Madeleine Albright

 4.6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autorin von Faschismus, Read My Pins und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Madeleine Albright

Ein starkes Beispiel für geballte Frauenpower: Madeleine Albright wird 1937 als Marie Jana Körbelová in Prag geboren. Ihr Vater war tschechoslowakischer Diplomat und nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen flieht die Familie 1939 nach London. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt Albright mit ihren Eltern in ihre Heimat zurück, zieht jedoch kurze Zeit später nach Belgrad, wo ihr Vater Botschafter wird. 1948, nach dem kommunistischen Staatsstreich, erhält die Familie politisches Asyl in den USA. 1957 werden sowohl Albright als auch ihr Vater amerikanische Staatsbürger. Zwei Jahre später beginnt Albright am Wellesley College ein Studium der Politikwissenschaften. Nach ihrem Abschluss setzt sie ihre Ausbildung mit einem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Columbia fort, promoviert schließlich im Jahr 1976. 1997 wird sie die erste weibliche Außenministerin der USA und hält dieses Amt bis 2001. Erst kurz vor ihrem Amtsantritt, im Jahr 1996, erfährt sie die Wahrheit über ihre jüdische Abstammung und über die Ermordung vieler Angehöriger im Holocaust. Allerdings bleibt für sie unklar, warum ihre Eltern nie mit ihr darüber gesprochen haben. Nach dem Ende ihrer politischen Karriere ist Albright heute unter anderem für ihre Bücher bekannt, die sowohl Einblick in ihr eigenes Leben, als auch in die politischen Strukturen der USA geben.

Alle Bücher von Madeleine Albright

Faschismus

Faschismus

 (3)
Erschienen am 06.08.2018
Der Mächtige und der Allmächtige

Der Mächtige und der Allmächtige

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Erschienen am 12.05.2006
Amerika - du kannst es besser

Amerika - du kannst es besser

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Erschienen am 12.01.2008
Read My Pins

Read My Pins

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Erschienen am 01.01.2009
Prague Winter

Prague Winter

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Erschienen am 15.05.2012
Madam Secretary

Madam Secretary

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Erschienen am 05.03.2013

Neue Rezensionen zu Madeleine Albright

Neu
Buecherwurm1973s avatar

Rezension zu "Faschismus" von Madeleine Albright

im 20. Jahrhundert und heute
Buecherwurm1973vor 14 Tagen

„Der Faschismus ist tatsächlich in Mode gekommen und schleicht sich wie eine Schlingpflanze in den gesellschaftlichen Diskurs ein“ 


„Es geht nicht so sehr darum, was die Leute haben, sondern darum, was sie ihrer Ansicht nach haben sollten – und wovor sie Angst haben“

Das sind zwei Zitate aus dem ersten Kapitel. In diesem erzählt sie ihre eigene Geschichte. Sie selber musste als Kind zweimal vor dem Faschismus fliehen – einmal im zweiten Weltkrieg und das zweite Mal als die Russen in die Tschechoslowakei eindrangen. Dazwischen erklärt sie, was sie unter Faschismus versteht und wie er ihrer Meinung nach entsteht. Das zweite Zitat stammt von einer ihrer Studentinnen, als mit ihnen diskutierte „Was ist Faschismus und woran erkennt man ihn“. Ich finde die Zitate treffen so ziemlich den Nagel auf den Kopf, was die Lage in Europa betrifft. 

Sie nimmt den Leser auf eine Reise ins 20. Jahrhundert, das vom Faschismus geprägt war. Sie schildert wie Mussolini, Hitler und andere Diktatoren demokratisch an die Macht gelangt sind, aber danach diese beseitigt haben. Mit Lügen, Diskriminierung und Gewalt haben sie sich zum Erlöser hochstilisiert. 

Zum Schluss schlägt Madeleine Albright eine Brücke zur Gegenwart. In vielen Ländern sind wieder faschistische Tendenzen spürbar. Sie zeigt auf, wie die Präsidenten von Russland, China, Türkei, Ungarn und USA ihr Volk mit antidemokratischen Reden manipulieren. Zwischen den Zeilen kann man lesen, noch sind wir in der Lage den Faschismus zu unterdrücken, jedoch marschieren wir geradewegs wieder in diese Richtung.

Mit grosser Sachkenntnis hat Madeleine Albright dieses Buch geschrieben. Mich lässt dieses Buch beklemmend zurück. 

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Rezension zu "Faschismus" von Madeleine Albright

Plädoyer für demokratische Strukturen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Monaten

Die frühere US-Aussenministerin unter Präsident Clinton hat ein kluges, kenntnisreiches und entlarvendes Buch über den Faschismus geschrieben. Gespiesen wird ihr Interesse für dieses Thema einerseits durch das persönliche Schicksal ihrer Familie andererseits durch ihre Erfahrungen als Aussenministerin und ihren unermüdlichen Einsatz für demokratische Werte.

 

In den ersten Kapiteln wird dargestellt, wie der Faschismus des 20. Jahrhunderts ausgesehen hat, wo er seine Wurzeln hatte und welche Charakteristiken er hat. Dabei beleuchtet sie das Phänomen, dass es für Faschismus keine klare Definition gibt. Er wird viel eher als Vorhandensein verschiedener "Symptome" bezeichnet, die in ihrer Ausprägung nicht immer genau gleich sein müssen, aber alle die gleiche Tendenzen haben: Machtkonzentration auf die Führungsperson, Kontrolle über die Informationsverbreitung und Missachtung der Wahrheit zur Erhöhung der eignen Taten/Theorien/Interessen, Missachtung der Rechte und Würde aller, die nicht zur eigenen Art/Partei/Rasse/Nationalität gehören, inklusive deren Verfolgung.

Die Autorin vergleicht den Faschismus Mussolinis mit demjenigen von Hitler und mit dem Kommunismus von Stalin. Sie weist auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin. Es ist ihr ein grosses Anliegen, dass die Begriffe nicht verwässert werden (was in weiten Teilen der heutigen Diskussion bereits der Fall ist).

Die Geschichte des Faschismus im 20.Jh. ist eng mit dem Schicksal der Familie der Autorin verwebt. Mit eindrücklichen Zeugnissen wird darauf hingewiesen und so die realen Auswirkungen der zuvor theoretisch diskutierten Gedankengebilde auf die Menschen gezeigt.

 

Im mittleren Teil des Buches werden dann anhand von diversen Machthabern der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart deren Faschismus-Potenzial untersucht, ihre Mechanismen, um an die Macht zu kommen und dort zu bleiben seziert und daraus Schlüsse gezogen. Das Kabinett des Schreckens umfasst: Slobodan Milosevic, Hugo Chavez, Recep Tayyip Erdogan, Vladimir Putin, Viktor Orban, Jaroslaw Kaczynski, Kim Jong-un und Donald Trump. Ausser Kim Jong-un wird keiner der Politiker als vom Faschismus im Vollbild infiziert diagnostiziert, aber jeder von ihnen zeigt bedenkliche Symptome.

Erweitert wird die Diskussion um die Begriffe Populismus und dessen Verhältnis zum Faschismus.

Dieser Teil des Buches gefiel mir ausgezeichnet, weil genau hingeschaut wurde und das Bemühen der Autorin um eine distanzierte Sichtweise sehr spürbar wird. Die Analyse der einzelnen Politiker basiert auf deren Taten und Worten. Madeleine Albright ist eine ausgezeichnete Beobachterin und scharfsinnige Analystin. 

 

Gegen Ende des Buches macht sich die Autorin Gedanken über die Zukunft. Über den Einfluss der neuen Kommunikationstechnologien und über den Umgang mit der Wahrheit. Sie plädiert durchs Band für die Demokratie, die sie nicht als Herrschaft des Volkes, sondern als Herrschaft der Mehrheit unter Inschutznahme und Berücksichtigung der Interessen der Minderheit verstanden haben möchte. Sie plädiert auch für den ernsthaften politischen Diskurs, dafür, dass wir uns Zeit nehmen und genau hinschauen. Ein Problem von verschiedenen Seiten betrachten, analysieren, verschiedene Lösungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Unübersehbar sind die Sorgen, die sie sich um das Ansehen der USA unter dem derzeitigen Präsidenten macht. Noch sei nicht absehbar, wie gross die Schäden, die er anrichte, insgeamt sein werden, mit denen sein dereinstiger Nachfolger zu kämpfen haben werde.

 

Und wie lässt sich denn nun der Stil der Autorin beschreiben? Ellenlange, knochentrockene, diplomatisch ummantelte Satzgefüge? Weit gefehlt. Madeleine Albright schreibt angenehm und verständlich, passende Primärquellen unterstreichen das Geschriebene. Man merkt, dass das Thema eine Herzensangelegenheit der Autorin ist. Trotzdem schafft sie es, sich selber immer wieder zurückzunehmen und nicht zu dozieren. Es gibt trotz des ernsthaften Themas auch richtig unterhaltsame Stellen, an denen die Scharfzüngigkeit von Madeleine Albright durchblitzt.

Ein Beispiel: "Ausserdem ist Putin ein Meister der Selbstinszenierung. ... 2012 zwängte der 60-jährige Putin seinen nicht mehr ganz ranken Körper in einen weissen Overall, sprang in den Pilotensessel eines Kleinflugzeugs und zeigte einem Schwarm von offenbar begriffsstutzigen sibirischen Kranichen, wohin ihr Migrationszug sie zu führen habe. So was hatte nicht einmal Mussolini fertiggebracht." (S.187-188) 

 

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ulrikerabes avatar

Rezension zu "Faschismus" von Madeleine Albright

Wichtig, informativ, beunruhigend
ulrikerabevor 4 Monaten

Madeleine Albright war unter Bill Clinton US-amerikanische Außenministerin. In der Tschechoslowakei geboren erlebte sie schon als Kind den Wahnsinn des Faschismus. 1939 flohen ihre Eltern mit ihr nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Prag nach London. Der Großteil der Familie, der in der Tschechoslowakei verblieb, wurden im Holocaust  ermordet.

In Ihrem Buch Faschismus, eine Warnung liefert die studierte Politologin einen profunden geschichtlichen Abriss über die Entstehung des Faschismus in den Anfängen des vorigen Jahrhunderts, ausgehend von Italien und Deutschland. Die Parallelen zu den Entwicklungen in der heutigen Zeit zeigt sie anhand erschreckend vieler Beispiele zeitgenössischer Staats“führer“.

Als Mrs Albright einem Freund schildert, dass sie ein Buch über „facism“ schreibt, versteht dieser „fashion“. Und ja leider ist der Faschismus wieder in Mode und „schleicht sich wie eine Schlingpflanze in den gesellschaftlichen und politischen Diskurs ein“.

»Es geht nicht so sehr darum, was die Leute haben«, sagte sie, »sondern darum, was sie ihrer Ansicht nach haben sollten – und wovor sie Angst haben.« Ängste, die vielleicht gar nicht unbegründet sind, Angst vor Arbeitslosigkeit, vor Massenzuwanderung, vor Kriminalität, die aber so geschickt von den Machthabern geschürt werden und „die Zuhörer zu dem Gedanken zu verführen, dass hinter den vielen Ursachen ihrer Probleme ein einziger Feind stecke.“

Ich halte dieses Buch für ein wichtiges Buch, informativ und gleichzeitig beunruhigend.

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Madeleine Albright wurde am 15. Mai 1937 in Prag (Tschechische Republik) geboren.

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