Maša Kolanović Underground Barbie

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Inhaltsangabe zu „Underground Barbie“ von Maša Kolanović

Sloboština ist eine Hochhaussiedlung an der Peripherie von Zagreb. Masa Kolanovics Protagonistin wächst dort in den achtziger Jahren auf, und wie viele Mädchen auf der ganzen Welt verbringt sie mit ihren Freundinnen etliche Stunden des Tages in der glamourösen Scheinwelt ihrer Barbiepuppen. Anfang der neunziger Jahre drängt sich die politische Realität, der Krieg und Zerfall Jugoslawiens, in die unbeschwerte Kindheit. Bei Luftalarm bringen sich die Bewohner im Hochhauskeller in Sicherheit. Barbies Welt entsteht nun zwischen Einmachgläsern und Rattenfallen, eine ramponierte Ken-Figur vom Flohmarkt wird zum nationalistischen Anführer befördert. 'Ein bemerkenswerter neuer Roman. David Lynch's Twin Peaks trifft auf jugoslawischen Filmklassiker, Detektivgeschichte trifft auf kroatische Propaganda, Frankensteins Braut trifft auf TV-Kriegsberichterstattung.' The Guardian

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  • Rezension zu "Underground Barbie" von Maša Kolanović

    Underground Barbie
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. June 2012 um 15:25

    Auf den ersten Blick ist „Underground Barbie“ ein lockeres Buch über das Heranwachsen eines jungen Mädchens. Doch genauer betrachtet steckt viel mehr dahinter. Die namenlose Protagonistin und Ich-Erzählerin lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder in der Zagreber Hochhaussiedlung Sloboština. Für sie und ihre Freundinnen zählt nur eins: ihre Barbies. Sie erschaffen sich eine glamouröse Scheinwelt, in der alles möglich ist. Da das Geld knapp ist, freuen sie sich über Geschenke von Freunden und Familienmitgliedern aus dem Ausland, mit denen sie ihre Sammlungen vergrößern können. Alles andere basteln sie selbst und sind dabei äußerst kreativ. Ich musste oft schmunzeln, auf welche Ideen die Mädchen gekommen sind, und habe mich in meine Kindheit zurückversetzt gefühlt. Es ist erstaunlich, was mit etwas Phantasie so alles möglich ist. In Barbies Welt kann man alles sein, was man will. So entstehen immer neue Geschichten, die dann auch sehr detailliert erzählt werden. Manche sind geradezu abstrus, manche fröhlich, manche traurig und manche spannend. Außerhalb der Barbie-Welt herrscht brutale Realität. Luftangriffe zwingen die Menschen in die Schutzräume, die Zeitungen und Nachrichtensendungen berichten vom Machtwechsel und Belagerungen und einige Kinder des Viertels sammeln Patronen und Erinnerungsstücke aus der Zeit unter Tito. Somit bieten die Barbies eine Art Schutz, eine Flucht vor den grausamen Ereignissen, die Jugoslawien und später Kroatien erschüttern. Etwas schade ist, dass die geschichtlichen Ereignisse vor lauter Barbie-Parties und Barbie-Abenteuern ein bisschen zu kurz kommen. Aber andererseits ist das für Kinder in diesem Alter auch nicht so wichtig. Daher wirkt die ganze Geschichte sehr glaubwürdig. Ich weiß nicht, ob das Buch eine Autobiographie ist. Doch es liest sich so. Die Sprachstil ist der eines heranwachsenden Mädchens, leicht und flüssig zu lesen, mit langen verschachtelten Sätzen dazwischen. Er ist wie ein Fluss aus Gedanken und Erinnerungen, als ob die Erzählerin die Dinge gerade so erlebt. Es sprudelt geradezu aus ihr heraus. Unterstrichen wird der Text durch Kinderzeichnungen auf den meisten Seiten, die einerseits Szenen aus der Barbie-Welt, andererseits aber auch aus der realen Welt darstellen. Das hat mir sehr gefallen. Das Buch ist mit rund 200 Seiten geeignet, um in einem Stück an einem Abend gelesen zu werden, und es ist außerdem eine unterhaltsame und humorvolle Geschichte. Blickt man aber tiefer, steckt auch viel trauriges, grausames und nachdenklich machendes darin.

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