Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans

von Mackenzi Lee 
4,6 Sterne bei83 Bewertungen
Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans
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Neue Kurzmeinungen

leyaxs avatar

Unterhaltsam und witzig, wirkt aber oft auch sehr inszeniert. Mit einer Lovestory, die für meinen Geschmack viel zu kitschig ist.

Cirillas avatar

Tolle Darstellung von Bisexualität, bei der sich mir mal nicht die Zehennägel hochrollen und viel Diversität - gepackt in eine tolle Story.

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Inhaltsangabe zu "Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans"

Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). Zwischen Paris und Marseille verlieren Monty, Percy und Felicity auch noch ihren Hofmeister, kämpfen gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Aber am Ende dieser abenteuerlichen Reise finden sie alle drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783551560384
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:496 Seiten
Verlag:Carlsen
Erscheinungsdatum:24.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Azalees avatar
    Azaleevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein humorvoller, aber tiefgründiger historischer Roman über gesellschaftliche Probleme im 18. Jahrhundert.
    Ein gut recherchierter historischer Roman mit einer witzigen Geschichte

    Mackenzie Lees Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentelmans ist ein Buch über den jungen Henry Montague. Der ist alles andere als ein Gentleman. Er trinkt, er vergnügt sich mit anderen Männern (eines der Kapitalverbrechen schlechthin im 18. Jahrhundert), ist vom College geflogen - das Schreckensbild aller Eltern.
    Um endlich geläutert zu werden, soll Henry sich in Begleitung seines besten Freundes Percy und seiner Schwester Felicity auf eine Reise quer durch das europäische Festland begeben.
    Auf dieser Reise passieren einige unvorhergesehene Dinge, die teils etwas abstrus sind. Gerade durch die Ereignisse war das Buch daher nicht immer ganz realitätsgetreu, sondern enthält ein fantastisches Element. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch, sondern ergänzt sie vielmehr.
    Die gesellschaftlichen Umstände dagegen waren sehr realistisch dargestellt. Besonders eindrücklich waren die Vorurteile und Probleme, mit denen dunkelhäutige Menschen und Frauen damals konfrontiert waren, geschildert. Durch Percy und Felicity bekamen sie ein Gesicht und waren gut in die Geschichte eingebunden.
    Die beiden stehen in extremen Gegensatz zu Henry, der als weißer, privilegiert junger Mann nie mit ernsthaften Problemen konfrontiert wurde und sich daher sehr naiv in der Welt bewegt. Das Aufeinanderprallen dieser beiden Welten sorgt für eine besonders nachvollziehbare und positive Entwicklung Henrys.
    Ohnehin waren die Charaktere alle sehr gut ausgearbeitet. Durch die Ich-Perspektive steht natürlich Henry im Fokus und der Leser sieht nur, wie Henry die Welt wahrnimmt. So wie er sich weiterentwickelt, ändert sich auch seine Sichtweise, etwa auf die gesellschaftlichen Umstände. Durch seine Augen sieht der Leser auch Percy und Felicity, allerdings sind durch Henrys Beschreibungen Rückschlüsse auf ihren Charakter möglich, den Henry so nicht sieht.

    Der Schreibstil ist in altertümlicher Sprache gehalten, wodurch das Buch umso authentischer wird. Trotzdem lässt sich das Buch sehr leicht lesen, weil der Schreibstil auch sehr amüsant ist.

    Insgesamt ist Cavaliersreise ein sehr gelungener Roman, der in einer schönen, gut recherchierten Geschichte die Probleme im 18. Jahrhundert darstellt. Die Figuren sind alle sehr gegensätzlich, sodass sich dadurch Spannungen ergeben, aber auch alles realistischer wird.

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    _sarah_s avatar
    _sarah_vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: An manchen Stellen hätte man kürzen können.
    Eine damals aktuelle Geschichte!

    Henry Montague, sein Freund Percy und seine eher ungebetene Schwester Felicity sind mit ihrem Hofmeister auf Cavaliersreise. Wie sein Vater es vorgesehen hat, damit Monty zur Besinnung kommt und endlich das naive, jugendliche Verhalten ablegt. Er soll letzten Endes lernen, wie sich der englische Adel benimmt und sich ebenfalls so verhalten.
    Doch da hat er nicht mit Monty die Rechnung gemacht. Er möchte Action und Leidenschaft auf der Reise und keine Belehrungen und Bälle, auf denen er nur verspottet wird.
    Ungewollt bekommen Monty und seine zwei Begleiter diese Action. Durch einen Diebstahl von Monty, von dem er dachte, dass er nicht ganz so gravierend wäre, werden sie von einem französischen Herrn gejagt und das quer durch Europa.
    Sie begegnen zunächst „nur“ der Strenge des Hofmeisters, doch als sie von ihm getrennt werden, kämpfen sich Wegelagerer und Piraten und weitere Hindernisse.
    Somit wird die zunächst zur Besinnung gedachte Cavaliersreise zu einer mit Action gefüllten Flucht vor einem Fehler von Monty.

    Ich fange mal mit dem äußeren an.
    Das Cover ist für mich nicht sehr ansprechend gewesen, wahrscheinlich hätte ich es unter anderen Umständen stehen gelassen. Viel schöner finde ich den Einband, wenn man den Schutzumschlag ablegt. Dieser regt mich schon viel eher an, das Buch zu lesen.
    Schreibstil war der damaligen Zeit angepasst, was bedeutet, dass die Charaktere einmal so gesprochen haben wie damals geredet wurde. Allgemein war das Buch so geschrieben, als wäre man tatsächlich im 18. Jahrhundert.
    Die Thematik selbst kommt sehr schleppend. Es fühlt sich zu Beginn sehr komisch an, es zu lesen. Ob es an Montys Charakter lag, kann ich nicht beantworten. Aber auch dieser hat mir manchmal meine Nerven geraubt und zunächst konnte ich kein bisschen sein Verhalten nachvollziehen. Später konnte ich etwas besser verstehen, wieso er so eine Haltung hat und die Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind, klären, meiner Meinung nach, auch einiges auf. Dennoch fand ich Felicitys Charakter viel interessanter. Die Konflikte von Felicity und Monty fand ich manchmal unterhaltsam, da es ab und zu gezeigt hat, wie Geschwister zusammenleben, wenn sie nicht im „Einklang“ leben (, wie es so oft in anderen Büchern dargestellt wird).
    Dennoch ist der Inhalt zu viel, finde ich. Einiges hätte man kürzen können. Vielleicht hätte man das Buch dann schneller durchlesen können. Zum Ende hin passiert endlich etwas, auf einmal lässt sich das Buch flüssiger lesen und es fühlt sich an, als wäre neuer Schwung reingekommen, sodass man zum Ende hin mehr Lust hatte weiterzulesen.
    Auch, wie im Buch zu der Zeit aktuelle Probleme besprochen werden, war sehr interessant! Homosexualität wurde damals mit Spott und Abwertung gekennzeichnet, was man in diesem Buch vor allem zu Beginn oft erkennt. Auch, dass Felicity sich für Medizin und Wissenschaft interessiert anstatt die Tugenden einer Dame, war in der damaligen Gesellschaft nicht überall gerne gesehen.
    Ich mochte Montys Entwicklung. Klar, am Ende war er immer noch bisschen nervig und ich konnte bis zum Ende keine richtige Bindung zu ihm aufbauen, aber es hat mir gefallen, wie Percy und Felicity seinen Charakter verbessert haben, in dem sie ihm oft die Meinung gesagt haben und ihn darauf hingewiesen haben, dass er nicht immer richtig gehandelt hat.
    Zu Beginn fand ich das Buch eher langatmig, weil es sich angefühlt hatte, als würde man alles in die Länge ziehen, aber ab dem Ende der Hälfte nahm das Buch an Fahrt auf und wurde interessanter.
    Ein Buch, das man also gerne lesen kann, wenn man auf Geschichten aus dem 18. Jahrhundert steht, aber nicht unbedingt für jeden ein Muss.

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    L
    LeseLustvor 9 Monaten
    Temporeiches Lesevergnügen

    Ein tolles Buch!
    Habe es mit großer Freude  gelesen.
    Temporeich, informativ, spannend, witzig, voller überraschender Wendungen - und Bearbeitung wichtiger Themen wie Rassismus, Homosexualität, Selbstfindung und Emanzipation. Von meiner Seite SEHR zu empfehlen - für Jugendliche und jung Gebliebenen!

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    Sarunas avatar
    Sarunavor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Fazit: Sehr „Diverse“ abenteuerlich und romantisch
    Fazit: Sehr „Diverse“ abenteuerlich und romantisch


    Schreibstil

    Es ist aus der Ich Perspektive von Monty geschrieben und grundsätzlich sehr angenehm zu lesen. Ich mochte, dass man tatsächlich einen zeitlichen Unterschied zu heute gemerkt hat. Das britische Adlige kam sehr gut hindurch fand ich.

     

    Persönliche Meinung

    Dies ist mein fünfter Versuch meine Rezension zu starten.

    Ich wurde enttäuscht. Nach dem Klappentext und einigen Rezensionen habe ich hier eine unterhaltsame, leicht erotische, aber vor allem sehr witzige Geschichte erwartet. War es nicht. Weder das Eine, noch das Andere. Aber unterhalten hat es.

     

    «“I swear, you would play the coquette with a well-upholstered sofa."
    "First, I would not. And second, how handsome is this sofa?”»

     

    Die Liebesgeschichte war süss, aber der Fokus lag eher auf der Tatsache das Percy dunkelhäutig und somit in dieser Zeit, dem achtzehnten Jahrhundert, nicht gesellschaftlich akzeptiert war. Oh und natürlich darauf, dass beide Jungs sind... ebenfalls gesellschaftlich nicht akzeptiert. Für meinen Geschmack war es zu „missionarisch“ zumal Felicity auch sehr schön ausgearbeitet war, als rebellisches Mädchen das lieber Medizin studieren möchte, als eine feine Dame zu sein. Auch die Thematik mit, Vorsicht Spoiler, Percys Krankheit, war mir viel zu ernst.

     

    Ich ging an das Buch mit der Meinung, es wird lustig… und ich musste schon zwischendurch grinsen und hab mich an der Sprache die Charaktere amüsiert, aber grundsätzlich war es mir viel zu politisch, zu aufweckend und zu ernst, als dass ich es lustig fand.

     

    «“And then Jesus says, 'Well, watch this' - "
    "Really? Well, watch this?"
    "That's biblical language."
    "If your Bible is written by Henry Montague.”»

     

    Nichts desto trotz hatte das Buch sogar eine spannende Handlung! Das hatte ich nicht erwartet. Es gibt Diebstahl, Alchemie, Piraten und Schlägereien! Cool! Besonders den Teil mit den Piraten =)

     

    Aber wirklich überzeugen konnte es mich leider nicht... was tatsächlich an den „falschen“ Erwartungen die ich hatte.

     

    «It occurs to me then that perhaps getting my little sister drunk and explaining why I screw boys is not the most responsible move on my part.»

     

    Fazit: Sehr „Diverse“ abenteuerlich und romantisch

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    Cyfedias avatar
    Cyfediavor einem Jahr
    Unterhaltsamer Abenteuerroman im historischen Ambiente

    Inhalt:
    Monty ist der verantwortungslose Sohn eines Lords, der zur Sodomie neigt und das Geld seines Vaters verprasst. Verantwortung übernimmt er selten und läuft vor seinen Problemen davon. Auf der Cavaliersreise möchte er noch einmal sein Leben genießen bevor er das Anwesen seines Vaters mit leiten soll. Leider wird die Reise ganz und gar nicht so laufen wie es angedacht war. Zusammen mit seinem besten Freund Percy, für den er heimliche Gefühle hegt und seiner Schwester Felicity stürzen sie von einem Abenteuer in das nächste.


    Meinung:
    Wer eine ganz andere historische Geschichte erleben möchte, der ist hier genau an der richtigen Adresse.

    Zunächst wusste ich gar nicht wo die Reise hin führt. Ich dachte, dass wir Monty und Percy auf ihrer Reise begleiten und dass er nach einiger Zeit lernt Verantwortung zu übernehmen und ein respektabler Mann wird. Aber es geschieht  ganz anders als angenommen. Unsere drei Protagonisten stürzen in ein Abenteuer, wo sie sich selbst wieder ausmanövrieren müssen und das ist wirklich sehr unterhaltsam. Denn als hochgeborene Kinder von Lords mussten sie seither auf nichts verzichten und nun müssen sie sich ohne alles ihren Weg durch Europa schlagen und das machen sie wirklich ausgezeichnet.

    Die Geschichte ist sehr humorvoll geschrieben und das Abenteuer wird aus Montys Sicht erzählt. Dieser nimmt das Leben auf den ersten Blick immer sehr locker, jedoch hat er tief in sich drin mit einigen Dämonen zu kämpfen, vor allem was seinen Vater betrifft. Er ist wirklich ein sehr sympathischer kleiner Lord. Er jammert eigentlich nicht sehr oft, ist witzig, führsorglich und ein Gentleman. Jedoch hat er eine sehr spitze Zunge und neigt in gewissen Situationen dazu, diese nicht gerade zum besten zu wenden. Jedoch ist es genau das, was ich sehr an ihm mag.

    Auch Percy und Felicity sind tolle Charaktere. Auch wenn ich Felicity eher mag, da sie eine starke junge Dame ist, welche versucht ihrem Schicksal als treue und brave Frau aus gutem Stand zu entgehen.
    Percy ist ein sehr gütiger und lieber Mensch und ich kann verstehen wa-rum Monty ihn vergöttert. Jedoch fand ich ihn manchmal etwas langweilig. Aber das ist meine persönliche Meinung.

    Die Romantische Geschichte in diesem Buch ist im Vergleich zu anderen historischen Romanen auch nicht wirklich klassisch. Denn damals war es auf keinen Fall geduldet, dass Männer zusammen waren. Dies wurde sogar mit Tod geahndet in manchen Fällen. Zumindest sehr viel früher. Auch wurde die Romantik in diesem Buch wirklich super toll dargestellt und beschrieben. Es war keinerlei Übertreibung und auch nicht zu viel erotisches Geknister, denn das hätte es versaut. Es war genau auf den Punkt, einfach wundervoll.

    Fazit:
    Ein wirklich wundervoller und mal anderer Historienroman mit viel Witz und Abenteuer.

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    SharonBakers avatar
    SharonBakervor einem Jahr
    Humorvoll, bildhaft & Abenteuer pur ...

    Sir Henry Montague kann es kaum erwarten, auf Cavaliersreise zu gehen und dem Elternhaus zu entrinnen. Endlich ungestört feiern, trinken und in wilden Tändeleien verwickelt sein. So und nicht anders stellt sich Monty seine Auszeit vor, bevor ihn der Ernst zurück in die Schraubzwinge seines Adelstandes zwingt. Aber sein Vater hat vorgesorgt und stellt ihm einen Aufpasser zur Seite. So wird die Reise nicht nach Monty‘s Geschmack und bei der ersten Gelegenheit, nutzt er seine Unbesonnenheit aus und bringt nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch seine jüngere Schwester und seinen besten Freund Percy. Auf einmal steht die Welt Kopf und die Reisegruppe muss sich den Schwierigkeiten von Wegelagerer und Piraten stellen, aus unbegrenzt feiern, wird ein riesig großes Abenteuer. Was hat Monty angestellt? Warum werden sie verfolgt? Und warum schlägt sein Herz in Percy‘s Gegenwart zu schnell?
    Ich muss gestehen, dass mich dieses Cover zuerst etwas verwundert hat, denn ein junger schwarzer Mann und dann eine Cavaliersreise, passte für mich nicht unbedingt zusammen. Dann haderte ich ein bisschen mit mir, ob ich überhaupt noch historische Romane lesen mag, und am Ende, dachte ich an meine Dumas Liebe. Der Klappentext war dann eigentlich der Auslöser, denn er macht nicht nur neugierig, er schafft es, dass man einfach reinlesen will. Und erlebte ich ein turbulentes Abenteuer? Hat es mir gefallen? Nun, das erzähle ich euch jetzt.

    Monty ist der Stammhalter der Familie Montague, aber seit ein weiterer männlicher Erbe das Licht der Welt erblickt hat, steht es schlecht um seinen Stand. Aber nicht nur das macht ihm das Leben schwer, nein, auch die unerfüllte Liebe zu seinem besten Freund Percy lässt ihn verzweifeln. So stürzt er sich gern in verruchte Abenteuer, betrinkt sich bis zur Besinnungslosigkeit und hat überhaupt einen zweifelhaften Ruf. Dieses Lotterleben hat natürlich nur bedingt seine Freiheiten und stößt bei der Familie an Grenzen. So hofft Monty, mit seiner letzten Reise nochmals so richtig auf den Putz zuhauen, bevor er sich in Ketten an den Adelsstand binden lässt. Aber es kommt natürlich immer anders, als man denkt, der Vater schickt ihn mit Aufpasser los, ein Kuss vom besten Freund, sorgt noch für mehr Verwirrung und die kleine Schwester nervt. So kommt es das er aus Frust, Unbesonnenheit und Ärgernis sich zu einer Übeltat verleiten lässt. Er beklaut einen Herzog, der in beleidigt hat, und lässt sich bei einem Tete-à-Tete erwischen und rennt auch noch nackt durch den Park von Versailles und das ist erst der Anfang. Ich sage es rundheraus, er ist unmöglich, manchmal schwer von Begriff, ein Tölpel, anmaßend, aber total liebenswürdig. Mein Herz hat er auf jeden Fall auf seiner Seite.

    Mackenzi Lee hat es geschafft mir einen historischen Roman schmackhaft zu machen und mich wieder in einer Zeit zu versetzt, die ich mal unglaublich gern besucht hätte. Sie lässt hier ihr dreier Gespann so richtig schön in Abenteuer verwickeln und uns Leser eine tolle Achterbahnfahrt, aus Liebe, Spannung und Gefahr miterleben. Es geht gewitzt voran, dann nimmt das Übel seinen Lauf, es wird gekämpft und die Mauern von Etikette eingerissen. Dabei lässt sie schwierige Themen, wie Homosexualität, der Stand der Frau, Krankheit und Sklaverei unglaublich leicht einfließen, und schafft richtige Tiefe in ihrem Geschehen, ohne ausschweifend zu werden. Die Autorin erzählt beherzt, leicht und doch kommt die Sprache der damaligen Zeit durch und die Atmosphäre aus Prunk, Gold, aber auch Schmutz ist hervorragend eingefangen. Ich kann nur froh sein, dass der Geruch zwischen den Zeilen geblieben ist, aber mein Kopfkino war sehr prächtig.

    Erzählt wird alles aus Monty‘s Sicht, der zuerst snobbig daherkommt, übellaunig, ja, sogar anstrengend ist, bis wir ihn verstehen. Er muss die größte Wandlung in seinem Leben machen, sein Leben überdenken und handeln, statt wie eine Marionette zu gehorchen. Was ihm ja eh schwerfällt, aber der Mut ohne Geld zu leben, ist nicht da. Er versucht sich zu arrangieren, bis eine Entwicklung all sein Denken auf den Kopf stellt und Monty wächst. Zum ersten Mal muss er sich mit anderen beschäftigen und sich nicht nur in seinem eigenen elendigen Leben suhlen, Monty neigt nämlich dazu, nur sich selbst zu sehen. Und in Leiden ist er der Größte. Das macht die Geschichte natürlich auch ein wenig lustig und beherzter, durch Monty‘s Sicht sind so einige Dinge glasklar an der Realität vorbei. Aber auch seine Schwester und Percy sind wahrhaft tolle Charaktere, die man unbedingt in sein Leserherz schließen möchte.

    Cavaliersreise ist ein Abenteuerbuch, was charmant, humorvoll und atmosphärisch geschrieben ist. Mit Figuren, die das Herz erreichen und uns in eine Zeit blicken lässt, die von der Thematik nicht aktueller sein kann, wenn auch die Grenzen der Gesellschaft sich etwas verschoben haben. Wunderbar, einfach entzückend und bildhaft erzählt. Für mich ein wahrer Lesespaß, der mich total mitreißen konnte.

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    JenniferKriegers avatar
    JenniferKriegervor einem Jahr
    Kurzmeinung: [5/5] Viel gelernt in dem historischen Setting. Amüsant zu lesen. Wunderbare Charakterentwicklung. Ein echtes Highlight.
    [Rezension] Cavaliersreise: Die Bekenntnisse eines Gentlemans – Mackenzi Lee

    Zur Rezension auf meinem Blog:
    http://jennys-buecherkiste.blogspot.de/2017/08/rezension-cavaliersreise-die.html

    Klappentext:
    Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). Zwischen Paris und Marseille verlieren Monty, Percy und Felicity auch noch ihren Hofmeister, kämpfen gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Aber am Ende dieser abenteuerlichen Reise finden sie alle drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.

    Einordnung:
    Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

    Erster Satz:
    Am Tag des Aufbruchs zu unserer Cavaliersreise auf den Kontinent erwache ich neben Percy in meinem Bett.
    (Seite 7)

    Rezension:
    Das Buch spielt im 18. Jahrhundert auf dem europäischen Kontinent. Zu dieser Zeit war es üblich, dass junge Engländer auf einer Bildungsreise den Kontinent besuchten, um noch ein letztes Mal ausschweifend zu feiern und sich darauf vorzubereiten, ihre gesellschaftliche Rolle einzunehmen. Durch dieses Setting ist das Buch sehr historisch. Normalerweise kann ich damit überhaupt nichts anfangen, aber hier hat die Autorin es so gut in die Geschichte und die Handlung integriert, dass es mich eher neugierig gemacht hat. Während des Lesens konnte ich viel über die damaligen Geschlechterrollen, Medizin und Alchemie, Gesellschaftsstrukturen, Traditionen, Moral und Rassismus lernen. Zu den geschichtlichen Eckpfeilern des Buches finden sich im Anhang zudem Erläuterungen und Rechercheergebnisse.

    Auch die Handlung selbst hat mich überzeugt. Die Geschichte ist sehr flüssig, weil die Geschehnisse ineinander über gehen. Die einzelnen Szenen ergeben sich auseinander, ohne dass die Handlung jedoch gestellt wirkt. Damit war das Buch zwar unbedingt nicht spannend im eigentlichen Sinne, hat mich aber trotzdem gut bei der Stange gehalten. Ich bin von einem Kapitel ins nächste gerutscht und konnte kaum aufhören zu lesen. Montys gesellschaftliche Ausrutscher waren dabei genauso amüsant wie die Begegnung mit den Wegelagerern brenzlig. Die wunderbare Mischung aus humoristischer Erzählweise und ernster Handlung hat mir viel Spaß bereitet.

    Beeindruckt hat mich zudem Charakterentwicklung, bei der die Autorin sich wirklich viel Mühe gegeben hat. Der Klappentext verspricht nicht zu viel, wenn er verrät, dass Felicity, Monty und Percy unter anderem zu sich selbst finden. Diesen Punkt hat die Autorin sehr liebevoll erzählt. Am deutlichsten ist die Entwicklung an Monty, dem Erzähler, zu sehen. Ganz langsam und schleichend entwickelt er sich von einem unzuverlässigen, über die Stränge schlagenden, trotzigen Teenager zu einem reifen, standfesten jungen Mann. Die Cavaliersreise erfüllt damit durchaus ihren Zweck, auch wenn das eine ganze Weile überhaupt nicht auffällt, da sich Monty kein Stück so entwickelt, wie die Gesellschaft und sein Vater das gerne gehabt hätten. Diese unterschwelligen Veränderungen, die lange weder ihm noch den anderen Charakteren noch mir bewusst waren, haben mir sehr gefallen.

    Fazit:
    Dem historischen Setting des Buches stand ich skeptisch gegenüber, aber es hat mich absolut überzeugt. Es gab viel zu lernen und alles war wunderbar in die Handlung integriert. Die Handlung selbst ist sehr flüssig. Szenen und Geschehnisse gegen ineinander über. Humor und Ernsthaftigkeit wechseln sich ab. Und währenddessen gibt es eine langsame, schleichende und doch enorme Charakterentwicklung. Diese ist sehr sanft und liebevoll erzählt und hat mich beeindruckt. „Cavaliersreise: Die Bekenntnisse eines Gentlemans“ ist ein wunderschönes Buch und bekommt dafür fünf Schreibfedern.

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    Pings avatar
    Pingvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Abenteuer-Roadtrip durch Europa im 18. Jahrhundert mit toller Sprache und Humor!
    Meine Video-Review zu "Cavaliersreise"


    Zu diesem Buch hab ich meine Gedanken in ein Video verpackt, welches ihr auf YouTube anschauen könnt: https://youtu.be/6WdKujp9XYs



    Mir hat der Roman bis auf ein Element sehr gut gefallen. Besonders der Sprachstil und der Humor ist besonders hervorzuheben.


    ---


    Spoilerfrei.

    Monty wird gemeinsam mit seinem Kumpel Percy, für dem er etwas mehr als Freundschaft entfindet, auf die Cavaliersreise geschickt. Bei dieser Grand Tour sollen junge Männer durch Europa geschickt werden, um ihre Ausbildung weiter auszuweiten, um die Welt besser kennenzulernen und auch, um sich ein bisschen auszutoben, bevor es wieder nach Hause geht, wo das ernstere (Geschäfts-)Leben einkehren sollte.

    Monty hat Flausen im Kopf und für seinen Vater eine ziemliche Enttäuschung. Dieser gibt ihn zu verstehen, dass diese Cavaliersreise seine letzte Chance ist, sich zu beweisen und das letzte Stück von Vaters Gunst nicht endgültig zu verlieren. Aber schon bei Perys erster Reisestation geraten die Dinge aus den Fugen... Es beginnt ein Historischer Jugend-Roman, der in der Mitte start zu einen Abenteuer-Roman mutiert und aufgrund der Beschaffenheit einer Grand Tour hat es auch zwangsläufig etwas von Roadtrip.

    Am meisten konnten mich die Sprache und vor allem der Humor begeistern. Wörter wie "Liederling", "vermaledeit" oder "greinen" kennt man, hört man allerdings nicht mehr oft. Ich finde, dass der Roman im Königskinder-Verlag hervorragend aufgehoben ist, da dieser mit "anspruchsvoller Jugendliteratur" in Verbindung gebracht wird. Der Humor setzt sich durch die Schlagfertigkeit von Monty (hatte für mich etwas von Jack Sparrow) und gelungen erzählter Situationskomik zusammen.

    Was mir leider nicht so zusagte, war die leicht übersinnliche Komponente, die in der Mitte bis Ende des Buches aufkam. Ich würde das Buch aber nicht bei Fantasy etc. einordnen, es geht eher in die Richtung Alchemie. Die Geschichte vom "Stein der Weisen" ist bekannt und zumindest die Versuche, so einen herzustellen, gab es wirklich, aber im Buch ging mir dieser Art Voodoo-Touch zu weit und wurde mir nicht hinreichend aufgeklärt.

    Mit von der Cavaliersreise-Partie ist übrigens Montys jüngere Schwester Felicity, die unterwegs in einem Fraueninternat abgesetzt werden sollte. Mit ihr ergeben sich auch interessante Gespräche und Hinweise über die Stellung der Frau. Die begabte junge Frau konnte offensichtlich so sehr überzeugen, dass die Autorin ein Spin-Off ("The Lady's Guide to Petticoats and Piracy") plant, wo Felicity die Hauptrolle übernimmt, das behalte ich auf alle Fälle im Auge!

    Fazit: Ich kann dieses Buch grundsätzlich jedem empfehlen, da mir verschiedene Gesichtspunkte gut gefallen haben und mich dieses Buch durch die Bank weg unterhalten konnte. Wenn ihr euch für alte, aber reizende Wörter, für witzige Gespräche, für das Reisen in Europa im 18. Jahrhundert interessiert, gepaart mit zwischenmenschlichen Themen wie Vater-Sohn-Beziehungen, Diversität zu dieser Zeit (Homosexualität, Dunkelhäutigkeit, lern- und arbeitsmotivierte Frauen...) und neuen Bekanntschaften, dann könntet ihr mit diesem All-Age-Roman eure wahre Freude haben.

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    IvyBooknerds avatar
    IvyBooknerdvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, das einfach glücklich macht!
    Ein Buch, das einfach glücklich macht!

    Ein Grund, weshalb dieses Buch wirklich alle Sterne der Welt verdient, ist die Tatsache, dass Mackenzie Lee hiermit beweist, dass es eben nicht schwierig oder fast schon unmöglich ist, einen kunterbunt gemischten und vielfältigen Cast in ein historisches Jugendbuch mit einzubringen. In diesem Buch haben wir einen gemischtrassigen, homosexuellen (ich glaube er ist homosexuell, er könnte allerdings auch bisexuell oder pansexuell etc. pp. sein) klugen jungen Mann, einen bisexuellen, weißen jungen Mann und ein eigenständiges, selbstbewusstes, leidenschaftliches, schlagfertiges und unglaublich kluges jugendliches Mädchen, die mit Ihrem Mut und ihrer Klugheit jeden einzelnen Mann in diesem Buch in den Schatten stellt. Felicity, die kleine Schwester unseres Protagonisten Monty, ist nicht bloß ein junges, hübsches Mädchen und genau das ist es, was sie nicht nur den Figuren im Buch, sondern auch uns Lesern beweist: dass Frauen nicht bloß ein hübsch anzusehendes Accessoire sind, die Männer vorführen um ihren Status anzuheben. Schnell wurde Felicity zu einem meiner liebsten Charaktere dieser Geschichte und ich könnte nicht glücklicher darüber sein, dass Mackenzie Lee es nicht nur geschafft hat, homosexuelle, bisexuelle und gemischtrassige Charaktere in diesem Buch miteinander zu vereinen, sondern auch starke, selbstbewusste Frauen, die wissen, wo der Hase läuft.

    Dieses Buch ist so viel mehr als bloß eine süße historische Liebesgeschichte, wie man vielleicht glauben könnte. Es stellt auf so viele wichtige Themen ab, wie zum Beispiel Homophobie, Rassismus, Politik, soziale Schichten, Angstzustände, Herkunft, Nervenkrankheiten, etc. pp.

    EIN BUCH, DAS EINFACH GLÜCKLICH MACHT

    Obwohl es schon ein paar Tage her ist, seit ich das Buch gelesen und auch beendet habe, kann ich einfach nicht aufhören, daran zu denken. Es ist so unglaublich amüsant, klug, süß, witzig, nachdenklich und so unfassbar gut geschrieben. Ich kann gar nicht richtig in Worte fassen, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat. Seit Tagen schwärme ich davon. Ich habe jede einzelne Seite, jeden Satz, jedes Wort so sehr genossen, dass ich das Buch sogar bereits zwei Mal gelesen habe. Ich habe nicht nur die deutsche Ausgabe, sondern auch bereits die englische Version zu Hause und da ich meist lieber zuerst das Original lese, habe ich es so gehandhabt, dass ich immer ein oder mehrere Kapitel erst im Original und anschließend dann auf Deutsch gelesen habe. Dies mag für einige verrückt klingen, doch es hat riesig viel Spaß gemacht, die Kapitel doppelt zu lesen und außerdem war ich auch wirklich sehr neugierig darauf zu sehen, wie das Buch ins Deutsche übersetzt wurde.

    Wir kennen sie alle, diese Bücher, die einen für ein paar Stunden unterhalten und dann gibt es auch noch diese Art von Büchern, die einen nicht nur unterhalten, sondern einem dieses Gefühl von Nähe und Wärme geben; Bücher, die einfach glücklich machen und einen zum Strahlen bringen.

    Aufgrund des ganzen Hypes, der diesem Buch zuteil wird (und das schon bevor es überhaupt erschienen war), der so langsam auch zu uns nach Deutschland rüber schwappt, hatte ich wirklich sehr hohe Erwartungen an das Buch, was bekanntlich ja nicht immer von Vorteil ist, doch dieses Buch hat mich definitiv nicht enttäuscht und meine ohnehin schon sehr hohen Erwartungen tatsächlich noch übertroffen.

    Für gewöhnlich bin ich kein großer Fan historischer Romane, doch dieses Buch war einfach alles, was ich mir hätte wünschen oder darunter vorstellen können. Ich muss zugeben, ich hatte zuvor noch nicht wirklich was von Cavaliersreisen gehört. Natürlich war mir das Wort ein Begriff, doch worum es dabei früher wirklich ging, wusste ich nicht. Ich musste direkt an junge, meist wohlhabende, Schüler denken, die sich, bevor sie studieren gehen, eine Auszeit nehmen um auf Reisen zu gehen, ein Auslandsjahr einlegen oder Ähnliches, denn irgendwie ist es genau das, was auch Monty und Percy, unsere beiden Hauptfiguren, machen. Für gewöhnlich sollen die Beteiligten sich während ihrer Reise nicht nur kulturell, sondern auch pädagogisch weiterbilden. Was die beiden allerdings im Kopf haben, als sie sich auf den Weg nach Europa machen, sieht etwas anders aus. In der Realität geht es bei diesen Reisen natürlich hauptsächlich ums Trinken, ums Feiern, darum Leute kennenzulernen – einfach darum, bevor der Ernst des Lebens beginnt, noch mal richtig auf die Pauke zu hauen und Spaß zu haben. Während Monty und Percy, zusammen mit Montys kleiner Schwester Felicity, also durch Europa reisen, schafft es Monty immer wieder, sie in irgendwelche Probleme hineinzumanövrieren, unwissend, und eine Serie gefährlicher aber auch aufregender Abenteuer steht ihnen bevor. Während sie also versucht sind, am Leben zu bleiben, lernen sie sich alle drei besser kennen, führen ehrliche Gespräche über wichtige Themen wie Sexualität und Nervenkrankheiten und finden raus, was Freundschaft und Familie tatsächlich bedeutet.

    Was ebenfalls sehr wichtig ist und etwas, was man in Jugendromanen eigentlich nicht so häufig sieht ist die Tatsache, wie reif die drei miteinander umgehen. Monty kann manchmal ein richtiger verwöhnter, unhöflicher, gemeiner kleiner Bengel sein und wenn er mal wieder Mist baut, etwas Verletzendes oder Unmögliches sagt bzw. tut, sind es seine Freunde Percy und Felicity, die ihn darauf hinweisen und ihn zur Rede stellen. Sie sprechen ihn darauf an, weisen ihn zurecht, jedoch ohne ihn gleich zu attackieren. Monty hingegen nimmt die Ratschläge seiner Freunde an, überdenkt sie, stellt Dinge in Frage und genau das ist es, was diese besondere Freundschaft, wenn sie auch nicht immer perfekt ist, zwischen den Dreien so einzigartig macht. Genau so sollte eine richtig gute Freundschaft aussehen. Sie respektieren einander, helfen einander, sind füreinander da – natürlich streiten sie sich auch, aber auch das gehört zu einer guten Freundschaft dazu.

    Außerdem möchte ich noch erwähnen, wie beeindruckt ich davon bin, wie viel die Autorin recherchiert hat, um auch ja alles richtig zu machen. Wie und über was sie sich alles informiert hat, lernen wir in der abschließenden Anmerkung des Autors, wo Mackenzie Lee auch Bücher und Essays zu bestimmten Themen empfiehlt, was ich persönlich unfassbar interessant fand. So erhält man auch einen kleinen Einblick, wie viel Arbeit in diesem Buch steckt; wie viel Herzblut und dass es eine Geschichte ist, die nicht eben einfach mal so innerhalb weniger Wochen geschrieben wurde.

    Trotz der 500+ Seiten lässt sich dieses Buch unfassbar schnell lesen. Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen und konnte einfach nicht genug bekommen. Das Buch zur Seite legen? So gut wie unmöglich!

    Gerade erst habe ich bemerkt, wie schlecht ich eigentlich darin bin, Rezensionen zu Büchern zu schreiben, die ich so sehr geliebt habe, wie dieses hier. Die Worte erscheinen mir nicht für die Großartigkeit eines solchen Buches angemessen, klingen eher stumpf und unpassend. Ich könnte Seiten vollschreiben mit meinen mädchenhaften Schwärmereien, hoffe aber mit dieser Rezension zumindest teilweise rüber gebracht zu haben, wie gut mir dieses Buch gefallen hat.

    Ein weiterer Punkt, der mir richtig gut gefallen hat ist der, dass die Charaktere hier auf Reisen sind und eine aufregende Tour durch Europa mit Stopps in Paris, Barcelona, Venedig und Santorin machen. Obwohl ich gerade erst selbst von einer Reise durch Italien zurück gekommen bin, hat diese Geschichte mein Fernweh regelrecht angeheizt und ich habe mich selbst dabei erwischt, wie ich wieder einige Flugseiten an meinem Laptop geöffnet hatte auf der Suche, nach ein paar interessanten Reisezielen, unter anderem auch Santorin, ein Ort, der schon ziemlich lange auf meiner Bucket List steht.

    EIN VIELSEITIGES, INTERESSANTES UND LIEBEVOLLES LESEVERGNÜGEN, DAS RICHTIG VIEL SPASS MACHT

    Letztendlich sind es all die vielseitigen, verschiedenen und interessanten Charaktere, die dieses Buch zu etwas ganz Besondere machen. Es kommen auch Piraten darin vor, Straßenräuber und auch Alchemie ist ein großes Thema und natürlich eine der herzzerreißendsten Liebesgeschichten überhaupt, die zwar langsam voranschreitet (was ich wirklich sehr gut finde; ich bin kein Fan dieser überstürzten Romanzen, bei denen man sich schon nach zwei Tagen des Kennens die große Liebe schwört), was sich hinterher aber wirklich bezahlt macht. Manchmal, muss ich gestehen, hat es mich allerdings in den Wahnsinn getrieben, positiv gemeint natürlich. Am liebsten hätte ich ihre Gesichter einfach aneinander gedrückt und sie gezwungen, sich endlich zu küssen. Ich liebe diese beiden, einzeln und als Paar, so sehr, es ist fast schon verrückt.

    Ich bin absolut begeistert von Mackenzie Lee’s Schreibstil. Ich wünschte ich könnte einfach mit ihr einen Kaffee trinken gehen, um mich mit ihr über das Leben und die Welt und natürlich ihre Bücher zu unterhalten. Sie scheint einfach wie eine so großartige und liebenswerte Person, ich würde sie so gerne einmal treffen. Und ich hoffe wirklich sehr, dass sie noch jede Menge Bücher wie dieses hier schreiben wird.

    Für mich ist dieses Buch definitiv eines meiner Jahreshighlights und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, es zu lesen. Wie man sieht finden sogar Leser, die normal mit historischen Romanen nichts anfangen können, Freude an diesem Meisterstück.

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    Damariss avatar
    Damarisvor einem Jahr
    Altertümlich und modern, romantisch und spannend - mit einer exzellent geschliffenen Sprache.

    Das Prinzip - oder besser der Trend - der Cavaliersreise, sehr bedeutend rund um das 18. Jahrhundert, war mir bis dato eher unbekannt. Wohlhabende englische Adelige schickten ihre Söhne (manchmal auch Töchter), nach deren Schulabschluss auf Bildungsreise durch Europa, bevor sie ihren heimatlichen Pflichten, dem Ernst des Lebens, nachkommen mussten. Für die jungen Menschen war dies meist Bildung und Vergnügen zugleich. Genau davon handelt "Cavaliersreise" und ist dabei noch so viel mehr ...

    Lord Henry Montague, genannt Monty, Vicomte und der zukünftige Graf von Disley, wird von seinem Vater auf Bildungsreise geschickt. Danach soll er die Geschäfte führen und das Anwesen der Familie verwalten. Begleitet wird Monty von Percy, seinem Jugendfreund, und seiner ungeliebten Schwester Felicity. Monty ist ein Lebemensch, ein Schnösel, und möchte die Reise dazu nutzen, um nochmal richtig schön "die Sau rauszulassen", bevor er seinen familiären Pflichten nachkommen muss. Wären da nicht seine Gefühle für Percy und würde die Cavaliersreise nicht völlig anders verlaufen als geplant.

    Von Beginn an hat mich die exzellente Sprache in ihren Bann gezogen, so sehr, dass ich richtiggehend begeistert war. Sie klingt altertümlich, jedoch sehr gut lesbar, erinnert an Klassiker der Literatur (ist aber kein Altdeutsch, das würden wir heutzutage nicht mehr richtig verstehen), und verwendet viele Wörter, die wir heute nicht mehr gebrauchen, aber gut verstehen können. Das bringt ein ganz besonderes und hochwertiges Flair mit sich. Die Autorin hat die Sprache modern und mit viel Humor gestaltet, bzw. wurde sie aufs Allerbeste übersetzt, so dass das Lesen enorm viel Spaß macht. Ich bin fasziniert davon, dass eine junge Autorin heute noch so geschliffen schreiben kann und eine Übersetzerin solch ein fantastisches Ergebnis liefert.

    Die Reise von Monty, Percy und Felicity geht bald ganz eigene Weg, bzw. führt in eine Richtung, die sich selbst die Hauptcharaktere nicht hätten träumen lassen. Das ist total spannend, mit vielen Überraschungen und nervenaufreibenden Szenen (bei denen man oft bis über beide Ohren grinsen muss), aber auch der Darstellung einer tief gehenden Gefühlswelt der Protagonisten, vor allem der von Monty. Die Autorin hat über das Grundthema Cavaliersreise nicht nur eine unglaublich gute Geschichte geschrieben, sie thematisiert auch die queere Kultur und Rassenkonflikte im Europa des 18. Jahrhunderts und sogar den Mythos um die Wunder Alchemisten. Am Ende bleibt der Eindruck eines großartigen, sehr gefühlvollen und humorvollen Gesamtwerkes. Dafür meine Hochachtung!

    Das Fazit
    Die besten Bücher sind die, bei denen ich nur schwer auf den Inhalt schließen kann und die mich dann völlig überraschen und begeistern. "Cavaliersreise: Die Bekenntnisse eines Gentlemans" darf sich in diese Sparte einreihen. Das Buch hat alles, was man von guter Literatur erwarten kann: Eine Geschichte, die altertümlich und modern gleichermaßen ist, deren Romantik mitten ins Herz trifft, die sogar etwas Phantastik und viel Spannung enthält und über deren Humor man auch mal herzlich lachen kann. Das alles ist in einer exzellent geschliffenen Sprache erzählt, die ihresgleichen sucht. Jeder sollte "Cavaliersreise" lesen! 5 von 5 Sterne Höchstwertung gibt es von mir.

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    Die Bekenntnisse eines Gentlemans

    Herzlich willkommen zur Königskinder-Leserunde "Cavaliersreise - Die Bekenntnisse eines Gentlemans" von Mackenzi Lee.
    Ihr lest gerne Jugendbücher, die tief in ein Thema eintauchen können? Bücher die zum nachdenken anregen?
    Dann bist du hier genau richtig!
    Bewerbe dich direkt für eines der 10 Rezensionsexemplare!


    Lesealter ab 16 Jahren

    Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). Zwischen Paris und Marseille verlieren Monty, Percy und Felicity auch noch ihren Hofmeister, kämpfen gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Aber am Ende dieser abenteuerlichen Reise finden sie alle drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.

    Leseprobe

    Mackenzi Lee liest, schreibt, verkauft Bücher und kann sehr schnell reden. Sie hat Geschichte und kreatives Schreiben studiert. Cavaliersreise ist ihr erstes Buch auf Deutsch und bei den Königskindern.

    Wir suchen nun mindestens 10 Leser, die gerne in Büchern für junge Erwachsene schmökern und das Buch gerne gemeinsam in der Leserunde lesen möchten.

    Bewerbungsaufgabe: Schildere uns deinen Eindruck zur Leseprobe

    Viel Spass

    *** Wichtig ***

    Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in Eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie Ihr Eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches.
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    Pressestimmen

    Die Bekenntnisse eines Gentlemans
    Mit seinem besten Freund Percy und seiner kleinen Schwester Felicity reist Sir Henry Montague im 18. Jahrhundert durch Europa – und findet nicht nur die große Liebe, sondern auch sich selbst.

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