Magda Szabo Hinter der Tür

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Inhaltsangabe zu „Hinter der Tür“ von Magda Szabo

Magda Szabo schildert in ihrem Roman die Beziehung zwischen einer allein lebenden Schriftstellerin und ihrer Haushälterin. Nach und nach gelingt es der Erzählerin, das Leben von Emerence wie ein Mosaik zusammenzusetzen; es entsteht "ein schillerndes, bestürzendes und ergreifendes Frauenportrait, zugleich ein Stück Zeitgeschichte" (Neue Züricher Zeitung).

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  • Rezension zu "Hinter der Tür" von Magda Szabo

    Hinter der Tür

    emeraldeye

    09. October 2012 um 16:40

    "Hinter der Tür" von Magda Szabó ist sicher eines der schwermütigsten, mit Geschichte dicht gepacktesten Bücher, das ich seit langem gelesen habe. Anhand einer zentralen Figur, der Bediensteten Emerenc, die lange als Haushälterin bei der Ich-Erzählerin und ihrem Mann arbeitet, werden das 20.Jahrhundert zutiefst prägende und verändernde Ereignisse wie die beiden Weltkriege, sowie politische Extreme wie der Faschismus und der Kommunismus beschrieben. Emerenc hat in diesen Zeiten gelebt und auch sie ist dadurch verändert worden. Auf eine Weise, die fast an Wahnsinn grenzt. Die Auswüchse dieses "Wahnsinns" werden von der Ich-Erzählerin über Jahre hinweg fasziniert beobachtet und in kleinen Geschichten aufgeschrieben. Daraus entsteht ein Mosaik nicht nur des Charakters einer sehr ungewöhnlichen Frau, sondern auch der jüngeren Geschichte Ungarns. Hinzu kommen die tiefen Gefühle, die die beiden Frauen füreinander empfinden. Fast, aber nur fast, entsteht ein Mutter/Tochter-Konstrukt, das von Emerenc jedoch immer wieder vehement abgelehnt wird, sobald ihre Arbeitgeberin versucht, ihr näher zu kommen. Nachdem die Ich-Erzählerin trotzdem "hinter die Tür" geschaut hat, ist Emerencens Leben zu Ende...und die Schriftstellerin fühlt sich für den Rest ihres Lebens schuldig. "Bisher war ich tapfer in meinem Leben, und so werde ich hoffentlich auch sterben, tapfer und ohne Lüge, Voraussetzung dafür aber ist, daß ich es ausspreche: Ich bin Schuld an Emerencens Tod. Daran ändert auch nichts die Tatsache, daß ich sie nicht umbringen, sondern retten wollte." So wuchtig und vielschichtig Emerenc als Hauptfigur auch ist, hätte ich mir doch noch andere gleichwertigere Protagonisten gewünscht. Sie hätten der Geschichte ein wenig mehr Leichtigkeit, Farbe und Perspektive verliehen.

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