MENDO

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Streets of London, Streets of New York und weiteren Büchern.

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Streets of London

Streets of London

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Erschienen am 04.05.2018
Streets of New York

Streets of New York

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Erschienen am 15.02.2018
Streets of Amsterdam

Streets of Amsterdam

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Erschienen am 15.08.2018
Streets of Paris

Streets of Paris

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Erschienen am 15.09.2018

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Rezension zu "Streets of London" von MENDO

"Unter die Oberfläche sehen"
R_Mantheyvor 6 Monaten

So überschreibt Mikel van den Boogaard seinen einführenden Textbeitrag zu diesem Bildband. Er vereint zahlreiche und ganz verschiedenen Ansichten von Londons Straßen, aufgenommen von Besuchern und Einheimischen. Nach van den Boogaards Ansicht zeigt dieses Buch die "Essenz von London". Nun weiß man nicht gleich, was die Essenz einer Stadt sein soll. Und wahrscheinlich werden verschiedene Menschen, selbst wenn sie diesen Begriff definieren könnten, ihn ganz unterschiedlich ausfüllen was London angeht. In London lägen – so van den Boogaard –"trostlose Viertel neben bahnbrechender Architektur und romantisch-heimeligen Häuschen". Die Extreme wären überall. "Und die Vielfalt (der) Menschen ist die Kraft, die sie vereint", schreibt er seinen angesichts solcher hochtrabender Phrasen vielleicht etwas verblüfften Lesern.

Da ich mich weder in der Vielfalt der Londoner Bevölkerung, noch in der Essenz dieser Stadt wirklich auskenne, blieb mir nur die Betrachtung der Fotografien, die, abgesehen von einigen Ausnahmen, von wirklich guter Qualität sind und entweder Impressionen aus der Stadt vermitteln oder die Londoner Architektur lobpreisen. Gelegentlich findet man auch Bilder, bei denen der Fotograf nicht lange überlegen konnte. Er wusste intuitiv, dass dieses Motiv etwas Einmaliges ist und musste einfach abdrücken. Was er in diesem Augenblick tatsächlich gedacht hat, weiß er wahrscheinlich oft selbst nicht. Selbstverständlich wird ihm sein Gehirn hinterher eine rationale Erklärung für sein Tun zurechtbasteln.

Und genau so ergeht es dem Betrachter solcher Fotografien. Erst kommt die unmittelbare (emotionale) Wahrnehmung, und erst dann versucht man sich rational zu erklären, was man da eigentlich sieht. Der ganze Band lebt von Kontrasten. Von geometrischen und farblichen. Oder vom Gegensatz von Kleinem und Großem, von Menschen und der gewaltigen Baumasse. Einsamkeit und Gleichförmigkeit, die es selbstverständlich auch in London gibt, verbinden sich in diesem Band nur gelegentlich mit buntem Treiben und Herumgewusel. Es überwiegt der Eindruck von leeren Straßen und langen Tunneln, in den sich manchmal der Schatten eines Menschen bewegt.

Dieser Bildband beschreibt nicht London in seinen Sehenswürdigkeiten, sondern versucht Eindrücke zu präsentieren, die die Fotografen bei ihren Streifzügen durch die Stadt gewannen. Merkwürdig für den Betrachter könnte jedoch sein, dass man nur wenige Menschen zu Gesicht bekommt. Vom rein ästhetischen Gesichtspunkt ist dieser Band recht gelungen. Während man bei seinem Vorgänger "Streets of New York" das Amateurhafte einiger der jungen Fotografen nicht übersehen konnte, erweisen sich die Bilder in diesem Band von einem ganz anderen Niveau. Interessant ist bei aller Vielfalt der 45 Fotografen, dass sie ziemlich ähnliche Ansätze wählen, um ihre Eindrücke festzuhalten. Wie man daran sehen kann, ist es nicht die Vielfalt, die Menschen zusammenbringt, sondern ihre Gleichheit.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Streets of New York" von MENDO

"Kein Ort der Welt ist so schwer einzufangen ..."
R_Mantheyvor 7 Monaten

"Weil jeder Zentimeter schon dokumentiert worden ist", geht dieser Satz aus der Einführung weiter. Der Herausgeber dieses Bandes hat – so seine weitere Erklärung – deshalb Wochen damit verbracht im Internet auf verschiedenen Plattformen nach "Künstlern" zu suchen, "die sich heimlich durch die Straßen der Stadt bewegen, versteckt hinter ihren Kameras, im Versuch, sich unsichtbar zu machen".

Zugegeben, ich liebe solche geistlosen Sätze. Leider kommen sie sehr oft in solchen Einführungen vor und offenbaren, dass sich deren Autoren in einer sonderbaren Welt merkwürdiger Wahrnehmungen bewegen. Wenn man sich in diesem Fall zuerst die Bilder ansieht, ohne sich durch solche textlichen Manipulationsversuche beirren zu lassen, dann hat man die Chance, der eigenen Wahrnehmung zu folgen. Und die sagt mir, dass hier Amateure am Werke waren. Das soll nicht heißen, dass dieser Bildband nicht auch schöne Fotografien enthält.

Ein Amateur, selbst wenn er technisch gesehen gut fotografieren kann, sieht ein Motiv, hat eine emotionale Eingebung und macht seine Bilder. Er begreift jedoch nicht, ob nun intuitiv oder ganz bewusst, dass der zukünftige Betrachter diese Eingebung nicht hatte und sie auch nicht kennen kann. Während es einem Künstler gelingt, seine Augenblickssicht bis zum Betrachter zu transportieren, kommt sie bei einem Amateur nicht bis dorthin. Im schlimmsten Fall geht es diesem Betrachter dann wie beim Ansehen fremder Urlaubsbilder, zu denen er keine Beziehung aufbauen kann, weil er damit eben keine Erinnerungen zu verbinden vermag.

Nun ist dieser Bildband aus meiner Sicht keineswegs schlecht. Die hier versammelten Fotografen beherrschen durchaus ihr Handwerk. Man findet viele schöne Fotos mit Motiven, die man kennt und schon auf die eine oder andere Art gesehen hat. Einige Fotografien "von oben" bieten eine Perspektive, die zum Teil über die übliche Sichtweise hinausgeht. So wie der Blickwinkel sich jedoch auf abseitige Motive bewegt, sinkt die Qualität der Bilder recht deutlich. Manchmal ahnt man vielleicht, was der Fotograf sich bei ihnen möglicherweise gedacht haben könnte, bei anderen ist man eher ratlos.

Kurz gesagt: Dieser Band vereint Bilder von 40 Fotografen, ist nicht schlecht und oft auch ganz gut. Aber zum Jubeln besteht kein Anlass.

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