Madge Jenison

 4.4 Sterne bei 33 Bewertungen
Autor von Sunwise Turn und Sunwise Turn.

Lebenslauf von Madge Jenison

Madge Caroline Jenison (1874 –1960), in Chicago aufgewachsen, engagierte sich im Kampf für das Frauenwahlrecht, schrieb Kurzgeschichten und Romane und gründete 1916 in New York City mit Mary Mowbray-Ckarke die legendäre Buchhandlung »The Sunwise Turn«. Die Erstausgabe von Sunwise Turn erschien 1923 bei E. P. Dutton.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Madge Jenison

Cover des Buches Sunwise Turn (ISBN: 9783938740248)

Sunwise Turn

 (32)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Sunwise Turn (ISBN: 9783869151861)

Sunwise Turn

 (1)
Erschienen am 18.09.2019

Neue Rezensionen zu Madge Jenison

Neu

Rezension zu "Sunwise Turn" von Madge Jenison

Büchermenschen geht das Herz auf!
Paperboatvor 5 Monaten

Madge Jenison und Mary Mowbray-Clark, beide in künstlerisch-intellektuellen Kreisen beheimatet, wagen es kurz vor den Wirren des Ersten Weltkrieges eine Buchhandlung in New York zu eröffnen. The „Sunwise Turn“ ist geboren. Beide sind keine gelernten Buchhändlerinnen und haben wenig Geschäftssinn, dafür ein unglaublichen Vorrat an Liebe zu Büchern, Enthusiasmus und Ideen. Die meistgehandelte Ware, sagen sie, ist in ihrer Buchhandlung das Gespräch, und so gestatet sich auch ihr Arbeitsalltag alles andere als konventionell. Schon bald ist Sunwise Turn über die Grenzen des Viertels und irgendwann auch über New Yorker Stadtgrenzen hinaus bekannt, und Frauen aus gehobenen Gesellschaftsschichten volontieren (häufig sogar) unentgeltlich, liefern Bestellungen aus, verkaufen Bücher im Laden usw. Es ist alles andere als eine gewöhnliche Buchhandlung, und Madge Jenison gibt in „Sunwise Turn“ nicht nur wie im Untertitel angegeben eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher, sondern auch einen Einblick in den Beruf des Buchhändlers in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Für mich als angehende Buchhändlerin ist dieses Buch eine Inspiration, auch wenn vieles sich vereinfacht und verändert hat und längst nicht mehr so gehandhabt wird wie vor 100 Jahren.
Ein faszinierendes Portrait ist dieses kleine Buch, das in meinem Bücherregal einen besonderen Platz bekommen wird!

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Rezension zu "Sunwise Turn" von Madge Jenison

Zwei Frauen, die nicht immer auf der Sonnenseite stehen
aus-erlesenvor einem Jahr

Wer nix wird, wird Wirt. Und eine Frau im beginnenden 20. Jahrhundert, mit einer Freundin, deren Gatte ein hinreichend bekannter Künstler ist, die in New York sich durchsetzen will, macht einen Buchladen auf. So einfach ist das! 

So einfach ist es eben nicht! Madge Jenison ist von Büchern beseelt. Und von der Vorstellung diese in einem angemessenen Ambiente zu verkaufen. An Menschen, die Bücher genauso lieben und verehren wie sie selbst. Eine Kalkulation ist schnell gemacht. Zahlen und Papier sind geduldig. Und die Phantasie schönt so manches Risiko. „The Sunwise Turn“ (Mit dem Lauf der Sonne) wird 1916 von Madge Jenison und Mary Mowbray-Clarke in Manhattan eröffnet. Orange an den Wänden – das fördert den Verkauf, eine heimelige Atmosphäre – wer heutzutage einen Buchladen eröffnen will, findet bei den beiden Damen die Anregungen, die es braucht, um sich eine gesunde Basis für geschäftlichen Erfolg zulegen zu können. 

Die Suche nach der richtigen Location erweist sich als besonders schwierig. Frauen und Geschäft, das passt nicht zusammen. Eine schief hängende Werbung, und schon steht die Polizei vor der Tür. Mit hohler Hand! Doch Madge Jenison ist keine, die schnell und / oder klein beigibt. Der Begriff Frauenrechtlerin ist noch nicht einmal in aller Munde, da ist sie bereits schon eine. Bei den Vorbereitungsarbeiten helfen alle mit, die an die beiden Damen glauben: Sogar ein Verlagsmitarbeiter legt Hand an. Damen der Gesellschaft arbeiteten unermüdlich, unbezahlt - und nicht immer zur vollsten Zufriedenheit ihrer Chefinnen – mit im Laden. Sie sortierten Rechnungen, erledigten Botengänge. Sie kamen aus allen Schichten. Sogar eine Peggy Guggenheim, die Peggy Guggenheim, war als Laufmädchen engagiert. Im Maulwurffellmantel, natürlich, wie es sich gehört. In einer Zeit, in der Amerika kurz vor dem Eintritt in den Weltkrieg stand, ein Geschäft zu eröffnen, in dem der Service an erster Stelle steht, beweist Mut. Wenn Kunden das Geschäft betraten und nicht wussten wonach sie suchen, konnte ihnen geholfen werden. Kundendateien mit Vorlieben wurden angelegt, Bücherlisten erstellt, Werbebriefe gestaltet – alles in Handarbeit. 

Erfolg ist immer ein zweischneidiges Schwert. Ein voller Laden garantiert noch lange keine volle Kasse. Das müssen Magde Jenison und Mary Mowbray-Clarke bald merken. Doch Durchhaltevermögen und der unbedingte Glaube an den Erfolg lasse sie durchhalten.

Es klingt alles wie aus einem Coming-of-age-Roman, ist aber alles wahr und hat sich genauso zugetragen. Denn Madge Jenison hat in diesem Buch (eines von vielen, das sie geschrieben hat) ihren steinigen Weg zur erfolgreichen Buchhändlerin beschrieben. Immer noch lesenswert für alle, denen Bücher wichtig sind.


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Rezension zu "Sunwise Turn" von Madge Jenison

Die Don Quijotes in Manhattan
YukBookvor 3 Jahren

Bücher sind selten Sackgassen. Sie öffnen nicht nur Türen in neue Welten, sondern initiieren gleich die nächste Buchanschaffung. In dem Buch „Shop Girls" beispielsweise nannten zwei Buchhändlerinnen einen Titel, der sie bei der Gründung ihres Ladens besonders inspirierte hatte: „Sunwise Turn" von Madge Jenison. Darin schildert die Autorin, wie sie gemeinsam mit Mary Mowbray-Clarke im Jahr 1916 eine Buchhandlung in Manhattan gründete und sich ihren Traum erfüllte.

Von Anfang an müssen sich die zwei Gründerinnen der harten Realität stellen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind schwierig – besonders für Buchhandlungen, die sich meist nur durch den Verkauf von anderen Artikeln wie Schreibwaren halten können. Dennoch sind Madge und Mary von ihrer Idee überzeugt: Manhattan braucht eine neue Art von Buchhandlung, die alle Facetten des modernen Lebens aufgreift und sie den Menschen zugänglich macht.

An der 5th Avenue, Ecke 31. Straße entsteht schließlich ihr Laden, der vor allem durch seine gewagte Farbgebung die Passanten anzieht. Bei der ersten Bestellung kaufen sie alle Bücher, die ihnen selbst gefallen und denen sie viele Leser wünschen – so hätte ich es an ihrer Stelle sicher auch gemacht. Als Madge sich einmal in einer anderen Buchhandlung in der Nähe umsieht, fühlt sie sich eingeschüchtert, weil dort alles so perfekt und professionell wirkt im Gegensatz zu ihrer improvisierten Buchhandlung. Als sie jedoch in ihren Laden zurückkehrt und sieht, wie lebendig und authentisch die Atmosphäre ist, sind all ihre Zweifel verflogen.

Ähnlich wie in dem biografischen Roman „Meine wundervolle Buchhandlung“ von Petra Hartlieb wird auch hier der Geschäftsalltag mit wechselnden Hilfskräften geschildert. Die meist gehandelte Ware, so betont Madge immer wieder, sei das Gespräch. Kunden kommen, um nicht nur über Bücher, sondern über die Nachbarschaft, das Tagesgeschehen oder ihre persönlichen Probleme zu sprechen. So rückt der eigentliche Verkauf der Bücher fast in den Hintergrund, denn Mary und Madge lassen sich immer wieder Strategien einfallen, um Neuland zu erschließen und Bücher an ungewohnt Orte zu bringen. 

Sie verbringen mehrere Tage damit, Titellisten für verschiedene Branchen zu erstellen und Bibliotheken zu schaffen, zum Beispiel für einen Kindergarten in London. Erstaunlich fand ich, dass es vor allem gebildete Frauen aus gehobenen Schichten waren, die die beiden Ladeninhaberinnen immer wieder ohne Bezahlung unterstützten. Auch sie spürten wohl, dass sie Teil einer wichtigen Mission waren, die die Autorin sehr oft zur Sprache bringt.

Angetrieben werden die Buchhändlerinnen zum einen natürlich durch ihre Liebe zu Büchern. Wenn Madge mit einem Buch unterwegs ist, fühle es sich an wie warmes Gold. Eine Mußestunde und ein bequemer Sessel würden genügen, um in höhere Gefilde aufzusteigen. Wie wahr! Die Liebe allein hätte aber sicher nicht gereicht, um 'Sunwise Turn' so weit zu bringen. 

Es war vor allem ihre Überzeugung, dass Bücher unentbehrlich für die Menschheit sind. Sie haben die Macht, Frieden und Bildung zu fördern und spenden Lebenskraft und -freude. Für diese Idee kämpften sie wie Heldinnen und kamen sich manchmal vor wie Don Quichote. „Bücher schenken uns Motive, Möglichkeiten, Prüfungen und Vorlieben." Das ist nur einer von vielen klugen Sätzen, die auch nach hundert Jahren noch ihre Gültigkeit haben.

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