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CulturalNoise

vor 10 Monaten

(4)

Archibald ist zurück und soll an Weihnachten den Traummann für Sarah finden. Weil Tante Dotty, die ihr den Zauberfrosch geschenkt hat, jedoch nichts von Sarahs Winterurlaub wusste, muss Archibald für ein paar Tage woanders unterkommen. Dabei bringt er das Liebesleben von Zoe, Sarahs Schwester, ganz schön durcheinander.

Anders als der erste Teil der Reihe ist "Frösche feiern anders" leider nur durchschnittlich. Die Figuren sind platt und sprunghaft, der Handlung fehlt es an Humor. Dabei ist der Ansatz sehr gut. Es geht einmal nicht um das Kennenlernen und Verlieben, sondern um eine bereits bestehende Partnerschaft, mit all ihren Tücken und Problemen. An Weihnachten spitzt sich die Lage zu, als sich auch noch die Hektik der Feiertage mit all ihren Familientreffen und Verpflichtungen dazugesellt.

Zoe ist ein schwieriger Charakter, mit dem ich bis zum Ende nicht warm werden konnte. Sie nörgelt, jammert und ist eingeschnappt - von der ersten bis zur letzten Seite. Obendrein ist sie oberflächlich. Als Ich-Erzählerin sollte ich sie eigentlich verstehen, aber ich tue es nicht. Rein rational kann ich ihre Beweggründe vielleicht noch nachvollziehen, aber gefühlt habe ich sie nicht ein einziges Mal. Hormone hin oder her, für mich war ihr Verhalten und Selbstmitleid nur anstrengend.

Stephan, Zoes Freund, ist lediglich eine Randfigur und glänzt durch Abwesenheit. Das ist vermutlich auch der Grund dafür, dass er beinahe hohl wirkt. Es hat den Anschein, als wäre er "passend gemacht", nur um seine Rolle auszufüllen. Ich weiß nicht, wer er wirklich ist oder was ihn antreibt. Er wirkt wie ein Statist in seiner eigenen Geschichte.

Archibald selbst kommt dieses Mal auch nicht so sehr zur Geltung. Mir fehlten die humorvollen Unterhaltungen des ersten Teils. Ich hätte so gern mehr Schilderungen seiner Mimik gehabt und besser ausgeschmückte Kabbeleien mit dem Kater George. Außerdem würde mich sehr interessieren, wer ihn Tante Dotty verkauft hat. Im ersten Teil klang es nämlich so, als würde Archibald seine "Frauchen" immer selbst aussuchen.

Versöhnlich stimmt mich der flüssige Schreibstil, ohne den ich die Geschichte vermutlich nicht zu Ende gelesen hätte. Außerdem wollte ich wissen, wie sich zum Schluss alles auflöst - also auch ein Pluspunkt für den Spannungsbogen. Das Gesamtpaket jedoch hat mich enttäuscht. Der erste Teil "Frösche lügen nicht" ist so viel besser.

Fazit:
​Leider nur mittelmäßig, ich hatte weit mehr erwartet nach dem charmanten Serienauftakt. Hier lässt sich Charme vergeblich suchen, Humor übrigens auch. Wer trotzdem Lust auf ein weiteres Abenteuer mit Archibald hat und M. L. Buschs Schreibstil mag, der darf gerne zugreifen.

Wertung: 3 Punkte

(Diese Rezension ist erschienen auf www.cultural-noise.de)

Autor: M.L. Busch
Buch: Archibald in love: Frösche feiern anders
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