Maggie O'Farrell

 3.7 Sterne bei 59 Bewertungen
Autorin von Der Sommer, als der Regen ausblieb, Seit du fort bist und weiteren Büchern.
Maggie O'Farrell

Lebenslauf von Maggie O'Farrell

Dem Tod mehr als einmal von der Schippe gesprungen: Die 1972 in Nordirland geborene Autorin ist in Wales und Schottland aufgewachsen. Im Alter von acht Jahren fehlte sie ein ganzes Jahr in der Schule aufgrund eines viralen Infekts. Dieses Ereignis thematisierte die Schriftstellerin unter anderem in ihrem Roman „The Distance Between Us“ (2005). Maggie O’Farrell hat in Cambridge studiert und dort ihren Ehemann, den Schriftsteller William Sutcliffe, kennengelernt. Ihr literarisches Debüt gab sie im Jahr 2000 mit „After You’d Gone“ (dt. „Seit du fort bist“). Für die Romane „The Hand That First Held Mine“ (2010) und „Instructions for a Heatwave“ (2013) wurde sie mit dem Costa Book Award ausgezeichnet. Autobiographische Erfahrungen verarbeitete die Irin, die als Journalistin in Hong Kong und als Editorin für „The Independent on Sunday“ tätig war, in ihren Memoiren „I Am, I Am, I Am“ (2017), die 2018 unter dem Titel „Ich bin, Ich bin, Ich bin“ ins Deutsche übersetzt wurden. Mit ihrem Ehemann und den drei Kindern lebt Maggie O’Farrell in Edinburgh.

Alle Bücher von Maggie O'Farrell

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Maggie O'FarrellSeit du fort bist
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Seit du fort bist
Seit du fort bist
 (16)
Erschienen am 01.08.2000
Maggie O'FarrellDer Sommer, als der Regen ausblieb
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Der Sommer, als der Regen ausblieb
Der Sommer, als der Regen ausblieb
 (17)
Erschienen am 18.05.2015
Maggie O'FarrellIch bin, ich bin, ich bin
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Ich bin, ich bin, ich bin
Ich bin, ich bin, ich bin
 (6)
Erschienen am 01.06.2018
Maggie O'FarrellDie Frau, die es nicht gab
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Die Frau, die es nicht gab
Die Frau, die es nicht gab
 (8)
Erschienen am 11.06.2007
Maggie O'FarrellBevor wir uns trafen
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Bevor wir uns trafen
Maggie O'FarrellDie Hand, die damals meine hielt
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Die Hand, die damals meine hielt
Die Hand, die damals meine hielt
 (2)
Erschienen am 10.08.2010
Maggie O'FarrellDie Freundin meines Freundes
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Die Freundin meines Freundes
Maggie O'FarrellIch bin, ich bin, ich bin
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Ich bin, ich bin, ich bin
Ich bin, ich bin, ich bin
 (0)
Erschienen am 27.06.2018

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Neue Rezensionen zu Maggie O'Farrell

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19angelika63s avatar

Rezension zu "Ich bin, ich bin, ich bin" von Maggie O'Farrell

Dem Tod so nahe
19angelika63vor 3 Monaten

Klappentext
Von Anfang an bestimmt der Tod ihr Leben: als Maggie O'Farrell im Alter von acht Jahren beinah an einer unbekannten Virusinfektion stirbt, als sie mit 15 aus Übermut und Freiheitsdrang einen törichten Fehler begeht; als sie in der Idylle des Lake District eine zutiefst verstörende Begegnung hat. Oder als sie in einer unterbesetzten Klinik mit inkompetenten Personal bei der Geburt ihrer ersten Tochter fast stirbt. An den unterschiedlichsten Orten, zu unterschiedlichsten Zeiten lenkt der Tod das Leben der Schriftstellerin Maggie O'Farrell. Ihre tiefgründige, außergewöhnliche Geschichte stellt existenzielle Fragen: Wie handle ich, wenn ich in tödliche Gefahr gerate? Was steht für mich auf dem Spiel? Und, nicht zuletzt, wer werde ich danach sein?



In siebzehn kurzen Geschichten, die in der Zeit hin und her springen, aber immer einem Körperteil gewidmet sind, erzählt O'Farrell von ihren Begegnungen mit dem Tod. Manche Geschichten sind sehr intim, wie zum Beispiel die fast Vergewaltigung und der Ermordung durch den Täter. Andere Geschichten wirken eher distanziert. Zu Anfang fand ich die Geschichten so lala. Eine Anreihung von Ereignissen, in denen die Autorin von Situationen schreibt, in denen sie dem Tod knapp entgangen ist. Für mich waren das jedoch zuerst einmal "normale" Alltagssituationen. Doch mit jeder Seite mehr, verfiel ich dem Sog der Geschichte und plötzlich war da nichts banales mehr. Fast jede sogenannte Begegnung mit dem Tod haben O'Farrell weiteres Leben geprägt. Mal mehr, mal weniger.

"Fast gestorben zu sein ist nichts Einmaliges oder Besonderes. Der Tod begegnet uns ständig; wohl jeder, wage ich zu vermuten, war ihm schon einmal nahe, vielleicht ohne es zu merken. Der Luftzug des Lasters, der zu dicht an einem Fahrrad vorbei fegt, der übermüdete Arzt, der die Dosis in letzter Sekunde noch einmal überprüft (...)Wir gehen, alle miteinander, mehr oder weniger blind durchs Leben, entkommen, ohne es zu ahnen, immer wieder durch die Hintertür, entrinnen unserem Schicksal von einem unserer gezählten Tage auf den anderen und sehen die Axt nicht, die über uns schwebt. (...) Wenn wir diese Momente in unser Bewusstsein einlassen, dann verändern sie uns. Wir können versuchen, sie zu vergessen, sie abzutun, sie auf die leichte Schulter zu nehmen, aber sie sind schon Teil von uns, ob wir wollen oder nicht." (Seite 35/36)

Ich habe diese eine Passage aus dem Buch ausgewählt, weil sie alles sagt. Nachdem ich das Buch weggelegt habe, habe ich mein Leben reflektiert, und ja .... auch ich hab die ein oder andere "Todesnahe Erfahrung" gemacht, und ja ... die ein oder andere hat mich geprägt. Ich denke wenn man jung ist, dann ist es so, wie oben beschrieben ... es ist nichts Besonderes, wir nehmen es auf die leichte Schulter, bemerken es nicht einmal. Doch ich glaube, je älter man wird, desto mehr realisiert man solche Begebenheiten und lässt sie mehr in sein Bewusstsein ein. Und wenn dann, wie bei O'Farrell ein Kind betroffen ist, dann ist man sensibilisiert und achtet auf solche Vorfälle.

Als ich das erste Mal von einer Wespe gestochen wurde, war ich zwanzig. Ich reagierte mit einem anaphylaktischem Schock (was ich nicht wusste, da ich die Symptome nicht kannte) und ich hatte das große Glück, dass gleich nebenan eine Ärztin wohnte. Sie gab mir mehrere Spritzen und sagte fünf Minuten später und ich wäre tot gewesen. Damals habe ich darüber gelacht, mich schnell erholt und das Ganze vergessen. Im weiteren Verlauf meines Lebens bin ich noch zwei Mal wegen einem anaphylaktischem Schock durch Wespenstiche im Krankenhaus gelandet. Beide Male hatte ich Glück. Und jede Erfahrung hat mich ein Stück nachdenklicher gemacht. Hat mir gezeigt wie schnell ein Leben enden kann.

O'Farrells Geschichte ist eine Geschichte, die mich daran erinnert wie kostbar unser Leben ist, und das wir jeden Tag so leben und genießen sollten, als wäre er der letzte.

Unbedingt lesen!!!


Kommentare: 2
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Buchstabenliebhaberins avatar

Rezension zu "I Am, I Am, I Am - Seventeen Brushes With Death" von Maggie O'Farrell

So oft fast gestorben
Buchstabenliebhaberinvor 3 Monaten

Das Buch beginnt mit der stärksten Geschichte von Maggie O´Farrell. Sie hätte sterben können, sie ist um Haaresbreite einem Psychopathen entkommen. Und das Kopfkino rattert los, mir fallen Geschichten aus meiner eigenen Vergangenheit ein, die ähnlich abliefen. Dann die zweite, fast tot aus jugendlichem Leichtsinn, in letzter Minute wurde sie gerettet. Wer kennt sie nicht, wer hat es nicht selber erlebt, so oder so ähnlich? Ich vermute, der Mensch muss diese Erlebnisse vergessen, verdrängen, bagatellisieren. Damit die Angst nicht überhand nimmt und wir uns auch weiter trauen, unser Leben zu leben.


Maggie O´Farrell hatte eine geniale Idee, diese Geschichten zusammen zu fassen. Es ist faszinierend, diese Geschichten zu lesen, sie sind spannend und gruselig, berührend, und auch unglaublich traurig. 

Es ist eine Sache, fast von einem LKW überfahren zu werden, Opfer eines Überfalls zu sein oder zu weit ins Meer hinaus zu schwimmen - richtig hart wird es, wenn es um medizinische Komplikationen, schwere Krankheiten und deren Auswirkungen geht. Maggie blieb nichts erspart.

An dem Punkt kann ich dem geneigten Leser auch nur das Buch in seiner Muttersprache empfehlen, hier wird das Lesen zur echten Herausforderung, wenn nicht native speaker.

Ich weiß nicht, ob sich das Thema für mich im Laufe des Buches abnutzte, oder ob die besten Geschichten am Anfang passierten - eine schwere Krankheit ist bestimmt unglaublich prägend, vor allem wenn dauerhafte Behinderungen zurück bleiben, oder wenn Allergien das Leben maßgeblich bestimmen. Das war mir dann aber doch zu viel des Leidens, die letzte Geschichte wurde von mir nur noch quergelesen, hier wurde mir dann doch zu viel "positives Denken" verarbeitet.

Ja, wir hüpfen dem Tod ständig von der Schippe, schlagen ihm ein Schnippchen, ringen mit ihm, sehen ihm ohnmächtig zu. Es ist nicht zu verhindern. Das Leben will gelebt werden, und wir erleben alle ähnliche Geschichten. Die Moral von der Geschicht`? Leid gehört dazu, aus Fehlern lernen, fünfe auch mal gerade sein lassen und das Leben ab und an feiern nicht vergessen. ;-)

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Bris avatar

Rezension zu "Ich bin, ich bin, ich bin" von Maggie O'Farrell

Jeder neue Herzschlag zählt
Brivor 4 Monaten

Wird's besser? Wird's schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich! dieses Zitat von Erich Kästner, das gerne zu Silvester herausgekramt wird, könnte sehr gut das Motto für Maggie O'Farrells gerade im Piper Verlag erschienene Buch Ich bin Ich bin Ich bin bilden. O'Farrell selbst stellt ihren biographischen Erzählungen, die sie ihren Kindern gewidmet hat, jedoch ein Zitat aus Sylvia Plaths Glasglocke voran:

Ich atmete tief durch und
lauschte der alten Kampfansage meines Herzens.
Ich bin, ich bin, ich bin.


O'Farrells Leben ist seit einer unbekannten Virusinfektion, durch die es mit 8 Jahren beinahe schon beendet worden wäre, von Grenzsituationen geprägt. Situationen, die sie oder einen ihrer Lieben dem Tod so nah kommen ließ, dass man sich bei der Lektüre fragt, wie man all diese Situationen so verarbeiten kann, wie es O'Farrell offensichtlich tat, ohne dabei dem Wahnsinn anheim zu fallen. Sei es der Unbekannte auf dem Wanderpfad, der einem zunächst unauffällig vorkommt, sich letztendlich als potentieller Triebtäter entpuppt, den nur gerade heute etwas zurückhält oder die lebensbedrohliche Allergienvielfalt der Tochter, durch die jederzeit ein anaphylaktischer Schock ausgelöst werden könnte, der nicht rechtzeitig behandelt, das Äußerste bedeutet. O'Farrell schildert all diese Situationen, Ereignisse und Erlebnisse dicht, einnehmend und doch soweit distanziert, dass keinerlei Larmoyanz aufkommen kann. Sie ist zweifelsfrei eine starke Persönlichkeit.

Sie weiß um die Zerbrechlichkeit eines jeden Lebens und vielleicht ist das der Grund für ihre Offenheit, die Basis ihrer Stärke und ihres Kämpferwillens, wenn sie sich, ihr krankes Kind in den Armen haltend, auf schnellstem Wege in eine italienische Notfallambulanz begebend, mit absoluter Bestimmtheit sagt: dies ist nicht das Ende. Heute ist es nicht vorbei, denn sie ist, sie ist, sie ist. Geboren ist Maggie O'Farrell in Nord Irland - eine gebeutelte Gegend - doch aufgewachsen ist sie in Wales und Schottland. Naturnahe Landschaften, die man sich rauh vorstellt, mit einer herben Schönheit. Schon früh hat sie Jobs, will weg aus der Enge, raus in die Welt. Als Teenie macht sie, wie viele andere auch, eine harte Zeit durch und kann heute, im Nachhinein noch erstaunlich genau benennen, wie es sich anfühlt, ein Teenager zu sein:

"Sie bleiben lange hier draußen. Sie langweilen sich, auf diese geisttötende Art, die typisch ist für ihr Alter. Sie sind alle um die sechzehn. Sie haben ihre ersten Prüfungen abgelegt und warten jetzt auf die Noten, warten darauf, dass der Sommer zu Ende geht, dass die Schule wieder anfängt, dass ihre Zukunft Form annimmt, die Touristen abreisen, sie warten. warten. Manche warten darauf, dass ein verkorkster Haarschnitt herauswächst, dass ihre Eltern ihnen das Autofahren erlauben oder ihr Taschengeld aufstocken oder endlich schnallen, wie beschissen es ihnen geht, dass der Junge oder das Mädchen ihrer Wahl Notiz von ihnen nimmt, dass die Kassette kommt, die sie im Musikladen bestellt haben, dass ihre Schuhe kaputtgehen, damit sie neue bekommen, dass der Bus um die Ecke biegt, dass das Telefon klingelt. Sie warten, alle warten sie, weil das Warten die Hauptbeschäftigung von Teenagern in Küstenstädten ist. Darauf, dass etwas endet, dass etwas beginnt."

Und weil sie gelangweilt ist, weil sie den Mief der Hotelküche für die sie kellnert loswerden will, macht O'Farrell eine Dummheit, die ihr fast das Leben kostet. Doch nicht nur aktiv begibt sie sich an die Grenze, die wir alle früher oder später tatsächlich überschreiten werden. Und nicht immer ist sie es, die diese Grenze beinahe überschreitet. Sie erleidet mehrere Fehlgeburten, die sie so einfühlsam, ehrlich und herzzerreißend beschreibt, dass man nachfühlen kann, wie sehr Frauen unter solchen furchtbaren Ereignissen leiden. Wie kalt die Außenwelt auf diese unendliche Trauer reagiert ist ebenso schockierend wie abstoßend. Und trotz all dem schafft es Maggie O'Farrell, dass nicht Trauer und Niedergeschlagenheit dominieren, sondern Trost und Mut.

Ihr Memoir ist auch wegen ihrer dichten Sprache, die einen quasi antreibt immer weiter zu lesen und der damit verbundenen hohen Lesbarkeit mehr als nur ein Memoir. Es ist eindeutig literarisch. Sprache, Konzept und Struktur belegen dies. Angereichert aber wird dieses durch eine Herzenswärme und Klugheit, die schon Weisheit zu nennen ist, die nur ein Mensch mit breit gefächerter Erfahrung, mit Grenzerfahrungen, ausstrahlt. Dass mir dieses Buch empfohlen wurde, ist ein Geschenk.

Maggie O'Farrell hat bereits sieben Romane verfasst, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Für mich eine wunderbare Autorinnenneuentdeckung, die ich mir auf jeden Fall bald näher ansehen werde.

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