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Nightingale78

vor 9 Monaten

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Meine Meinung
Mit seinem historischen Touch bietet dieser Jugendbuch/All-Age-Roman von Mackenzie Lee, definitiv einmal etwas anderen Stoff für seine Zielgruppe. So fühlte ich mich durch das Flair des 18. Jahrhunderts und die Settings, erinnert an Marie Antoinette oder Casanova. Obwohl ich das von Monty & Co. erkundete Schloss Versailles mit all seinem Prunk, die kleine Stadt Marseille oder die Gassen von Venedig, noch nicht selbst bereist habe, fühlte sich die Stimmung dieser Orte durch die Beschreibungen sehr authentisch an.

Der Erzählstil an sich ist durch seine teilweise der Epoche angepassten Umgangssprache natürlich etwas anders. Mich verwirrte es manches Mal, wenn von altertümlicher Sprache in einen doch saloppen, gar modern klingenden Ton gewechselt wurde. Hier hätte ich mir tatsächlich gewünscht, dass die Autorin sich einmal für einen Weg der Erzählung entscheidet. Nichtsdestotrotz trieb mich die Autorin beim lesen immer weiter.

Das Hauptaugenmerk richtet Mackenzie Lee auf die Figuren. Demnach wird diese Geschichte durch die Haupt- und Nebenfiguren angetrieben.
Allen voran hält Henry (alias Monty) seine Mitmenschen und den Leser reichlich auf trab. Er erfüllt das Klischee des attraktiven, reichen, charmanten und arroganten Adeligen perfekt. Monty wirkte auf mich durch seine Leichtsinnigkeit und Arroganz, vor allem zu Beginn nicht unbedingt sympathisch. Er ist sehr Ich-bezogen und obwohl er ein enges Verhältnis zu Percy pflegt, sogar neben der Freundschaft romantische Gefühle hegt, scheint er sich um seinen Freund nur aus Eigennutz zu kümmern. Das schwierige Verhältnis zu seinem Vater und die innigen Gefühle für Percy jedoch berührten mich sehr.
Percy hat ein sehr einprägsames, fürsorgliches und charismatisches Wesen. Er überwiegt Henrys Unwissenheit mit seinem vernünftigen Auftreten. Percy unterstützt und liebt seinen besten Freund, hat aber auch seine eigenen Schlachten zu bekämpfen. So trifft er auf wenig Verständnis von Monty für seine Ängste, obwohl dieser sich u.a. sehr wohl über Percys (exotische) Herkunft im Klaren ist.
Montys jüngere Schwester Felicity, wirkt zu Beginn eher wie eine mürrische graue Maus, die sich ihrem Schicksal als Frau willig hingibt. Doch dem ist nicht so. Innerlich lehnt sie sich auf und nutzt die Reise, um ihre wahren Ziele zu verfolgen. Sie entpuppte sich für mich als absolute Lieblingsfigur. Felicitys starker Verstand, ihr Selbstvertrauen und die Stärke retteten Henry und Percy aus so manch missliche Lage.

Man könnte denken, dass es unmöglich oder schwierig ist, eine vielfältige und farbenfrohe Besetzung in einem Jugendbuch Roman im 18. Jahrhundert angesiedelt zusammenzustellen, wo die Reichen und Mächtigen ausschließlich weiß und männlich waren. Aber Mackenzie Lee beweist das Gegenteil. Hier trifft der Leser auf einen bisexuellen jungen Mann aus dem Adel und einem unabhängigen, cleveren Teenager-Mädchen. Ich liebte Felicitys Intelligenz und wie sie mit ihrem Mut und Köpfchen, ihre männlichen Begleiter in die Schranken wies. Sie möchte nicht nur den Mund halten und hübsch aussehen, sondern etwas bewirken.

Mir gefiel zudem unheimlich gut, wie Mackenzie Lee mal eben aktuelle Themen wie Selbstfindung, Sexualität bzw. LGBT, Rassentrennung und Frauenrechte, in das 18. Jahrhundert verwoben  hat. Dadurch ist die Geschichte sehr zeitgemäß.


Fazt
„Cavaliersreise“ nimmt den Leser auf eine spannende Abenteuerreise und ist ein berauschendes, humorvolles & tragisches Königskind!

Autor: Mackenzi Lee
Buch: Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans
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