Madeleine Prahs Nachbarn

(14)

Lovelybooks Bewertung

  • 24 Bibliotheken
  • 3 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(3)
(8)
(3)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Nachbarn“ von Madeleine Prahs

»Ein berührendes Stück deutscher Gegenwartsliteratur.« Peter Henning Als Kind flieht Anne Liebert kurz vor dem Mauerfall in den Westen. Später, zurück in Berlin, schlägt sie sich als Altenpflegerin durch, allein mit ihrer kleinen Tochter Marie. Das Glück, scheint es, ist nach unbekannt verzogen, und dann spült ihr das Schicksal auch noch den Rentner Karl Fritzsche vor die Füße. Der Misanthrop und Diabetiker sitzt auf seinem Balkon und wartet auf das Ende – bis eines Tages Marie in seinem Wohnzimmer steht, und nichts ist mehr, wie es einmal war. Hans, Hanna und Matthias haben sich während des Studiums kennengelernt – eine Freundschaft, eine Liebe, eine Rivalität. Die deutsche Geschichte treibt ihre Lebenswege auseinander, ein Verrat schließlich führt sie wieder zusammen. Vom kleinen Mädchen über den Kunsthistoriker, der aus der Republik flüchtete, bis zum alten, verwitweten Mann – tief taucht der Leser in die Leben von sechs Figuren ein und begleitet sie von 1989 bis 2006 auf dem hindernisreichen und oft überraschenden Parcours durch die eigene Biographie. Ein Roman mit wunderbaren, tragikomischen Geschichten von der Verlorenheit im Leben und der Sehnsucht nach einem anderen.

Beeindruckt durch hohe erzählerische Qualität. Die einzelnen Episoden haben die Dichte von Kurzgeschichten.

— Nerissa

Stöbern in Romane

Und jetzt auch noch Liebe

Wenn auch chaotisch - witzige Szenen und Happy End :-)

I-heart-books

Die Bucht, die im Mondlicht versank

Dramatische Familientragödie, die Krimi- und Thrillerelemente enthält und bis zum Schluss spannend bleibt.

Lucciola

Wie der Wind und das Meer

Eine Lesenswerte Geschichte mit sehr interessanter Thematik, aber mir hat die Tiefe gefehlt. 3,5 Sterne

TraumTante

Die Lichter von Paris

Tolle Geschichte mit zwei Starken Frauen.

_dieliebezumbuch

Sieh mich an

Abgebrochen, nichts für mich.

thursdaynext

Die Schlange von Essex

Aberglaube versetzt ein Dorf in Angst und Schrecken

alupus

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Schicksale einzelner Ostdeutscher

    Nachbarn

    uli123

    24. July 2015 um 17:22

    Mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall ist es doch immer wieder interessant, über das Schicksal früherer Bürger der DDR zu lesen. Die 1980 in Karl-Marx-Stadt geborene und heute in Leipzig lebende Autorin stellt in ihrem ersten Roman sechs fiktive Lebenswege dar. Auf der einen Seite stehen die drei Studienfreunde aus der DDR Hans (Kunsthistoriker), Matthias (Architekt) und Hanna (Bibliothekarin und Ehefrau von Hans). Hans setzt sich von einer beruflichen Reise nach Rom in die Bundesrepublik ab. Matthias wittert Chancen bei Hanna, die jedoch 1989 allein in den Westen übersiedelt. Nach Jahren kommt Hans Tätigkeit für die Stasi zutage. Auf der anderen Seite stehen die Altenpflegerin Anne (als Kind mit ihrer Mutter in den Westen geflüchtet, nach der Wende als Altenpflegerin nach Ostberlin zurückgekehrt), ihre von ihr allein groß erzogene Tochter Marie und der von Anne versorgte lebensmüde und misanthropische Rentner Fritzsche. Das Schicksal jedes Einzelnen geht besonders einem in Westdeutschland geborenen Leser nahe. Schade nur, dass über jeden nur fragmentarische Episoden zu erfahren sind, was sich wohl aber auch kaum anders darstellen lässt, erstreckt sich die Geschichte doch über einen langen Zeitraum von 1989 bis 2006. Vermisst habe ich auch die Verknüpfung zwischen den beiden Personengruppen. Ich kann nur vermuten, dass diese darin liegen soll, dass alle Personen tief mit der Geschichte der DDR verbunden sind. Ein Roman, der sich gut lesen lässt, aber nicht in nachhaltiger Erinnerung bleiben wird.

    Mehr
  • Sechs Menschen im Leben

    Nachbarn

    leselea

    27. November 2014 um 18:19

    Jeder lebte seine Geschichte in der Überzeugung, dass sie die wichtigere sei, und vergaß dabei, dass er doch nur einer unter Millionen war… (S. 131) Anne ist alleinerziehende Mutter und Altenpflegerin. Für ihr Leben hatte sie sich etwas anderes erträumt, aber was genau, weiß sie selber nicht. Der alte Fritzsche, einer ihrer Patienten, hatte sein Glück dagegen gefunden. Doch mit der Wende kam der Verlust des Jobs, der Lebensfreude und später auch der Verlust seiner Frau. Aus purer Not funktioniert Anne Fritzsche eines Tages zur Kinderbetreuung für ihre Tochter Marie um. Zunächst ist Fritzsche abweisend, doch dann beginnt er, eine Beziehung zu dem stillen Mädchen aufzubauen. Hans und Matthias sind beste Freunde seit dem Studium. Bis Hans mit Hanna zusammenkommt, in die auch Matthias verliebt ist. Doch Hans setzt sich einige Jahre später in den Westen ab und Matthias und Hanna finden zueinander. Aber auch Hanna will raus aus der DDR und nimmt nach der Wende einen der ersten Züge, der sie in die Freiheit bringt. Die Drei verlieren sich aus den Augen und bleiben doch miteinander verbunden – bis Matthias eines Tages Hans‘ Geheimnis erfährt. Sie war froh gewesen, dieser Enge, dieser geistigen Provinzialität der Deutschen Demokratischen Republik entflohen zu sein, aber jetzt hatte sie das Bedürfnis, es zu verteidigen, das Land, nicht den Staat, sich nicht die wenigen Erinnerungen, die weiß waren und farbig, schwarzmalen zu lassen von denen, die ihre Geschichte begutachten wie Restauratoren ein altes, hässliches Möbelstück, bei dem sie von Anfang an der Meinung waren, es sei nicht mehr zu retten. (S. 90f.) Madeleine Prahs skizziert in Nachbarn das Leben sechs verschiedener Menschen, die mehr oder weniger stark miteinander verbunden sind, die aber eines eint: Sie alle sind zutiefst mit der Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik verbunden. Vom kleinen Mädchen, das einst mit Mutter und Bruder in den Westen floh, über den Kunsthistoriker mit Stasi-Vergangenheit bis zum alten Rentner, der mit der Wende sein geregeltes Leben verlor – Prahs bringt dem Leser die Schicksale dieser Figuren näher, ohne sie jedoch darauf zu reduzieren. Die jüngere deutsche Geschichte stellt den Nährboden für die Entwicklung der einzelnen Personen dar, ohne dass jeder Charakterzug, jede Entscheidung, jeder Fehler auf ihn zurückgeführt werden könnte. Somit ist Nachbarn ein Roman über die DDR, ohne jedoch ein typischer DDR-Roman zu sein, der sich in Kritik oder Nostalgie verliert. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und zur verschiedenen Zeiten erzählt, wobei die Bezeichnung „Geschichte“ für weite Strecken nicht passend ist. Vor allem in den ersten drei Teilen – den Jahren 1989/1990, 1994, 2001 – erscheinen die einzelnen Kapitel mehr wie Fragmente, Erinnerungsfetzen, flüchtige Notizen, deren Verbindung nicht immer ersichtlich ist. Erst im letzten Teil, der im Jahr 2006 spielt, beginnen die einzelnen Handlungsstränge zusammenzulaufen und sich zu einem größeren Ganzen zu verdichten. Für mich überzeugt der Roman jedoch weniger aufgrund seiner Story (die ja im Großen und Ganzen nicht wirklich neu ist), sondern mit seiner Sprache. Madeleine Prahs ist eine genaue Beobachterin und besitzt das Talent, die alltäglichen Dinge detailtreu und dabei poetisch wiederzugeben. Dem Stil haftet dabei etwas Melancholisches, Verträumtes an, ohne den Leser jedoch herunterzuziehen. Vielmehr gelingt es der Autorin mit ihren eindringlichen und berührenden Beschreibungen, den Leser tief in die Szenen und in die Gedanken der Figuren zu ziehen. Ein Buch, bei dem mich nicht der Inhalt gefesselt hat, sondern dass ich aufgrund seiner treffenden Sätze, seiner schönen Vergleiche und seines leisen Tones sehr genossen habe.

    Mehr
  • Nachbarn imLeben

    Nachbarn

    Buecherschmaus

    29. October 2014 um 17:10

    Madeleine Prahs blättert in ihrem Debütroman "Nachbarn" die Geschichte von sechs Menschen auf. "Sechs Menschen, deren Leben untrennbar mit der deutschen Geschichte verbunden sind.", wie es auf dem Umschlagstext heißt. Und so geht es tatsächlich auch um Republikflucht, Stasitätigkeit, um Wendeverlierer und -gewinner. Und doch bilden diese Dinge nur den Rahmen für das Leben dieser Menschen, auf das in kurzen Kapiteln, aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven die Jahre 1989/1990, 1994, 2001 und 2006 in unterschiedlich großem Umfang Schlaglichter geworfen werden. Dabei nimmt das Jahr 2006 den meisten Raum ein. Dieses Verfahren der häufigen Perspektiv- und Zeitwechsel macht es dem Leser am Anfang nicht leicht, in die Geschichte hineinzufinden, zumal zu den sechs Hauptfiguren noch eine Anzahl Nebenfiguren kommen, die von der Autorin gekonnt skizzenhaft entworfen werden. Allmählich nähert man sich aber, kristallisieren sich die Hauptmotive heraus, entdeckt man zwei Dreiecksverbindungen. Da ist zunächst einmal die klassische der zwei DDR-Studienfreunde, die beide dieselbe faszinierende Frau lieben. Dabei bekommt sie natürlich der charismatische, männliche Hans, während der zurückhaltende Matthias zunächst leer ausgeht. Zunächst, denn nachdem Hans, von der Stasi bedrängt, von trüben Zukunftsaussichten geplagt, eine wissenschaftliche Reise nach Rom zur Republikflucht nutzt, zieht die schöne Hanna bei Matthias ein. Ein scheinbares Glück, das erst durch den Mauerfall erneut bedroht wird. Das andere Dreieck ist ungewöhnlicher und besteht aus der kurz vor der Wende mit der Mutter und dem Bruder, aber ohne den Vater in den Westen geflüchtete, dort aber irgendwie nie richtig angekommene Anne, ihrer Tochter Marie, die sie alleinerziehend neben dem Job als Altenpflegerin und Putzstelle mehr schlecht als recht groß zieht und schließlich dem von Anne betreuten Rentner Fritzsche, dem typischen Wendeverlierer, Arbeit verloren, Ideale verloren, Taxijob wegen Depressionen weg und schließlich auch noch die Frau gestorben. Voller Wut und Hoffnungslosigkeit ersehnt er eigentlich nur noch seinen Tod. Doch eines Tages weiß sich Anne keinen anderen Rat und bringt ihm ihre sechsjährige Tochter, damit er aufpasst während sie putzen geht. Die Autorin trifft dabei den Ton ihrer Figuren genau, entwirft mit ihren Leben, Träumen und Enttäuschungen ein, wenn auch nicht repräsentatives, so doch beeindruckendes Panorama deutschen Alltags. Überrollt von der Geschichte nennt man das manchmal, aber eben auch überrollt von den simplen Schrecknissen des Lebens allgemein. Einmal fragt Hans seinen ehemaligen Freund Matthias in einer Konfrontation "Du lässt mir keine Wahl, nicht wahr?" "Man hat immer eine Wahl, oder?" antwortet dieser. Ob das tatsächlich für alle Protagonisten zutrifft, mag der Leser selbst beurteilen. Der Erzählstil ist zugleich sehr elegisch und lakonisch. In Rückblenden, Gedanken und Beobachtungen kommen die Personen nur langsam näher, muss der Leser viele Bruchstücke auch selbst zusammen setzen. Schließlich entsteht aber ein stimmiges Bild von sechs Menschen, die zwar Nachbarn im Leben sind, am Ende aber auch ziemlich verlassen da stehen. Einsamkeit ist ein großes Thema. Das Ende ist ein wenig offen, verhalten hoffnungsvoll.

    Mehr
  • Eher Impressionen als eine Geschichte

    Nachbarn

    sursulapitschi

    11. October 2014 um 14:31

    Dieses Buch macht es einem erstmal nicht leicht. Man hat eingangs einiges an Personal zu verdauen. Sehr viele Menschen, die nichts miteinander zu tun haben, dafür aber Probleme unterschiedlichster Art. Dazu springt die Handlung munter in der Zeit vor und zurück. Man liest eher Impressionen verschiedener Schicksale, als eine Geschichte. Nach gut 100 Seiten bekommt man dann endlich etwas Background, was ein wenig zum Verständnis beiträgt, allerdings nur ein wenig. Es geht um Hannah, die mit Hans verheiratet war, bis der sich in den Westen abgesetzt hat. Und um Matthias, der Hannah zur Seite stand, bis die nach der Wende einfach verschwand. Dann ist da noch Anne, die mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in den Westen geflohen ist. Der Vater wollte nachkommen, ist aber nie aufgetaucht. Und zwischendurch hört man noch gelegentlich von Fritzsche , dem Taxifahrer, der seit dem Tod seiner Frau keine Menschen mehr sehen will und deshalb einfach leer durch die Gegend fährt. Deren Leben verfolgt man von 1989 bis 2006 episodenhaft, was prinzipiell interessant sein könnte. Allerdings ist die Handlung eher sparsam. Zudem liefern diese Episoden haufenweise Randfiguren, die wieder eine eigene Geschichte bieten, meistens eine traurige. Man muss sehr konzentriert lesen, um den Überblick zu behalten, nur um dann festzustellen, dass man sich gerade intensiv mit Werner beschäftigt hat, der dann aber im Gesamtzusammenhang nicht viel zur Sache tut. Irgendwann ist man es leid, ständig neue unwichtige Charaktere kennen zu lernen, ich jedenfalls. Eigentlich hatte ich mir von diesem Buch einen tieferen Einblick in deutsch-deutsche Problematik versprochen. Die wird hier aber auch eher nur angedeutet, schade. Spannend und unterhaltsam ist der Schreibstil, von origineller Schnodderigkeit bis zu berliner Schnauze ist da alles vertreten. Immer wieder liest man ungewöhnliche aber treffende Vergleiche. Das hat mir gut gefallen, konnte aber den eher zähen Gesamteindruck nicht aufheben.

    Mehr
  • Buchverlosung zu "Nachbarn" von Madeleine Prahs

    Nachbarn

    dtv_Verlag

    Madeleine Prahs hat diesen Monat ihren Debütroman »Nachbarn« veröffentlicht. Unter allen, die uns schreiben, warum sie das Buch gerne lesen möchten, verlosen wir 15 Exemplare! Als Kind flieht Anne Liebert kurz vor dem Mauerfall in den Westen. Später, zurück in Berlin, schlägt sie sich als Altenpflegerin durch, allein mit ihrer kleinen Tochter Marie. Das Glück, scheint es, ist nach unbekannt verzogen, und dann spült ihr das Schicksal auch noch den Rentner Karl Fritzsche vor die Füße. Der Misanthrop und Diabetiker sitzt auf seinem Balkon und wartet auf das Ende – bis eines Tages Marie in seinem Wohnzimmer steht, und nichts ist mehr, wie es einmal war. Hans, Hanna und Matthias haben sich während des Studiums kennengelernt – eine Freundschaft, eine Liebe, eine Rivalität. Die deutsche Geschichte treibt ihre Lebenswege auseinander, ein Verrat schließlich führt sie wieder zusammen. Vom kleinen Mädchen über den Kunsthistoriker, der aus der Republik flüchtete, bis zum alten, verwitweten Mann – tief taucht der Leser in die Leben von sechs Figuren ein und begleitet sie von 1989 bis 2006 auf dem hindernisreichen und oft überraschenden Parcours durch die eigene Biographie. Ein Roman mit wunderbaren, tragikomischen Geschichten von der Verlorenheit im Leben und der Sehnsucht nach einem anderen.  Madeleine Prahs, geboren 1980 in Chemnitz, aufgewachsen am Ammersee, lebt und arbeitet als Kulturjournalistin in Leipzig. »Ein berührendes Stück deutscher Gegenwartsliteratur.« Peter Henning Mehr zum Buch: http://www.dtv.de/special/madeleine_prahs_nachbarn/1981/ Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.

    Mehr
    • 202
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks