Madeleine Thien

 4.1 Sterne bei 37 Bewertungen
Autor von Sag nicht, wir hätten gar nichts, Flüchtige Seelen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Madeleine Thien

Madeleine Thien wurde 1974 in Vancouver, British Columbia, geboren. Ihre Eltern stammen aus Malaysia und China und emigrierten in den 1960ern nach Kanada. Als Kind begann Thien mit Ballett, Stepptanz und Akrobatik, später studierte sie Tanz, wechselte dann 1994 über zu Literatur. Ihr erstes Buch »Einfache Rezepte«, eine Sammlung von Kurzgeschichten, wurde mit vier kanadischen Literaturpreisen ausgezeichnet, und ihr Debütroman »Jene Sehnsucht nach Gewissheit« wurde in sechzehn Sprachen übersetzt. Für ihren Roman »Flüchtige Seelen« wurde Thien 2015 mit dem LiBeraturpreis von Litprom ausgezeichnet. Ihr neuer Roman kam 2016 auf die Shortlist des Man Booker Prize und wurde ausgezeichnet mit dem Governor General's Literary Award und dem Scotiabank Giller Prize, den höchsten Literaturpreisen Kanadas. Madeleine Thien lebt in Montreal.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Madeleine Thien

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Sag nicht, wir hätten gar nichts (ISBN:9783630875200)

Sag nicht, wir hätten gar nichts

 (14)
Erschienen am 04.09.2017
Cover des Buches Flüchtige Seelen (ISBN:9783442715763)

Flüchtige Seelen

 (8)
Erschienen am 09.10.2017
Cover des Buches Jene Sehnsucht nach Gewissheit (ISBN:9783630872544)

Jene Sehnsucht nach Gewissheit

 (8)
Erschienen am 16.02.2007
Cover des Buches Einfache Rezepte (ISBN:9783641205102)

Einfache Rezepte

 (3)
Erschienen am 28.07.2016
Cover des Buches Do Not Say We Have Nothing (ISBN:9781783782666)

Do Not Say We Have Nothing

 (4)
Erschienen am 07.07.2016
Cover des Buches Certainty (ISBN:9780571234196)

Certainty

 (0)
Erschienen am 20.12.2007
Cover des Buches Dogs at the Perimeter (ISBN:9781847084910)

Dogs at the Perimeter

 (0)
Erschienen am 07.02.2013

Neue Rezensionen zu Madeleine Thien

Neu

Rezension zu "Sag nicht, wir hätten gar nichts" von Madeleine Thien

China und wie dort ein Mensch zurecht kommen muss
Petra54vor 7 Monaten

Den direkt unverschämt dicken Wälzer von 650 Seiten hätte ich nicht angerührt, wenn der Roman nicht von Familiengeschichten in China handeln würde. Vom „Leben“ in China weiß wohl keiner wirklich etwas. Kurz gesagt ist die Geschichte ein wirklicher Schock, da dort keiner über sich selbst bestimmen kann. Niemand kann sich einfach so in einen Bus oder Zug setzen und verreisen oder arbeiten, wo und als was er möchte (eine studierte Ärztin arbeitet in einer Radiofabrik, ebenso ein vormals berühmter Komponist), Mütter und/oder Kinder werden irgendwohin ins Land verschickt und sehen sich Jahrzehnte oder gar nicht mehr, Leute werden nach Denunzinationen (vielleicht besaßen sie Noten oder ein Buch) in Arbeitslager verschickt und viel Schlimmes mehr. Ausführlich beschrieben wird auch der Studentenaufstand auf dem Tienanmen-Platz in Peking vom April bis Juni 1989, der sich für mich ganz anders als von der westlichen Presse beschrieben darstellt.


Besonders interessant für mich als Autor ist die chinesische Sprache, da man die Worte auf verschiedene Art schreiben kann und ihnen somit eine ganz andere Bedeutung gibt. Beispielsweise stand das Wort wei für der helle Schein der Sonne oder feiner Regen oder ein Knick in einer Hügelkette oder rückwärts fließen oder einfach nicht, was Übersetzungen sehr schwierig macht. Dieses Buch ist eine Übersetzung aus dem kanadischen Englisch. Frau Thien wurde in Kanada geboren und hat malayisch-chinesische Eltern.


Außer um brutal kommunistische Politik geht es in diesem Roman sehr ausführlich um Musik, alles in einer für mich ungewohnt blumig-poetischen Sprache. Man hätte leicht auf das Auswalzen von Nebensächlichkeiten verzichten und somit auf 250 Seiten kürzen können. Leider lässt der Autor den Leser ständig zwischen verschiedenen Zeiten hin und her springen, was mich als Leser extrem stört. Ich bevorzuge eine chronologische Erzählweise mit kurzen Rückblenden.


Trotzdem halte ich diesen Roman für absolut lesenswert und freue mich, ihn entdeckt und jetzt in meinem Bücherregal stehen zu haben.


Kommentieren0
0
Teilen
S

Rezension zu "Sag nicht, wir hätten gar nichts" von Madeleine Thien

Ein wunderbarer und vielschichtiger Roman
Schwanenfedervor 8 Monaten

Mit “Sag nicht, wir hätten gar nichts” gelingt Madeleine Thien den Leser einen tiefen Einblick in die jüngere chinesische Geschichte einer Familiensaga zu geben .
Das Buch ist in der ICH - Perspektive geschrieben, in der die 10- jährige Marie, welches in der Schule mit Leichtigkeit lernt und gerade was mathematische Zusammenhänge betrifft, sehr begabt zu sein scheint.
Man merkt, dass sie von ihren raschen Flucht aus China noch traumatisiert ist, doch dann öffnet sie sich nach und nach etwas. Gerade die Gespräche, die sie dann mit Marie führt und ihr von ihrer Familie erzählt, fand ich sehr interessant und auch spannend. So ist “Sag nicht, wir hätten gar nichts” eine bewegendes Drama, das zeigt, dass Musik auch als politisches Instrument wirken kann und trotz Verboten und Verfolgung in den Menschen weiterlebt, sie verbindet und ihre Ideen weiter trägt.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Flüchtige Seelen" von Madeleine Thien

Unglaublich bewegend.
seekingzamoniavor einem Jahr

Janie kam als kleines Mädchen aus Kambodscha nach Kanada. 

Sie hat sich in Montréal ein Leben als erfolgreiche Neurologin aufgebaut, hat Mann und Sohn.

Als ihr Mentor und Kollege Hiroji urplötzlich und spurlos verschwindet, macht sich Janie auf die Suche.


Nach ihm und nach ihrer eigenen Vergangenheit - denn beides ist eng miteinander verknüpft.

Beide haben ihre Geschwister während der Zeit der Roten Khmer verloren, beide haben schlimmste Traumata erlebt und können nicht abschließen mit der Vergangenheit, die tiefe Wunden in ihre Seelen gerissen hat. 


-


Janie befasst sich beruflich mit Menschen, die ihre Erinnerung verlieren. Und kämpft selbst mit ihrer Vergangenheit, ihren Emotionen und vor Allem ihren Erinnerungen. Die Roten Khmer haben sie umgestrickt, die einzelnen Menschen. Haben die Geschichten neu geschrieben, Erinnerungen verändert, ganze Leben neu kreiert. 

Janie hatte mal einen anderen Namen, war jemand Anderes. Sie wurde gerettet aus Kambodscha, bekam eine neue Chance bei einer Pflegefamilie. Aber ihr Bruder, der ist verschwunden. 

Somit lebt ihre Vergangenheit in ihrer Gegenwart, denn sie kann nicht abschließen, ihre Fragen nicht klären - und ihre Scham darüber, dass sie, anders als vermutlich ihr Bruder, gerettet werden konnte zermürbt sie.


Man folgt Janie auf ihrer emotionalen Reise in ihre Vergangenheit und ihre Erinnerungen, man springt zwischen Kanada und Kambodscha, zwischen dem Heute und dem Vergangenen.

Manchmal ist es schwierig, sofort hineinzufinden in die Gedankengänge, in die Haken, die das Buch kapitelweise schlägt, in die Gedanken, die zwischen verlassenen Kindern, Gewalt und Schuldgefühlen springen. 

Aber diese Schwierigkeit braucht das Buch, denn sie spiegelt die emotionale Verfassung der Protagonistin wieder. Das Zerrissene, das Wirre - das macht sie aus, die Menschen, die einen Krieg erleben mussten.


Sprachlich sehr leise aber unglaublich berührend erzählt Madeleine Thien von Schicksalen, die einen so schnell nicht mehr loslassen.

Eigentlich steht Kambodscha hier nur stellvertretend für alle großen Konflikte unserer Welt - und Janie und Hiroji nur Beispiele für so Viele, die traumatisiert und emotional zerstört sind von Kriegen. Das Buch und seine Botschaft ist zeitlos, ein Spiegel für jede Generation, die Gewalt und Zerstörung erleben muss und die Konsequenzen mitnimmt in die Zukunft. 


Hier gibt es Krieg ohne plakative Gewalt, es wird nicht filmhaft gemordet, es fließt kein Blut. Poetisch und zwischen den Zeilen erlebt der Leser das Unfassbare, was Janie erlebt haben muss. Leise und emotional leidet man mit, erlebt die Qualen, die teils unglaublich grausamen Situationen, in denen die Protagonisten überleben mussten. 


Die Zerrissenheit, die Schuldgefühle, die ungeklärten Fragen nach der eigenen Identität, man kann ihnen nicht entkommen beim Lesen dieses Buches. 


Man kann es nicht weglegen, auch wenn es einem manchmal das Herz bricht. Und wenn man fertig ist, dann ist man trotzdem noch da, emotional gefangen von dem, was man dort mit Janie erleben musste.

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 60 Bibliotheken

auf 12 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks