Maalouf. Amin Les Croisades vues par les Arabes de Maalouf. Amin (1999) Poche

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Inhaltsangabe zu „Les Croisades vues par les Arabes de Maalouf. Amin (1999) Poche“ von Maalouf. Amin

Sehr lehrreich und geistig anregend

— Gin
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  • Die Kreuzzüge unter einer anderen Perspektive

    Les Croisades vues par les Arabes de Maalouf. Amin (1999) Poche

    Gin

    29. April 2015 um 15:09

    Dieses Buch ist eine wunderbare Darstellung der Kreuzzüge aus der Sicht einiger damaligen muslimischen Chronisten, deren schwierige Namen ich dem Leser ersparen werde. Die Geschichte der Kreuzzüge beginnt anno 1097 mit einem fränkischen Überfall unter der Führung von Peter dem sogenannten Einsiedler und endet anno 1291 mit dem Rauschmiss der Franken durch Sultan Khalil, der Akkon (im heutigen Israel) zurückerobert, was 200 Jahre fränkische Besetzung im Heiligen Land und Umgebung beendet. Die Geschichte in 6 Kapiteln gegliedert: Vor dem Überfall, der Überfall, die Besetzung, der Gegenschlag, der Sieg, der Aufschub und die Vertreibung. Dabei werden die Schlachten und die Kampfmethoden beider Seiten kritisch unter die Lupe genommen. Es werden die Taten oder Untaten der namhaftesten Feldherren beiderseits erwähnt, von den später heilig Gesprochenen bis zu den Kannibalen, nicht zu sprechen von solchen, deren Namen bei uns heute noch mulmige Gefühle auslösen wie die Sekte der Assassiner… Es kommen auch Ortsnahmen vor, die uns den tobenden Krieg in Syrien in Erinnerung rufen oder an ruhmvollere Zeiten erinnern: Damaskus, Aleppo, Damaskus, Antiochia, Konstantinopel … Vor allem will aber dieses Buch vor Augen führen, wie barbarisch die Franken damals im Heiligen Land wüteten, angeblich im Namen Gottes. Auffallend ist auch, dass während der ganzen Dauer der Kreuzzüge es stets islamische Herrscher gab, die sich mit den Franken gegen andere arabische Clans verbündeten. Erst Nuruddin, Saladin und den Mamelouken gelang es schließlich, mit vereinen Kräften die Franken zu verjagen. Die schiere Unmöglichkeit, eine dauerhafte Einigkeit zu finden, ist heute noch das Schicksal der arabischen Ländern. Das lässt sich auch geopolitisch erklären, aber das ist eine andere Geschichte, die hier fehl am Platz wäre. Christen und Westler rechtfertigen die Kreuzzüge als Akt der Zurückeroberung der an die muslimischen Herrscher verlorenen Gebiete, in erster Linie das Heilige Land und die christlichen Gebiete im heutigen Nahen Osten. Die Muslime hingegen sehen in den Kreuzzügen einen Akt der Gewalt, ja der Schändung, und dieses Gefühl scheint heute noch nicht nachlassen zu wollen. Es geht dem Autor Amin Maalouf, einem Libanesen, der seit geraumer Zeit in Frankreich lebt, und mir als Leserin noch weniger darum, die Debatte um den Ursprung der Querelle und die Schuldzuweisung anzuheizen, sondern lediglich darum, eine andere Sichtweise der Dinge zu lesen zu bekommen, sich eine womöglich relativierte Meinung zu bilden von dessen, was wir als selbstverständlich erachten, und in Kenntnis der Dinge am Stammtisch zu argumentieren. Wir Europäer sind prompt zur Stelle, wenn es darum geht, die Barbarei der Anderen, vor allem auf anderen Kontinenten, zu verurteilen, vergessen aber dabei meistens, dass wir erst seit 70 Jahren ohne Krieg leben, und das auch nur, wenn man von den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien oder in der Ostukraine absieht … Diese Lektüre würde jedem von uns Europäern gut tun. Das Buch ist übrigens auch auf Deutsch erhältlich: Der Heilige Krieg der Barbaren

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