Der Herr der Bogenschützen

von Mac P. Lorne 
4,6 Sterne bei33 Bewertungen
Der Herr der Bogenschützen
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Neue Kurzmeinungen

eulenmamas avatar

Authentisch, geht sehr in's Detail. Spannende High History . Absolut lesenswert

anushkas avatar

Gut recherchiert, lehrreich und sehr spannend. Ein komplexer Konflikt anschaulich dargestellt und mit absolut mögenswertem Protagonisten.

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Inhaltsangabe zu "Der Herr der Bogenschützen"

Ein neuer Roman von Mac P.Lorne, vom Autor des erfolgreichen historischen Romans "Der Pirat".
Jeanne d'Arc - die Entzauberung eines Mythos: Spannende historische Unterhaltung auch für ein männliches Publikum für die Leser von Bernard Cornwell, Ulf Schiewe und Simon Sparrow.
Vom enteigneten Sohn eines Verschwörers zum Kommandanten der englischen Langbogenschützen: John Holland, der spätere Duke of Exeter, ist eine schillernde Figur im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Mac P. Lorne lässt uns seine Ausbildung bei den walisischen Bogenschützen ebenso hautnah miterleben wie seine Kriegsgefangenschaft und sein mehrfaches Aufeinandertreffen mit einer verblendeten und fanatischen jungen Frau, die einmal als Jeanne d'Arc in die Geschichte eingehen soll und der es gelingt, einen fast beendeten Krieg wieder aufflammen zu lassen – und deren Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen er am Ende nicht verhindern kann, obwohl er ahnt, dass so eine Märtyrerin geschaffen wird …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426520826
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:704 Seiten
Verlag:Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    -sabine-s avatar
    -sabine-vor 6 Monaten
    Der Herr der Bogenschützen

    Mich hat dieses Buch sehr zwiegespalten zurückgelassen: streckenweise habe ich es als sehr spannend und interessant empfunden, in anderen Abschnitten aber als langatmig und langweilig – ich bin wirklcih unentschlossen, wie ich es nun bewerten soll.

    Der Einstieg in das Buch ist gut gelungen, denn man wird direkt mitten reingeschmissen ins Geschehen und lernt John Holland als junges Kind kennen. Ihn begleitet man dann auf seinen weiteren Jahren – Schwerpunkt ist hier insbesondere seine Ausbildung und seine Teilnahme am hundertjährigen Krieg. Anfangs waren diese Schilderungen auch noch spannend und interessant, im Mittelteil des Buches stehen aber die Schlachten zunehmend im Vordergrund, die ausführlich und detailreich beschrieben werden – auch die politischen Fädenzieher, ihre Pläne und Intrigen spielen hier natürlich eine Rolle; mich hat dies nur leider gar nicht fesseln können, so dass ich den Mittelteil als sehr langatmig empfunden habe. Erst im letzten Drittel wird es wieder spannender, als Johanna von Orleans auf der Bildfläche erscheint - vom Klappentext her könnte man meinen, sie stünde im Mittelpunkt des ganzen Buches, dem ist aber nicht so – erst im letzten Drittel kommt ihr eine größere Rolle zu, davor wird sie immer nur mal im Nebensatz erwähnt. Zwar geht es hier auch immer wieder um Kämpfe und da spart der Autor auch nicht an detaillierten Beschreibungen, trotzdem aber hat mir die Geschichte um Johanna gefallen – sie umgibt ein unglaubliches Charisma, das der Autor sehr gut eingefangen hat und Johanna richtiggehend lebendig hat werden lassen. Besonders gefallen haben mir die politischen Diskussionen, die sie, aber auch John führen und die das rhetorische Geschick beider Charaktere gezeigt haben.

    Johanna fand ich als Charakter großartig gezeichnet – erscheint sie anfangs noch als gläubiges liebes Mädchen, wird ihr göttlicher Wahn zunehmend stärker, bis sie damit auch erfahrene Kriegsführer einzunehmen weiß. Das hat mich schon sehr beeindruckt. Auch John ist gut gezeichnet, auch wenn er mir an manchen Stellen zu „gut“ war – ein paar Ecken und Kanten hätten ihm meiner Meinung nach gut getan, so wirkte er wie ein Gutmensch und als solcher leider nicht authentisch. Daneben tauchen noch viele weitere Figuren auf, die mal besser, mal schlechter ausgearbeitet sind, je nachdem, wie wichtig sie für die Geschichte sind. Zum Glück gibt es ein Personenregister zum Nachschlagen, wenn man bei den oft gleich klingenden Namen unsicher ist.

    Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich leicht und locker lesen. Manche Beschreibungen waren mir zu ausführlich, insbesondere die der Schlachten und politischen Diskussionen – ich kann mir aber vorstellen, dass gerade dieser Schwerpunkt andere Leser begeistern wird. Anfang und Ende sind mir durchaus 5 Sterne wert, der Mittelteil hat meine Begeisterung aber deutlich geschmälert, so dass ich insgesamt 3 von 5 Sternen gebe, das Buch aber dennoch allen denen empfehle, die gerne über Schlachten und Kriege lesen.

    Mein Fazit
    Die Geschichte um John Holland, der als Bogenschütze zum Heerführer im 100-jährigen Krieg wird und dort auch mit Johanna von Orleans zusammentrifft – die langen Beschreibungen der Schlachten und politischen Überlegungen haben mich leider eher gelangweilt, Beginn und Ende des Buches fand ich dagegen grandios. Ich gebe daher 3 von 5 Sternen, spreche aber dennoch eine Leseempfehlung aus.

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    anushkas avatar
    anushkavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Gut recherchiert, lehrreich und sehr spannend. Ein komplexer Konflikt anschaulich dargestellt und mit absolut mögenswertem Protagonisten.
    Großes Kino

    England, 1400: John Holland ist 6 Jahre alt, als der Kampf um die englische Krone seine Familie zerstört. Sein Vater wird als Unterstützer seines Halbbruders Richard II hingerichtet, nach dessen Entthronung und Tod ein anderer Onkel Johns den Thron ergreift, Henry Bolingbroke oder auch Henry IV. Dieser lässt Johns Mutter wiederverheiraten und unterstellt die Aufsicht über John und seine Brüder Thomas Fitzalan, einem Erzfeind der Familie. John verliert seine Brüder und alle seine Titel und wächst in aller Bedeutungslosigkeit auf. Als einfacher Bogenschütze arbeitet er sich nach oben und gerät in die Wirren des Hundertjährigen Krieges. In denen er auch der legendären Jeanne D'Arc begegnet ...

    Ich habe vorher noch nichts von Mac P. Lorne gelesen und bin immer skeptisch, was die Vergleiche mit Bestseller-Autoren betrifft, zumal ich ein großer Fan der Sachsensaga von Bernard Cornwell bin. Aber was hat mich dieses Buch begeistert! Und ich finde, die Vergleiche werden zu Recht gezogen. Über das ganze Buch gesehen ist John vielleicht nicht kaltschnäuzig genug um mit einem Uhtred vergleichbar zu sein; dafür hinterfragt John immer wieder den Sinn dieses endlosen Krieges und den Verlust tausender Menschenleben, nur um Landstriche hin und her zu erobern und wieder zu verlieren. Besonders deutlich wird in diesem Buch das Leid der einfachen Bevölkerung. Zudem ist "Der Herr der Bogenschützen" ungemein spannend und bereitet die englisch-französische Geschichte sehr verständlich auf, obwohl man da leicht den Überblick verlieren könnte. John Holland ist ein absoluter Sympathieträger, der einen guten Blick auf die historischen Figuren und ihre Motive erlaubt. Gleichzeitig sind er und seine Taten größtenteils ebenfalls historisch belegt und so bewegt sich die Geschichte immer innerhalb historischer Authentizität. Und gerade die Dinge, die unglaubwürdig erscheinen, sind die, die historisch belegt sind. Hier hat der Autor dann nicht zusätzlich dick aufgetragen. Auch gelingt es ihm, die Personen lebensnah zu gestalten und nicht wie aus einem Geschichtsbuch wirken zu lassen. Dialoge und Figuren wirken lebensecht und man fühlt sich beim Lesen mitten im bildgewaltigen Geschehen.

    Es ist nicht ganz fair, im Klappentext Jeanne D'Arc als Aufhänger zu benutzen, da sie erst relativ spät (ca. im letzten Drittel) als zentrale Figur in Erscheinung tritt und bei weitem nicht die große Rolle spielt, die man aufgrund des Klappentextes erwartet. Zugegeben, sie wird schon früh erwähnt und in ganz kurzen Kapiteln wird ihr Werdegang nachgezeichnet, aber ansonsten lenkt diese Ausrichtung der Erwartungshaltung eher davon ab, wie gut dieses Buch auch schon abseits des Jeanne-D'Arc-Handlungsstranges ist. Gut finde ich allerdings in den ihr gewidmeten Abschnitten die neue Deutung einer religiösen Fanatikerin, der Menschenleben nichts wert waren, wenn es um von ihr ausgelegte religiöse Ziele geht. Und sicherlich kann man eine so zentrale Figur des Hundertjährigen Krieges nicht komplett außen vor lassen. Daher finde ich die Umsetzung in diesem Buch sehr gelungen, nur der Klappentext weckt leicht andere Erwartungen.

    Meine einzigen, sehr kleinen Kritikpunkte an diesem Buch sind einige sehr explizit gewalthaltige Szenen, die wirklich nichts für zarte Gemüter sind. Zum Glück halten sie sich zahlenmäßig in Grenzen. Und außerdem neigt der Autor/Erzähler dazu, wichtige Ereignisse und Wendungen vorwegzunehmen. An manchen Stellen erhöhte das für mich die Spannung, an anderen wirkte es eher wie ein Spoiler. Das ist jedoch "meckern auf hohem Niveau", denn insgesamt hat mich dieses Buch absolut überzeugt und auch zukünftige Bücher des Autors werden den Weg in mein Regal finden, besonders, wenn sie alle so gut recherchiert, lehrreich und spannend sind wie "Der Herr der Bogenschützen".

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    Ladybella911s avatar
    Ladybella911vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Mitreissend, spannend, extrem gut recherchiert- Geschichtsunterricht, der Spaß macht.
    Wenn Geschichte lebendig wird !!


    Es ist eine sehr spannende Zeit, in die uns der Autor, Mc P. Lorne, mit diesem historischen Roman entführt.

    Wir befinden uns mitten im Hundertjährigen Krieg und dürfen an den spannenden Abenteuern von John Holland, dem Helden dieser Geschichte und künftigem Duke of Exeter, teilhaben.

    Außerdem geht es um seine Begegnungen mit Jehanne, besser bekannt als Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orleans, ihre Visionen, ihren fanatischen Glauben an Gott und an sich selbst.

    Dieses Buch ist eine Meisterleistung, was Recherche, Spannung, Action und Emotionen angeht. Die historischen Aspekte sind größtenteils belegt, und, was ich für sehr wichtig erachte, man lernt beide Seiten kennen.

    Der Roman ist in einer angenehm flüssigen Sprache geschrieben, was zum einen die handelnden Personen sehr glaubwürdig rüberbringt, zum anderen sich so leicht und verständlich lesen lässt, sodass man nur so durch die Seiten fliegt, und es gar nicht mehr weglegen möchte.

    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, übrigens mein erster dieses Autors, aber mit Sicherheit nicht mein letzter.

    Viel Lernenswertes Wissen ist hier in eine spannende Geschichte verpackt.


    Da kann es nur fünf Sterne und meine absolute Empfehlung gebe





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    Vampir989s avatar
    Vampir989vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: wahnsinnig spannender historischer Roman
    wahnsinnig spannender historischer Roman

    Klapptext:
    Vom enteigneten Sohn eines Verschwörers zum Kommandanten der englischen Langbogenschützen: John Holland, der spätere Duke of Exeter, ist eine schillernde Figur im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Mac P. Lorne lässt uns seine Ausbildung bei den walisischen Bogenschützen ebenso hautnah miterleben wie seine Kriegsgefangenschaft und sein mehrfaches Aufeinandertreffen mit einer verblendeten und fanatischen jungen Frau, die einmal als Jeanne d'Arc in die Geschichte eingehen soll und der es gelingt, einen fast beendeten Krieg wieder aufflammen zu lassen – und deren Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen er am Ende nicht verhindern kann, obwohl er ahnt, dass so eine Märtyrerin geschaffen wird …

    Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch und ich wurde nicht enttäuscht.Der Autor verführte mich nach Frankreich und England in die Zeit des 100 jährigen Krieges.Ich begleitete John Holland auf seinem Lebensweg und habe dabei so manch Abenteuer erlebt.Der Schreibstil ist leicht und flüssig.Man kommt mit dem Lesen sehr gut voran.Die Seiten fliegen nur so dahin.Ich wollte das Buch kaum noch aus den Händen legen.Die Protoganisten wurden sehr gut beschrieben und ich konnte Sie mir klar und deutlich vorstellen.Besonders John Holland fand ich sehr sympatisch und habe Ihn gleich in mein Herz geschlossen.Aber auch alle anderen Figuren waren sehr interessant.Auch lernte ich Jehanne d`Arc kennen.Durch die sehr guten Recherchen des Autors erhalten wir sehr viele Informationen über John Holland,Jehanne d`Arc und die damalige Zeit.Das hat mir sehr gut gefallen und ich habe so manch Neues erfahren.Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.Ich habe mit gefiebert,mit gebangt,mit gelitten und mit gefühlt.Fasziniert haben mich die sehr bildhaften mitreißenden Beschreibungen der vielen Kampfszenen.Durch die  packende und atemberaubende Erzählweise des Autors wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Die vielen unterschiedlichen Schauplätze haben mich auch begeistert und ich hatte das Gefühl selbst an diesen Orten zu sein und alles mit zu erleben.Die Spannung blieb von Anfang bis zum Ende erhalten und so kam nie Langeweile auf.Erwähnenswert ist auch noch das Personenregister,eine Zeittafel,eine Karte und ein Glossar.Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt.Es passt hervorragend zu dieser Geschichte und rundet das brilliante Werk ab.Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt mit diesem Buch.Es hat mir sehr gut gefallen.Für Leseliebhaber von historischen Romanen ist diese Lektüre sehr empfehlenswert.

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    werderaners avatar
    werderanervor 10 Monaten
    Der Herr der Bogenschützen


    In diesen Roman geht es um die Historischen Personen Und ihr mitwirken in hundert jährigen Krieg.
    Erzählt wird die Geschichte von John Holland der als Herr der Bogenschützen großen einfluss hatte und einige Erfolge erlang.
    Außerdem geht es um Jehanne Darc die als die Jungfrau von Orleans in die Geschichte einging.
    So lernt man beide seiten kennen und kriegt einen guten Einblick in das Geschehen und die Sichtweisen.
    Das ganze ist gut Recherchiert und weitestgehend belegt.
    den Autor ist es gelungen Geschichte lebendig zu machen und gut zu erzählen.
    Klare Leseempfehlung!!

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    Ginger_owlets avatar
    Ginger_owletvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine faszinierende Geschichte!
    Der Herr der Bogenschützen und die Jungfrau von Orléans

    Zum Inhalt dieses Romans ist bereits viel gesagt worden. Um nicht zu langweilen und zu wiederholen, möchte ich auf den Klappentext verweisen und mich auf die Bewertung konzentrieren.

     

    Von John Holland hatte ich vor diesem Roman noch nie etwas gehört, und dass, obwohl er ein wirklich faszinierender Mann mit einem unglaublichen Werdegang war. Obwohl er als Kind seinen Vater verlor und damit auch all dessen Titel und Würden, schaffte er es mit Ehrgeiz und Talent einerseits und Glück andererseits, sich wieder nach ganz oben zu arbeiten.

    Jeanne d'Arc ist da schon bekannter, aber wer war sie wirklich? Der Autor beschreibt ihren Lebenslauf m.E. sehr glaubwürdig. Zunächst nur ein unscheinbares frommes Mädchen, später eine religiöse Fanatikerin, auf die ihre Eltern keinen Einfluss mehr haben, setzte sie eine Kette von Ereignissen in Gang, die den Krieg zwischen Franzosen und Engländern entscheidend beeinflusst haben. Dass sie vielleicht keine Heilige war, sondern vielmehr eine Geisteskranke mit zu viel Fantasie, leuchtet mir absolut ein.

     

    Der Autor legt viel Wert auf Details und bleibt sehr nahe an den historischen Ereignissen. Der Sprachstil ist weitgehend nüchtern und sachlich, aber wenn es um John geht, erleben wir auch alle Facetten seiner Emotionen mit. Das hat mir gut gefallen, denn das ist es, was mich als Leser eines historischen Romans wirklich interessiert - die Fakten und Ereignisse sind ja in den Geschichtsbüchern nachlesbar, aber wie haben die Menschen damals diese Zeit erlebt? Das hat der Autor in meinen Augen gut beantwortet.

     

    Ich ziehe in meiner Bewertung insgesamt einen Stern ab, zum Einen weil die Darstellung von Johns Charakter für mich leider nicht ganz rund war. Teilweise schien er mir viel zu perfekt und glatt.

     

    Zum Anderen gab es zu viele Vorausdeutungen in die Zukunft, zum Beispiel: "John konnte nicht ahnen, wie sehr er hierin irren sollte." (S.665) Als ich begonnen habe, dieses Buch zu lesen, konnte ich nicht ahnen, wie oft ich über Sätze dieser Art stolpern würde… Na klar, es handelt sich um einen historischen Roman und was in der Vergangenheit geschehen ist, ist geschehen, aber ohne diese Andeutungen auf die Zukunft wäre an der einen oder anderen Stelle der Spannungsbogen etwas größer gewesen.

     

    Ein letzter, ganz subjektiver Kritikpunkt, der auch nicht zum Punktabzug führt: Ich war zum Teil überfordert mit der Fülle an Namen, Titeln, Orten, Beziehungen und politischen Verstrickungen, so dass ich mir nicht immer sicher war, wer gerade auf wessen Seite worum kämpft. Da haben mir Personenregister, Zeittafel und Glossar ein wenig und Wikipedia ein bisschen mehr geholfen. Ich verstehe die Absicht des Autors, hier ein möglichst vollständiges Bild der Geschichte geben zu wollen. Aber ein bisschen mehr Mut zur Lücke wäre vielleicht auch nicht schlecht gewesen.

     

    Zusammenfassend kann ich jedem Fan historischer Romane im Allgemeinen und englischer Geschichte im Besonderen dieses Werk bedenkenlos empfehlen, denn in Summe hat es mir genauso gut gefallen wie "Der Pirat"!

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    wusls avatar
    wuslvor 10 Monaten
    Volle Puntkzahl

    Bereits einige historische Romane habe ich gelesen, die sichmit dem 100-jährigen Krieg zwischen Engländern und Franzosen beschäftigen. Nicht zuletzt Rebecca Gablé hat versucht, dem Leser die vielschichtigen, langwierigen und vertrackten Kriegsgeschehnisse nahe zu bringen.

    Mac P. Lorne hat sich für seine Geschichte einen realen
    Helden auserkoren. John Holland, der Duke of Exeter, war eine starke
    Persönlichkeit dieser Zeit. Sein abenteuerliches Leben bildet den roten Faden im Kampf der englischen Krone, nochmal die Herrschaft über Frankreich zu erobern und Britannien und große Teile Europas unter englische Vorherrschaft zu bringen.  John war ein gewitzter Mann, der so einige Schlachten für sich und den englischen König gewinnen konnte und mit Kriegsglück und Mut und Charisma sein Land unterstützte. Aber dann tauchte plötzlich eine junge Frau namens Jehanne von Orleans auf und die Franzosen entwickelten
    neue Kräfte und stürzten sich erneut und scheinbar mit göttlicher Führung in die Gefechte.


    Hollands Leben war tatsächlich besser als jeder erfundene Abenteuerroman. So manches Mal beim Lesen möchte man meinen, dass das doch gar nicht alles einem einzigen Mann so passiert sein kann. Aber Lorne hat sehr gründlich recherchiert und haucht seinem Helden Leben ein, während er gleichzeitig versucht, sich entweder an die Fakten zu halten oder die Dinge logisch zu erklären, die man in den Geschichtsbüchern nicht finden konnte. Diese Mischung aus Fiktion und Phantasie ist von der ersten Seite an glaubwürdig, spannend und emotional und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Dieser historische Roman ist im besten Sinne des Worte einer, der Wissen vermittelt und dabei unterhält.

    Von mir volle Punktzahl und eine unbedingte Leseempfehlung.



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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Bis zum Schluss wird man an das Buch gefesselt.
    Inhaltlich hochwertiger historischer Roman


    Der Herr der Bogenschützen erzählt vom blutigen Krieg, einem
    genialen Kämpfer und der Geburt eines Mythos.



    Wir befinden uns im England des 15. Jahrhunderts und lernen
    John Holland kennen, dessen Familie entmachtet wurde, sein Vater wurde ermordet
    und sein Bruder auch. Holland will unbedingt wieder zu altem Ansehen gelangen.
    Er wird zum Bogenschützen und kämpft im Hundertjährigen Krieg, der zwischen
    Frankreich und England geführt wird. 
    Holland wird Heerführer. Holland lernt Jeanne d´Arc kennen, die die
    französischen Truppen als Thronfolger anführt. Holland versucht, sie zu
    beeinflussen, diesen Krieg nicht weiterzuführen. Aber lässt Jeanne sich bereden
    ???



     



    Leseprobe:

    ========



     



    "Sir Gilbert, nehmt Euch zweihundert Männer und reitet
    nach Osten", befahl der Duke of Clarence ungerührt von der Abfuhr, die er
    und eine Streiter sich soeben eingefangen hatten. "Sucht eine Furt und
    fallt den verdammten Schaffickern in die Flanke. ...



     



    Ich finde das Buch sehr lebendig geschrieben, spannend von
    der ersten bis zur letzten Seite hat es mich gefesselt und kurzweilig
    unterhalten.



     



    Der Autor hat es von Beginn an geschafft, mich in die
    Handlung zu involvieren und mir die Charaktere nahe zu bringen. Die Entwicklung
    der Personen und ihrer Beweggründe innerhalb des Buches werden sehr detailliert
    dargestellt, doch ist das Buch an keiner Stelle langatmig, sondern immer extrem
    spannend und authentisch.



     



    Die Art, wie der Autor schreibt, passt perfekt zum Genre
    historischer Roman, er verwendet oftmals die wörtliche Rede und machte so für
    mich das Buch lebendig und glaubwürdig flüssig zu lesen. Ich konnte eintauchen
    und fühlte mich in die Zeit versetzt. Die Szenen werden sehr tiefgründig
    geschildert und doch nicht langatmig, es passiert immer wieder etwas, bis zum
    Schluss wird man an das Buch gefesselt.



     



    Prima - Empfehlung !!!




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    marpijes avatar
    marpijevor 10 Monaten
    Gut recherchiert

    Das Buch nimmt uns auf die Reise nach England und Frankreich des Hundertjährigen Krieges. Wir begleiten John Holland, ein meisterhafter Bogenschütze auf seinem Weg zum Ruhm und Gerechtigkeit und wir treffen auch auf die Seiten Jeanne d´Arc,  eine junge Frau welche der Krieg führt. John will sie hindern aber Jeanne d`Arc hat nur ein Ziel....


    Der Autor hat gut recherchiertes Roman geschrieben in besonders detailierten Stil , seine Beschreibungen sind sehr genau und bildhaft, der Leser hat ein Gefühl mittendrin in die Geschichte zu sein. Mac P. Lorne weicht nicht von die brutalen und abstoßenden Szenen, er schreib schonungslos und mit voller Wucht. Die Kampfszenen sind sehr lebendig und realistisch geschrieben , der Leser merkt sofort , dass der Autor sehr große Sachwissen aus diesen Thema hat.


    Der Protagonist John Holland ist sympathisch aber manchmal "zu süß"  , er hat mich sehr auf Robin Hood erinnert. Alle Charakteren sind gut ausgebaut und mit klaren Merkmalen ausgestattet wer böse und wer gut ist.


    Gut hat mir auch gefallen , dass der Autor schreibt über der Krieg aus zwei Perspektiven - englischer und französischer .


    Die Geschichte ist spannend hat aber auch langatmige Phasen , ist sehr lehrreich und erinnert uns auf viele historischen wahren Fakten

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    Akanthas avatar
    Akanthavor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine mitreißende Schilderung der Höhepunkte des Hundertjährigen Krieges. Lange hat mich kein - für mich - neuer Autor mehr so überzeugt!
    Azincourt bis Jehanne d'Arc - historisch fundiert und (dennoch?) spannend

    „Der Herr der Bogenschützen“ von Mac P. Lorne ist zeitlich in der zweiten Hälfte des Hundertjährigen Krieges angesiedelt mit der Schlacht von Azincourt und dem Wirken der Jehanne d’Arc als entscheidende Handlungspunkte.

    Protagonist ist John Holland, im Kindesalter enteignet und zum Halbwaisen geworden, da sein Vater, Halbbruder Richards II., diesen bis zu dessen Sturz durch Henry IV. unterstützt hat und dafür sein Leben ließ. Um den Schwur zu erfüllen, Rache zu nehmen und Titel und Ländereien zurückzugewinnen, schließt John sich als Anführer eines zunächst kleinen Trupps Bogenschützen dem Heer Henrys V. auf seinem Eroberungszug in Frankreich an. Währenddessen wird in Domrémy die kleine Jehanne geboren, die in jungen Jahren die Stimmen von Heiligen hört, die sie beauftragen, Frankreich von den Engländern zu befreien und dem Dauphin zur Königskrone zu verhelfen.

    John hat früh schwere Schicksalsschläge erlitten, was die Bindung des Lesers zu ihm stärk. Man leidet mit ihm, freut sich mit ihm und feuert ihn an. Er ist ein sympathischer, edler Charakter, der den einen oder anderen Wandel in seinen Ansichten erlebt und für den Leser aber immer nachvollziehbar und ehrlich bleibt. Zuerst stieß mir negativ auf, dass es kaum optische Beschreibungen der Charaktere gibt. Nach kurzer Zeit habe ich dies aber zu schätzen gelernt, formt sich vor meinem Augen doch sowieso immer ein eigenes Bild, was dann meist gar nicht zu dem geschilderten Aussehen passt.

    Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, man kommt schnell in einen guten Lesefluss. Etwas zu häufig gibt es allerdings Anmerkungen, die weitere Ereignisse ankündigen („Er ahnte nicht, wie er sich irrte." / "[...] dass er ihn/sie das letzte Mal sah“ o.ä.). Wer mit der Geschichte dieses Krieges grob vertraut ist, erfährt dadurch nichts Neues – für andere besteht hier aber durchaus Spoileralarm.

    Sehr interessant sind unter anderem auch die Kapitel, in denen Lorne zwischendurch die französische Sicht näher beleuchtet (z.B. aus der Perspektive von Jehannes Eltern). Hier erfährt man viel darüber, wie die Bevölkerung den Hundertjährigen Krieg wahrgenommen hat und wie gespalten sie in ihrer Loyalität zu Charles und dem scheinbar entgegenstehenden Wunsch nach Frieden waren.

    Die Ausstattung des Buches lässt das Herz jedes Fans historischer Romane höher schlagen: Beginnend mit Landkarte und Personenregister (hier wäre meiner Meinung nach eine Stammtafel hilfreicher gewesen) und abschließend mit Historischen Anmerkungen, Zeittafel, Glossar und Bibliografie fehlt es dem Leser diesbezüglich an nichts, um verständig, detailliert und fundiert in die gar nicht so simplen Hintergründe des Hundertjährigen Krieges einzusteigen. Doch auch der Protagonist vermittelt einem anderen Charakter des Buches zwischendurch einen groben Abriss darüber, was ein sinnvolles und dabei dennoch authentisches Stilmittel ist. 

    Gerade, dass der Autor sehr nah an den wahren Begebenheiten bleibt, ist für mich ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Oft genug habe ich in der Leserunde gefragt „Ist das so belegt?“ „In der Geschichte passieren Dinge, die kann man sich gar nicht ausdenken.“, sagte er dazu. Dieses Buch ist ein Beweis, dass historische Romane gar nicht durch Halbwahrheiten oder Erfundenes aufgebauscht werden müssen. 

    Dies ist aber auch nicht zuletzt der Fähigkeit Lornes geschuldet, langatmige Gegebenheiten (monatelange Belagerung) und nebensächliche Handlungsstränge (Privatleben von John) soweit runterzukürzen, dass es spannend, aber dennoch authentisch bleibt. Wenn Romanautoren zu sehr zu Historikern werden, verlieren sie sich in Details, Daten und Namen und der Leser findet sich plötzlich im Geschichtsbuch aus Schulzeiten wieder. Das ist hier nicht der Fall. Der Autor hat bei seiner Recherche zu einer anderen Buchreihe einen Charakter getroffen, dessen Leben selbst spannend genug ist und hat dies gut zu Papier gebracht.

    Ich habe eigentlich vor langer Zeit aufgehört, historische Romanautoren zu lesen, die ich noch nicht kenne, da ich zu oft damit auf die Nase gefallen bin und Lesezeit doch so kostbar ist. Hier hat sich der Sprung ins kalte Wasser aber voll und ganz gelohnt, daher 5 von 5 Sternen, unter anderem für den wunderbaren John Holland und alles, was ich durch die historische Korrektheit gelernt habe.

    Ich halte die Augen nach neuen Werken aus Lornes Feder offen!


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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Lornes avatar
    Der Herr der Bogenschützen


    1. Teil - Von Pontefract nach Azincourt, Seite 01 - 263
    2. Teil - Von Domrémy nach Varennes, Seite 265 - 448
    3. Teil - Von London nach Rouen, Seite 449 - 703


    Mein erster Versuch hier bei Lovelybooks und ich bitte jetzt schon um Nachsicht, falls ich gegen irgendwelche geschriebenen und ungeschriebenen Regeln verstoßen sollte :)


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