MRC Kasasian Mord in der Mangle Street

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Inhaltsangabe zu „Mord in der Mangle Street“ von MRC Kasasian

London 1882. Nach dem Tod ihres Vaters begibt sich die junge March Middleton in die Obhut ihres Patenonkels: Sidney Grice, Englands berühmtester Detektiv, der vor einem neuen Rätsel steht. Eine Frau ist brutal ermordet worden, der einzige Verdächtige ist ihr Ehemann. Mit jeder neuen Wendung des Falls ist Sidney stärker von der Schuld des Ehemanns überzeugt und March von seiner Unschuld. In die dunkelsten Ecken des East End führen die Ermittlungen die junge Frau mit dem Faible für Gin und den bärbeißigen Spötter mit dem Glasauge. Wer von ihnen wird wohl recht behalten?

Holmes meets Scrooge - mit kleinen Abstrichen höchst unterhaltsam!

— lex-books
lex-books

Viktorianisches London: top Plot: flop Langweilig u wenig sympathische Charaktere

— Petra_84
Petra_84

Humorvoller Krimi im Stil von Arthur Conan Doyle

— SusanD
SusanD

Sehr ironisch-humorvoll und spannend erzählt ... Sidney Grice ist ein mürrischer Kerl, aber zusammen mit March ist er unschlagbar!

— angi_stumpf
angi_stumpf

Nicht schlecht, konnte mich aber dennochnicht vollständig überzeugen.

— Jashrin
Jashrin

London atmet – ein netter Krimi für regnerische Stunden.

— erinrosewell
erinrosewell

Ein recht vergnüglicher Ausflug in die viktorianische Zeit mit natürlich dem (fast) besten Ermittler Londons.

— DunklesSchaf
DunklesSchaf

Ein Muss für jeden alten und neuen viktorianischen Krimifan! Schrullige Scharfsinnigkeit! Einfach klasse!

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Außergewöhnlicher Kriminalroman im alten Stil - für alle Fans der "Old Crime Novels"

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  • Ein Ermittler wie aus der Muppet Show und eine selbstbewusste junge Frau wandeln auf Holmes Spuren

    Mord in der Mangle Street
    lex-books

    lex-books

    01. March 2017 um 22:33

    Schön, wenn Bücher halten, was sie versprechen. „Mord in der Mangle Street“ von M.R.C. Kasasian lässt mit seinem nostalgischen Cover auf eine viktorianische Detektivgeschichte im Stile Arthur Conan Doyles schließen. Und in der Tat: Der Titel ist Programm. Die Geschichte ist allerdings trotzdem ungewöhnlich, in Erzählstruktur, Besetzung und Verlauf.London 1882. March Middleton, Raucherin, Gelegenheitstrinkerin, alleinstehend und schlagfertig, befindet sich – nach dem Tod ihres Vaters - auf dem Weg zu ihrem Patenonkel Sidney Grice, einem bekannten Privatdetektiv, der March gleich bei der ersten Begegnung mit Unverschämtheiten und Überheblichkeit brüskiert. Da March keine andere Bleibe hat, bezieht sie ein Zimmer in Grices‘ Haus und befindet sich kurz darauf in den Ermittlungen zu einem mysteriösen Kriminalfall wieder. Eine Frau ist brutal ermordet worden. Der einzige Verdächtige ist ihr Ehemann. Doch dessen Schwiegermutter und Mutter des Opfers, Grace Dillinger, glaubt an seine Unschuld. Sie bittet Grice um Hilfe, der sich umgehend auf die Suche nach der Wahrheit macht, March widerwillig im Schlepptau.Dass man es nicht mit gewohnten Erzählmustern zu tun bekommt, ist nach wenigen Seiten klar. M.R.C. Kasasian gibt fast keine Orts- und Charakterbeschreibungen an die Hand und nur ein Minimum an Atmosphäre. Stattdessen lässt er seine Figuren erzählen, besser gesagt drauf los poltern. Fast ausschließlich über Dialoge darf man sich das Wesen der Protagonisten selbst erschließen, womit man erst einmal beschäftigt ist, da diese mit Ecken, Kanten und Marotten aufwarten und sich fortwährend Wortgefechte liefern. Konzentration ist nützlich. Die minimalistische, pointierte Erzählweise erfordert eine ruhige Leseumgebung. Zwischendurch, in Bus und Bahn zu lesen, war keine gute Idee. Zu hektisch, zu unruhig und im Ergebnis musste ich viele Passagen fünf, sechs oder sieben Mal Revue passieren lassen, bis alles den Weg von den Augen in den Kopf gefunden hatte.Dabei war alles furchtbar fesselnd. Viel spannende Recherchearbeit, kniffliges Indiziensammeln sowie messerscharfe Kombinationsgabe. Gut nachvollziehbar und mit viel Wortwitz. Der Ekelfaktor liegt im Mittelfeld. Die eine oder andere brutal zugerichtete Leiche wird etwas genauer inspiziert, ohne jedoch das Maß über zu strapazieren. Bewundernswert lässig schafft der Autor allein über die Anlage seiner Charaktere ein Gefühl für das historische London, wobei er sich vor allem in die armen, weniger ansehnlichen Teile der Stadt begibt.Dazwischen ein Ermittler, von dem man nicht recht weiß, ob er der Muppet Show oder einer vergessenen Geschichte von Charles Dickens entsprungen ist. Grice; eine Fusion aus Holmes, Scrooge, Waldorf und Statler, Veganer aus Überzeugung und Menschenverachter aus Prinzip, Empathie nahe null. Ein Bein zu kurz, ein Auge zu wenig und das Ersatzauge ploppt ständig aus der Höhle. Mit March Middleton tritt eine gefühlvolle, junge Frau in sein Leben. Damit kann er nichts anfangen, ist aber bald beeindruckt von der Schlagfertigkeit und Hartnäckigkeit seines Mündels. Ein Team sind die beiden noch nicht, könnten es aber werden.Die für ihre Zeit erstaunlich unkonventionelle March Middleton bildet einen interessanten Kontrast zu dem ewig zeternden Grice, bleibt aber größtenteils rätselhaft. Vor ihrer Ankunft in London scheint sie gemeinsam mit ihrem Vater, einem Militärarzt, Kriegsgebiete bereits zu haben. In melancholischen, tagebuchartigen Einschüben berichtet sie von der medizinischen Versorgung verletzter Soldaten, von denen ein ganz bestimmter wohl eine wichtige Rolle in ihrem Leben gespielt hat. Die kleinen Informationsbrotkrumen zur Vergangenheit dieser ungewöhnlichen Protagonisten streut der Autor sehr geschickt und weckt - jedenfalls bei mir - erfolgreich die Neugierde auf weitere Teile.Langeweile gab es nie, nur leider kann die Auflösung aufgrund des winzigen Verdächtigenkreises nicht ganz überraschen. M.R.C. Kasasian gleicht dieses Manko zur Hälfte mit einer interessanten List aus, die ich so noch nie in einer Detektivgeschichte vorgefunden habe. Das ist mal innovativ! Doch auch irritierend, zumal nicht nur die Reputation der Ermittler, sondern auch gleich der Spannungsgehalt des ganzen Buches auf dem Spiel steht. Dem Autor gelingt es aber, das Niveau zu halten, indem er die Leser in der Ungewissheit zappeln lässt, ob die Gerechtigkeit am Ende siegen wird. In dieser Hinsicht ist das Ende ausgefallen.Fazit: Gestört hat mich wenig. Das wanderlustige Glasauge und die ständigen Kabbeleien waren mir irgendwann zu viel. Ansonsten gibt es nichts zu meckern, außer eines: Ich hätte gerne direkt den nächsten Teil zur Hand genommen. Leider gibt es ihn nicht, jedenfalls nicht in deutscher Sprache. Eine Anfrage beim Verlag Hoffmann und Campe ergab die knappe Auskunft, es lägen keine Informationen vor, ob weitere der bislang insgesamt fünf Bände der Serie um Grice und Middleton übersetzt werden, was etwas frustrierend ist, denn ich möchte beide gerne näher kennenlernen!

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    • 2170
  • Die gewöhnliche Miss Middleton

    Mord in der Mangle Street
    Archer

    Archer

    04. November 2016 um 10:30

    1882: March Middleton ist jung, reizlos, mittellos und jetzt auch noch Vollwaise. Da sie ihr Elternhaus nicht mehr halten kann, trifft es sich gut, dass ihr Pate ihr anbietet, bei ihm zu leben. Sie hat ihn noch nie getroffen, aber viel von ihm gehört, denn es handelt sich um niemand Geringeren als den berühmten Privatdetektiv (Persönlicher Berater!!!) Sidney Grice. Grice ist genauso, wie sein Name klingt, ein stacheliger Kaktus ist noch streichelbar dagegen. Just zu dieser Zeit wird er zu einem Mordfall gerufen, bei dem er die Unschuld eines Mannes beweisen soll, welcher seine Frau erstochen haben soll. Während Grice davon überzeugt ist, dass der Mann schuldig ist, ist March vom Gegenteil überzeugt - und zwei starke Persönlichkeiten und wache Geister treffen aufeinander, von denen sich beide irren und doch beide recht haben. Schnell taucht man bei diesem Buch in das dreckige, stinkende London am Ende des 19. Jahrhunderts ab. Ein Menschenleben ist wenig wert in einer Gesellschaft, in welcher die Oberschicht die vollkommene Macht hat, Frauen als minderwertig und dumm angesehen werden und man eher ein Messer zwischen die Rippen bekommt (sofern sich der Mörder ein wenig auskennt) als ein Danke von Sidney Grice. Dieser entpuppt sich übrigens als egoistischer, geldgieriger, scharfsinniger Unsympath, doch auch March ist nicht das naive Mädchen vom Lande, im Gegenteil, sie hat ihre eigenen Leichen im Keller (scheinbar wortwörtlich). Dass ihr Vater in der Schweiz beim Absturz in einen Wasserfall ums Leben kam, gibt zu denken, genauso wie das Auftauchen eines Arztes namens Conan Doyle (war der aber nicht eigentlich Augenarzt?). Sowohl Grice als auch March haben es faustdick hinter den Ohren, und obwohl ich die Lösung des Falles nicht 100%ig überzeugend fand, bin ich doch genug am Haken, um Nachfolger lesen zu wollen. Empfehlung meinerseits.

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  • Vergnüglich und kurzweilig, aber kein Hit

    Mord in der Mangle Street
    Selene87

    Selene87

    31. October 2016 um 17:07

    Ohne Frage war es recht vergnüglich dieses Buch im viktorianischen London zu lesen. Gefallen hat mir - wie es auch in Geschichten mit Holmes u Watson der Fall ist - der kluge Sachverstand und die Kombinations- und Auffassungsgabe einen Mordfall zu lösen. Zwar sind die beiden Figuren - v.a. Sidney Grice - stark an Holmes u Watson angelehnt, jedoch wurde mir Grice nach und nach immer unsympathischer. Dies wiederum kann man ja auch mal beseite lassen, wäre der Kriminalfall nicht so vorausschauend gewesen. Es gab keine wirklich überraschenden Wendungen. Sodass man zwar die Entwicklungen u Beobachtungen gern verfolgt hat, aber nicht atemlos gebannt dasaß. March dagegen war nett, aber auch nicht viel mehr. Man hatte das Gefühl, dass sie nicht ganz greifbar war u natürlich das noch eine ganz andere Geschichte hinter ihrem Wesen steckt. Nur wird man das wohl frühestens im nächsten Band erfahren. Das Buch bildet den Auftakt einer neuen Reihe. Ich bin mir allerdings noch nicht ganz schlüssig, ob ich diese weiterverfolgen werde.

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  • Glasauge, sei wachsam!

    Mord in der Mangle Street
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    30. October 2016 um 21:32

    Die Geschichte: In den Kriegswirren des Jahres 1941 blickt March Middleton auf ihr bewegtes Leben zurück. Sie beginnt ihre Erzählung mit ihrem Umzug nach London: 1882 nach dem Tod ihres Vaters reist sie als 21-Jährige zu ihrem Patenonkel Sidney Grice in die Gower Street. Dieser verdient sein Geld als persönlicher Ermittler und hat sich damit schon einen besonderen Ruf erarbeitet. Sein aktueller Fall dreht sich um den Mord an einer jungen Frau, der sehr rätselhaft ist. Der Ehemann der Toten hat das Verbrechen selbst gemeldet, aber er ist auch der einzige Verdächtige. March glaubt allerdings nicht an die Schuld des Mannes, ganz im Gegensatz zu Sidney – ein regelrechtes Duell entspinnt sich zwischen den beiden. Wer kann zuerst stichhaltige Beweise vorlegen, die die jeweilige Theorie unterstützen? Meine Meinung: Zunächst hat mich alles etwas zu sehr an Sherlock Holmes erinnert, auch die Tatsache, dass uns quasi die ganze Story aus Sicht von March im Rückblick erzählt wird. Aber mit der Zeit konnte ich mich mit dem Gedanken immer mehr anfreunden, denn Sidney Grice ist zwar ebenfalls ein meisterhafter Detektiv, aber in seinem Verhalten doch irgendwie ganz anders als Sherlock. Sidney ist ein mürrischer und eher grob wirkender Kerl, dessen weicher Kern nur selten hervorblitzt. Doch wenn man weiß, wie man mit ihm umgehen muss, dann ist er durchaus erträglich. Dieses Kunststück gelingt March ziemlich schnell und auch Molly, sein Dienstmädchen, hält seine Launen mit stoischer Ruhe aus. Nicht nur die Dialoge sind oftmals mit viel Ironie und Humor gewürzt, so dass das Lesen wirklich zum Vergnügen wird. Dazu trägt auch die lebendige Beschreibung der selten schönen Schauplätze und Szenerien bei, in denen sich die Figuren bewegen. Manchmal möchte man sich beinahe kratzen, wenn man liest, wie viel Ungeziefer im alten London unterwegs war. Sehr eindrücklich und auch recht blutig schildert der Autor uns auch die Tat- bzw. Fundorte der nicht wenigen Leichen. Trotzdem wirkt das Ganze vergleichsweise harmlos und kann auch von Lesern mit schwächerem Magen gut konsumiert werden. Die vielen Wirrungen und falschen Spuren während der Ermittlungen sorgen immer wieder für Überraschungen, und das bis zum klärenden Epilog. Sehr gut fand ich auch, dass Sidney immer brav mit der Polizei zusammenarbeitet und der zuständige Inspektor trägt mit seinem Team auch zu einigen humorvollen Situationen bei. Auch interessant und abwechslungsreich sind die immer wieder eingestreuten Informationen über die Vergangenheit von March Middleton, die zum Beispiel mit ihrem Vater im Krieg beeindruckende Dienste im Lazarett leistete. Da dies der Auftakt zu einer neuen Reihe ist, dürfen wir uns bestimmt bald auf eine Fortsetzung freuen. Diese werde ich auf jeden Fall wieder lesen, da ich inzwischen den verschrobenen Sidney, die toughe March und einige andere Charaktere schon sehr in mein Leserherz geschlossen habe. Fazit: Sehr gut durchdacht und fesselnd erzählt – beste Krimiunterhaltung mit einem tollen Ermittler-Duo, das sich gern verbale Schlagabtausche liefert, die den Leser zum Schmunzeln bringen! Kann ich nur empfehlen!

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  • Mord im viktorianischen London

    Mord in der Mangle Street
    Jashrin

    Jashrin

    13. October 2016 um 15:15

    Nach dem Tod ihres Vaters bietet ihr Patenonkel Sidney Grice der jungen March Middleton an, zu ihm nach London zu ziehen. Obwohl sie ihn nicht kennt folgt March der Einladung. Kaum angekommen, muss sie allerdings feststellen, dass Grice nicht gerade der umgänglichste aller Zeitgenossen ist. Doch als privater Ermittler muss er ja auch nicht nett sein, sondern nur die Wahrheit ans Licht bringen. Allerdings scheint gleich der erste Fall nach Marchs Umzug nicht so einfach zu sein. Sidney Grice ist zwar überzeugt, dass der Ehemann seine Frau brutal ermordet hat, doch March ist von seiner Unschuld überzeugt. Kann sich der großartige Sidney Grice tatsächlich irren? M.R.C. Kasasian bringt mit „Mord in der Mangle Street“ den ersten Teil einer neuen Reihe um einen exzentrischen Detektiv und seinen Assistenten, in diesem Fall eine Assistentin. Ebenso wie Sherlock Holmes ermittelt Grice im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Parallelen sind nicht zufällig, sondern durchaus beabsichtigt und gewollt. So hat gegen Ende des Buches auch ein Arzt namens Dr. Conan Doyle einen kurzen Auftritt. Doch während Doyles berühmter Ermittler von der Faszination der Rätsel um möglichst komplexe Kriminalfälle angezogen wird, so ermittelt Sidney Grice hauptsächlich um des Geldes willen und nimmt daher nur lukrative Aufträge an. Sein guter Ruf ist ihm ebenfalls mehr als heilig. So legt er, wenn es sein muss, auch alles so aus, damit er stets im rechten Licht bleibt. Er ist wesentlich arroganter und überheblicher als Sherlock Holmes und nicht unbedingt ein Sympathieträger. Mit March Middleton wird ihm ein völlig anderer Charakter zur Seite gestellt. Sie ist erstaunlich selbstbewusst und taff für die damalige Zeit und lässt sich meist auch von Grices teils beleidigender Art nicht aus dem Konzept bringen. Während seine Figur eher überzogen wirkt, so ist March vielleicht ungewöhnlich, aber wesentlich greifbarer. Doch mir drängten sich beim Lesen nicht nur Vergleiche mit Sherlock Holmes auf, bereits im ersten Kapitel wurde ich stark an Edgar Allan Poes „The Murders in the Rue Morgue“ erinnert. Auch im weiteren Verlauf musste ich immer wieder daran denken, zum Beispiel als der mysteriöse Unbekannte mit den wallenden roten Haaren, dem Schnurrbart, gelber Weste und einem Gehstock mit einem Knauf in Form eines Affen beschrieben wurde. Da hatte ich direkt Poes Orang-Utan vor Augen. Das London des viktorianischen Zeitalters wurde gut dargestellt und die Atmosphäre in dieser Stadt gut eingefangen. Dennoch fehlte mir der Charme und der Esprit, den andere zu dieser Zeit angesiedelten Werke versprühen. Der Fall an sich ist interessant und ich konnte längst nicht jede Wendung vorhersehen. Besonders die Frage nach der Schuld des Ehemanns war spannend und auch wenn ich geneigt war March Recht zu geben, so habe ich doch gezweifelt. Neben March und Sidney Grice gab es noch eine Reihe weiterer Charaktere, die je nach Wichtigkeit mehr oder weniger detailliert herausgearbeitet waren. Von den Nebenrollen hat mir besonders Harriet, Marchs Zugbekanntschaft, sehr gefallen. Der Krimi lebt in erster Linie von der Dynamik zwischen dem selbstgefälligen Grice und der neugierigen und offenen March. Es macht Spaß zu sehen, wie bei den beiden zwei Welten aufeinandertreffen und es gibt auch den ein oder anderen amüsanten Schlagabtausch. Mein Fazit: Insgesamt hat mich der Krimi etwas zwiespältig zurückgelassen. Einerseits hatte ich mir mehr erhofft und muss sagen, dass er für mich bei Weitem nicht an sein Vorbild herankommt, dennoch wurde ich über weite Teile hinweg gut unterhalten und habe gespannt nicht nur den Kriminalfall verfolgt, sondern auch die Frage, ob Sidney Grice nicht doch noch sympathische Züge zum Vorschein kommen lässt.

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  • "Mord in der Mangle Street" von M.R.C. Kasasian

    Mord in der Mangle Street
    erinrosewell

    erinrosewell

    24. September 2016 um 16:14

    Autor: M.R.C. KasasianTitel: Mord in der Mangle StreetGattung: Roman; Krimi, HistorischesErschienen: 2013Gelesene Ausgabe: Atlantik, 2016ISBN: 978-3-455-60051-3Gelesen auf: Deutsch (Englisch)Gelesen im: September 2016   Zum Buch:March Middleton erfüllt keines der Ideale einer Mitte 20-jährigen, jungen Frau im England des 19. Jahrhunderts. Sie raucht gerne, trinkt zu viel Gin, ist weder sonderlich hübsch noch reich und scheut weder vulgäre Sprache noch Blut. Nach dem Tod ihres Vaters gelangt sie in die Obhut ihres Patenonkels, dem berühmten, neurotischen Londoner Privatdetektiv, Sidney Grice. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erlaubt er ihr, ihm bei der Ermittlung seines neusten Falles zu helfen. Für ihn ist die einzige Möglichkeit sonnenklar - der Ehemann erstach seine junge, hübsche Frau, doch March zweifelt an der Schuld des Mannes und hängt sich hartnäckig an den Fall, der immer mehr Staub aufwirbelt und schnell die nächsten Toten fordert. In bester Sherlock Holmes Manier erzählt Kasasian aus Marches Sicht den Auftakt zu einer fulminanten Reihe. Mir hat es sehr gut gefallen, der Mordfall ist spannend, die Figuren lebendig, die bewusste Ähnlichkeit zu Sherlock Holmes wird von Anfang an bewusst vorweggenommen. Ich freue mich schon sehr auf mehr von dem dynamischen Duo Grice & Middleton.   Eine der Lieblingsstellen:Zitat: "Ich speise stets mit einem Buch. Dieses hier ist eines meiner liebsten - Eine kurze Studie der parasitären Würmer Afrikas -, wundervoll illustriert mit farbigen Zeichnungen."[1] Stil und Sprache: locker und familiär, nicht sonderlich anspruchsvollZitat: "Nehmen Sie sich vor Taschendieben in Acht", trug sie mir auf, "und vor Ausländern. Noch Gin übrig?" "Ich fürchte, nein."[2] Schlüssigkeit der Handlung: Als Bericht, von einer älteren March fast immer chronologisch erzählt, Agathie-Christie-Schema. Das hat mir gefallen: spannender Dreh bei der doch prominenten Figurenvorlage. Das hat mir nicht gefallen: Erinnert stark an Sherlock Holmes, zwar ist dies gewollt, aber ein wenig Selbständigkeit hätte nicht geschadet, denn ich bin mir sicher Kasasian hätte es gekonnt. In One Sentence: London atmet – ein netter Krimi für regnerische Stunden. Sterne: 4   [1] S.63[2] S.17

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  • Kopie oder Hommage?

    Mord in der Mangle Street
    DunklesSchaf

    DunklesSchaf

    06. September 2016 um 08:50

    Wenn man sich auf einen viktorianischen Krimi einlässt, dann lässt sich ein Vergleich zu Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes einfach nicht vermeiden. Zu gut kennen wir Krimileser die Zeit, die Gesellschaft, die Umstände in London zu Zeiten Königin Victorias. Wenn man nun also einen Krimi schreibt, der in dieser Zeit spielt, einen Detektiv einsetzt, der logisch schlussfolgert und mit einer gewissen Arroganz in Fällen stöbert, und diesem eine medizinisch nicht unwissende Begleiterin an die Seite stellt, fragt man sich schon: Kopie oder Hommage? Der Autor geht mit diesem Konflikt recht offen um und versucht erst gar nicht, den Vergleich abzuwenden, sondern spielt bewusst mit diesem Kniff. Ein Pluspunkt in diesem viktorianischen Krimi, der mich mit einem mittelmäßig bis gutem Eindruck zurück lässt. William Ashby wurde wegen des Mordes an seiner Frau verhaftet und bittet Sidney Grice, den besten Privatdetektiv von London, per Brief und durch seine Schwiegermutter, Mrs. Dillinger, um Hilfe. Doch erst die finanziellen Mittel, welche March Middleton, die erst kürzlich zu Mr. Grice als Mündel gestoßen ist, anbietet, können ihn dazu überreden, den Fall anzunehmen. Doch Marchs Hilfe ist an eine Bedingung gebunden: sie möchte bei den Ermittlungen dabei sein. Grice ist von Anfang an von Ashbys Schuld überzeugt, derweil March für Ashbys Unschuld plädiert. Also macht sich das ungleiche Paar auf - zum Tatort, zum Leichenschauhaus, zum Gefangenen. Und da March nun eben nicht das zartbesaitete Wesen ist, welches Männer immer gern haben möchten, gibt sie dem eingebildeten, kaltherzigen Ermittler mit dem Glasauge, immer wieder fleißig Kontra und trägt so ihren Soll zu den Ermittlungen bei. Doch letztendlich bleibt die Frage: ist Ashby schuldig oder unschuldig? Sidney Grice erinnert sehr stark an Sherlock Holmes, doch ein paar Unterschiede gibt es schon. Er ist wesentlich arroganter und selbstgefälliger, ein eitler Fatzke, der sich immer im Recht glaubt oder es zur Not auch so auslegt, dass er Recht hat. Warum er March als Mündel aufgenommen hat, ist höchst fraglich, wobei er durch den ersten Fall natürlich finanzielle Vorteile hat. Sein Kopf tüftelt nebenbei immer an Ideen für Erfindungen und so ist es kein Wunder, dass er bald wohl einen Vorgänger der Thermoskanne mit sich herumträgt. Schließlich ist das einzig anständige Getränk, welches den Namen verdient, Tee, und dieser hat gefälligst niemals lau zu sein oder gar mit Milch versetzt. Vegetarier ist Grice im Übrigen auch noch. Im Gegensatz hierzu stellt der Autor March Middleton in den Ring. Die junge Frau zieht nach dem Tod ihres Vaters, einem Arzt, zu Sidney Grice in die Großstadt. March mag zwar eine Landpflanze sein, doch mit ihrem Vater war sie auch im Krieg und hat Verwundete versorgt, so dass sie der Besuch im Leichenschauhaus nun nicht schrecken kann. Als Frau muss sie sich natürlich Bemerkungen - von beleidigend bis arrogant - anhören, was eine Frau so zu tun und zu lassen hat. Und dazu gehört natürlich keinesfalls Gin zu trinken oder zu rauchen - und so macht sie das mehr oder minder heimlich. Natürlich ist es ungewöhnlich, eine Frau in dieser Zeit so selbstbewusst auftreten zu sehen. Doch meines Erachtens bleibt der Geschichte gar nichts anderes übrig - eine zurückhaltendere Frau würde neben dem extrovertierten und bestimmenden Mr. Grice völlig untergehen. Dieses absonderliche Paar macht zwar auf der einen Seite Spaß, auf der anderen Seite ist es aber auch an manchen Stellen sehr anstrengend, da beide eben Stereotype bedienen. Zu überzogen ist Grice, zu liberal March, auch wenn die dadurch wie Zahnräder ineinander greifen. Aber eben das ist das Problem: es gibt keine Überraschung in ihrem Verhalten - man weiß von Anfang an, worauf man sich einlässt. Der Kriminalfall, der von Anfang an eine Frage aufwirft, die einen geübten Krimileser schon auf die Lösung bringen kann, war aufgrund dessen zwar nicht sonderlich spektakulär, aber durch das Setting und das Flair der verdreckten Großstadt London äußerst vergnüglich. Wenn March und Grice durch den Kanal hinter dem Tatort waten, die verzogenen Türen weder auf noch zu gehen und es eben keinen kümmert, dass das Zündholzmädchen, welches vor dem Eingang sitzt, dort immer noch sitzt, weil es verstorben ist – so ist das London dort, wo keiner hinsehen will. Ein paar bessere Gegenden gibt es natürlich auch (als ob der beste Detektiv von London in einem Dreckloch hausen würde), aber genau diese Gegensätze der Metropole zeigen ein authentisches Bild. Zum einen ist es die Atmosphäre, die das viktorianische Zeitalter so spannend macht, aber eben auch die Art der Ermittlung. Die Forensik steckt in den Kinderschuhen, ach was, in den Babysöckchen, Befragungen sind das A und O, die Polizisten sind gespickt von Vorurteilen und oft ist nur durch Beobachtungsgabe der Täter zu ermitteln. Da kommt ein Ermittler mit der herausragenden Fähigkeit zur Beobachtung natürlich recht, vor allem, wenn er noch ein Faible für Erfindungen hat und auch ein Pülverchen bieten kann, um Blutspuren nachzuweisen. Ob das Blut dann tatsächlich von der Tat stammt, ist natürlich wieder eine andere Sache. Wie sehr sich die Ermittler doch heutzutage auf die Forensik verlassen, wie wenig die Ermittler damals hatten und nur über Vermutungen drauf gekommen sind, wie es sich abgespielt haben könnte. Denn letztendlich ist damit dann oft ein Geständnis heraus gekitzelt worden und nur so konnten die Vermutungen bestehen. Eigentlich bin ich nicht dafür Bücher oder auch Serien zu vergleichen, doch hier springt einem der Vergleich quasi ins Gesicht, so dass man sich dem nicht erwehren kann. Und da muss man leider sagen: an das Original kommt einfach keiner ran. Wenn man sich allerdings von diesem Vergleich löst, bleibt eine vergnügliche Ermittlung in der viktorianischen Zeit übrig, die mit einem sonderbaren und sich gegenseitig triezenden Paar aufwarten kann. Für mich war der Ausflug ins viktorianische Zeitalter eine erfrischende Abwechslung. Fazit: Im Vergleich zum Vorbild muss das Buch leider Federn lassen, doch wenn man sich nicht darauf versteift, bleibt ein vergnüglicher Ausflug in die viktorianische Zeit mit natürlich dem (fast) besten Ermittler Londons.

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  • Old School Murder

    Mord in der Mangle Street
    SABO

    SABO

    05. September 2016 um 14:20

    M.R.C. Kasasian - Mord in der Mangle Street - AtlantikLondon, 1882March Middleton hat schlimme Dinge gesehen, aber sie hatte keine Zeit darüber nachzudenken, denn sie und ihr Vater versorgte Schwerverwundete in einem Lazarett in Kalkutta, der blutige "Gevatter" ihr ständiger Gast. Nach dem Tod ihres Vaters begibt sich March in die Obhut ihres Patenonkels Sidney Grice, er gilt als Englands berühmtester Dedektiv. Jeder Kutscher kennt den Weg in die Gower Street 125, jeder Gossenjunge zieht die geklaute Mütze vor dem humpelnden Mann mit dem Glasauge. Natürlich auch in der Hoffnung, eine Information für ihn zu haben, sodass etwas "Kupfer" hineinfällt. Trotz seiner äußeren Defizite ist er ein eitler Fatzke, der mit schrulliger Scharfsinnigkeit um sich wirft. Der Mann ist ein soziales Desaster und ein Widerspruch in sich. Er ist Vegetarier aus Prinzip und irgendwo - gut versteckt - ein Herz aus Gold. So was in der Art.. Seiner Schlussfolgerung nach, darf dies keiner wissen, denn es könnte den Zusammenbruch ganz Londons provozieren.Sein Mündel schockiert so leicht nichts, weder die Leichenhalle noch ein Aufstand brüllenden Mobs. Tatkräftig steht sie ihrem Patenonkel zur Seite: "Ich hob die Stange auf. Sie war schwer, und da ich den Mann mit der Flasche in der Hand nicht umbringen wollte, klopfte ich ihm nur einmal auf den Kopf."Sidney Grice lernt seine blaustrümpfige Assistentin zu schätzen und das, obwohl sie gerne einen Gin trinkt und heimlich raucht. Schon ihr erster Fall entzweit die beiden, ein forscher Inspektor stellt sich auf March´ Seite. "Das ist kein Mitmensch, das ist ein Polizist!"Eine junge Frau wird mit 40 Messerstichen ermordet, der Ehemann schlief nichtsahnend im Nebenzimmer. Das Kuriose daran, seine Schwiegermutter ist von seiner Unschuld überzeugt und bittet Sidney, diese zu beweisen. Die Frau in Trauer, befindet sich in anderen Umständen. Der große Detektiv scheint kein Interesse an einem sozialen Fall zu haben, doch March verspricht ihm die Rechnung zu übernehmen.Die Bedingung: Er muss sie überall mithinnehmen, vom Polizeirevier bis zu den Kunden eines Gerichtsmediziners.Ein Investigieren, Schulter an Schulter."Als Gott die Narren erschuf, steckte er die größten unter ihnen in Uniformen und setzte ihnen Helme auf, weil keine Gedanken in ihre Köpfe dringen sollten."Ein Leseerlebnis ab der ersten Seite, große Schmunzler, aber auch tiefe Seufzer ob der herben Realität auf Londons viktorianischen Straßen, großer Beifall für diese zynisch-herzliche Meisterleistung. Dieser spannende Krimi um das neue Ermittlerpaar Grice/Middleton ist Kult. Hiermit eine uneingeschränkte Empfehlung zum Nächtedurchlesen!Bitte mehr davon! Ich bin begeistert und warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung!

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  • Viktorianischer Grantler auf der Spur des Verbrechens

    Mord in der Mangle Street
    RosaEmma

    RosaEmma

    01. September 2016 um 12:55

    Nachdem uns James Runcie in seinem Buch Der Schatten des Todes mit dem sympathischen Landpfarrer Sidney Chambers bereits einen ungewöhnlichen Protagonisten als Ermittler präsentierte, geht der britische Autor Martin R. C. Kasasian mit der Hauptfigur seines Romans Mord in der Mangle Street, der im viktorianischen London um 1882 spielt, noch einen Schritt weiter: Mit Sidney Grice, Englands namhaften Privatdetektiv mit dem Glasauge, stellt er uns einen arroganten Grantler und Zyniker vor, dem anscheinend jegliche menschliche Regung fremd ist. Und doch kommen wir letztendlich nicht umhin, ihn trotz allem zu mögen, denn was oder besser wer macht selbst den unsympathischsten Charakter erträglich? Eine Frau, die es mit ihm aufnehmen kann. Hier kommt sein Mündel und Patenkind March Middleton, 21, ins Spiel, die als alleinstehende Frau nach dem Tod ihres Vaters, dem angesehenen Chirurgen Geoffrey Middleton, nunmehr bei Sidney unterkommt und sein bis dato beschauliches Leben auf den Kopf stellt. Zum einen entspricht March in keiner Weise dem damaligen Idealbild einer Frau: Sie ist weder hübsch noch hält sie sich bescheiden im Hintergrund. Zum anderen ist ihre Vorliebe für Gin und Zigaretten für Sidney ein absolutes Gräuel, doch er schafft es nicht, sie davon abzubringen, denn March hat ihren eigenen Kopf. Ein mysteriöser Mordfall Viel Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen, bleibt den beiden nicht, denn Sidney steht ein mysteriöser Mordfall ins Haus. Grace Dillinger bittet ihn, im Mordfall ihrer Tochter Sarah zu ermitteln, die in ihrem Laden mit 40 Messerstichen brutal ermordet wurde, während ihr Mann William im Nebenzimmer schlief. An der Wand hat der Täter das Wort Rivincita (Rache) hinterlassen. Die Polizei hält William für den Täter und verhaftet ihn wegen Mordes. Bei einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe. Grace glaubt aber keinesfalls, dass ihr Schwiegersohn die Tat begangen hat und bittet Sidney inständig, den wahren Mörder zu finden. Da sie aber kein Geld hat, um Sidneys Honorar zu zahlen, weigert sich dieser hartnäckig, tätig zu werden – sehr zum Missfallen von March, die nicht verstehen kann, warum er nicht einen Funken Mitgefühl zeigt. Schließlich bietet March an, Sidney aus ihrem Erbe zu entlohnen, wenn er den Fall übernimmt. Die einzige Bedingung, die sie für die Honorarzahlung stellt, ist, dass sie Sidney bei seinen Ermittlungen über die Schulter schauen darf. Zähneknirschend willigt Sidney ein – insgeheim aber imponiert ihm Marchs Hartnäckigkeit. Darüber hinaus erweist sie sich auch noch als äußerst hartgesotten, denn weder der Anblick von Blut noch von Leichen kann sie schockieren – als Chirurgen-Tochter hat sie ihrem Vater schon auf einigen Schlachtfeldern, u.a. in Indien, bei OPs assistiert. Schuldig oder nicht schuldig? Im Laufe der Ermittlungen kristallisiert sich für March immer mehr heraus, dass William unschuldig ist, während Sidney ihn zweifelsfrei für einen Mörder hält. March versucht alles, um Sidney vom Gegenteil zu überzeugen, doch alle Argumente prallen an ihm ab. Er zieht keine Sekunde auch nur in Erwägung, dass er sich irren könnte. Doch March ist keinesfalls gewillt aufzugeben, und so beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, bei dem nicht nur Sidneys Ruf in Zweifel gezogen wird, sondern auch March in höchste Gefahr gerät. Als March zu ihrem Entsetzen schließlich erkennen muss, dass die Dinge nicht so sind wie sie scheinen, ist es schon fast zu spät. Abgestoßen von Sidneys Arroganz und Selbstherrlichkeit, unterschätzt sie seinen Spürsinn und seine Kompetenz, während er den Killer schon längst im Visier hat… Außergewöhnlicher Kriminalroman im alten Stil Dieser unterhaltsame Krimi im alten Stil hat mich begeistert – zum einen, weil ich diese Art derOld Crime Novels, die im viktorianischen London spielen, sehr liebe, zum anderen, weil Kasasian mit Sidney Grice und March Middleton ein erfrischend bizarres Ermittlerteam geschaffen hat, das allein für sich schon Unterhaltungswert hat. Sidney Grice als detektivisches Mastermind ist alles andere als eine spektakuläre Erscheinung: Er ist klein, hager, hinkt und hat ein Glasauge. All das täte nichts zur Sache, wenn nicht sein Charakter so sehr zu wünschen übrig ließe. Doch hinter seiner schroffen Fassade verbirgt sich so manche „menschliche“ Überraschung, die nicht nur March, sondern auch den Leser verwundert. Auch March ist nicht gerade die Verkörperung des viktorianischen Frauenideals und ihr fataler Hang zum Gin, mit dem sie versucht, ein trauriges Kapital ihres Lebens zu vergessen, ist irritierend. Doch als Pendant zum stets mürrischen Misanthropen Grice ist sie äußerst wohltuend und erquicklich. Ein spezielles Highlight: Poetische Fragmente einer tragischen Liebesgeschichte Was mir neben den verschrobenen Charakteren und der einfallsreichen Story ganz besonders gefallen hat, ist die tragische Liebesgeschichte zwischen March und Edward, die in kurzen kursiv gedruckten Fragmenten angerissen, aber nicht zu Ende erzählt wird. Sie ist für mich ein spezielles Highlight des Buchs, denn die poetische Sprache, mit der Kasasian die Begegnungen und kurzen Momentaufnahmen des Glücks der beiden Liebenden übermittelt, ist außergewöhnlich berührend und sehr ans Herz gehend. Mein Fazit: Eine sehr empfehlenswerte Lektüre mit einer Prise gutem englischen Humor und einem Hauch Poesie.

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  • Viktorianischer Krimi

    Mord in der Mangle Street
    TochterAlice

    TochterAlice

    24. August 2016 um 16:07

    Ein viktorianischer Krimi mit allem Zipp und Zapp - das hatte ich mir gewünscht und so habe ich mich riesig auf diesen Krimi gefreut von M.C.R. Kasasian gefreut, der in den Zeiten von Sherlock Holmes spielt. Der Autor selbst hingegen lebt im Gegensatz zu seinem Kollegen Arthur Conan Doyle im Hier und Jetzt und hat uns lediglich literarisch in auch aus seiner Sicht längst vergangene Zeiten verbracht.Zeiten, in denen wir auf die junge March Middleton treffen, die nach dem Verlust ihres Vaters auf sich gestellt ist und von ihrem ihr selbst persönlich bisher unbekannten Patenonkel Sidney Grice, seines Zeichens Detektiv, eingeladen wird, ihr weiteres Leben nun bei ihm zu verbringen. March wähnt sich freundlich aufgenommen, doch trifft sie in London auf einen Sonderling und Egozentriker, der seinesgleichen sucht und nicht gerade durch seine Nächstenliebe glänzt. Doch March ist keine, die sich die Butter vom Brot nehmen lassen würde und so mischt sie sich alsbald in die Geschäfte ihres Vormundes ein bzw. mischt munter mit bei den anstehenden Ermittlungen, wobei ihr vorlautes Mundwerk nicht nur ihr selbst bald im Weg steht.Eine originelle Person, diese March. Ich wünschte, das könnte ich auch von Sidney Grice behaupten, der mir eher wie eine Kreuzung aus Sherlock Holmes und Hercule Poirot vorkommt. Wobei er einem netten Hobby frönt - er ist nämlich Erfinder. Aber auch das ist schon mal dagewesen!Der Fall - es geht um eine junge Frau, die ermordet aufgefunden wurde und deren Gatte nun seinem Todesurteil entgegensieht - ist nicht übermäßig originell, doch durchaus charmant und auch unterhaltsam - wenn er nicht im Mittelteil mit ausgesprochenen Längen aufwarten würde. Auch der Schlagabtausch zwischen Sidney Grice und Inspector Pounce, der hier sozusagen sein Gegenpart von offizieller Seite ist, könnte schlagfertiger gestaltet sein.Alles in allem ganz nett - aber ein Kann, kein Muss. Man verpasst wenig - böse Zungen könnten sogar behaupten, kaum was - wenn man das Buch nicht liest.

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    • 2
  • Gin, Tee, schwarzer Humor und ein kniffliger Fall!

    Mord in der Mangle Street
    Sommerregen

    Sommerregen

    22. August 2016 um 20:29

    Nachdem ihr Vater gestorben ist, macht sich die junge March Middleton im Jahre 1882 auf den Weg nach London, um dort bei ihrem Patenonkel unterzukommen. Da es um ihre finanziellen Mittel nicht ganz so rosig bestellt ist, bleibt ihr auch keine andere Wahl, als sich in die Obhut des ihr bisher gänzlich unbekannten Mannes zu begeben. Sie weiß lediglich aus einem Brief, den sie vor kurzem erhielt, dass Sidney Grice, ihr Vormund, so eine alte Schuld begleichen möchte.Wie sie im Gespräch mit Harriet, einer Dame von March's Alter, mit welcher sie sich ein Zugabteil teilt, erfährt, ist Sidney Grice keineswegs irgendein Mann in England. Tatsächlich ist der Persönliche Ermittler, wie er die Bezeichnung "Privatdetektiv" stets zu verbessern pflegt, aufgrund seiner unglaublichen Kombinationsgabe und seinem Geschick im Umgang mit den haarsträubensten und kniffligsten Fällen zu großer Berühmheit gelangt.So wundert es nicht, dass March, sobald sie das Haus Nummer 125 in der Gower Street erreicht hat, mit ihrem ersten Kriminalfall konfrontiert wird. Ein Mann soll seine Ehefrau umgebracht haben und nun dafür gehängt werden; seine Schwiegermutter ist jedoch felsenfest von seiner Unschuld überzeugt, da dieser herzensgute Mensch niemals eine derart brutale Tat verübt haben könnte. Da für Mr. Grice primär Geld über das Annehmen oder Ablehnen eines Auftrags entscheidet, zeigt er für das Angebot der eher ärmlichen Dame kein Interesse. March aber, von der Geschichte zutiefst gerührt, verspricht, für alle Kosten aufzukommen, sofern sie den Ermittler bei seinen Recherchen begleiten darf.Und so lässt sich der von sich so überzeugte Sidney Grice dazu herab, seine wertvolle Zeit mit dem Lösen des Falles zu vergeuden. Denn eines steht fest: Mr. Grice glaubt längst in dem Ehemann seinen Täter gefunden zu haben - March jedoch spürt, dass er es nicht gewesen ist.Deswegen lässt die durchaus unkonventionelle March erst recht nicht locker und verblüfft so nicht nur ihren Patenonkel...Sehr schnell konnte ich in das Buch abtauchen, da es einen dank der atmosphärischen Erzählweise gekonnt nach London im Jahre 1882 entführt, wo auf der Straße jeder eine Bedrohung darstellen kann, man besser mit einem parfümierten Taschentuch ausgestattet sein sollte, um ekelerregenden Gerüchen Herr zu werden oder Menschen von der Bildfläche verschwinden, ohne dass es jemand merken oder irgendwen kümmern würde. Sehr humorvoll sind dabei die Beschreibungen von March, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist. So verspürt sie beispielsweise bei dem Gedanken daran, dass sich in Mr. Grice's Haus ein Badezimmer mit Toilette befindet, größten Ekel - kein Wunder, dass London so verseucht ist, wenn von Hygiene derart wenig gehalten wird.Auch ist sie der Zeit kaum angepasst: Sie genehmigt sich gerne einen Gin, sagt zu einer Zigarette nicht nein, kann dem Anblick verwester und angefressener Leichen ohne Ohnmachtsanfälle standhalten und weiß sich durch zynische Bemerkungen in der Männerwelt durchaus zu behaupten. Ihre Wortgefechte mit zahlreichen anderen Charakteren brachten mich immer wieder zum Schmunzeln oder Auflachen, da sie mit ihrem Scharfsinn zielsicher ins Schwarze trifft.Aber auch Sidney Grice ist eine sehr interessante Figur, die bei mir Seite um Seite gewann. Denn auch wenn er zunächst als absoluter Unsympath auftritt, der sich um seine Mitmenschen keineswegs, für Geld dafür umsomehr, sorgt, bröckelt diese Fassade doch zeitweise. Darüber hinaus konnte ich mir ausgesprochen gut vorstellen, wie er zwischendurch ein Lächeln zu unterdrücken versucht, sich dann mit der Hand vor das Auge fasst, um das nicht ganz passende Glasauge, welches nur zu gerne aus seiner Höle springt, auffangen zu können. Auch zaubert einem seine eher weniger positive Einstellung gegenüber Menschen in zahlreichen Situationen ein Lächeln ins Gesicht - an anderen Stellen möchte man ihm am liebsten gehörig die Meinung sagen. Zum Glück nimmt einem dies March punktgenau ab.Aber auch die übrigen Charaktere sind sehr schön gezeichnet, sodass man sich ein lebensnahes Bild von ihnen machen kann und sich das Kopfkino nie ausstellt.Der Fall ist äußerst spannend und hält viele Wendungen bereit, sodass es viel Spaß macht, Mr. Grice und March bei den Ermittlungen zu begleiten.Darüber hinaus lässt sich das Buch der packenden Schreibweise und des schwarzen Humors wegen, sehr angenehm lesen.Dieser Band hat wirklich meine Neugierde geweckt, sodass ich hoffe, möglichst bald einen weiteren bis zur letzten Seite spannenden sowie humorvollen Fall, der bravourös von dem so gegensätzlichen Ermittler-Duo gelöst wird, lesen und so auch noch mehr über die Charaktere erfahren zu können.

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    • 7
  • Dieses Duo hat es in sich ...

    Mord in der Mangle Street
    SharonBaker

    SharonBaker

    19. August 2016 um 18:46

    March Middelton ist nach dem Tod ihres Vaters allein und kann das Haus mit dem Anwesen von ihren spärlichen Vermögen, nicht halten. So greift sie auf das Angebot ihres Patenonkels zurück und zieht zu ihm nach London. Nun ist ihr Vormund kein unbeschriebenes Blatt, denn Sidney Grice, ist der berühmteste Detektiv von ganz England und liebt es knifflige, gut bezahlte Fälle zu lösen. Kaum ist March angekommen, wird sie auch schon in einem Fall unfreiwillig hineingezogen und erlebt die Ermittlungen hautnah mit. Der Fall ist für Sidney schnell klar, ein brutaler Mord an einer Frau und nur der Ehemann kann die Schuld haben und muss der Mörder sein. March zweifelt sehr an dem Können ihres Patenonkels und hält dagegen, unmöglich kann dieser treue gutherzige Mann, etwas mit dem Verbrechen zu tun haben. Wer von beiden wird wohl recht haben? Wird eine Zusammenarbeit überhaupt funktionieren? Und kann, sich March überhaupt, in dieser Männerwelt durchsetzten, oder sogar behaupten? Ich habe ja einem Faible für alte Detektivgeschichten und liebe einfach die Klassiker, Sherlock Holmes, Miss Marple und wie sie alle heißen. Nun sprach mir dieses Cover, und der dazugehörige Inhalt direkt an und ich dachte mir, das könnte doch was für mich sein. Als ich die ersten Seiten gelesen hatte, legte sich ein leichtes Lächeln auf mein Gesicht und ich konnte damit nicht mehr aufhören.Wir befinden uns im London des Jahres 1882 und die Atmosphäre wurde hier herrlich eingefangen, man konnte die Pferdekutschen vorbei fahren hören, die dunklen schmutzigen Ecken riechen und das Feuer im Kamin vor Augen sehen. Sprich, man befand sich mitten im alten London und hoffte, für die Geschichte, die richtigen Schuhe gewählt zu haben, um mit den beiden Ermittlern mithalten zu können. Dieses Flair und das ganze drum herum hat richtig Spaß gemacht und knüpft auch an die große Zeit der beliebtesten Detektivgeschichten an. Man taucht einfach ab, in eine andere Welt und lässt sich berauschen, aber der absolute Star des Ganzen sind die Figuren.Sidney Grice, ist unsympathisch, arrogant, total von sich überzeugt und weckt einfach eine große Abneigung. Dazu kommt noch, dass er klein und dünn ist, ein Glasauge trägt und mega eitel ist. Er sieht einfach gerne auf Leute herab, macht sich über sie lustig und meint es mit seiner Umwelt nicht immer gut. Das zumindest ist der erste Eindruck, denn er versucht lange seine Ego-Fassade aufrechtzuerhalten, aber im Laufe der Geschichte fängt sie doch an zu bröckeln, das macht ihn am Ende nicht zum netten Mitmenschen, denn seine Hintergründe sind nicht immer die Edelsten, aber es weckt Interesse, große Neugier beim Leser, was noch alles im verborgenen bei Sidney lauert und was wirklich hinter seiner überheblichen Fassade steckt.Aber der heimliche Star des Ganzen ist, für mich, March Middelton. Eine junge Frau, die in ihre Zeit nicht ganz passt und etwas unkonventionell daher kommt. Ihr Vater war Arzt und auch in Indien, dorthin hat er auch seine Tochter mitgenommen, dadurch hat sie schon viel erlebt und gesehen und doch muss sie sich als Frau klein machen, in der Gesellschaft der Männer. Aber March lässt sich vieles nicht gefallen und schlägt mit ihrem Mundwerk, ihrem Humor und ihren Tricks zurück. Außerdem raucht sie ganz gern und ein Gläschen Gin gönnt sie sich auch. Sie ist eine toughe Frau, aber auch sie hat ihre Geheimnisse und trägt eine traurige Vergangenheit mit sich rum. Ich mochte sie von der ersten Seite an und habe bei jedem kleinen Erfolg von ihr, mit gejubelt. Das Zusammenspiel von Sidney und March macht die Geschichte außergewöhnlich und sehr unterhaltsam. Ihre Wortgefechte, ihr Augenrollen, ihre Fragen, seine Seufzer über die dummen Frauen, seine allein Gänge und seine arrogante Art, macht dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss. Ich persönlich würde sie nicht mit anderen Ermittlern zu dieser Zeit vergleichen, denn der Autor hat hier wirklich was Eigenes geschaffen, was sich nicht verstecken muss und kein Abklatsch von alt Bekannten ist. Es lies sich schnell und flüssig lesen, trotz der gewählten etwas steifen Ausdrucksweise und passte sich somit wunderbar ins Bild. Auch der Fall gestaltete sich interessant und war wirklich kniffelig.Dieses Buch lebt von der tollen Atmosphäre, den wirklich interessanten Figuren und dem schwarzen Humor. Und obwohl es manchmal ein paar Längen hatte und man sich fragte, was kommt noch, hatte ich wirklich Spaß an der Geschichte. Hier können wir wirklich noch auf einiges gespannt sein, denn die Bewohner der Gower St. ermittelt bestimmt wieder.  

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  • Frauenpower im viktorianischen London!

    Mord in der Mangle Street
    Evibtf

    Evibtf

    19. August 2016 um 11:44

    Eine taffe junge Frau und ein chauvinistischer Detektiv ermitteln gemeinsam in einem Fall, in dem der Verdächtiger gleichzeitig schuldig und unschuldig zu sein scheint.

    Spannend und witzig! Unbedingt lesen!