Madge Jenison

 4,4 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor*in von Sunwise Turn und Sunwise Turn.

Lebenslauf

Madge Caroline Jenison (1874 –1960), in Chicago aufgewachsen, engagierte sich im Kampf für das Frauenwahlrecht, schrieb Kurzgeschichten und Romane und gründete 1916 in New York City mit Mary Mowbray-Ckarke die legendäre Buchhandlung »The Sunwise Turn«. Die Erstausgabe von Sunwise Turn erschien 1923 bei E. P. Dutton.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Madge Jenison

Cover des Buches Sunwise Turn (ISBN: 9783869150826)

Sunwise Turn

 (33)
Erschienen am 24.02.2014
Cover des Buches Sunwise Turn (ISBN: 9783869151861)

Sunwise Turn

 (3)
Erschienen am 18.09.2019

Neue Rezensionen zu Madge Jenison

Cover des Buches Sunwise Turn (ISBN: 9783869151861)
Herbstroses avatar

Rezension zu "Sunwise Turn" von Madge Jenison

„Eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher“
Herbstrosevor einem Jahr

Im Jahr 1916 eine moderne Buchhandlung mitten in New York zu eröffnen war gewiss nicht einfach, dennoch wagte es die Autorin Madge Jenison (1874-1960) gemeinsam mit ihrer Freundin Mary Mowbray-Clarke (1874-1962). Beide waren keine Buchhändlerinnen und hatten vom Handel und Verkauf keine Ahnung, jedoch liebten sie Bücher und wollten diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. 

Mit viel Humor schildert die Autorin ihre anfänglichen Bemühungen und ihr zunächst grandioses Scheitern. Doch der ungeheure Fleiß und die Liebe der beiden Damen zu Büchern zahlte sich nach und nach aus, „Sunwise Turn“, wie sie ihren Laden liebevoll nannten, wurde bald zu einer Institution in Manhattan. Millionäre verkehrten dort ebenso wie Intellektuelle, und manch einfacher, bedürftige Mensch bekam auch dann und wann ein Buch geschenkt. Im Laden wurden Lesungen abgehalten und fanden Veranstaltungen statt und für Kunden wurden eigens auf sie abgestimmte Literaturlisten erstellt.  

In einem lebendigen humorvollen Erzählstil berichtet Madge Jenison ihre eigenen Erlebnisse. Wir erfahren wie z. B. wie Peggy Guggenheim ehrenamtlich Bücher für den Laden auslieferte, oder wie ihr völlig fremde Menschen ihre Lebensgeschichten anvertrauten. Als autobiografisches Werk der Autorin ist das Buch somit auch ein Stück Zeitgeschichte und zeugt davon, dass es auch damals schon für Frauen möglich war, mit viel Energie und zähem Fleiß ihren Traum zu verwirklichen. 

Fazit: Ein Buch nur für Buchliebhaber und Bücherbesessene – alle anderen lassen es lieber! 

Cover des Buches Sunwise Turn (ISBN: 9783938740248)
Paperboats avatar

Rezension zu "Sunwise Turn" von Madge Jenison

Büchermenschen geht das Herz auf!
Paperboatvor 4 Jahren

Madge Jenison und Mary Mowbray-Clark, beide in künstlerisch-intellektuellen Kreisen beheimatet, wagen es kurz vor den Wirren des Ersten Weltkrieges eine Buchhandlung in New York zu eröffnen. The „Sunwise Turn“ ist geboren. Beide sind keine gelernten Buchhändlerinnen und haben wenig Geschäftssinn, dafür ein unglaublichen Vorrat an Liebe zu Büchern, Enthusiasmus und Ideen. Die meistgehandelte Ware, sagen sie, ist in ihrer Buchhandlung das Gespräch, und so gestatet sich auch ihr Arbeitsalltag alles andere als konventionell. Schon bald ist Sunwise Turn über die Grenzen des Viertels und irgendwann auch über New Yorker Stadtgrenzen hinaus bekannt, und Frauen aus gehobenen Gesellschaftsschichten volontieren (häufig sogar) unentgeltlich, liefern Bestellungen aus, verkaufen Bücher im Laden usw. Es ist alles andere als eine gewöhnliche Buchhandlung, und Madge Jenison gibt in „Sunwise Turn“ nicht nur wie im Untertitel angegeben eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher, sondern auch einen Einblick in den Beruf des Buchhändlers in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Für mich als angehende Buchhändlerin ist dieses Buch eine Inspiration, auch wenn vieles sich vereinfacht und verändert hat und längst nicht mehr so gehandhabt wird wie vor 100 Jahren.
Ein faszinierendes Portrait ist dieses kleine Buch, das in meinem Bücherregal einen besonderen Platz bekommen wird!

Cover des Buches Sunwise Turn (ISBN: 9783869151861)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Sunwise Turn" von Madge Jenison

Zwei Frauen, die nicht immer auf der Sonnenseite stehen
aus-erlesenvor 5 Jahren

Wer nix wird, wird Wirt. Und eine Frau im beginnenden 20. Jahrhundert, mit einer Freundin, deren Gatte ein hinreichend bekannter Künstler ist, die in New York sich durchsetzen will, macht einen Buchladen auf. So einfach ist das! 

So einfach ist es eben nicht! Madge Jenison ist von Büchern beseelt. Und von der Vorstellung diese in einem angemessenen Ambiente zu verkaufen. An Menschen, die Bücher genauso lieben und verehren wie sie selbst. Eine Kalkulation ist schnell gemacht. Zahlen und Papier sind geduldig. Und die Phantasie schönt so manches Risiko. „The Sunwise Turn“ (Mit dem Lauf der Sonne) wird 1916 von Madge Jenison und Mary Mowbray-Clarke in Manhattan eröffnet. Orange an den Wänden – das fördert den Verkauf, eine heimelige Atmosphäre – wer heutzutage einen Buchladen eröffnen will, findet bei den beiden Damen die Anregungen, die es braucht, um sich eine gesunde Basis für geschäftlichen Erfolg zulegen zu können. 

Die Suche nach der richtigen Location erweist sich als besonders schwierig. Frauen und Geschäft, das passt nicht zusammen. Eine schief hängende Werbung, und schon steht die Polizei vor der Tür. Mit hohler Hand! Doch Madge Jenison ist keine, die schnell und / oder klein beigibt. Der Begriff Frauenrechtlerin ist noch nicht einmal in aller Munde, da ist sie bereits schon eine. Bei den Vorbereitungsarbeiten helfen alle mit, die an die beiden Damen glauben: Sogar ein Verlagsmitarbeiter legt Hand an. Damen der Gesellschaft arbeiteten unermüdlich, unbezahlt - und nicht immer zur vollsten Zufriedenheit ihrer Chefinnen – mit im Laden. Sie sortierten Rechnungen, erledigten Botengänge. Sie kamen aus allen Schichten. Sogar eine Peggy Guggenheim, die Peggy Guggenheim, war als Laufmädchen engagiert. Im Maulwurffellmantel, natürlich, wie es sich gehört. In einer Zeit, in der Amerika kurz vor dem Eintritt in den Weltkrieg stand, ein Geschäft zu eröffnen, in dem der Service an erster Stelle steht, beweist Mut. Wenn Kunden das Geschäft betraten und nicht wussten wonach sie suchen, konnte ihnen geholfen werden. Kundendateien mit Vorlieben wurden angelegt, Bücherlisten erstellt, Werbebriefe gestaltet – alles in Handarbeit. 

Erfolg ist immer ein zweischneidiges Schwert. Ein voller Laden garantiert noch lange keine volle Kasse. Das müssen Magde Jenison und Mary Mowbray-Clarke bald merken. Doch Durchhaltevermögen und der unbedingte Glaube an den Erfolg lasse sie durchhalten.

Es klingt alles wie aus einem Coming-of-age-Roman, ist aber alles wahr und hat sich genauso zugetragen. Denn Madge Jenison hat in diesem Buch (eines von vielen, das sie geschrieben hat) ihren steinigen Weg zur erfolgreichen Buchhändlerin beschrieben. Immer noch lesenswert für alle, denen Bücher wichtig sind.


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