Madeleine Prahs

 3.9 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Nachbarn und Die Letzten.

Alle Bücher von Madeleine Prahs

Nachbarn

Nachbarn

 (16)
Erschienen am 24.06.2016
Die Letzten

Die Letzten

 (13)
Erschienen am 04.08.2017

Neue Rezensionen zu Madeleine Prahs

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Eggi1972s avatar

Rezension zu "Nachbarn" von Madeleine Prahs

Bewegender Roman
Eggi1972vor 6 Monaten

Bei dem Buch Nachbarn von Madeleine Prahs habe ich mir in den ersten 2 Kapiteln etwas schwer getan. Er ist ein wenig anders geschrieben wie andere Romane. Ich hatte einfach ein wenig Startprobleme mit dem Buch. Aber, und dies ist mir sehr wichtig, wenn man die Struktur des intelligent aufgebauten Romans verstanden hat, ist es ein Buch, welches einen zu fesseln weiß.

Es zeigt auf eindrucksvolle Weise wie das Leben in unserem Staat seit der Wende verlaufen kann und verläuft.

Frau Prahs zeichnet die Personen in diesem Roman sehr scharf und zeigte mir auf beeindruckende Weise, wie man Menschen beschreiben kann, ihren persönlichen Werdegang, der immer wieder anders verlaufen kann.

Sie beschreibt Sehnsüchte, die jeder von uns kennt - mag es Liebe sein, oder der Beruf um nur zwei Punkte zu nennen.

Es fesselt einen und zeigt auch wie viel Herzblut Frau Prahs in dieses Buch gelegt hat. Durch den Schreibstil und der Thematik der beiden deutschen Staaten, ein bewegender Roman der deutschen Gegenwartsliteratur, der seine Leser finden wird und finden muss, da man dadurch andere Menschen und auch Probleme besser verstehen kann.

Literaturlounge.eu

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derMichis avatar

Rezension zu "Die Letzten" von Madeleine Prahs

gewollte Kunst
derMichivor 7 Monaten

Eine spannende Mischung, diese Bewohner. Dazu der in Großstädten ewig aktuelle K(r)ampf um hübsch sanierten Wohnraum, für den die Alteingesessenen eben weichen müssen. Da werden sogar Generationenkonflikte und traditionelle Nachbarschaftsstreitigkeiten beiseite gelegt, um gemeinsam gegen den Verlust der langsam verfallenden Heimat vorzugehen. Das Material für die per Klappentext angekündigte "Tragikomödie" ist also durchaus vorhanden.

So ganz klappt es dann aber doch nicht, gerade mit den unterhaltsamen Momenten. Situationskomik und aufregende Konfrontationen zwischen Milieus und Altersgruppen gibt es eigentlich viele. Doch wann immer es so richtig loszugehen scheint, wechselt Madelein Prahs in kurzen Zwischenkapiteln auf eine Art Meta-Ebene, in der das Haus selbst über die Ereignisse in seinem Innersten erzählt.

Auch keine schlechte Idee, würde dabei nicht häufig das paraphrasiert, was wir eh schon wissen. Dazu kippt der Stil in poetisch anspruchsvoll(er)e Schachtelsästze, die gerne große Literatur sein möchten. Das könnte man erzählerisch trotzdem eleganter lösen und stattdessen den Leser mehr an der Lebenswelt der Protagonisten teilhaben lassen.

Deren Charakterzeichnung ist allerdings größtenteils gelungen. Mit der verwitweten Frau Buttkies gibt es genau den Typus ältliche Nachbarin, den viele Bewohner genauso ältlicher Mietshäuser kennen dürften und auch Hausmeister Kramer, in der Spätphase seiner Midlife-Crisis selbst vom Wandel in seinem Umfeld überrumpelt, ruft Erinnerungen wach.

Teilzeitstudentin Jersey ist dagegen fast schon ein wenig zu grell als Klischee-Studentin in Szene gesetzt, die außer mehreren Litern Weißwein nur wenig im Kopf hat. Wie sie zu dem geworden ist, was wir von ihr mitbekommen, wird in ihrem Fall weniger deutlich als bei ihren Nachbarn. Immerhin ergänzt sie die Truppe mit ein paar frechen Facetten, die das Widerstandsnest in der Hebelstraße 13 gut ergänzen.

Aus dem beobachtenden Realismus der ersten Hälfte wird gegen Ende immer mehr eine unklar ausgerichtete Reflexion über das Schwinden von Charaktertypen aus Charakterhäusern. Der schwarze Humor ist dabei gar nicht so unangebracht, zwischen all den stilverliebten Satzkunstwerken kommt er leider zu wenig zur Geltung. Immerhin nimmt sich das Ganze nicht allzu ernst, sondern verweist unter anderem ganz unverblümt auf die verschwurbelte Sinnfreiheit preisverdächtiger Lyrik (vgl. S. 79).

Ein wenig mehr Konsequenz in der Umsetzung hätte einen großartigen Roman hervorgebracht, den außer Literaturkritikern auch die Menschen lesen, die von den darin beschriebenen Gentrifizierungsmaßnahmen betroffen sind.

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twentytwos avatar

Rezension zu "Die Letzten" von Madeleine Prahs

Die Letzten
twentytwovor einem Jahr

Die guten alten Zeiten, in denen noch richtig Leben im Haus herrschte, gehören schon seit längerem einer mittlerweile irreal erscheinenden Zeit an. Heute, mit jeweils einem Stockwerk Sicherheitsabstand voneinander getrennt, gibt es hier nur noch drei Personen. Drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dabei doch so vieles gemeinsam haben. Bevor sie dies erkennen, muß allerdings viel geschehen und solange kämpfen sie unermüdlich gegeneinander was das Zeug hält. Aber gemeinsames Unheil schweißt zusammen und so nehmen sie letztendlich in stillem Einverständnis, den gemeinsamen Kampf gegen den Feind und ihre Zwangsevakuierung auf.

Fazit
Mit erfrischend humorvollen Szenen, die der dahinterstehenden Tragik ihre Spitzen nehmen und dem übergriffigen Immobilienmarkt einen gehöriger Dämpfer verpassen, der längst überfällig war.

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Gespräche aus der Community

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dtv_Verlags avatar

Madeleine Prahs hat diesen Monat ihren Debütroman »Nachbarn« veröffentlicht. Unter allen, die uns schreiben, warum sie das Buch gerne lesen möchten, verlosen wir 15 Exemplare!

Als Kind flieht Anne Liebert kurz vor dem Mauerfall in den Westen. Später, zurück in Berlin, schlägt sie sich als Altenpflegerin durch, allein mit ihrer kleinen Tochter Marie. Das Glück, scheint es, ist nach unbekannt verzogen, und dann spült ihr das Schicksal auch noch den Rentner Karl Fritzsche vor die Füße. Der Misanthrop und Diabetiker sitzt auf seinem Balkon und wartet auf das Ende – bis eines Tages Marie in seinem Wohnzimmer steht, und nichts ist mehr, wie es einmal war.

Hans, Hanna und Matthias haben sich während des Studiums kennengelernt – eine Freundschaft, eine Liebe, eine Rivalität. Die deutsche Geschichte treibt ihre Lebenswege auseinander, ein Verrat schließlich führt sie wieder zusammen.

Vom kleinen Mädchen über den Kunsthistoriker, der aus der Republik flüchtete, bis zum alten, verwitweten Mann – tief taucht der Leser in die Leben von sechs Figuren ein und begleitet sie von 1989 bis 2006 auf dem hindernisreichen und oft überraschenden Parcours durch die eigene Biographie. Ein Roman mit wunderbaren, tragikomischen Geschichten von der Verlorenheit im Leben und der Sehnsucht nach einem anderen. 

Madeleine Prahs, geboren 1980 in Chemnitz, aufgewachsen am Ammersee, lebt und arbeitet als Kulturjournalistin in Leipzig.

»Ein berührendes Stück deutscher Gegenwartsliteratur.« Peter Henning

Mehr zum Buch: http://www.dtv.de/special/madeleine_prahs_nachbarn/1981/

Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.

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