Maarten 't Hart Mozart und ich

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 10 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(2)
(0)
(0)
(2)

Inhaltsangabe zu „Mozart und ich“ von Maarten 't Hart

Der niederländische Romancier Maarten ’t Hart erzählt inspiriert und mit profundem Wissen von seiner lebenslangen Liebe für den großen Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. In seiner sehr persönlichen Hommage an ein musikalisches Genie schreibt er über Mozarts Musik, seine Biographie und die Bedeutung für Maarten ’t Harts eigenes Leben. Mit Musik-CD ausgewählter Mozart-Stücke, zusammengestellt von Maarten ’t Hart.

Stöbern in Biografie

How to Murder Your Life

Bis ungefähr Seite 200 ist es ganz gut zu lesen, aber es wird immer langweiliger und das Ende ist die schlimmste Heuchelei!

ju_theTrue

Die Magnolienfrau

Der große Preis der Freiheit

voeglein

MUTIG

Total offen und ehrlich, voll auf die 12, polarisiert auch in mir, doch das mag ich sehr, dass es auch nach dem Lesen nachwirkt. Toll!

MeiLingArt

Wir hier draußen

Spannend und lebendig erzählt. Manches in dem Bericht hat mich irritiert!

wandablue

Wir sind dann wohl die Angehörigen

Wow, tiefgründig und kaum vorstellbar wie schrecklich diese Zeit für Johann Scheerer gewesen sein muss.

Sassenach123

Penguin Bloom

sehr beeindruckend und gefühlvoll

EOS

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Mozart und ich" von Maarten 't Hart

    Mozart und ich

    Gilfaen

    21. February 2011 um 15:54

    "Aber alles finden Sie in seiner Musik, Sie müssen nur genau hineinhören." (Rolando Villazón über Mozart)[1] Komparatistisch versucht sich Maarten't Hart dem Phänomen „Mozart" anzunähern sei "sehr wohl der größte Komponist aller Zeiten"[2] und könne in einer Reihe mit Franz Schubert (1797-1828), Ludwig van Beethoven (1770-1827) oder Robert Schumann (1810-1858) genannt werden.n. Ziel seiner Publikation ist es, so Hart, die Genialität und das Talent des so früh verstorbenen 35-jährigen Komponisten und Menschen nachzuweisen, ungeachtet der Tatsache, dass eine Ehrenrettung dieser Art weder notwendig ist und in seiner Art der Bearbeitung angemessen scheint. Wer hat die Frage nach der Genialität gestellt? Wer die Frage nach dem Talent? Die Schwierigkeit seiner Argumentation zu folgen, besteht nicht nur darin, Talent als eine messbare Größe zu beschreiben oder aber gar Genialität methodisch nachzuweisen, sondern auch darin, dass Hart seine Antwort an keinen bestimmten Adressaten richtet. Unklar bleibt, welche Zielgruppe er anspricht. Der Mozart-Interessierte, ohne Vorkenntnisse oder mit Halbwissen, wird genauso wenig angesprochen wie derjenige, der sein Wissen nur mehr erweitern oder aber sich vom Faktenwissen unterhalten lassen will. Für ersteren wirkt die Auseinandersetzung mit Taktarten und Tonarten ohne Zusammenhang, trocken, zäh und sehr beliebig (Warum gerade z.B. die Variationen ein Thema sind oder aber die, nach Harts Ansicht, „langsamen Einleitungen“ wird dem Leser genauso wenig deutlich, wie die Gliederung des Buches an sich [3] Zudem erklärt Hart wenig, er definiert nichts. Für denjenigen allerdings, der sein Wissen nur mehr erweitern will oder aber musikwissenschaftlich tätig ist, entbehren die Diskussionen oder aber Schlussfolgerungen jede Grundlage bzw. fehlt der Conclusio jede Beweisbarkeit. Als Beispiel sei hier folgendes erwähnt: 2005 entdeckte man ein, bisher unbekanntes en-face-Gemälde Mozarts (es sollte sich als eine Darstellung von Georg Edlinger erweisen, die "with an error probability of well below one in 10,000,000." [4] den in die Jahre gekommenen Mozart darstellen sollte) in der Berliner Gemäldegalerie. Hart argumentiert, dass Bild habe große Ähnlichkeit mit anderen Mozart-Darstellungen, zudem trage der Abgebildete schöne Kleidung, eine Sache, auf die Mozart immer wert gelegt habe. Ungeachtet von Vergleicharbeiten mit eher unbekannteren Mozart-Darstellungen italienischer Kuratoren oder aber differenzierter biometrischer Beweise, ist Harts einziger Beleg der, der Kleidung. Ein unhaltbares Argument, ist doch Kleidung eine Frage des Zeitgeschmacks und von Trends, Mozart wird nicht der einzige Mensch gewesen sein, der einen grünen Rock bzw. eine Perücke getragen hat. Hart geht ohne qualitativ gute Methode an Vergleiche heran; er verwendet dafür Seitenangaben einschlägiger Lexika bzw. Handbücher, hat dabei aber ungenannt belassen, ob es sich dabei um eine Sammelbiografie handelt (also mehrere Autoren an dieser beteiligt sind) oder aber um eine Monografie (die nur selten von mehr, als einem Autor geschrieben wurde). Es ist von Interesse für die Beweisbarkeit eines Sachverhaltes dieser Art – vor allem die Frage nach der Größe und wenn man diese anhand von Seitenzahlen beweisen will (was mir als ungeeignete Methode erscheint) – welche Schwerpunkte der Autor gesetzt hat, ob er sich (wie auch im Fall von „Mozart und ich“) nur um Klassiker oder Klischees der biografischen Forschung handelt bzw. wie hoch – ein Faktum, was Hart weder beachtet noch benennt – überhaupt der Kenntnisstand zum Leben und Wirken mancher Komponisten ist. Nicht nur die Argumentationen erweisen sich als negativ, auch die Ausgestaltung in der Stilistik weist Mängel auf. Wiederholungen, wie die Tatsache, er habe von Mozart vor allem "die [Kompositionen gehört, die] der katholische Rundfunk am Samstagabend brachte" [5], wirken redundant. Die Texte haben den Charme eines Schulaufsatzes – zu viele Füllwörter (daher, des weiteren, sicherlich, tatsächlich) und ein schnoddiger, flappsiger Tonfall, was geschwätzig wirkt und undifferenziert. Die im Werk sich befindenden positiven Meinungsbekundungen werden nur mit Superlativen beschrieben („gehört zu den schönsten, die er je komponiert hat“, „wunderschön“, „prächtig“, „Krone der Genialität“, „Höhepunkt seiner Komposition“) und – für mich etwas ärgerliches – Kritik nur in Form von Ressentiments (vor allem gegen Popmusik, die er als „barbarische Gewalt“ [6] bezeichnet) oder aber Beleidigungen ("Dieser … hat von Tuten und Blasen keine Ahnung. Er redet einfach was daher." [7]) hervorgebracht. Es entsteht der Eindruck einseitiger Verherrlichung, was dem Zugang zum Text enorm erschwert. Fazit: "Komponieren ist nämlich sehr viel schwieriger als zeichnen oder schreiben." [8] schreibt Hart in der Einleitung des Buches; diese Aussage ist im Anbetracht seiner Arbeit absolut zutreffend. Er vergeht sich in Allgemeinplätzen, beschreibt nur Klischees und Klassiker der biografischen Forschung, so dass der Erkenntnisgewinn gering ist. Der flapsige Stil des Textes nimmt der Thematik zwar die Ernsthaftigkeit und lädt auch zu einer außerwissenschaftlichen Betrachtung ein, aber dennoch fühlt sich der Leser abgestoßen von der einseitigen Verherrlichung und den Ressentiments, nicht zuletzt gegen Popmusik oder aber Zeitgenossen Mozarts, die er als Stümper und Pfuscher bezeichnet. Eine große Enttäuschung. Ich empfehle für die Auseinandersetzung mit dem Phänomen oder Komponisten Mozarts nicht nur ein Blick in einschlägige Biografien (Martin Geck: Mozart. Eine Biographie; Georg Nikolaus Nissen und Rudolph Angermüller: Biographie W. A. Mozarts; Dorothea Leonhart: Mozart: Eine Biographie), sondern auch zu dem, was ihn besonders gemacht hat: seine Musik. [1] Rolando Villazón über Mozart, Kleine Zeitung, 16.08.2010 [2] Maarten't Hart: Mozart und ich, Piper, München 2006, S.18 [3] Gliederung des Buches: Das Loch; Der große Unbekannte; Der lange Weg zu Mozart; Der Dä,pfer am Klavier; Mozart auf der Bühne; Mozart, das jüngste Kind; Ein kleiner großer Mann; Mozart und die Tonarten; Die früheren Werke; Treffsichere Schlichtheit; Mozart und mein "Köchelwecker"; Die langsamen Einleitungen; Die Variationen; Mozart für Anfänger; Mozart und der Glaube; Die Symphonien; Sein vater, sein Gott; Mozarts Tod [4] Dieter David Scholz - Eins zu Zehnmillionen [5] Maarten't Hart: Mozart und ich, Piper, München 2006, S.18, 19, 23, 26, 32,... [6] Maarten't Hart, S.183 [7] Maarten't Hart, S.91 [8] Maarten't Hart, S.18

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks