Madeleine Thien

 4.2 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor von Sag nicht, wir hätten gar nichts, Flüchtige Seelen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Madeleine Thien

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Madeleine ThienSag nicht, wir hätten gar nichts
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Sag nicht, wir hätten gar nichts
Sag nicht, wir hätten gar nichts
 (11)
Erschienen am 04.09.2017
Madeleine ThienFlüchtige Seelen
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Flüchtige Seelen
Flüchtige Seelen
 (8)
Erschienen am 09.10.2017
Madeleine ThienJene Sehnsucht nach Gewissheit
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Jene Sehnsucht nach Gewissheit
Jene Sehnsucht nach Gewissheit
 (8)
Erschienen am 16.02.2007
Madeleine ThienEinfache Rezepte
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Einfache Rezepte
Einfache Rezepte
 (3)
Erschienen am 05.10.2009
Madeleine ThienDo Not Say We Have Nothing
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Do Not Say We Have Nothing
Do Not Say We Have Nothing
 (2)
Erschienen am 07.07.2016
Madeleine ThienSimple Recipes
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Simple Recipes
Simple Recipes
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Erschienen am 01.06.2003
Madeleine ThienThe Chinese Violin
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The Chinese Violin
The Chinese Violin
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Erschienen am 01.10.2001
Madeleine ThienCertainty
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Certainty
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Erschienen am 20.12.2007

Neue Rezensionen zu Madeleine Thien

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seekingzamonias avatar

Rezension zu "Flüchtige Seelen" von Madeleine Thien

Unglaublich bewegend.
seekingzamoniavor 6 Monaten

Janie kam als kleines Mädchen aus Kambodscha nach Kanada. 

Sie hat sich in Montréal ein Leben als erfolgreiche Neurologin aufgebaut, hat Mann und Sohn.

Als ihr Mentor und Kollege Hiroji urplötzlich und spurlos verschwindet, macht sich Janie auf die Suche.


Nach ihm und nach ihrer eigenen Vergangenheit - denn beides ist eng miteinander verknüpft.

Beide haben ihre Geschwister während der Zeit der Roten Khmer verloren, beide haben schlimmste Traumata erlebt und können nicht abschließen mit der Vergangenheit, die tiefe Wunden in ihre Seelen gerissen hat. 


-


Janie befasst sich beruflich mit Menschen, die ihre Erinnerung verlieren. Und kämpft selbst mit ihrer Vergangenheit, ihren Emotionen und vor Allem ihren Erinnerungen. Die Roten Khmer haben sie umgestrickt, die einzelnen Menschen. Haben die Geschichten neu geschrieben, Erinnerungen verändert, ganze Leben neu kreiert. 

Janie hatte mal einen anderen Namen, war jemand Anderes. Sie wurde gerettet aus Kambodscha, bekam eine neue Chance bei einer Pflegefamilie. Aber ihr Bruder, der ist verschwunden. 

Somit lebt ihre Vergangenheit in ihrer Gegenwart, denn sie kann nicht abschließen, ihre Fragen nicht klären - und ihre Scham darüber, dass sie, anders als vermutlich ihr Bruder, gerettet werden konnte zermürbt sie.


Man folgt Janie auf ihrer emotionalen Reise in ihre Vergangenheit und ihre Erinnerungen, man springt zwischen Kanada und Kambodscha, zwischen dem Heute und dem Vergangenen.

Manchmal ist es schwierig, sofort hineinzufinden in die Gedankengänge, in die Haken, die das Buch kapitelweise schlägt, in die Gedanken, die zwischen verlassenen Kindern, Gewalt und Schuldgefühlen springen. 

Aber diese Schwierigkeit braucht das Buch, denn sie spiegelt die emotionale Verfassung der Protagonistin wieder. Das Zerrissene, das Wirre - das macht sie aus, die Menschen, die einen Krieg erleben mussten.


Sprachlich sehr leise aber unglaublich berührend erzählt Madeleine Thien von Schicksalen, die einen so schnell nicht mehr loslassen.

Eigentlich steht Kambodscha hier nur stellvertretend für alle großen Konflikte unserer Welt - und Janie und Hiroji nur Beispiele für so Viele, die traumatisiert und emotional zerstört sind von Kriegen. Das Buch und seine Botschaft ist zeitlos, ein Spiegel für jede Generation, die Gewalt und Zerstörung erleben muss und die Konsequenzen mitnimmt in die Zukunft. 


Hier gibt es Krieg ohne plakative Gewalt, es wird nicht filmhaft gemordet, es fließt kein Blut. Poetisch und zwischen den Zeilen erlebt der Leser das Unfassbare, was Janie erlebt haben muss. Leise und emotional leidet man mit, erlebt die Qualen, die teils unglaublich grausamen Situationen, in denen die Protagonisten überleben mussten. 


Die Zerrissenheit, die Schuldgefühle, die ungeklärten Fragen nach der eigenen Identität, man kann ihnen nicht entkommen beim Lesen dieses Buches. 


Man kann es nicht weglegen, auch wenn es einem manchmal das Herz bricht. Und wenn man fertig ist, dann ist man trotzdem noch da, emotional gefangen von dem, was man dort mit Janie erleben musste.

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Curins avatar

Rezension zu "Sag nicht, wir hätten gar nichts" von Madeleine Thien

Ein wunderbarer und vielschichtiger Roman
Curinvor 7 Monaten

Als Ai-ming nach einer Demonstration aus China fliehen muss, findet sie Unterschlupf bei der 10-jährigen Marie und deren Mutter in Kanada. Beide Familien kennen sich schon seit Generationen hinweg und haben viele politische Krisen in ihrem Heimatland erlebt. Bald schon beginnt Marie das ältere Mädchen nach ihrer Geschichte zu fragen und taucht dabei tief ein in die Vergangenheit, die sie weitaus mehr betrifft, als sie anfangs meint... .
Die Autorin Madeleine Thien hat hier einen spannenden Generationsroman geschrieben, indem sie ausgehend von den Neunzigern aus der Sicht zwei junger Mädchen die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen von China Revue passieren lässt.
Von Anfang an merkt man beim lesen, dass man hier ein ganz besonderes Buch in der Hand hält. Durch die Erzählungen von Ai-ming und das beständige Nachfragen von Marie, wird die Geschichte von China nachvollziehbarer und auch greifbarer gemacht. 
Wenn Ai-ming nicht gerade erzählt, wird die Handlung aus der Ich-Perspektive von Marie geschildert. Sie ist ein 10-jähriges Mädchen, welches in der Schule mit Leichtigkeit lernt und gerade was mathematische Zusammenhänge betrifft, sehr begabt zu sein scheint. Für mich ist sie eine sehr sympatische Figur, die mir für ihr junges Alter allerdings etwas zu reif und zu nachdenklich schien.
Ai-ming kam mir anfangs ein wenig rätselhaft und undurchschaubar vor. Man merkt, dass sie von ihren raschen Flucht aus China noch traumatisiert ist, doch dann öffnet sie sich nach und nach etwas. Gerade die Gespräche, die sie dann mit Marie führt und ihr von ihrer Familie erzählt, fand ich sehr interessant und auch spannend.
Madeline Thien schreibt sehr anschaulich und hat es geschafft, eine lebendige Handlung zu entwerfen. Gerade wenn Ai-ming alte Familiengeschichten erzählt, wird der Schreibstil richtig poetisch und man hat das Gefühl, fast schon so etwas wie eine Art Legende zu lesen. 
Allerdings fiel es mir manchmal schwer, zu verstehen, um welchen Teil der chinesischen Geschichte es gerade geht, was wohl auch an fehlendem Wissen meinerseits liegt. Jedoch wird sehr deutlich, dass durch die schlagartigen politischen Wechsel viele Grausamkeiten passiert sind und alle mit Einschränkungen und vielen Verboten zu kämpfen hatten.
Insgesamt hat mir ,,Sag nicht, wir hätten gar nichts" ein wunderbarer Roman, der für mich sehr spannend zu lesen war und mich auch sehr berührt hat. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.

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PagesofPaddys avatar

Rezension zu "Sag nicht, wir hätten gar nichts" von Madeleine Thien

a chinese music tale
PagesofPaddyvor 7 Monaten

Mit „Sag nicht, wir hätten gar nichts“ hat Madeleine Thien ein sehr spezielles, aber durchaus lesenswertes Buch geschaffen. Die Geschichte um die Familie von Jiang Li-ling (Marie Jiang) ist größtenteils wirklich sehr interessant und bietet aufgrund der historischen Ereignisse (unter anderem die Kulturrevolution in China) ein vielschichtiges thematisches Setting. 
Erzählt wird die Geschichte fliesend zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Thien hat einen wirklich tollen, leserlichen Schreibstil und trotzdem ist das Buch nie beliebig oder kurzweilig. Während ich das Buch gelesen habe, habe ich mich immer wieder dabei ertappt wie mich ihr Stil, ihre ganze Art die Geschichte zu erzählen begeistert, erschreckt und berührt hat. Wer sich für chinesische Geschichte interessiert sollte hier definitiv mal einen Blick wagen. Was für mich etwas den Spaß gemindert hat, waren immer mal wieder Passagen die ich etwas langatmig fand. Dazu kommt, dass die Familienmitglieder alle etwas irritierende Namen (zumindest für mich) haben. Da heißen die Personen dann Sperling, Wirbelwind oder Messer. Natürlich ist das authentischer als wenn sie Jake, Bruce und Helen heißen würden aber gerade am Anfang war das für mich eine echte Herausforderung. Da kam es dann auch mal vor, dass ich eine Seite nochmal lesen musste weil ich verwirrt war. Trotzdem hat die Geschichte ihren ganz eigenen Sog. „Sag nicht, wir hätten nichts“ ist kein einfaches Buch. Ich hatte anfangs etwas Angst, dass die Musik Thematik mich langweilen könnte aber im großen und ganzen war das okay und teilweise sogar wirklich interessant. Für jemanden der sich mit klassischer Musik bzw. mit Musik im allgemeinen auskennt, bietet das Buch sicherlich nochmal einen speziellen Reiz. 
Und so bleibt ein Buch was sprachlich klasse, inhaltlich ausgefeilt, bewegendes aber speziell ist. Die gelegentliche Langatmigkeit und die ab und an verwirrenden Namen trüben das Lesevergnügen aber nicht nachhaltig.

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