Madison Smartt Bell Die Farbe der Nacht

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Inhaltsangabe zu „Die Farbe der Nacht“ von Madison Smartt Bell

'Wie mein Herz frohlockte, als die Türme einstürzten!' Tagsüber arbeitet Mae als Croupière in einem Casino in Nevada, nachts streift sie allein durch die Wüste. Als sie im Fernsehen einen Bericht über den Anschlag auf das World Trade Center sieht, werden alte Erinnerungen wach. Die Kamera fängt das Bild einer Frau ein, die verletzt auf dem Bürgersteig kniet. Blut läuft ihr aus den Mundwinkeln, wie damals, als Mae sie das letzte Mal sah, doch nicht aus denselben Gründen. Dreißig Jahre zuvor waren Mae und Laurel Teil einer Hippie-Kommune, die grausame Morde beging. Als die Kommune von der Polizei ausgehoben wird, können Mae und Laurel als Einzige fliehen. Beide gehen mit falscher Identität in den Untergrund, ihre Wege trennen sich … bis die Schatten der Vergangenheit sie einholen. Nach dem Einsturz der Zwillingstürme packt Mae ihr Gewehr und macht sich auf den Weg nach New York. Denn niemand kann seinem Schicksal entkommen.

Einzigartig, jedoch stellenweise undurchsichtig.

— ParadiseLost

Das war ja mal so gar nix...

— daneegold

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  • Leserunde zu "Das Bücherhaus" von Tom Burger

    Das Bücherhaus

    ChattysBuecherblog

    Keine Leserunde!!! SUB-Abbau und/oder Verlags-Challenge 2016 Ich habe mich entschlossen im Jahr 2016 eine ganz besondere Challenge durchzuführen. Da meine bevorzugten Genre regionale Krimis und historische Romane sind, finde ich beim Gmeiner Verlag immer etwas (sehr zum Leidwesen meines SUB) Um dem etwas entgegen zu wirken, werde ich ab 2016 meine eigene Challenge veranstalten. Wie soll das Ganze ablaufen? Ich beginne ab KW 1/2016 wöchentlich ein Buch zu lesen, dass zum jeweiligen, ausgelosten,  Thema passt. Wer möchte, darf sich mir gerne mit seinem eigenen bevorzugten Verlag oder seiner Buchauswahl des SUBs anschließen. Soll heißen, es ist nicht notwendig ausschließlich Bücher eines einziges Verlages zu lesen. Das Ganze hat auch keinen Wettkampfcharakter, sondern dient lediglich dem eigenen SUB-Abbau. Ich werde jede Woche mein gelesenes Buch, sofern Printausgaben und Verschenktauglich, auf meinem Blog verlosen. http://chattysbuecherblog.blogspot.de

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  • Mit Vollgas in den Abgrund

    Die Farbe der Nacht

    Babscha

    06. June 2015 um 02:22

    Mae Chorea, eine Frau irgendwo zwischen fünfzig und sechzig, verdient ihren Lebensunterhalt als Croupière in einem Kasino nahe Las Vegas. Nach Schichtende streift sie hinter dem Trailerpark, in dem sie lebt, nachts stundenlang mit ihrem Präzisionsgewehr durch die Wüste. Um sich zu verlieren, sich abzureagieren und mit ihrer Vergangenheit fertig zu werden, die so grauenhaft ist, dass es für drei gereicht hätte. Und genau diese breitet sie selbst in diversen Rückblenden vor dem Leser aus. Ihre ziemlich bescheidene Kindheit in irgendeinem Sumpfgebiet mit verständnislosen Eltern und einem psychopathischen älteren Bruder lässt sie schon in jungen Jahren erstarren und hart werden. Später schließt sie sich einer Hippie-Kommune im kalifornischen outback an, in der ein charismatischer Guru seine fast ausschließlich weiblichen Jüngerinnen nach allen Regeln der Kunst missbraucht. Dort lernt sie dann auch Laurel kennen, eine vermeintlich naive junge Frau, zu der sie eine intensive sexuelle Beziehung unterhält. Als die ganze Truppe irgendwann durchdreht und kriminell wird, können die beiden Frauen flüchten und ihre Wege trennen sich. Jahrzehnte später erkennt Mae ihre Geliebte auf den Fernsehbildern von 9/11 wieder. Als eine Kontaktaufnahme zu ihr scheitert, schnappt sie sich ihr Gewehr und bricht auf nach New York. Und das mit festen Absichten. Ein Buch, randvoll mit Sex, Brutalität und menschlichen Abgründen legt der Autor hier vor. Aber es ist mehr. Es ist die Geschichte des von Anfang an verkorksten und gescheiterten Lebens einer Frau, die sich sowohl aufgrund ihrer genetischen Polung wie aufgrund ihrer Lebensumstände zu obsessiver Gewalt -auch an sich selbst- als einzigem Überlebensmittel bekennt und dies, je weiter die Dinge voran schreiten, auch immer exzessiver auslebt. Eine Person, die keinen Respekt mehr vor dem Leben kennt und sich außerhalb der Gesellschaft stehend empfindet. "Sterbliche" nennt sie die Menschen um sich herum, aber was ist sie selbst? Das darf der Leser tunlichst selbst zu ergründen versuchen. Gelegenheiten, in ihren wirren verquasten Kopf zu schauen, bietet sie ihm wahrlich genug. Mein Eindruck ist etwas zwiespältig. Die Lebensgeschichte und Persönlichkeit der Protagonistin wird grandios, mit voller Wucht und ohne Rücksicht auf Verluste ausgebreitet. Dennoch bleibt sie in ihrem Denken und Handeln, so interessant sie auch sein mag, suspekt und nicht nachvollziehbar, gewinnt auch einfach nicht so etwas wie tragische Züge, die das Ganze irgendwie erklärbarer und nachvollziehbarer machen könnten. Was bleibt, ist einfach zuzusehen, wie eine Frau so schicksalhaft wie selbstverschuldet ihr Leben ruiniert und vor die Hunde geht. Der erzählerische Stil und die Sprache des Autors überzeugen, schießen allerdings manchmal in ihrer Drastik übers Ziel hinaus. Was allerdings stört und für mich einen Stern Abzug kostet, ist, wie unverblümt und bis in tiefste Einzelheiten der Autor in seinem Werk die tatsächlichen Begebenheiten um Charles Manson und seine family, die an gleicher Stelle wie im Buch Ende der Sechziger ihre grauenhaften Morde begingen, einfach abkupfert. Das hätte er eigentlich gar nicht nötig gehabt. Insgesamt aber ein starkes, außergewöhnliches Leseerlebnis. Allerdings nichts für zarte Gemüter.

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  • Dem Dunklen begegnen.

    Die Farbe der Nacht

    ladyhopeless

    Manche Bücher verlangen dem Leser viel ab. Man nimmt sie in die Hand, beginnt in ihnen zu blättern, bleibt an einzelnen Textpassagen hängen und spürt, es wird nicht leicht werden. Dennoch übt das Geschriebene eine Faszination aus, die verhindert, dass man das Buch weglegt. Dann, immer wieder während des Lesens, fragt man sich, warum tue ich mir das an? Und wenn man die letzte Seite gelesen hat, das Buch schließt, ist man auf eine Art erschüttert, die tief geht. Man streicht nicht über den Buchrücken, mit dem Gefühl einen neuen Freund kennengelernt zu haben. Vielmehr hat man das Gefühl, etwas Dunklem begegnet zu sein. Zugegeben, solche Bücher sind selten und was ich hier beschreibe, ist absolut subjektiv, doch „Die Farbe der Nacht“ von Madison Smartt Bell ist für mich ein solches Buch. Der Plot: Mit 16 reißt Mae von zu Hause aus und landet in San Francisco. Es ist der Höhepunkt der Hippiebewegung. Sie gerät in die Fänge der Sekte „das Volk“. Der Anführer D. lässt sich mit seinen Anhängern in einer Region nördlich von L.A. nieder. Von dort aus führt er „das Volk“ in einen Kreislauf aus Raub, Drogen, Orgien, Prostitution und Gewalt. Dort lernt Mae auch Laurel kennen. Sie werden ein Paar. Mae und Laurel bringen ihre eigenen Geschichten aus erfahrener und verübter Gewalt mit und sie folgen D. und seinem Partner O. auf deren immer brutaler werdenden Pfad. Als die Situation auf verschiedenen Ebenen eskaliert, schaffen es die beiden, zu fliehen, doch ihre Wege trennen sich. Dreißig Jahre später entdeckt Mae Laurel im Fernsehen. Sie erkennt sie, als diese auf einer Straße in New York kniend, vom Staub der eingestürzten Türme bedeckt, die Hände gen Himmel reckt. Und alles holt sie wieder ein. „Die Farbe der Nacht“ geht in vielerlei Hinsicht an die Grenzen des Vorstellbaren und auch des Erträglichen. Das Grundthema ist Terror. Bell spiegelt den Terror auf drei Ebenen. Im vermeintlich geschützten Raum der Familie, innerhalb einer Sekte und als ultimativen Anschlag. Im Zentrum dieser drei Ebenen steht Mae. Sie ist Täter und Opfer zugleich. Bell lässt ihre Geschichte wie ein Film vor den Augen des Lesers ablaufen. Dabei wechselt er in kurz gehaltenen Episoden immer wieder die Zeitebenen und die Orte. Was sich zunächst verwirrend liest, ergibt schnell Sinn. Es ermöglicht dem Leser, Mae und die Geschehnisse um sie herum in ihrer gesamten Komplexität wahrzunehmen. Die Wurzeln ihres Verhaltens stehen direkt neben den Konsequenzen und den daraus resultierenden Handlungen ohne dass sie direkt aufeinander bezogen werden. Tatsächlich liegen teilweise Jahre und Jahrzehnte dazwischen. All das ergibt jedoch am Ende das dichte Bild einer gestörten, kaum fassbaren Persönlichkeit. Sprachlich lässt der Autor durch szenische Beschreibungen dichte, intensive Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Ihm gelingt dabei eine äußerst anschauliche Darstellung der jeweiligen Zeit und des entsprechenden Landstrichs. Auf diese Weise webt er die persönliche Geschichte der Mae in einen gesellschaftlichen Kontext und spürt so, ohne es konkret zu benennen, auch der Entwicklung der USA nach. Die Sprache gleitet dann ins Verschlüsselte ab, wenn Drogen und/oder Gewalt das Szenario bestimmen. Man hat jedoch nicht das Gefühl, das Bell sich dahinter versteckt, sich scheut die Details in ihrer Klarheit zu benennen, sondern vielmehr vermittelt er dem Leser einen Eindruck der geistigen Verfassung der Protagonistin. Diese Passagen sind es auch, die einen besonders fordern. Immer wieder fragt man sich, ob das, was man in die Bilder hinein liest, dem Geschehen entspricht oder ob man in die Falle der (Un)tiefen des Geistes der Protagonistin beziehungsweise des eigenen Geistes tappt. Nur Stück für Stück wird der Autor konkreter und erst gegen Ende werden bestimmte Geschehnisse aus der Andeutung heraus gelöst und klar benannt. Diese Art des Erzählens entwickelt einen ganz eigenen Sog. Man hat als Leser das Gefühl, von Bell provoziert zu werden. Wie weit gehst Du als Leser, wie viel hältst Du aus? Ich habe alles ausgehalten. Ich habe das Buch zu Ende gelesen und ich bin froh darüber. Abgesehen davon, dass das Ende an sich großartig ist und mir noch ein letztes Keuchen entlocken konnte, ist „Die Farbe der Nacht“ tatsächlich äußerst spannend. Bell fordert seinen Leser, zwingt ihn, seine geistige und seelische Komfortzone zu verlassen, um ihn an etwas heranzuführen, dass – hoffentlich – weit jenseits der eigenen geistigen Verfassung liegt. Mir persönlich liegt das, aber man sollte sich fragen, warum liest man, bevor man diesen Roman in die Hand nimmt. Liest man, um sich besser zu fühlen, dann ist dieses Buch sicher nicht das Richtige. Liest man aber, um vielleicht an innere und äußere Orte zu gelangen, die einem im wahren Leben vermutlich verschlossen bleiben werden, dann rate ich, sich diesem Buch zu stellen. Es ist eine Lektion, es ist aber auch Erkenntnis.

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    • 2

    Gulan

    29. January 2015 um 21:16
  • Brutal aber gut

    Die Farbe der Nacht

    Jetztkochtsie

    27. March 2013 um 21:04

    Ich bin am indiebookday in einen Buchladen marschiert und habe gesagt: "Geben Sie mir ein Buch eines unabhängigen kleinen Verlages, daß Ihnen sehr gut gefallen hat!" Wieder raus kam ich mit "Die Farbe der Nacht" und dem Hinweis, daß es ein sehr düsteres und verstörendes Buch sei, im Hinblick auf "Helter Skelter" und "9/11". Letztlich ist es aber wohl eher ein Buch über eine nicht mehr wirklich junge Frau, die ihren Platz in der Welt sucht und dabei einfach nur Gewalt und Misshandlung findet. Sie wird bereits sehr früh durch ihren Bruder missbraucht, flüchtet sich in eine Hippiekommune, die jedoch auch eher weniger ihr Heil in Flower Power und Glückseligkeit sucht. Mein Grundwissen über Charles Manson und seine "Family" ist nur ein rudimentäres und die Andeutungen im Buch, waren mir zu nebulös, weshalb ich für mein besseres Verständnis ein wenig zum Thema wikipediert habe. 9/11 spielt zwar für die Handlung des Buches eine Schlüsselrolle, ist jedoch keineswegs ein wirkliches Thema des Buches. Die Sprache ist derb und schonungslos, die Taten werden ohne große Emotionen geschildert. Es wird vergewaltig, auf perverseste Weise verletzt und gemordet, allerdings werden hier viele Dinge sehr bildhaft ausgedrückt oder angedeutet und der Fantasie des Lesers der Rest überlassen. Gerade das hat mir sehr gut gefallen auch die kurze Kapitel machen das Buch trotz der teilweise anstrengenden Schreibweise sehr gut lesbar. Es ist sicherlich kein Buch, daß ich jedem Leser ans Herz legen würde, gerade Leser mit einem Anspruch an eine lineare Geschichte mit einem Happy End, werden hier bei dieser eher experimentiellen Literatur eher enttäuscht sein. Für mich war es aber ein sehr sehr gutes, wenn eben auch deprimierendes Leseerlebnis.

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