„Er war immer schon der Ansicht gewesen, dass man wahrscheinlich auf der richtigen Fährte war, wenn irgendjemand einen unbedingt von dem abbringen wollte, was man vorhatte.“
Inhalt
Washington Poe wurde vom Polizeidienst suspendiert, seine Unangepasstheit an die Vorgaben seiner Vorgesetzten und sein eigenmächtiges Handeln, manchmal nur haarscharf am Rand der Legalität vorbei, haben ihn zu Fall gebracht. Als im jüngsten Fall seiner Dienststelle jedoch eine Leiche auftaucht, auf deren Brust sein Name eingeritzt wurde, berufen ihn seine Chefs wieder in den Dienst. Denn obwohl Poe ein Außenseiter und Einzelgänger seinesgleichen ist, zählt er auch zu den genialen Ermittlern seines Teams. Die Polizei von Cumbria ist auf der Suche nach einem Serienmörder, der seine Opfer in die örtlichen Steinkreise bringt und dort verbrennt. Die bisherigen Brandleichen scheinen keine Verbindung zu haben, außer ihr fortgeschrittenes Alter, ein Motiv ist nicht erkennbar und die ersten Indizien weisen auf Betrug hin, doch dafür reicht die Schwere der Tat nicht aus. Gemeinsam mit der ihm zugeteilten Tilly Bradshaw, ebenfalls eine Außenseiterin in der Gruppe, macht er sich daran nach und nach die oberflächlichen Gegebenheiten abzutragen und dafür den Kern der Geschichte zu enthüllen.
Meinung
Dies ist der erste Band aus der Reihe um den britischen Ermittler Washington Poe, die mir in letzter Zeit immer wieder aufgefallen ist und mehrfach empfohlen wurde. Dank der zahlreichen begeisterten Leserstimmen wollte ich zumindest mal testen, ob die Thriller auf meiner Wellenlänge liegen – und ja, das tun sie, ich werde also möglichst zeitnah bei Band 2 weiterlesen.
Zu Beginn des Buches empfand ich den Anteil der akribischen Ermittlerarbeit mit vielen Details und entsprechenden Indizien samt ihrer Auswertung etwas müßig, doch dieser Eindruck legt sich schnell, spätestens dann, als ersichtlich wird, das Poe der einzige Ermittler ist, der in dieser Sache vorankommt. Gemeinsam mit Tilly und seinem einzigen, langjährigen Polizeikollegen Reid, begibt er sich hinein in den Sumpf aus Veruntreuung, möglichem Missbrauch unter den obersten Regierungskreisen bis hin zu einem Mörder, der anscheinend eine Liste an Schuldigen abarbeitet. Ab dem zweiten Drittel des Thrillers konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen und habe mich in einem intensiven, stimmigen Plot rund um eine schockierende Wahrheit befunden.
Fazit
Hier vergebe ich sehr gute 4,5 Lesesterne, die ich gern zu 5 Sternen aufrunden möchte. Mein Interesse ist geweckt und die Folgebände, die alle in sich geschlossen sind und mit dem gemeinsamen Ermittlerduo punkten, bieten noch viele Ansatzpunkte für spannende Lesestunden. Als sehr positiv empfand ich auch die Schauplätze und die Charakterisierung der Protagonisten. Die jeweilige Gewichtung zwischen Persönlichkeit, Täterwissen, Aufarbeitung und Auswertung der Beweismittel und einem übergeordneten Plot, war stimmig und in gleichen Teilen lesenswert. Ein bisschen mehr Täterpsychologie würde ich mir noch wünschen aber ansonsten bin ich mit dem Einstieg in diese Reihe mehr als zufrieden.























