Madeleine Bourdouxhe Gilles? Frau

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Inhaltsangabe zu „Gilles? Frau“ von Madeleine Bourdouxhe

Elisa und Gilles sind glu?cklich, die Rollen klar verteilt. Liebe bedeutet fu?r Elisa: Ehefrau zu sein. Sie wohnen mit ihren kleinen Zwillingstöchtern in einer Arbeitersiedlung am Rande einer Industriestadt, und jeden Abend wartet Elisa sehnsu?chtig auf ihren Mann. Doch ausgerechnet ihre ju?ngere Schwester Victorine verdreht Gilles den Kopf. Elisa, die hochschwanger ist, kommt schnell dahinter, nimmt seine Untreue hin, demu?tigt sich, wird gar zur Komplizin seiner Begierde, bis Victorine ihn verlässt. Als Elisa schließlich klar wird, dass sie nun ihrerseits Gilles nicht mehr liebt, kapituliert sie. Ein meisterhafter Roman u?ber die zerstörerische Kraft absoluter Liebe.

Eine ménage à trois, eine zeitlose Geschichte selbstloser Liebe und ihrer Schmerzen.

— JulesBarrois
JulesBarrois

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    Gilles? Frau
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    03. May 2017 um 08:52

    Gilles’ Frau - Madeleine Bourdouxhe (Autorin), Monika Schlitzer (Übersetzerin), 160 Seiten, Klaus Wagenbach Verlag (28. April 2017), 12 €, ISBN-13: 978-3803127792   „Durch die Nässe verfaulen die letzten Herbstblumen, noch bevor sie Zeit hatten zu welken.“ (Seite 130) Ein Satz, der für vieles gilt, auch und insbesondere für Elisa. Elisa ist die Frau von Gilles, einem Stahlarbeiter, irgendwo am Rande einer Industriestadt in Belgien, vielleicht Lüttich. Sie führen eine sogenannte ganz normale Ehe, zwischen Kindern, Küche, Garten, Arbeit und dem Warten auf den von der Arbeit kommenden Mann, den sie abgöttisch liebt. Damit beginnt auch dieser Roman. „Fünf Uhr … Er wird bald heimkommen“ denkt Elisa. Und kaum hat sie das gedacht, ist sie zu nichts mehr fähig […] Eine Welle der Zärtlichkeit ergreift sie wie ein Schwindel.“ (Seite 5) So erwartet sie die Ankunft von Gilles von der Arbeit in der örtlichen Fabrik in der belgischen Landschaft. Sie ist verliebt in ihren Mann und erwartet ihr drittes Kind, Elisa will wenig mehr, als sich um ihre Familie zu kümmern. Dabei bemüht sie sich, ein möglichst komfortables Zuhause zu schaffen. Die Eröffnungsszenen malen idyllisches Bilder, voll von den einfachen Freuden des Lebens: „Gilles lehnt sich wieder aus dem Fenster. Er denkt an nichts und an eine Menge winziger Kleinigkeiten. Morgen ist Sonntag … Der Duft der Suppe steigt ihm noch immer in die Nase … Die Blumen im Garten sind schön. Wie angenehm das Leben doch ist. Er sieht Elisa zu, wie sie im Licht der untergehenden Sonne seine beiden nackten kleinen Töchter badet, und Frieden erfüllt ihn.“ (Seite 9) Doch es dauert nicht lange, bis diese harmonische Existenz auseinanderfällt. Kurz vor der Geburt ihres Babys beginnt sie, ein vages Gefühl von Unbehagen zu erleben. Gilles erscheint in irgendeiner Weise unbeständig. Zuerst setzt Elisa es auf ihren eigenen Zustand - schließlich ist alles ein wenig seltsam, wenn man hoch schwanger ist. Aber eines Abends, als Gilles im Begriff ist, mit Victorine (Elisas attraktiver jüngerer Schwester) auszugehen, ist Elisa von einem akuten Gefühl der Angst gepackt. Madeleine Bourdouxhe beschreibt die Katastrophe sehr gut: die Art und Weise, in der der Verrat in einem Blick oder einer Geste des Augenblicks sichtbar wird; oder auch wie ein neugieriges, fast euphorisches Schockgefühl das Herz in den ersten Phasen der Gefahr schützt. Dann kommt das hartnäckige Geschäft des emotionalen Überlebens: Es ist nicht so viel der Verlust von Gilles Liebe, die Elisa fürchten muss, sondern der Verlust ihrer eigenen Liebe. „Gilles’ Frau“ ist eine klassische Tragödie. Die Orte sind einfach, die mitspielenden Personen ebenfalls. Und es sind nicht viele. Keiner verliert den Überblick. Bourdouxhe Stärke ist es, aus wenig viel zu machen. Dabei nutzt sie einen Sprachstil, der sowohl blumig elegant als auch ruppig und grausam ausfallen kann, der minimalistisch, aber zugleich sehr emotional ist. Hinzu kommt eine überaus genaue und treffende Analyse der Unterschiede von männlicher und weiblicher Sexualität. Und sie zeigt die schmalen Grenzen auf, die zwischen Liebe und Anbetung verlaufen. Madeleine Bourdouxhe lässt den Leser ganz nah an Elisas Sicht und gibt ihm einen nahezu vollständigen Zugang zu ihren inneren Gedanken und Gefühlen. Es ist ein verheerendes Porträt einer Frau, die in ihrem Schmerz und Leiden in ihrer selbstaufopferten Liebe zu ihrem Mann isoliert ist. Das Buch war der Debütroman von Madeleine Bourdouxhe, der erstmals 1937 erschien, als die Autorin Anfang dreißiger Jahre war. Und ihr gelang mit dieser Konzentration auf eine ménage à trois eine zeitlose Geschichte selbstloser Liebe und ihrer Schmerzen. Sie können das Buch in zwei oder drei Stunden leicht lesen, aber diese Geschichte hat das Potenzial, länger in Ihrem Gehirn und Ihrem Herzen zu verweilen.   Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1099-gilles-frau.html Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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