Madarejúwa Tenharim

 5 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Madarejúwa Tenharim

Ein Krieger, der für den Erhalt seines Volkes kämpft: Madarejúwa Tenharim lebt im brasilianischen Regenwald. Sein Volk, die Tenharim, ist von 10.000 auf nur noch 900 Menschen geschrumpft. Genauso wie sein Volk ist auch sein Lebensraum bedroht. Der 1996 geborene Madarejúwa lädt den Leser in seinem Buch, das er gemeinsam mit dem deutschen Journalisten und Schriftsteller Thomas Fischermann veröffentlicht, zu einer Begegnung mit seiner Heimat ein. Madarejúwa und Fischermann zeigen die Schönheit des Amazonaswaldes, erinnern aber auch an die Zerstörung, die ihm droht und an die Auswirkungen, die diese für uns alle hat. Madarejúwa ist bereit, sein Leben zu riskieren, um sein Volk zu retten.

Alle Bücher von Madarejúwa Tenharim

Der letzte Herr des Waldes

Der letzte Herr des Waldes

 (4)
Erschienen am 25.05.2018

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Rezension zu "Der letzte Herr des Waldes" von Madarejúwa Tenharim

Einer der letzten Krieger aus dem Amazonaswald erzählt seine Geschichte
Seehase1977vor 5 Monaten

„Wenn der Wald stirbt, stirbt auch das Volk“

Auf einer seiner Expeditionen ins Amazonasgebiet begegnet der ZEIT-Journalist Thomas Fischermann zum ersten Mal dem jungen Krieger Madarejúwa Tenharim und seinem Volk, das einstmals mehr als 10000 Menschen umfasste und nun auf dramatische knapp 1000 Ureinwohner geschrumpft ist. In diesem Buch erzählt der stolze junge Mann nicht nur seine Geschichte, sondern auch die einer zerstörten und sterbenden Natur…

Meine Meinung:
Durch die Medien bin ich auf das Buch „Der letzte Herr des Waldes“ von Thomas Fischermann und Madarejúwa Tenharim aufmerksam geworden. Fischermann ist Redakteur der ZEIT, lebt seit 2013 abwechselnd in Hamburg und Rio de Janeiro und ist dem jungen Krieger auf einer seiner Expeditionen in den Amazonas zum ersten Mal begegnet. Zusammen haben sie dieses wichtige und aufklärende Buch geschrieben.


Fischermann hat seine zahlreichen Gespräche mit dem Krieger und seinem Volk aufgezeichnet und niedergeschrieben. Erzählt wird das Buch allerdings aus der Sicht von Madarejúwa und wird in der, hier durchaus erst einmal gewöhnungsbedürftigen, Ich-Form erzählt.

Das Leben Madarejúwas wird erläutert und beschrieben. Man erfährt von der Jagd auf Wildschweine, von gegrillten Affen und meterlangen Anakondas, von Streifzügen durch den Urwald, vom Fährten lesen, vom Wandern auf uralten Pfaden und von mystischen Stätten und überlieferten Ritualen.

Die Erzählungen und Erfahrungen des jungen Mannes machen deutlich, wie bedeutsam der Wald für Madarejúwa und sein Volk ist. Der Wald bedeutet Nahrung, Heimat und vor allem Identität. Obwohl viele der Ureinwohner mittlerweile mit Handys, Internet und Co. vertraut sind, der Wald, seine Pflanzen und die dort lebenden Tiere werden dem Krieger und seinem Volk immer mehr bedeuten, denn darin liegt ihre Existenz.

Doch ihr Lebensraum verschwindet rapide, zerstört und bedroht durch den Weißen Mann, der durch massive Baumrodungen schon eine unvorstellbar große Fläche des kostbaren Waldes vernichtet hat. Gründe für die Abholzung sind der Flächenbedarf für Viehzucht und Sojaanbau, viele Tropenbäume werden illegal gefällt, das Holz gewinnbringend verkauft. Hilfe von der brasilianischen Regierung erhalten die Urweinwohner kaum.

„Wenn die Zerstörung des Regenwaldes in diesem Tempo weiter geht, dann wäre das Reservat, in dem die Tenharim leben, in zehn bis 15 Jahren komplett abgeholzt. Das Schutzgebiet ist in etwa so groß wie Schleswig-Holstein“ (Quelle: www.dw.com)

Mein Fazit:
Das Buch „Der letzte Herr des Waldes“, welches die Geschichte und das Leben vom jungen Krieger Madarejúwa Tenharim und seinem Volk erzählt, beleuchtet zudem aber auch eine erschreckende Wahrheit. Der für die Welt und das Klima so wichtige Amazonas-Regenwald stirbt und mit ihm nicht nur eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt sondern auch die Existenz indigener Völker. Einmal mehr fällt eine unverwechselbare Oase des Lebens der Hab- und Profitgier des Menschen zum Opfer. Ein wichtiges, einmaliges und bedeutsames Buch, das eine absolute Leseempfehlung verdient!

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Buchraettins avatar

Rezension zu "Der letzte Herr des Waldes" von Madarejúwa Tenharim

Es ist intensiv, anschaulich, lebendig, erschreckend, überraschend und ein wahres Leseerlebnis.
Buchraettinvor 8 Monaten

Madarejuwa Tenharim ist ein junger Krieger, der 1996 geboren wurde und vom Volk der Tenharim abstammt. Das Buch beginnt mit einer Vorstellung von ihm. Das Besondere an diesem Buch ist die Perspektive. Er erzählt als Ich – Erzähler, nimmt den Leser an die Hand, spricht ihn direkt an und nimmt einen mit in den Dschungel in seine Welt in Brasilien. Beim Lesen spürt man die Emotionen. Riecht die Gerüche des Dschungels, hört die Stimmen aus dem Urwald und auch die Anspannung des Erzählers, den man so hautnah begleitet, wenn er von der Zerstörung seines Lebensraums berichtet.
Das empfand ich als unheimlich intensiv zu lesen. Je weiter man eintaucht beim Lesen dieser Geschichte und des Lebens dieses jungen Krieger, erfährt man auch, dass er durchaus auch das andere Leben kennt. Internet, „Star Wars“ Filme neben den Erlebnissen mit Riesenschlangen wie Anakondas und dem Bestreben diese Kultur seines Volkes zu erhalten- da treffen Welten aufeinander.
Auch der zweite Autor des Buches, der deutsche Journalist Thomas Fischermann kommt zu Wort und erzählt, wie er den Stamm der Tenharim kennenlernte, wie es zu der Idee dieses Buches kam und er spricht auch die Vernichtung und die Auswirkungen des Regenwaldsterbens für die gesamte Welt und damit auch die gesamte Menschheit an. Und zum Ende des Buches berichtet er noch einmal, wie er die Aufzeichnungen der Erzählungen von Madarejuwa bearbeitet hat für dieses Buch.
Sehr gelungen finde ich auch das Inhaltsverzeichnis zu Beginn des Buches, das mir als Leser gleich einen ersten Überblick über das Buch gibt. Im Anhang finden sich Anmerkungen zu den kleinen Zahlen, die im Text auftauchen und die hier Sachverhalte näher erläutern. Ebenso ein Literaturverzeichnis und weiterführende Links.
Was ich immer sehr mag, sind die kleinen Details, wie wenn im Umschlag innen eine Karte von Brasilien zu finden gewesen wäre. Sehr gelungen finde ich die vielen bunten Fotos im Inneren, die vermitteln dem Leser noch einmal hautnahe anschauliche Details. Im Buch selbst findet man kleine Karten, wie eine Karte von Südamerika, wo auch das Gebiet der Tenharim eingezeichnet ist und noch eine Karte des Stammesgebietes rund um den Marmelos Fluss, die wie in der Legende zu erfahren ist, auf einer Karte von Angehörigen des Volkes beruht. Das hat mir sehr gefallen.
Das Buch zu lesen war eine ungewöhnliche und intensive Lebenserfahrung, gerade weil es kein Sachbuch über den Regenwald ist, das Fakten vermittelt, sondern weil es einem Menschen, der dort lebt eine Stimme gibt. Ich habe noch einen Fotoatlas über den brasilianischen Dschungel dazu genommen, das hat das Lesen mit dem Betrachten der Fotos noch intensiver gestaltet.
Das Buch verleiht den Menschen, die dort im Regenwald Brasiliens leben eine eigene Stimme durch den jungen Krieger, der hier aus der Ich- Perspektive berichtet.
Es nimmt den Leser an die Hand. Führt ihn hautnah in diese Natur, die Probleme und die Schrecken der Auswirkungen, die die Vernichtung dieses Lebensraumes für die gesamte Menschheit mit sich bringen würde.
Es ist intensiv, anschaulich, lebendig, erschreckend, überraschend und ein wahres Leseerlebnis.

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