Blatt Papier oder die Luft herauslassen wie aus einem Ballon. Ihre Mutter hatte ihre Liebe hinter sich gelassen und all ihre gemeinsamen Erinnerung. Jetzt hatte sie sogar ihren Namen vergessen. S. 150_ * Schon wenn man das Buch das erste Mal in den Händen hält, beschleicht einen das Gefühl hier eine ganz besondere Geschichte zu lesen. Dieses Gefühl trügt nicht. Unterstützt durch eine hinreißend optische Gestaltung bekommt der Leser eine Geschichte serviert, die zu Herzen geht. Sensibel und gleichzeitig schrecklich gruselig wird hier ein Thema aufgegriffen, das gar nicht so weltfremd und phantastisch ist wie es auf den ersten Blick erscheint. * In einer einfachen, aber nicht kindlichen Sprache erzählt M.P. Kozlowsky die Geschichte aus der Sicht von Juniper (personaler Erzählstil). So eignet sich das Buch ab dem empfohlenen Alter von ca. 10 Jahren, kann aber auch gut von Erwachsenen gelesen werden, ohne dass diese sich langweilen. Zusätzlich wir die Geschichte noch durch etliche Zeichnungen von Erwin Madrid bereichert, die dem Buch ein ganz besonderes Flair verleihen. Diese verteilen sich in regelmäßigen Abständen im Buch und geben jeweils einen optischen Eindruck von der Szene, die man gerade gelesen hat. * Oberflächlich gesehen, könnte man den Eindruck eines sehr verträumten und phantastischen Buches erhalten. Aber das täuscht. Die Geschichte ist erschreckend realitätsnah und beschönigt nichts. Es geht schon sehr zu Herzen, wenn man lesen muss, wie Juniper von ihren Eltern ausgegrenzt und somit im Stich gelassen wird. Manche Handlungen und Verhaltensweisen von Junipers Eltern gegenüber ihrer Tochter sind sehr befremdlich, fast schon abartig. So geht man nicht mit seinem Kind um. Manch erwachsener Leser wird hier irritiert die Stirn runzeln. Juniper tut einem sehr leid. * Die Atmosphäre der Geschichte ist sehr düster, manche Szenen und Bilder richtig gruselig, geradezu zum Fürchten. Der originale Untertitel "A Tale of Terror and Temptation" (Eine Geschichte von Schrecken und Versuchung) trifft den Nagel genau auf den Kopf. Die Frage, ob das Buch somit wirklich schon für jüngere Leser geeignet ist, muss hier erlaubt sein. Sie kann aber eindeutig mit Ja beantwortet werden. Der Autor lässt gerade den jungen Leser nicht mit seinem Schrecken alleine, sondern vermittelt Werte wie Stärke, Freundschaft, Zusammenhalt und Durchhaltevermögen. Außerdem greift hier, und das muss man einfach vorwegnehmen, das klassische Märchenschema "Gut besiegt Böse". Gerade darum eignet sich die Geschichte gleichermaßen für jüngeres und älteres Lesepublikum. * Unterschwellig weiß man bald, was mit Junipers und Giles Eltern los ist. Was sie für ihren Rum bereit sind zu opfern. Das bestätigt sich auch, die Geschichte braucht aber zu keiner Zeit einen erhobenen Zeigefinger. Wie die Lösung des Problems verpackt ist, hat wiederum seinen ganz eigenen Reiz. Sehr einfach und gut verständlich, aber trotzdem auch sehr einprägsam. Das Buch endet mit einem spannend düsteren Herzklopfenfinale. Danach wird man das Buch mit dem Wissen schließen, hier wirklich etwas Besonderes gelesen zu haben. Ein kleiner Schatz im Buchregal! * Persönliches Fazit Von "Juniper Berry" kann ich zweifelsohne behaupten, dass das äußerliche "Hui" sich auch beim Buchinneren fortsetzt. Abgesehen von den wunderschönen Bildern, welche die Geschichte perfekt ergänzen, vermittelt das Buch grundlegende Werte ohne zurechtweisend zu wirken. Die verwendete Geschichte dient hier nur als Beispiel und lässt sich auf jedes Familienleben übertragen. Ein Herzensbuch, das einen mit einer reichhaltigen Gefühlspalette von Erschrecken über Mitleid bis hin zur Freude bedient. Ich empfehle es für junge, jugendliche Leser ebenso wie für Erwachsene. 5 Sterne!

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