Fa(t)shionista

von Magda Albrecht 
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Fa(t)shionista
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Ein Buch, das Mut macht

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Pflichtlektüre für jeden "Dicken" - und erst recht für die "Dünnen"!!!

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Inhaltsangabe zu "Fa(t)shionista"

Schon als Sechsjährige ärgert sich Magda Albrecht über die Kommentare ihrer Mitmenschen, die abfällig über ihren dicken Körper sprechen. Heute will sie das Schönheitsideal verändern, besser: ausdehnen, denn nicht die vielen Pfunde, sondern die Vorurteile sind hartnäckiger als gedacht: Wer dick ist, hat versagt, ist faul und ungebildet. Warum eigentlich?, fragt sich die Autorin nach vielen Jahren der Verunsicherung und verordnet sich seither keine Diätshakes mehr, sondern eine doppelte Portion Selbstbewusstsein. Denn sie hat gelernt, dem Schlankheitsideal etwas entgegenzuhalten: stolze Fatshionistas und die Erkenntnis, dass Diäten nichts bringen — außer schlechter Laune.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783864930539
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Ullstein extra
Erscheinungsdatum:02.01.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Durga108s avatar
    Durga108vor einem Monat
    Ausgelesen

    Die Autorin, Magda Albrecht, wurde 1986 in Stralsund geboren und wuchs in Berlin auf. Nach ihrem Amerikanistik-Studium ist sie als politische Sprecherin und Journalistin tätig. Sie schreibt regelmäßig für den Blog "Mädchenmannschaft", forscht und hält Vorträge zu den Themen Queer-Feminismus sowie Körpernormierungen und Dicksein. Mehr auf ihrer Webseite: http://magda-albrecht.de/ .

    "Schon als Sechsjährige ärgert sich Magda Albrecht über die Kommentare ihrer Mitmenschen, die abfällig über ihren dicken Körper sprechen. Heute will sie das Schönheitsideal verändern, besser: ausdehnen, denn nicht die vielen Pfunde, sondern die Vorurteile sind hartnäckiger als gedacht: Wer dick ist, hat versagt, ist faul und ungebildet. Warum eigentlich?, fragt sich die Autorin nach vielen Jahren der Verunsicherung und verordnet sich seither keine Diätshakes mehr, sondern eine doppelte Portion Selbstbewusstsein. Denn sie hat gelernt, dem Schlankheitsideal etwas entgegenzuhalten: stolze Fatshionistas und die Erkenntnis, dass Diäten nichts bringen — außer schlechter Laune."

    Ihre Forderungen hat sie in 10 Wünschen an die Welt genauer definiert:
    1. Die Zahl auf der Waage entscheidet nicht über meinen Wert.
    2. Ich will Schönheitsideale ausdehnen – und zum Platzen bringen.
    3. Essen ist für alle da – und zwar mit Genuss, nicht mit Stress.
    4. Ich möchte eine vorurteilsfreie medizinische Behandlung.
    5. Ich möchte die Möglichkeit haben, mit meinem Körper eine coole Freundschaft einzugehen – oder sogar eine heiße Liebesaffäre.
    6. Ich möchte mich bewegen, weil es mir Spaß macht – nicht, weil ich muss.
    7. Ich nehme es nicht hin, dass es mehr Diätprogramme gibt als passende Klamotten.
    8. Ich habe ein Recht auf Schutz vor Diskriminierung.
    9. Ich will mich in den Medien vertreten sehen – am liebsten mit Kopf und nicht als headless fatty!
    10. Ich habe ein Recht auf körperliche Selbstbestimmung – und fordere dieses auch für andere ein.

    Das alles hat Potential und macht sicherlich der einen oder anderen "Betroffenen" Mut, zumal Magda Albrecht mit einem humorigen Schreibstil versucht, ihre Anliegen öffentlich zu machen. V.a. im zweiten Teil des Buches schreibt sie selbst als lustige, kumpelhafte Dicke gegen das Klischee der lustigen, kumpelhaften Dicken an. Dadurch kämpft sie jedoch nicht gegen ein Klischee, sondern bedient es auch noch. Ähnlich ging es mir, mit den, nach meinem Geschmack, viel zu häufigen Hinweisen, dass die Autorin so gerne isst: "Ich war ein hungriges Mädchen...", "Der Löffel in der Hand und ich - wir sind ein echtes Dreamteam!" usw. Auch hier bedient sie ein Klischee und zwar das der undisziplinierten, lustgesteuerten und überhaupt nicht gesundheitsbewussten Vielesserin. Vielen Dank Frau Albrecht, der Schuss ging nach hinten los! Genauso wenig lustig finde ich ihre Ausdrücke für essen, Bauch, oder dicke Körper, wie "Wampe", "spachteln", "speckig" usw. Diese empfinde ich abwertend und beleidigend und kann so gar nicht darüber schmunzeln.

    Albrecht sagt "Mein Fett ist politisch", aber dann doch bitte politisch-korrekt!

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    HK1951vor 7 Monaten
    Diäten machen nur eins: schlechte Laune...

    Welche Frau hadert nicht von Zeit zu Zeit mal mit ihrer Figur..?!!

    In meinen Augen ist das vielfach völlig unnötig, aber Figurprobleme sind eben auch „subjektiver Natur“...

    Autorin Magda Albrecht hat sich nach eigener Aussage schon als Sechsjährige über abfällige Bemerkungen über ihre Figur geärgert.

    Toll, dass sie sich heute dafür einsetzt, dass das Vorurteil „Fett ist auch immer gleich faul“ vielleicht nicht ganz so schnell ausgemerzt wird, aber dennoch hoffentlich etliche Leute mal zum Umdenken bewegt. Einige Dumme werden weiterhin blöde Sprüche klopfen, das ist klar – aber für mich war immer das Herz und das Hirn weit wichtiger als die Figur und ich würde mich freuen, wenn dieses Buch dazu beitragen kann, dass diese Einstellung viel mehr Menschen teilen.

    Die Figur sagt nichts über den Menschen aus !

    Und ich stimme der Autorin auch absolut zu, dass Diäten meistens nur eines machen, nämlich schlechte Laune.

    Sie schreibt sehr unterhaltsam und lehrreich, ohne den Zeigefinger zu heben oder gar den Finger in Wunden zu drücken.

    Mir hat dieses Buch ganz wunderbar gefallen und allen, denen ich es weiterempfohlen habe, auch. Das spricht ja nun auch für sich !



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    buchernarrvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das Mut macht
    Ein Buch, das Mut macht

    Die Autorin Magda Albrecht hatte schon als Kind mit ihren Pfuden zu kämpfen und versuchte selbst auch durch Schlankheitskuren das Idealgewicht zu erlangen, aber ohne Erfolg. Später mit dem Älterwerden sah sie ein, dass auch schlanke Menschen ihre Probleme haben und dass sie sich mit ihren Pfunden abgeben muss um glücklich zu werden. Das Buch erzählt auch über das Mobing das dickeren Menschen zugefügt wird, was natürlich auch phychische Probleme mit sich bringt und sehr schade ist. Ich selbst habe eigentlich keine Probleme mit meinem Gewicht und ich freue mich heute darüber, dass ich auch als Kind die fülligeren Kindern nicht kritisiert habe, denn sonst hätte ich heute Schuldgefühle. 
    Dass man füllig und doch zufrieden sein kann wird in dem Buch detailiert beschrieben und obwohl ich denke, dass man wegen Gewichtsproblemen durchaus deprimiert sein kann, glaube ich jedoch dass das Glück nicht nur davon abhängt. 
    Ein Buch, das auf jeden Fall Mut macht.

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    jams avatar
    jamvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Pflichtlektüre für jeden "Dicken" - und erst recht für die "Dünnen"!!!
    Lose hate, not weight!

    The only thing anyone can accurately diagnose when looking at a fat person is their own level of weight prejudice.

    Marilyn Wann

    Kennt ihr das? Ihr stolpert über einen Gedanken, der euch irgendwie nicht mehr loslässt. Und egal wo ihr hinblickt, da sind Impulse die euch helfen, den Gedanken weiterzuspinnen...

    Momentan geht es mir so mit dem Thema "Was wäre, wenn wir nur eine Sekunde den Gedanken zulassen, dass es ok ist, so wie wir sind?Was würden wir verlieren, außer Selbsthass und Zweifel?"

    Gerade in dieser Phase hat mich dieses Buch gefunden (anders kann ich es nicht sagen). 

    Ich liebe die Autorin, ihre Art zu schreiben, ihre Sicht auf die Welt! Obwohl - wie wohl bei den meisten von uns - Dickendiskriminierung ein dominanter Teil in meinem Leben und meiner Gedankenwelt ist (und das obwohl meine Kleidergröße eine gängige in jedem Bekleidungsgeschäft ist), war mir nicht bewusst, was alles dazugehört und dahintersteckt. BMI - der Gott, Kalorientabellen - die Bibel, Weight Watchers - die Propheten!

    Magda Albrecht steckt den Finger in die speckige Wunde und rührt kräftig darin herum - und düngt den Samen, der in mir keimt!

    In einer Welt, in der wir uns alle immer als zu dick empfinden, egal wie wir aussehen, was ist, wenn nicht das Gewicht das Problem ist, sondern unsere Gedanken und die Bilder, mit denen sie gefüttert werden?
    Sie schreibt locker und leicht über ein gewichtiges Thema, mischt Fakten mit eigenen Erlebnissen und Erfahrungen in einem unterhaltsamen, lebenslustigen Rythmus!

    Magda hat mir große Lust gemacht auf eine Spurensuche nach Fakten und Fake-News - im Internet, in Zeitschriften aber auch in deinem und meinem Kopf!

    Und auf ein großes Stück Schokotorte, mit Schlagsahne aber ohne schlechtem Gewissen!

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    E
    eleisouvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Wenn man sich mit seinen Kilos anfreundet
    Wenn man sich mit seinen Kilos anfreundet

    Ich fand das Buch ganz interessant und habe mir bisher eigentlich weniger Gedanken darüber gemacht wie sehr sich menschen mit einigen Gewichtsproblemen mit ihrem Gewicht befassen und wie schwierig aber dennocfh machbar es ist seinen Körper auch mit vielen Kilos zu lieben. Dass Mobing gegen dickere Menschen eine Tatsache ist, ist klar, und dies ist natprlich traurig. Auch die Schlankheitskuren ,die überall die Medien konfrontieren machen das Leben der Fülligeren nicht einfacher. So erging es auch der Autorin, die von Kind auf versuchte dem klassischen, dünnen Schlankheitsideal zu ähneln, doch ohne Erfolg. Seitdem sie sich damit abgefunden hat und nun auch mit ein paar Pfunden mehr glücklich ist, hat sie auch eingesehen dass die dünneren menschen auch nicht ohne Probleme sind. 
    Was mich jedoch ein wenig gestört hat ist, dass neben dem phychischen Faktor, der natürlich auch wichtig ist, der medizinische weniger ernst genommen wird. Ein Mensch mit vielen extra Kilos hat auch dementsprechend gesundheitliche Probleme. Deshalb sollten übergewichtige Menschen auch darüber nachdenken.

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    Die_Zeilenfluesterins avatar
    Die_Zeilenfluesterinvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, weil es Mut macht und mit Klischees aufräumt (sagt man das so?) Es regt zum Nachdenken und Umdenken an.
    Ein Buch das Mut macht

    Als ich dieses Buch sah wusste ich sofort, dass ich es gerne lesen möchte. "Schuld" daran war die sympathische, etwas fülligere Frau darauf, die so ein Selbstvertrauen und eine Lebenslust ausstrahlt, wie ich sie gerne hätte.

    Ich selbst war bis vor ein paar Jahren immer schlank und gehöre jetzt leider auch in die Plus Size Kategorie. Ich komme damit gar nicht klar und deshalb wollte ich unbedingt dieses Buch lesen. Vielleicht hilft es mir ja ein wenig umzudenken? Mich so zu akzeptieren wie ich bin? Auch mal ein Kleid anzuzuiehen?

    Fa(t)shionista ist kein Ratgeber, ich würde es schon fast in die Richtung Biografie einordenen.
    Die Autorin erzählt hier über ihr Leben mit Übergewicht von der Kindheit bis heute und sie nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Sie erzählt von Hänseleien, Hochs und Tiefs, von Vorurteilen, Klischees, mangelndem Selbstvertrauen und warum sie von was überzeugt ist.

    Teilweise war ich erschrocken darüber wie sie beschimpft und behandelt wurde, andererseits finde ich ihr lockere, humorvolle Art ganz wunderbar – nicht nur einmal musste ich schmunzeln.
    Es ist sehr mutig von Magda Albrecht uns so schonungslos hinter die Kulissen blicken zu lassen.
    Aber sie erzählt nicht nur von sich selbst sondern auch von vielen Diäten, Pülverchen, Wunderpillen, wo es Mode für Mollige gibt usw. Es gibt sogar ein Register, wo man nachschlagen und weiter recherchieren kann.

    Mein Fazit? Schwer zu sagen. Ich bin hin- und hergerissen. Größtenteils gefällt mir das Buch, weil es Mut macht und mit Klischees aufräumt (sagt man das so?) Es regt zum Nachdenken und Umdenken an. Allerdings hat es auch einige Längen und viele Wiederholungen, was meinen Lesespaß etwas ausgebremst hat. Wenn etwas 2 oder auch 3 mal wiederholt wird, geht es noch, aber öfter ist es nur noch nervig. Manches ist mir zu politisch und ich teile nicht in allem ihre Meinung. Ich würde sagen bei "Fa(t)shionista ist ein Buch, das Mut macht und einem vermittelt, dass man sich so annehmen soll wie man ist.

    Auch wenn man "anders" ist als die meisten anderen kann man glücklich, zufrieden und selbstbewusst sein.Es gibt so viele dicke Menschen, die trotzdem sehr hübsch sind. Und die meisten sind sehr gesellig, lustig und haben ein großes Herz. Man sollte dicke Menschen nicht verurteilen. Nicht jeder ist vom vielen Essen dick und selbst wenn – dann ist es seine Sache.
    Leider werden Menschen, die nicht zum "Durchschnitt" gehören immer schnell abgestemplet. Aber auch die wollen geliebt werden und ich denke am schwersten ist es sich selbst zu lieben. Sich so zu akzeptieren wie man ist. Und das ist nicht einfach (auf jeden Fall für mich nicht)

    Die Autorin bringt uns genau das näher. Und das finde ich toll. Lebe, sei glücklich und liebe dich – ob du 60kg oder 160kg wiegst. Und das ist natürlich nicht nur beim Gewicht so, sondern mit jedem "Makel" bzw. "Anderssein".

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    MK262vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr emotionales Buch
    Rundumglücklich

    Ein wirklich sehr emotionales Buch über ein sehr schweres Thema im wahrsten Sinnes des macht. Hier wird einem mal gezeigt das es auch wir schaffen können mit ein paar mehr Kilos Happy zu sein. Lieb dich selbst sonst liebt dich keiner! Ein tolles Motto aber leider nicht immer umsetzbar. Durch dieses Buch habe ich mehr Motivation bekommen mein Leben sicherer und fester in die Wortes das Magda Albrecht hier beschriebt. Es können nicht alle Frau in der Größe 0 rumlaufen. Herzlichen Dank das Sie einer normalen Frau das Gefühlt gibt auch alles schaffen zu können was Sie will und vielleicht sogar noch mehr wenn man einfach mal alles um sich herum vergisst und die Leute einfach reden lässt. Wenn man als Kind schon als Nilpferd und Trampel beschimpft wird. Da beginnt Mobbing nicht erst im Beruf sondern schon vorher daheim in der Familie, die einen normal so annehmen sollen wir mach ist und nicht wie das die Hülle spricht. Man sucht sich Vorbilder die auch etwas molliger sind und möchte so werden wie Sie aber dazu gehört eine ganze Menge an Selbstbewusstsein und das hat man meistens schon verloren und sich einen Schutzpanzer angefressen der am Schluss alles noch schlimmer Hand zu nehmen. Herzlichen Dank ich wünsche mir noch weitere so schöne Werke von der Autorin.

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    sternenstaubhhvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Lustig, nachdenklich und absolut lesenswert
    Lustig, nachdenklich und absolut lesenswert

    Ein Buch das schon allein vom Cover her sofort ins Auge fällt. Magda Albrecht hat hier ein Buch zu einem Thema herausgebracht, dass immer wieder mal Gesprächsthema ist. Aufräumen möchte sie mit den Schönheitsidealen und den Vorurteilen denen sie sich schon konfrontiert sah. Toll ist, dass die Autorin beginnt mit viel Selbstbewusstsein und Verständnis zum eigenen Körper anfängt bestimmte Sachen zu hinterfragen. Warum sollte man sich mit Plus Size schlecht fühlen? Hier stellt Magda Albrecht eine zurecht stolze Fatshionista vor, die Inspiration und ein echter Mutmacher für viele ist. Die Erzählungen aus ihrem Leben stimmen den Leser manchmal etwas nachdenklich und man selbst kommt schon oft ins Grübeln. Die sympathische Autorin sorgt durch ihren lockeren Erzählstil für unterhaltsame und anregende Lesestunden.

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    strickleserls avatar
    strickleserlvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Selbstannahme trotz oder gerade wegen einer starken Figur
    Kummerspeck ade!

    Das Besondere an diesem Buch ist Magda Albrechts offene und ehrliche Art mit ihrem Gewicht umzugehen. Sie erzählt aus ihrem Leben, und der Leser hat das Gefühl einer Freundin gegenüber zu sitzen. Man erfährt wie sie als Kind langsam entdeckte, dass sie kräftiger als viele der anderen Kinder war, und was das für sie bedeutete. Sie wurde in ein Diät Camp geschickt. Sie versuchte gut gemeinte Ratschläge von Autoritäten „zu verdauen“. Sportunterricht war ihr unangenehm. Als Jugendliche und Erwachsene suchte sie mehr und mehr Bereiche, in denen sie sich entfalten konnte, z.B. die Musik. Mit der Zeit wuchs in ihr die Erkenntnis, „Ich bin okay, so wie ich bin.“ Sie lernte ihren Körper zu akzeptieren und setzte sich gegen Gewichtsdiskriminierung ein. So wendet sie sich vehement gegen die Diätindustrie, dem BMI, zu enge Plätze im Flugzeug und fehlende, modische Kleidung in große Größen. Offen berichtet sie über Schwierigkeiten der „Dicken“ beispielsweise beim Kauf des richtigen BHs, beim Schwimmbadbesuch oder beim Sex.
    Es ist beeindruckend und bereichernd die Welt mit den Augen Magda Albrechts zu sehen. Es gehört viel Mut dazu die Schwierigkeiten von dicken Menschen zur Sprache zu bringen. Beim Lesen hat man jedoch den Eindruck, dass sie immer wieder und wortreich ihre Überzeugung es ist in Ordnung dick zu sein verteidigt; vielleicht, weil sie doch immer wieder darunter leidet, z.B., wenn sie zugibt, dass sie noch keinen Frieden mit ihrem Doppelkinn geschlossen hat. Ich stimme zu, dass es wichtig ist sich anzunehmen, aber es macht sicher trotzdem Sinn auf eine gesunde Lebensweise und Ernährung zu achten. Obwohl Magda einen angenehmen Schreibstil hat, könnte das Buch leicht um einiges kürzer sein, ohne an Wirkung zu verlieren.
    „Es ist okay, dick zu sein, aber dann bitteschön auch selbstbewusst und mit einer großen Portion Selbstliebe.“ So lässt sich vielleicht am besten Magda Albrechts Anliegen zusammenfassen.

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    blauer_Regenvor 8 Monaten
    Sehr persönliches Buch

    Das Buch "Fa(t)shionista: Rund und glücklich durchs Leben" stammt von der bekannten Aktivistin und Bloggerin Magda Albrecht und erschien im Januar 2018 im Ullstein Verlag.
    Albrecht selber beschreibt es als ein wichtiges Buch nicht nur für Frauen mit zu vielen Kilos auf den Rippen. Ob ich es so betiteln würde, weiß ich nicht. Mit Sicherheit aber kann ich sagen, dass es für mich ein spannendes Buch war. Es eröffnete mir eine ganz neue Sicht auf die täglichen Diskriminierungen, denen Menschen mit Übergewicht ausgesetzt sind und wie selbstverständlich diese den Weg in unsere Kommunikations- und Denkschemata gefunden haben.
    Wie hat die Autorin dies geschafft? Zum einen durch eine schonungslose Offenheit. Sie lässt ihr bisheriges Leben Revue passieren und beschreibt detailliert Begegnungen, die sie ertragen musste. Dabei nimmt Albrecht kein Blatt vor den Mund und hält der Gesellschaft gekonnt den Spiegel vor. Zum anderen räumt sie auf mit gängigem Halbwissen über Ursachen und Folgen von zu viel Gewicht, gibt einen kurzen Abriss über die Entstehung von Schönheitsidealen und deren Auswirkungen. Hierbei bezieht sie sich auf zahlreiche Untersuchungen, etc.. Wer Zeit und Muse hat, sich noch eingehender mit dem Thema zu beschäftigen, findet am Schluss des Buches Unmengen an weiterführender Literatur und Verweise auf passende Internetseiten.
    Wenn ich dem Buch einen Titel vermachen sollte, dann wäre es dieser: leider notwendig! Eigentlich leben wir ja in einer toleranten Gesellschaft, die auf einer freiheitlichen Grundordnung fußt und doch zeigt dieses Buch auf jeder Zeit, dass da bei genauerem Hinsehen noch viel Luft nach oben ist. Es ist absolut bemerkenswert, mit wie viel Haltung die Autorin uns die Autorin an ihren Erfahrungen teilhaben lässt und ein Thema auf den Tisch bringt, dass gerne unter den Teppich gekehrt wird oder komplett negiert. Für mich ein notwendiger Denkanstoß über gesellschaftliche Normen und Werte, der in einer unfassbar sympathischen Sprache formuliert ist. Daher gibt es von mir eine unbedingte Leseempfehlung!
           

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