Madox Ford Ford Some Do Not (Tietjens Series)

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 0 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Some Do Not (Tietjens Series)“ von Madox Ford Ford

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Faszinierender Schreibstil

    Some Do Not (Tietjens Series)
    suse9

    suse9

    09. March 2016 um 10:42

    Bevor mir die BBC-Miniserie „Parade`s End“ empfohlen worden ist, kannte ich weder Ford Madox Ford noch seine Tetralogie. Da ich aber Buchverfilmungen lieber nach der Lektüre der Romane schaue, griff ich zum ersten Band „Some do not“. Der Titel klingt erst einmal nichtssagend und wenig interessant. Allerdings sind die präzise gezeichneten Charaktere, die Zeit, in der die Handlung spielt und die Art und Weise, wie Ford Madox Ford seine Geschichte erzählt alles andere als langweilig. Christopher Tietjens ist die Hauptfigur des Romans. Er ist ein Adliger, der für die Regierung Statistiken er- und bearbeitet. Intelligent, schonungslos ehrlich und geradlinig lebt und arbeitet er. So verwundert es nicht, wenn er nicht nur Freunde hat. Dennoch bleibt er seinen Prinzipien treu, auch wenn ihm diese Einstellung nicht selten schadet. Seine Frau Sylvia ist das ganze Gegenteil von ihm. Sie liebt das Leben und die Liebe, beides nicht zwingend an seiner Seite. Saloons und Gesellschaften werden durch sie angeführt. Sie nimmt, was sie will und lebt ihre Leidenschaften aus. Dies alles natürlich (nach außen hin) im Rahmen der gesellschaftlichen Regeln. Weiterhin begegnen wir dem aufstrebenden Vincent Macmaster, dem besten Freund Christophers, und der Suffragette Valentin Duchemin, die die Gesellschaft nicht unerheblich durcheinander wirbelt. Ich mag zeitgenössische Literatur sehr, vor allem, wenn sie in einer Zeit spielt,  von der ich wenig weiß und mehr erfahren möchte. Der Roman beginnt im Jahr 1920, einer spannenden Zeit, in der sich alte Strukturen mit neuen Gedanken reiben. Dies allein hätte mich schon angelockt. Zu meinem großen Glück entpuppte sich die Handlung als interessant und spannend. Doch das Beste von allem ist der Schreibstil des Autors. Nie zuvor habe ich einen derartigen Roman gelesen. Oft wird der Leser mit einer Tatsache konfrontiert und erst im Nachhinein, ganz langsam, Stück für Stück werden die Ereignisse geschildert, die zu dem Ergebnis geführt haben. Nicht nur einmal blätterte ich zurück, da ich befürchtete, etwas überlesen oder falsch übersetzt zu haben. Ford Madox Ford springt in den Zeiten hin und her, ohne Rücksicht darauf, ob der Leser nun mitkommt oder nicht. Dabei sucht man nervenkitzelnde Cliffhanger, die in modernen Büchern so populär sind, vergebens. Die Geschichte braucht sie auch nicht. Aufmerksamkeit wird beim Lesen einfach vorausgesetzt und man muss schon bei der Sache sein, um all die Kleinigkeiten und Feinheiten erkennen zu können. Der erste Band der Tetralogie hat mich begeistert und fasziniert.

    Mehr