Madeleine Prahs Die Letzten

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Inhaltsangabe zu „Die Letzten“ von Madeleine Prahs

Ich als Haus würde Ihnen Widerstand empfehlen! Es ist Herbst in einer Großstadt: Das letzte, unsanierte Haus in der Hebelstraße wird »leergewohnt. Karl Kramer, 55 Jahre alt, Hausmeister, Elisabeth Buttkies, 72, Deutschlehrerin a. D., und Jersey, 28 Jahre, Studentin in Teilzeit, sind noch übrig – und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Welt vor der Tür meint es nicht immer gut mit ihnen, so glauben sie, aber drinnen pflegen sie ihre Wunden und streicheln die Narben. Bis der Brief des neuen Hauseigentümers kommt: Auszug. Kernsanierung. Endgültig. Der Kampf der Bewohner um ihr vermeintlich letztes Stückchen »Ich« beginnt. Man verbarrikadiert sich, Katzen werden vergiftet und Perücken abgefackelt – fast ist es zu spät, doch dann schließen sich „die Letzten“ zusammen. Am Ende blühen die Geranien wieder. Es ist Frühling. Drei sind glücklich. Und einer ist tot.

Morbid wortwitziger Roman um die drei letzten Mieter eines Wohnhauses mit Eigenleben und Herz, nebst ungewöhnlichen Charakterstudien.

— Lesestunde_mit_Marie

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    Die Letzten

    Buecherschmaus

    21. October 2017 um 09:58

    Sie sind die Letzten in der Hebelstraße 13. Alle anderen haben sich locken lassen von den Angeboten des auf Mietsteigerung durch Kernsanierung spekulierenden Vermieters Thomas Grube. Oder sie haben resigniert, waren den Drohungen und Schikanen nicht länger gewachsen und sind dann doch ausgezogen. Nur drei der einst fünfzehn Parteien sind dem zunehmenden Druck noch nicht gewichen, den Bauarbeiten im Treppenhaus, der unterbrochenen Wasserversorgung, der drohenden Räumungsklage.Vorgestellt werden uns die drei verbliebenen Bewohner von – der Hebelstraße 13. Die Autorin Madeleine Prahs lässt das Haus selbst zu Wort kommen, das wird dem Leser bald klar. Sie macht es zum moderierenden Erzähler, der sich auch an den Leser direkt wendet, ihm von den in ihm wohnenden Menschen erzählt und dafür auch eigene Kapitel erhält.Die anderen Kapitel sind Karl Kramer, Marina Weber, genannt Jersey und Elisabeth Buttkies gewidmet und jeweils durch die Wohnungsangabe (Erdgeschoss rechts, Dachgeschoss, 2.Stock Mitte) deutlich gekennzeichnet. Die Drei bilden alles andere als eine solidarische Hausgemeinschaft und sind recht eigenwillige Charaktere. Das muss man wohl auch sein, wenn man einer der „Letzten“ ist.Karl Kramer ist Mitte Fünfzig und seitdem er arbeitslos wurde verrichtet er Hausmeistertätigkeiten in der Hebelstraße 13. Geschieden, alleinstehend, brummig, kämpft er um ein wenig Ordnung in dem aufgegebenen Haus. Jersey ist eine recht ziellos durchs Leben treibende Studentin, Tagträumerin, mit der Miete im Rückstand und Alkohol und Drogen zugeneigt und mit der Welt irgendwie im Clinch. Elisabeth Buttkies schließlich ist pensionierte Lehrerin und schwer krebskrank. Auch sie ist nicht gerade sehr umgänglich, ihr Paradies ist der Balkon mit Plastikblumen. So beäugen sich die Drei misstrauisch und ablehnend und es bedarf schon eines spektakulären Ereignisses, dass sie zusammenfinden und Solidarität untereinander empfinden.Madeleine Prahs schreibt witzig und lakonisch, schreckt auch vor dem einen oder anderen Klamauk nicht zurück, behält aber auch ihr Thema, die „Entmietung“, im Auge. Die Geschichte sprüht nur so vor Ideen, Einfälle und Wendungen. Ab der Mitte allerdings überdreht die Autorin für meinen Geschmack etwas. Der Handlungsverlauf wird sehr schräg und auch nicht mehr glaubwürdig. Dabei ist die Idee, das Haus tatkräftig in das Geschehen eingreifen zu lassen, durchaus gelungen. Ein bisschen weniger wäre hier aber durchaus mehr gewesen. Unterhaltsam und spaßig ist das Buch aber auf jeden Fall.

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  • Hoffentlich nicht das letzte Buch

    Die Letzten

    Eggi1972

    07. September 2017 um 10:49

    Madeleine Prahs. „Da war doch was?“, war mein erster Gedanke, wo ich bei dtv von „Die Letzten“ gelesen habe. Es war das Buch „Nachbarn“ und es hatte mich im Nachgang auch über die letzten Jahre hinweg immer mal wieder beschäftigt. Somit war der Wunsch, „Die Letzten“ zu lesen doch sehr, sehr stark. Der Klappentext hatte ja einiges versprochen und damit die Latte recht hoch gesetzt. Über die Tapete, die auf dem Cover abgebildet ist, schweige ich besser. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir dieses Muster bekannt vorkommt. Das Anlesen war auch sofort so, dass ich das Verlangen hatte, dieses Buch zu lesen, und so tauchte ich sehr schnell in die Geschichte ein. Dies liegt zum einen an dem Schreibstil von Frau Prahs, der mich diesmal irgendwie noch um einiges mehr fesselt. Wie schon bei den Nachbarn, sind die drei Hauptpersonen richtig scharf gezeichnet. Da ist Hausmeister Karl Kramer, der mir am Anfang wie ein absoluter Spießer vorkam und einem immer mehr ans Herz wächst, je mehr man ihn kennenlernt. Frau Buttkies, die etwas tüdelige Deutschlehrerin, die Krebs hat und gelegentlich das Gefühl, dass alles in ihrem Kopf verschwindet, was besonders bei dem Aufeinandertreffen mit der Studentin Jersey im Baumarkt, wo diese jobbt, besonders zum Tragen kommt. Jersey ist das Küken der drei noch verbliebenen Bewohner und wird auch die kleine Punkerin genannt. Alle drei wollen nicht ausziehen. Dies ist das Merkmal, das sie am Anfang eint - ob sie nun wollen oder nicht! Es ändert sich eigentlich erst dann, als der Kater von Jersey durch die verbrannte Perücke von Frau Buttkies umkommt. Karl Kramer hatte diese verbrannt und die Reste in einer Schüssel vor Frau Buttkies Wohnung gestellt. Dass der Kater dann dies frisst und, oh Wunder, nicht verträgt und daran stirbt, ist irgendwie logisch. Dass man dadurch in einer Hausgemeinschaft zusammenfindet, ist dann doch etwas verwunderlich. Falls man jetzt denkt, dass der Kater der Tote ist, der in dem Buch tragisch umkommt, der liegt weit daneben. Wer umkommt? Keine Angst, dies werde ich sicherlich nicht erzählen! Vor allem das „Wie?“ ist einfach lesenswert. Komme ich mal langsam zu meinem Fazit. Entweder ist meine Lesegewohnheit mittlerweile eine andere, oder Frau Prahs schreibt noch besser als vorher. Dieses Buch hat mich auf alle Fälle schon beim Lesen so was von mitgenommen, da die Personen, egal welche, eine Tiefe bekommen haben, die sie einem einfach nur ans Herz wachsen lassen. Man spürt die Freundschaft zwischen den Dreien von Seite zu Seite wachsen, wobei sie am Anfang erbitterte Feinde waren. Aber sie haben sich aneinander gewöhnt und sind einer für den anderen da. Sie wachsen alle drei an ihren Aufgaben und Problemen. Madeleine Prahs hat einen feinen schwarzen Humor, welcher immer wieder durchkommt. Alleine durch die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird und wer die Hauptpersonen in dem Buch sind, muss man sich ab und an ein Tränchen der Freude ausdrücken. Aber dieses Buch regt auch zum Nachdenken über die verschiedenen Personen und auch ein wenig über unsere heutige Gesellschaft an, denn es zeigt auch, dass man immer wieder von anderen Personen lernen kann, wenn man sich nur auf diese einlässt. Ich freue mich auf den nächsten Roman von Frau Prahs, und ich würde mich freuen, wenn sie beim Durchstreifen der nächsten Buchhandlung dieses Buch mal in die Hand nehmen, sich in die Geschichte einsaugen lassen und dieses Buch einfach mitnehmen. Wie gesagt es regt zum Lachen und Nachdenken an und ist schon deswegen ein richtig gutes Stück Literatur, welches gelesen werden sollte. http://www.literaturlounge.eu

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  • Die Letzten - Ein Haus kämpft ums Überleben!

    Die Letzten

    zauberblume

    27. August 2017 um 14:07

    "Die Letzten" ist das erste Buch, das ich von der Autorin Madeleine Prahs gelesen habe. Die Autorin entführt uns in eine Großstadt und hier machen wir in der Hebelstraße halt. Ich zitiere die Autorin: Dies hier ist kein Roman (Gott sei Dank) oder Film, sondern das Leben, nicht mehr und nicht weniger, denn alles hat sich genau so zugetragen.Der Inhalt: Ein typischer Herbst in einer Großstadt: Das letzte unsanierte Haus in der Hebelstraße wird leergewohnt. Es gibt nur noch drei Mieter in diesem Haus und die hassen sich bis aufs Blut: Karl Kramer, Hausmeister und Realist, Elisabeth Buttkies, lebensmüde Witwe und Jersey, Studentin in Teilzeit mit Chardonnay-Problem. Und dann droht ihnen durch den Eigentümer der Rausschmiss und die drei Erzfeind werfen sich gemeinsam in die Abwehrschlacht. Was sie nicht ahnen, jemand versucht ihnen zu helfen und das Geschehen zu beeinflussen. Am Ende blühen die Geranien wieder. Drei sind glücklich und einer ist tot.Eine wunderbare Tragikkomödie, die mich zum Lachen und zum Weinen gebracht hat. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich toll. Die Geschichte hat mich begeistert und auch berührt. Bildlich kann ich mir das 5stöckige Haus in der Hebelgasse 13 vorstellen. Und in diesem riesen Haus gibt es nur noch drei Mieter. Im Erdgeschoss rechts wohnt der 55jährige Karl Kramer. Ich sehe den Hausmeister vor mir, wie er sich mit einer Engelsgeduld um alles kümmert und dann bekommt er auf einmal einen Brief und ist wie vor den Kopf geschlagen. Nun wandern wir ins Dachgeschoss. Hier wohnt die 28jährigeDauerstudentin Jersey, die mit einigen großen Problemen zu kämpfen hat. Und dann im 2.Stock mitte wohnt die 72jährige Elisabeth, eine ehemalige Deutschlehrerin. Sie beobachtet immer genau, was ringsherum geschieht. Und dann als sie alle drei einen Aufhebungsvertrag für ihre Wohnungen bekommen, schließen sie sich zusammen - das finde ich klasse- und beginnen gemeinsam zu kämpfen. Und da fällt ihnen ja allerhand ein. Man kann sich ja wirklich alles bildlich vorstellen und das Kopfkino beginnt zu laufen. Und die drei gehen ja bis zum Äußersten, das ist ja ganz schön mutig von ihnen. Hätte ich nicht erwartet. Ein schönes Ende, denn jeder findet wieder seinen Platz an dem er glücklich ist. Eine unterhaltsame Geschichte für äußerst vergnügliche Lesestunden. Das Cover unterscheidet sich etwas von den sonstingen Cover, aber genauso könnte ja eine Tapete in dem alten Mietshaus ausgesehen haben. Gerne vergebe ich 4 Sterne.

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