Im Berliner Dom wird die übel zugerichtet Leiche eines Pfarrers gefunden. In Verbindung mit einem Brand in einer Wohnsiedlung wird hier ein politisches Motiv vermutet. Die Bundeskanzlerin setzt ihren besten Mann Paul Chagall darauf an. Als Geheimagent hat er die Aufgabe die Bundeskanzlerin zu beschützen. Schnell ist klar wer hinter den Anschlägen steckt. Der Prinz versucht die Regierung zu destabilisieren und einen Umbruch herbeizuführen. Gejagt wird er vom Polizeipräsident Tschapieski und dessen Team. Dieser Politthriller ist unglaublich vielschichtig und berührt auf unterschiedlichste Arten. Der Lesende wird nicht nur in einen spannenden Krimi gesogen, sondern erfährt durch den perfiden Plan des Prinzen vom D‘Annunzios Flume-Experiments. Darin geht es um die Abspaltung Bayerns und Sachsens zur Erschaffung des Imperium Germanicum. Die Wurzeln des Übels führen zurück bis in den deutschen Nationalsozialismus. Und wenn man glaubt man weiß schon alles, wird man doch wieder eines Besseren belehrt. Die Kapitel des Buches beginnen mit Abbildungen berühmter Gemälde die als verschollen, gestohlen oder zerstört gelten. Dies schafft im Buch eine besonders bedrückende Atmosphäre. Die Story selbst ist sehr tempo- und ereignisreich. Hier geht es nicht ums Miträtseln, sondern um die Verstrickungen und Bedrohungen. Unbedingt erwähnenswert ist die sehr gelungene Übersetzung aus dem Polnischen von Lothar Quinkenstein und Hans Gregor Njemz. Hier sind mir wunderschöne Worte begegnet, die immer mehr aus dem deutschen Wortschatz zu verschwinden scheinen wie z.B. entsinnen. Das Buch ist der zweite Teil der Berlin Trilogie von Magdalena Parys. Es kann jedoch auch ohne Probleme ohne den Vorgänger gelesen werden. Ich war jedoch so begeistert von diesem Buch und der ganzen Erzählweise der Autorin, dass ich mir gleich den ersten Teil gekauft habe und mich schon sehr darauf freue. Für mich war die Autorin eine großartige Neuentdeckung.











