Madeleine Bourdouxhe Auf der Suche nach Marie

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Inhaltsangabe zu „Auf der Suche nach Marie“ von Madeleine Bourdouxhe

Nur der Augenblick zählt für Marie. Obwohl die junge Frau glücklich verheiratet ist, lässt sie sich auf eine Affaire mit einem jungen Mann ein. Die stürmische erotische Beziehung gefährdet ihre Ehe jedoch zu keinem Zeitpunkt: Denn trotz der Intensität ihrer Gefühle entdeckt Marie, dass sie an keinem der beiden Männer Verrat begeht.

schöner sinnlicher Roman, der aus seiner Zeit zu verstehen ist

— wiebeke

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  • Rezension zu "Auf der Suche nach Marie" von Madeleine Bourdouxhe

    Auf der Suche nach Marie

    claudiaausgrone

    23. August 2011 um 15:13

    Da dieses Buch (zu Recht) als literarisches Meisterwerk gefeiert wird und schon mehrmals von Profis rezensiert worden ist, bleibt mir nur wenig zu schreiben. Das Buch handelt von Marie, einer liebenden, glücklich verheirateten Frau, die ihre Freiheit finden möchte und im Prozess des Erinnerns die ursprüngliche Marie wiederfinden möchte. Ich habe mich sehr angesprochen gefühlt und viele Gefühle sind mir sehr vertraut, auch wenn ich nicht so introvertiert bin wie Marie. Marie lernt einen jungen Mann kennen, mit dem sie eine intensive erotische Affäre beginnt. Dennoch bleiben ihr die Gefühle für ihren Mann und auch ihr Pflichtbewusstsein und die Realität erhalten. Sie liebt die Menschen und die Dinge, aber sie hat das Gefühl, dass diese Menschen und die Pflichten an unsichtbaren Schnüren mit ihr verbunden sind, und sie mal hierhin und mal dorthin gezogen wird. Mit ihrem Geliebten erfährt sie es zum ersten Mal anders: "...Der Mensch, der mir so ähnlich ist. Und dennoch bleibe ich ich selbst. Mehr ich selbst, als ich es je gewesen bin." Dennoch begleitet sie ihren Mann in eine ungeliebte Stadt, als dieser beruflich wechseln muss. "Man befreit sich nicht, indem man einen Menschen im Stich lässt. Wirklich befreien kann man sich nur, wenn man sich den Dingen stellt, vor denen man davonlaufen möchte." Und sie lässt auch ihre Schwester Claude nicht im Stich, als diese in Not ist. In ihrem Prozess erfährt Marie, wie sehr sich ihr Verhältnis zu der Schwester ändert bzw geändert hat. Die Ansichten der Schwestern sind sehr unterschiedlich und Marie löst auch hier die unsichtbare Schnur: "Man sieht nur das, was man auch versteht. Und man versteht nur das was man auch liebt. Zuerst muss man sich hingeben, sich einlassen, dann erhält man dafür auch etwas zurück. Aber du wartest immer nur, du wartest, dass irgend etwas auf Dich zukommt...[...] Da aber nichts von alleine auf Dich zukommt, verzweifelst du.[...] Du selbst musst lieben, du selbst musst leben. Etwas vom Leben zu fordern, heißt, es von sich selbst zu fordern." Es gäbe noch viele schöne Aspekte zu erwähnen. Manche lassen sich bei Simone de Beauvoir in "Das andere Geschlecht" nachlesen. Die Woche schreibt: "Dieser Roman ist einer der schönsten Liebesromane, die es momentan zu lesen gibt." Stimmt!

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  • Rezension zu "Auf der Suche nach Marie" von Madeleine Bourdouxhe

    Auf der Suche nach Marie

    Haschnier

    08. November 2010 um 19:00

    Eine fast typische Gesichte von Madelaine Bourdouxhe. Und wieder einmal frage ich mich, wie diese Autorin nach dem 2. Weltkrieg in Vergessenheit geraten konnte. "Auf der Suche nach Marie" erzählt diesmal das Leben aus der Perspektive von Marie, einer gebildeten, modernen, großstädtischen Ehefrau, die das Leben eben nicht für eine Geschichte hält, die man erzählen könne, sondern für etwas, das man schon erleben müsse (wie sie ihrer Schwester erklärt). Und genau so entschließt Marie sich in dem hier gezeigten Ausschnitt ihres Lebens zu leben. Bourdouxhe gelingt es, den Leser die Welt mit Maries Sinnen sehen und fühlen zu lassen und trotzdem auch immer wieder den Abstand zu gewinnen und so eine Aussensicht zu bewahren. Madelaine Bourdouxhe ergreift dabei insoweit Partei für Ihre Protagonistin, als dass sie die Geschichte aus ihrer Perspektive entwickelt. Zudem gibt eigentlich auch gar keine Gegenpartei. Gerade als ich dachte, der Ehegatte, der Opfer des abzusehenden Ehebruchs werden könnte, könne diese Rolle übernehmen, sah ich mich getäuscht, denn auch er hat seine Schwächen. Nein, "Auf der Suche nach Marie" ist, insbesondere aus heutiger Sicht, kein sonderlich kämpferisches femenistisches Buch. Es tritt für nichts ein, es erzählt bloß. Andererseits war es zu seiner Zeit sicherlich deutlich weniger selbstverständlich die Lebenssicht einer Ehefrau so alleine auf sie bezogen auszudrücken. Gerade dieser Umstand, diese Gradlinigkeit gefällt mir besonders gut. Am Ende ist es mir wie mit den anderen Bourdouxhes gegangen: Ich mag ihren Erzählstil unglaublich gern und so fesselt mich dieses Buch und macht Spaß.

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