Magdalena Parys Tunnel

(18)

Lovelybooks Bewertung

  • 11 Bibliotheken
  • 3 Follower
  • 1 Leser
  • 16 Rezensionen
(9)
(8)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Tunnel“ von Magdalena Parys

Berlin im Jahr 2000. Klaus, ein ehemaliger Fluchthelfer, kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Im Kalten Krieg koordinierte er konspirativ den Bau mehrerer Tunnel zwischen Ost- und Westberlin.
Hat sein Tod etwas mit Franz zu tun, der 1981 durch einen dieser Tunnel in den Westen floh? Warum wurden alle, die an dieser Flucht beteiligt waren, vom amerikanischen Geheimdienst verhört? Und welche Rolle spielt die Polin Magda, die sich an der Uni zu ihrem Unglück in Franz verliebte?
Welches Wissen verbirgt Victoria, Tochter eines hohen Stasioffiziers, die in einem Kofferraum in den Westen geschmuggelt wurde? Führt die Spur in das Danzig der Nachkriegszeit? Entpuppen sich Feinde als Freunde oder Freunde als Verräter?
Ein packender Krimi über Berlin, Danzig und das Schicksal dreier europäischer Generationen. Voller Leben, Liebe und Rache inmitten großer historischer Ereignisse.

Hier tummeln sich total unterschiedliche Charaktere, die alle versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Doch nicht jedem gelingt es.

— gst

Komplexes Handlungsgeflecht

— Estrelas

Eine spannende Story, die bis zuletzt neugierig macht.

— Sikal

Deutsche Zeitgeschichte, die nachdenklich, aber neugierig macht.

— Wuschelchen99

Ein grandioser Krimi über einen Tunnel zwischen Ost- und Westberlin.

— esposa1969

Eine absolut berührende Geschichte über einen Tunnel zwischen Ost- und Westberlin, den es so nie gegeben hat - oder?

— sinsa

Eigentlich kein Krimi, aber trotzdem ein interessanter Roman über die Geheimnisse hinter dem Bau eines Fluchttunnels unter der Mauer.

— Gulan

Absolut authentisch beschrieben und historisch brisant.

— Glanzleistung

Fluchthelfer, 68er, Gestapo und Stasi - alles geschickt und spannend in einem Buch, man kann es nicht aus der Hand legen

— anke3006
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Gelungenes Debüt

    Tunnel

    gst

    22. August 2016 um 13:17

    Da ich in Berlin studierte, während die Stadt durch die Mauer getrennt war, ist mir der Checkpoint Charlie schon lange ein Begriff. Die in dem dortigen Museum beschriebenen Fluchtgeschichten beschäftigten mich sehr. Als ich nun dieses Buch mit dem entsprechenden Titelbild in die Hand bekam, war ich überzeugt davon, dass das genau die Geschichte ist, die mich fesseln wird. Allerdings war das Buch dann doch ganz anders als erwartet – dabei jedoch nicht schlechter. Geschrieben hat es eine Polin, der während der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit eine interessante fiktive Geschichte eingefallen ist. Natürlich geht es um einen Tunnel, der Ost- und Westberlin verband. Erzählt wird in Rückblicken, die eine ganz ungewöhnliche Geschichte aufdecken. Um sie so lange wie möglich unter dem Teppich zu halten, geschehen Morde, die man sich als Leser anfangs gar nicht erklären kann. Magdalena Parys beleuchtet in ihrem Debütroman aber auch Gefühle von Polen, die nach dem zweiten Weltkrieg emigrieren mussten. Ihre Charaktere sind so unterschiedlich, wie Menschen nun mal sind. Da gibt es Gute und Schlechte, Unterdrückte und Unterdrücker, die durch das Leben unweigerlich miteinander verwoben sind. Jeder versucht, seine eigene Haut zu retten. Alles in allem ein gut aufgebauter Krimi, dem ich gerne vier Sterne verpasse.

    Mehr
  • Komplexes Handlungsgeflecht

    Tunnel

    Estrelas

    Zentrales Thema des Romans ist der Bau eines Fluchttunnels zwischen Ost- und Westberlin. Erzählt werden dabei die Lebensgeschichten unterschiedlicher Personen aus deren eigener Sicht, teilweise von ihrer Kindheit bis in die heutige Zeit. Auch wenn "Der Tunnel" mit einem Toten beginnt, ist die Einordnung als Kriminalroman irreführend, denn es gibt keinerlei Ermittlung oder genretypische Auflösung, sondern nur Protokolle mit den Akteuren, die eine Ahnung vermitteln von dem, was passiert sein könnte. Das enge Geflecht aus Figuren und Handlungsebenen ist großartig und frustrierend zugleich. Einerseits habe ich großen Respekt für eine so aufwändig konstruierte Geschichte mit ihren vielen Facetten und Sichtweisen. Selbst sprachliche Mittel oder Streichungen wurden eingesetzt, um den Blickwinkel von einzelnen Personen zu unterstreichen. Andererseits blieben für mich einige Zusammenhänge auf der Strecke, und am Ende stehen für mich immer noch Fragezeichen im Raum.

    Mehr
    • 2
  • Leserunde zu "Tunnel" von Magdalena Parys

    Tunnel

    Prospero_Verlag

    Liebe LovelyBookerinnen und-Booker! Heute starten wir die Bewerbungsrunde für ein Buch, das uns ganz besonders am Herzen liegt. TUNNEL von Magdalena Parys erscheint am 1.10.2014 im Prospero Verlag als deutsche Erstausgabe - in Polen wurde der Krimi schon erfolgreich veröffentlicht - und ihr seid mit die Ersten, die unsere tolle Neuerscheinung lesen dürfen! Zum Buch: Berlin im Jahr 2000. Klaus, ein ehemaliger Fluchthelfer, kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Im Kalten Krieg koordinierte er konspirativ den Bau mehrerer Tunnel zwischen Ost- und Westberlin. Hat sein Tod etwas mit Franz zu tun, der 1981 durch einen dieser Tunnel in den Westen floh? Warum wurden alle, die an dieser Flucht beteiligt waren, vom amerikanischen Geheimdienst verhört? Und welche Rolle spielt die Polin Magda, die sich an der Uni zu ihrem Unglück in Franz verliebte? Welches Wissen verbirgt Victoria, Tochter eines hohen Stasioffiziers, die in einem Kofferraum in den Westen geschmuggelt wurde? Führt die Spur in das Danzig der Nachkriegszeit? Entpuppen sich Feinde als Freunde oder Freunde als Verräter? Ein packender Krimi über Berlin, Danzig und das Schicksal dreier europäischer Generationen. Voller Leben, Liebe und Rache inmitten großer historischer Ereignisse. Zur Autorin: Magdalena Parys wurde 1971 in Danzig geboren und lebt seit 1984 in (West-)Berlin. Die deutsch-polnische Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin schreibt für verschiedene polnische Zeitungen und veröffentlichte ihren Debütroman »Tunnel« zunächst in Polen, wo er 2012 für den Literaturpreis »Paszporty Polityki« nominiert wurde. In Österreich wurde »Tunnel« von der Polonia mit dem Literaturpreis »Goldene Eule« ausgezeichnet. Jetzt wird der Roman vom Prospero Verlag erstmals in Deutschland veröffentlicht. Wir laden alle herzlich ein, sich für die Leserunde zu bewerben. Wenn ihr ausgewählt werdet, verpflichtet ihr euch zur zeitnahen Teilnahme an der Leserunde sowie dem Verfassen einer Rezension. Alles, was wir für ein Exemplar des Romans von euch wissen möchten, ist Folgendes: Wie habt ihr den Mauerfall erlebt und was ist eure eindrücklichste Erinnerung daran? Unter allen Bewerbern verlosen wir 20 Printausgaben von TUNNEL. Wir wünschen allen viel Glück und freuen uns schon auf den gemeinsamen Lesespaß! Euer Prospero-Verlagsteam

    Mehr
    • 276
  • Eine gelungene Flucht?

    Tunnel

    Sikal

    27. November 2014 um 21:38

    Kann es sein, dass es mehr als 10 Jahre nach dem Mauerfall einen Mord gibt, dessen Ursprung bis in die Zeiten davor zurückreicht? Oder war Klaus Tod doch nur ein Unfall? Und welchen Zusammenhang gibt es zwischen Klaus und dem Tunnel? Jedenfalls ist Klaus Steinbach, ein ehemaliger Fluchthelfer, tot. Dessen Freund Peter glaubt nicht an einen Unfall und beginnt mit einer gewissenhaften Recherchetätigkeit, durch die es ihn wieder in die Zeit des Kalten Krieges zurückverschlägt. In eine Zeit, in der er und seine Freunde dabei waren, einen Tunnel von Ost nach West zu graben, um genau einer einzigen Person die Flucht zu ermöglichen. Peter beginnt alle Beteiligten von damals zu befragen, hinterfragt Abläufe und Szenarien, fügt so ein Puzzlestück dem anderen hinzu, bis – ja bis man sogar als Leser den Durchblick findet. Anfangs ist das Buch sehr verwirrend und man ist als Leser gefordert, sich auf einen geschichtlichen Exkurs mit Peter einzulassen, auf ein gemeinsames Erlebnis dieser Menschen, die nun ihre eigene Sichtweise schildern. Jeder Beteiligte erzählt sein ganz persönliches Tunnelerlebnis, verrät Hintergründe und Fakten, bis dieses zuvor verworrene Netz entwirrt wird. Immer wieder begegnet man den gleichen Personen in unterschiedlichen Rollen wieder, so ist Victoria mal Tochter, mal Ehefrau, mal Geliebte. Als Leser ist man gefordert, den Faden nicht zu verlieren, damit man den Typ mit dem Typen, Franz und all die anderen auch in die richtige Position bringt. Die Autorin, Magdalene Parys, schreibt in ihrem Debütroman über eine fiktiven Tunnelbau, der aber in keiner Sekunde an eine Fiktion denken lässt. Ihr ist ein außergewöhnlicher Roman gelungen, Charaktere, die authentisch, prägnant und vielfältig sind, ein Schreibstil, der dermaßen fesselnd ist, dass man denkt, mitten im Geschehen zu sein – man spürt förmlich die Angst und bekommt Gänsehaut, wenn die Stasi „diplomatisch“ vorgeht und last but not least eine dermaßen komplexe Story, die die Spannung bis zum Schluss aufrecht hält und immer wieder ein Mitdenken des Lesers fordert. Ein tolles Buch – Danke!

    Mehr
  • Ost und West

    Tunnel

    Starbucks

    Wer von Magdalena Parys‘ Tunnel einen wahren Krimi erwartet, könnte von der Lektüre vielleicht enttäuscht sein. Es ist ein Roman und trotzdem zugleich ein Stück Zeitgeschichte, ein Blick in die Zeit, in der ein Tunnel zwischen Ost und West der größte Hoffnungsträger für die Fluchtwilligen war. Aber dann stirbt Klaus, der ehemalige Fluchthelfer, unter mysteriösen Umständen. Aus verschiedenen Perspektiven und mit vielen Figuren wird das Geschehen noch einmal aufgerollt. Und der Leser kann miträtseln, ob Klaus ermordet wurde oder was überhaupt hinter der ganzen Sache steckt. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, ein Stück Zeitgeschichte in der Hand zu halten, in der auch die Autorin eine Rolle spielt. Sie weist jedoch darauf hin, dass es sich um reine Fiktion handelt. Für mich ist es mehr. Es ist ein ungewöhnlicher Roman, der sehr emotional ist, sehr ergreifend, sehr traurig. Er erinnert aber auch daran, dass diese Zeit nicht vergessen werden darf. Wenn es eine Neuauflage des Romans geben sollte, so würde ich jedoch den „Krimi“ auf dem Cover sowie den Kommentar mit der großartig ausgetüftelten Story weglassen. Er hat ein anderes Zielpublikum, das vielleicht nicht zu diesem Buch greifen würde. Das Bild auf dem Cover jedoch ist sehr schön, sehr passend und weckt auch Erinnerungen. Die Autorin hat einen Roman geschaffen, an dessen Fiktionalität ich bis zum Ende zweifele. Es ist wirklich ein gut durchdachter, ausgetüftelter Roman, der im Gedächtnis bleibt. Dabei war für mich der Tod des Fluchthelfers gar nicht so wichtig, aber er bringt natürlich Spannungsmomente. Zu kritisieren wäre vielleicht, dass die Handlung für mich zwischendurch einmal etwas verwirrend war, was aber auch daran liegen kann, dass ich keine Zeit hatte, das Buch immer flüssig hintereinander weg zu lesen. Ich möchte daher 4,5 Sterne vergeben, vergebe hier also 4.

    Mehr
    • 2
  • Ein Tunnel in Berlin und seine Geschichte

    Tunnel

    Wuschelchen99

    10. November 2014 um 22:02

    Was haben ein Mord im Jahr 2000, der nicht als solcher erkannt wird, ein ehemaliger Fluchttunnel, Geheimdienste und der Mauerfall miteinander zu tun? Genau das möchte die Autorin Magdalena Parys in ihrem Debütroman „Der Tunnel“ dem Leser vermitteln. Zur Zeit des Kalten Krieges Anfang der 1980er Jahre wurde in Berlin ein Tunnel von West- nach Ost-Berlin gebaut. Viele Personen waren beteiligt. Auch Peter Mischalski, der nach dem Tod von Klaus Steinbach im Jahre 2000 anfängt zu recherchieren. Seine Befragungen der damals mehr oder weniger am Tunnelbau beteiligten Personen und deren Sicht der Erlebnisse sollen Licht in das Dunkel um den Tod von Klaus bringen. Lange ist unklar, wer in welcher Form am Tunnelbau beteiligt war und was deren tatsächliche Beweggründe waren. Die Schilderungen in vielen kleinen Episoden und aus vielen verschiedenen Blickwinkeln lassen den Leser lange im Unklaren. Langsam fügt sich ein Bild zusammen und der Leser muss ständig am Ball bleiben, um den Faden nicht zu verlieren und die sich immer wieder ergebenden neuen Entwicklungen verfolgen zu können. Magdalena Parys hat eine ausgetüftelte Story um einen fiktiven Fluchttunnel, aber mit wahren Hintergründen geschrieben. Die Teilung von Berlin durch die Mauer, und damit Deutschlands, der Einfluss der verschiedenen Geheimnisse in Ost und West, Fluchthelfer, die Stasi bis hin zu ehemaligen Flüchtlingen des 2. Weltkrieges, alles verarbeitet die Autorin zu einem gekonnten Puzzle. Super herausgearbeitete, starke Persönlichkeiten lassen den Leser in außergewöhnlicher, spannender, erstaunlich fesselnder Erzählweise regelrecht die Angst und Beklemmung der Protagonisten spüren. Eine klare Leseempfehlung für diesen Roman, der von Freundschaft, Feindschaft, Verrat und Rache handelt und den Leser nachdenklich, aber auch neugierig auf Zeitgeschichte zurück lässt.    

    Mehr
  • Spannend und interessant

    Tunnel

    bine_2707

    08. November 2014 um 06:44

    Lange nach dem Fall der Mauer stirbt 2000 ein Mann unter mysteriösen Umständen. Hat es was mit seiner Tätigkeit in der ehemaligen DDR zu tun, als er den Bau von mehreren Tunneln zwischen Ost- und Westberlin organisierte? Konnte er wirklich allen Helfern trauen? Insgesamt ein tolles Buch, bei dem jedoch viele Personen eine Rolle spielen. Es war bis zur letzten Seite spannend, besonders da der Leser einen Einblick auch auf die Schattenseiten der DDR erlangen konnte. Ich denke es ist ein besonders interessantes Buch für Leute, die selber betroffen waren und diese Zeit etwas intensiver wahrgenommen haben. Es war spannend mehr über den Tunnelbau und die einzelnen Charaktere zu erfahren. Daher ein sehr gelungenes Buch.

    Mehr
  • Der Tunnel

    Tunnel

    esposa1969

    Hallo liebe Leser, auch dieses Buch, welches ich im Rahmen einer LR erhielt, habe ich gerade fertig gelesen: == Tunnel == Autorin:  Magdalena Parys == Buchrückentext: == Berlin im Jahr 2000. Klaus, ein ehemaliger Fluchthelfer, kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Im Kalten Krieg koordinierte er konspirativ den Bau mehrerer Tunnel zwischen Ost- und Westberlin. Hat sein Tod etwas mit Franz zu tun, der 1981 durch einen dieser Tunnel in den Westen floh? Warum wurden alle, die an dieser Flucht beteiligt waren, vom amerikanischen Geheimdienst verhört? Und welche Rolle spielt die Polin Magda, die sich an der Uni zu ihrem Unglück in Franz verliebte? Welches Wissen verbirgt Victoria, Tochter eines hohen Stasioffiziers, die in einem Kofferraum in den Westen geschmuggelt wurde? Führt die Spur in das Danzig der Nachkriegszeit? Entpuppen sich Feinde als Freunde oder Freunde als Verräter? Ein packender Krimi über Berlin, Danzig und das Schicksal dreier europäischer Generationen. Voller Leben, Liebe und Rache inmitten großer historischer Ereignisse. == Leseeindrücke: == Mit dem Roman "Tunnel" liefert die in Danzig geborene Autorin Magdalene Parys einen Debüt-Krimi, der fesselnder kaum sein kann: Wir schreiben Berlin anno 2000. Der ehemalige Fluchthelfer Klaus Steinbach wird tot aufgefunden, scheint im Suff erfroren zu sein. Sein freund Peter misstraut diesem Un-/Zufall und beginnt selbständig zu ermitteln und begibt sich somit auf Spurensuche in die Vergangenheit. Der "Tunnel", als Verbindung zwischen Ost- und Westberlin, den es so in Wirklichkeit nie gegeben hat und reine Fiktion ist, ist Dreh- und Angelpunkt der Ereignisse und bildet die Rahmenhandlung dieses Romans, der zwar von Verlagsseite aus als Krimi deklariert wird, eher aber einfach wie ein geschichtlicher Roman wirkt. Obwohl die Autorin im Nachwort schreibt, dass es zur damaligen Zeit etliche Tunnel real existiert haben, genau eben diesen benannten Tunnel so aber nicht gegeben hat, hat man beim Lesen dennoch das Gefühl, es könne sich um einen historischen und gut recherchierten historischen Roman handeln, bei dem sich alles genau so zugetragen hat. Der Schreibstil wirkt sehr authentisch und detailliert beschrieben, als wäre man quasi mitten im Geschehen drin. Der Roman kommt im Taschenbuchformat daher, das trist wirkende schwarz-weiß Cover spiegelt den Alltag zu Ostberliner-Zeiten wider. Die allesamt recht kurzseitigen Kapitel verteilen sich auf 339 Seiten und lasen sich angenehm und kurzweilig. Ein jedes der Kapitel, die oft nur wenige Seiten umfassen, trägt eine Überschrift, zumeist sind es Namen der Protagonisten, über deren Leben wir sodann einen Einblick erhalten und hier zu Wort kommen. So erfahren wir häppchenweise mehr und mehr über den Tunnel(-bau) und der damaligen Zeit. Eine Zeitreise der literarischen Art. Die Schrift ist augenfreundlich groß und gut leserlich verfasst. Insgesamt habe ich mich wunderbar unterhalten gefühlt und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen. Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte! ©esposa1969

    Mehr
    • 2
  • Eine ungewöhnliche Geschichte

    Tunnel

    histeriker

    Inhalt: Ein Mann wird ermordert. Durch Erzählungen seiner Freunde und Bekannten versucht Peter seine Geschichte zu rekonstruieren. Beurteilung: Das Buch fesselt. Es ist kein Krimi im klassischen Sinne und ich würde es so nie bezeichnen. Es ist eine Erzählung über das Leben mehrerer Charaktere, die am Anfang schwer durchzusteigen ist. Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so erhält man nur langsam Einblicke in die Zusammenhänge. Aber wenn man diese bekommt, wird man erschüttert und man beschäftigt sich noch tagelang mit der Geschichte und den Personen. Die Sprache ist flüssig, der Schreibstil macht Lust auf mehr. Was mich gestört hat war, dass die Geschichte nicht wirklich endet. Es sind für mich noch zu viele lose Fäden übriggeblieben. Ich kann mir vorstellen, dass es so sein sollte, mich hat es aber irritiert und ich habe das Buch mit unzufriedenen Gefühl abgelegt. Deswegen der Punktabzug.

    Mehr
    • 2
  • Ein Tunnel und unangenehme Wahrheiten.

    Tunnel

    Gulan

    Im Dezember 2000 kommt der ehemalige Fluchthelfer Klaus Steinbach unter ungeklärten Umständen ums Leben. Er war Anfang der 1980er an dem Bau eines Tunnels von West- nach Ost-Berlin beteiligt. Etwas zehn Jahre später beginnt Peter Mischalski unter den damals am Bau des Fluchttunnels direkt oder indirekt Beteiligten zu recherchieren. Was ist damals wirklich vorgegangen? Wer war Freund und wer war Feind? Und was hat Klaus' Tod damit zu tun? Der Debütroman der Polin Magdalena Parys führt ins Berlin des Kalten Krieges und der Nachwendezeit. Fixpunkt der Geschichte ist der Bau eines Tunnels von West- nach Ost-Berlin und die Flucht von Franz durch diesen Tunnel. Die Autorin erzählt die Geschichte nicht linear, sondern in Form von Episoden, in denen aus dem Blickwinkel jeweils einer beteiligten Person berichtet wird. So wird das Bild der Ereignisse nach und nach zusammengesetzt, allerdings ergeben sich fortdauernd neue oder veränderte Entwicklungen. Der Leser wird ziemlich gefordert, den Überblick über diese ausgefeilte Story zu behalten, deren Wahrheiten man sich nur sehr mühsam nähert Den Rahmen für die Episoden bilden die Nachforschungen des ehemaligen Helfers Peter, die die Beteiligten auffordert, ihm ihre Geschichte und die der damaligen Ereignisse zu erzählen. Zu den Gesprächspartnern zählen: Magda, eine Polin, die aus Liebe zu Franz, Geheimnisse in den Westen schmuggelt. Roman, Franz' Bruder, der schon vor dem Mauerbau nach West-Berlin kommt und später den Tunnelbau in die Wege leitet, um seinen Bruder herüberzuholen. Victoria, Franz' Ehefrau, Tochter eines Stasioffiziers. Klaus und Thorsten, Fluchthelfer und maßgebliche Organisatoren des Tunnelbaus. Die Geschichte des Tunnelbaus ist eine Geschichte von Freundschaften, Zweckbündnissen, aber vor allem von Geheimnissen, Täuschung und Verrat. Der Roman beinhaltet mehrere Berliner Flüchtlingsbiographien, Vertriebene des 2. Weltkrieges sowie Flüchtlinge aus der DDR vor und nach dem Mauerbau. Alle haben zudem direkt oder indirekt polnische/Danziger Wurzeln. Geschickt versteht es die Autorin auch die Ereignisse und Begebenheiten der Berliner Geschichte in den Biographien zu verweben. Ein wenig Unverständnis erzeugt bei mir die Klassifizierung des Romans durch den Verlag als Krimi. Dieses Versprechen kann der Roman nur auf wenigen Seiten einlösen. Die Struktur, die Erzählweise und vor allem die fehlende Ermittlungsarbeit (Peters Nachforschungen dienen weitestgehend nur der Romanstruktur) sprechen meines Erachtens gegen einen Krimi. Aber das ist nicht tragisch, denn der Roman weiß auch so zu überzeugen. Die vertrackte, ungewöhnlich aufgebaute Story mit interessanten Charakteren im Zusammenhang historischer Ereignisse ist in jedem Fall lesenswert.

    Mehr
    • 13
  • Kein Tunnelblick erlaubt!

    Tunnel

    sinsa

    Berlin im Jahr 2000. Klaus, ein ehemaliger Fluchthelfer, kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Im Kalten Krieg koordinierte er konspirativ den Bau mehrerer Tunnel zwischen Ost- und Westberlin. Hat sein Tod etwas mit Franz zu tun, der 1981 durch einen dieser Tunnel in den Westen floh? Warum wurden alle, die an dieser Flucht beteiligt waren, vom amerikanischen Geheimdienst verhört? Und welche Rolle spielt die Polin Magda, die sich an der Uni zu ihrem Unglück in Franz verliebte? Welches Wissen verbirgt Victoria, Tochter eines hohen Stasioffiziers, die in einem Kofferraum in den Westen geschmuggelt wurde? Führt die Spur in das Danzig der Nachkriegszeit? Entpuppen sich Feinde als Freunde oder Freunde als Verräter? Ein packender Krimi über Berlin, Danzig und das Schicksal dreier europäischer Generationen. Voller Leben, Liebe und Rache inmitten großer historischer Ereignisse. Meine Meinung: Dieses Buch ist etwas ganz anderes, als man erwartet. Es geschieht zwar ein Mord, der aber weder aufgeklärt, noch überhaupt als Mord erkannt wird. Dieser Mord an Klaus aber führt dazu, dass Peter, der gemeinsam mit Klaus an einem Tunnel zwischen Ost- und Westberlin gebaut hat, misstrauisch wird und beginnt nachzuforschen. Er möchte herausfinden, ob Klaus Tod tatsächlich ein Unfall war, oder ob sein Tod nicht doch mit den Ereignissen von 1981 zusammenhängt. Dazu beginnt Peter, alle Beteiligten von Damals aufzuspüren und zu interviewen. In diesem Buch sind seine (fiktiven) Interviews zusammengestellt und es ergibt sich ein unglaubliches Bild der Ereignisse. Auch die Menschen und ihre Beziehungen zueinander, die Angst und Beklemmung der damaligen Zeit zwischen Ost und West, der Umgang der Menschen miteinander, all das wird wunderbar eingefangen und findet Eingang in diesen sehr eindringlichen Roman. Was dieses Buch nicht macht: es liefert keine einfachen Lösungen, im Gegenteil, vieles muss man sich aus dem Geschriebenen selbst zusammenreimen, manche Rätsel werden auch nicht gelöst. Für manche gibt es eine Lösung – aber ist es auch die Richtige? Dieses Buch macht auf jeden Fall nachdenklich und neugierig, auf das Leben vor der Wende, auf das was war und das was sein wird. Obwohl es eine fiktive Geschichte ist, sind die Figuren so lebensnah und echt beschrieben, dass sie genauso auch gelebt haben könnten, die Geschichte könnte ohne weiteres so passiert sein. Und gerade das ist für mich auch das Besondere an diesem Buch. Es ist nachvollziehbar, die Figuren haben alle ihre eigene Stimme und ihre eigene Persönlichkeit, die toll herausgearbeitet wurde. Man fühlt mit ihnen, durchlebt mit ihnen ihre Erinnerungen und ist zutiefst von ihrem Schicksal berührt.

    Mehr
    • 2
  • Der Tunnel

    Tunnel

    Goch9

    Klaus Steinbach, ehemaliger Fluchthelfer, kommt Ende 2000 zu Tode. Peter, der den letzten Flucht-Tunnel mit Klaus zusammen gebaut hat, sucht unter den damaligen Helfershelfern nach Antworten. Warum fing Klaus nach dem letzten Tunnelbau an zu trinken und war nie mehr als Fluchthelfer tätig? War es ein Unfall oder Mord? Warum wurde er ermordet und wer hat das getan? Fragen, die sich wie in einem Krimi stellen, aber die Vorgehensweise von Peter bringt erstaunliche Lebensbeichten hervor, so dass uns die Geschehnisse vor und während des Tunnelbaus aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden. Frau Parys hat hier einen außergewöhnlichen, spannenden Krimi/Thriller/Geschichtsbericht geschrieben. Das Genre kann man, meiner Meinung nach, schlecht einordnen, aber die Geschichte ist berührend, zugleich aber auch beklemmend und beängstigend. Auch wenn die Autorin im Nachwort ausdrücklich darauf hinweist, dass dieser Tunnel, die dargestellten Figuren und deren Geschichte fiktiv sind und nur der Phantasie der Autorin entspringen, empfindet jeder Leser, dass es genauso so gewesen sein KANN. Die Geschichte ist so realitätsnah und so beängstigend nachvollziehbar, dass man den Eindruck hat, dass vielleicht nur einige Tatsachen verändert wurden um sie fiktiv zu machen. Die Ereignisse um und während des Tunnelbaues werden aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Mosaikstückweise werden immer mehr Puzzleteile der Geschichte offenbart und nach jeder Zeitzeugenerzählung erscheint die Geschichte in einem etwas anderen Licht. Die Geduld des Lesers wird dabei auf die Probe gestellt. Aber es lohnt sich, denn die Geschichte ist haarsträubend und spiegelt die Ängste der Menschen und die Überwachung des Staates wider. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen und bin der Meinung, dass unserer Kinder und Enkelkinder unbedingt Bücher wie dieses lesen sollten, damit nicht vergessen wird, was alles in Deutschland möglich war.

    Mehr
    • 2
  • Verstrickungen im Kalten Krieg

    Tunnel

    Glanzleistung

    Inhaltlich geht es in diesem Krimi um einen Fluchttunnel im Berlin zur Zeit des Kalten Krieges. Roman, der in Westberlin lebt möchte seinen Bruder Franz aus dem Osten über die Grenze schleusen. Klaus, der oft schon als Fluchthelfer agierte, soll ihn dabei unterstützen. Außerdem ist da noch Magda, die junge Polin, die sich in Franz verliebt hat und Victoria, deren Vater ein hochrangiger Stasioffizier ist. Der Krimi besticht durch seinen ungewöhnlichen Aufbau. Die einzelnen Kapitel sind mit Namen überschrieben, die der Reihe nach zu Wort kommen. Der Rentner Peter will die Ereignisse des Tunnelbaus aus den 80er Jahren Revue passieren lassen und herausfinden was damals wirklich geschah und wer welche Absichten hatte. Dafür führt er unzählige Interviews mit sämtlichen Betroffenen von damals. In den Abschnitten kommt so mehr und mehr ans Licht und der Leser bekommt die ganze Geschichte über den Tunnelbau aus mehreren Perspektiven erzählt. Neben dem Fluchttunnel erfährt man viel aus dem Alltag im Westen und Osten zu Zeiten des Kalten Krieges. Außerdem gibt es vereinzelte Abstecher in die Vergangenheit des 2. Weltkrieges und nach Danzig in Polen. Man muss sich sehr konzentrieren um nicht den Überblick zu verlieren zumal die Aufzeichnungen der einzelnen Personen in wörtlicher Rede verfasst sind. Es empfiehlt sich auf jeden Fall immer mal wieder zurückzublättern oder sich ein kleines Personenverzeichnis anzulegen. Für mich ein sehr gelungenes, ganz besonderes historisches Zeitdokument und eine Geschichte, die sich so oder so ähnlich mit Sicherheit hätte ereignen können. Historisch sehr interessant aufbereitet und authentisch beschrieben ist „Der Tunnel“ absolut lesenswert und voller überraschender Wendungen und Verstrickungen.

    Mehr
    • 2
  • fühlt sich so echt an

    Tunnel

    dieFlo

    "Der Tunnel" ist ein Roman, aber es fühlt sich beim Lesen so verdammt echt an. Man hört wieder die Wände vor sich hin knistern und hat Angst zu reden, denn es könnte ja sein, dass ..... Ein Mann stirbt in Berlin - lange Zeit nach dem Mauerfall, aber er hat ein Geheimnis oder besser eine Verbindung. Diese wird der Leser so nach und nach lüften. Er reist nach Danzig, erlebt den Krieg, er hört die Bomben fallen und fühlt die Angst. Er erlebt Berlin - Ost wie West und er bemerkt den Wunsch das Leben freier gestalten zu wollen oder zu müssen. Der Tunnel soll Menschen helfen in den Westteil der Stadt zu fliehen. Viele Stunden Arbeit stecken darin, viel Geld ist in das Projekt geflossen - Geld das ein großzügiger Unterstützer gab - aber warum? Der Tod entpuppt sich als .... eine alte Frau muss vorgeben keine Erinnerungen mehr zu haben. Das alles hat einen Grund: denn niemand schläft wirklich ..... es gibt da noch Leute. Wer einen Krimi erwartet, der sollte seine Erwartungen etwas herunterschrauben, denn das ist es für mich nicht. Es ist ein spannender Roman, der mir Gänsehaut der Erinnerungen über den Rücken jagte. Es lies mich mit den Protagonisten zaudern und zögern oder ihre Wut fühlen. Er erzählt von der Liebe und deren Grenzen und bezaubert!

    Mehr
    • 7
  • Ein Stück deutscher Geschichte

    Tunnel

    TochterAlice

    24. October 2014 um 15:53

    erzählt die Autorin Magdalena Parys hier, deutsche Geschichte mit polnischen Einsprengseln könnte man sagen, denn viele der Protagonisten sind auch mit Polen verbandelt - in irgendeiner Form. Und es gibt viele Protagonisten: so viele, dass man als Leser manchmal durcheinander kommt in dieser Geschichte um die deutsche Geschichte, um Flucht und Vertreibung, um Flucht und Einzäunung. Anhand einiger Figuren wird die deutsch-deutsche Geschichte, aber auch ihre Vorgeschichte erzählt, wobei der Hauptfokus allerdings auf der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts liegt, auf den 1960er bis 80er Jahren. Der Tunnel aus dem Titel: er wird für die Flucht aus der deutschen demokratischen Republik erbaut, auf die merkwürdigste Art und Weise, unter den eigenartigsten Umständen. Ja, so könnte es gewesen sein, denkt man im Nachhinein, wenn alle Fäden zusammengezogen sind, halt, nein: nicht ganz! Aber bei dieser Art von Literatur ist das aus meiner Sicht der einzig passende Abschluss - eben ganz wie im wahren Leben! Die Autorin schreibt eher sachlich, nicht sensationslüstern, was mir sehr zupass kommt: wenn einzelne Figuren charakterisiert werden, kann es auch schon mal was persönlicher werden, ein kleines Bisschen emotionaler. Mein einziger Kritikpunkt an diesem insgesamt in vieler Hinsicht einzigartigen Roman - , mit dem ein ganzes Stück deutscher Zeitgeschichte aus - in vielerlei Hinsicht - neuer Perspektive - aufgerollt wird: Zeitweise wird es zu umständlich, ja verwirrend - es entsteht der Eindruck, als stünde sich die Autorin bei der Strukturierung der zugegebenermaßen ausgesprochen aufwändigen Geschichte und bei der Präsentation der zahlreichen Figuren immer mal wieder selbst im Weg. Noch ein Punkt: auf den Cover wird das Buch als Krimi bezeichnet, ist es aus meiner Sicht aber nicht: es sei denn, man sieht das ganze Leben, vom Anfang bis zum Ende, als Kriminalroman. Dann passt es auf jeden Fall. Insgesamt ein aufschlussreicher, lesenswerter Roman, den ich gerne weiterempfehle!

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks