Magic Victoria

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Was, wenn alles möglich wäre?

Was, wenn alles möglich wäre?

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Erschienen am 02.03.2017

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Rezension zu "Was, wenn alles möglich wäre?" von Magic Victoria

Was, wenn nicht alles möglich ist?
R_Mantheyvor 2 Jahren

Magie ist die Kunst der Erzeugung von  Illusionen. "Magic Victoria" beherrscht sie offenbar. Vielleicht glaubt mancher Leser doch nach der Lektüre dieses "magischen Buches" tatsächlich, er könne alles erreichen, was er sich so wünscht. So lange das im Rahmen seiner Möglichkeiten bleibt, kann das auch durchaus zutreffen. Ein Glaube versetzt in der Tat manchen Berg, aber eben nur, wenn dieser sich auch wirklich versetzen lässt. Aus einem introvertierten Menschen lässt sich mit Sicherheit einiges herauskitzeln, aber er wird dennoch niemals extrovertiert werden. Aus einem zu kleinem Menschen wird niemals ein guter Basketballspieler werden. Man kann sicher unzählige andere Beispiele anführen, aber dennoch als Spaßbremse bei solchen Büchern gelten. Oder bei Tschakka-Tschakka-Festivals, bei denen Menschen in eine Art Trance versetzt werden, die nach Stunden oder Tagen wieder verfliegt. Ziele, die einfach nicht zu ihnen passen wollen, können sie trotz Anstrengungen nicht erreichen. Die "Magie" verflüchtigt sich und weicht im schlimmsten Fall depressiven Anwandlungen. Man kann nicht aus sich heraus. Wer es dennoch versucht, wird damit nicht glücklich werden. 

Dazu jedoch findet man in diesem Buch kein Wort, denn offenbar liegt eine solche Erkenntnis hinter dem Horizont der Autorin. Das ist kein Vorwurf, eher eine neutrale Bemerkung. "Magic Victoria" hat nämlich niemals versucht, über ihre Grenzen zu gehen. Sie hat im Gegenteil genau das zum Aufblühen gebracht, was in ihr als Keim bereits angelegt war. Deshalb kennt sie wahrscheinlich das Gefühl des Scheiterns an den eigenen Voraussetzungen nicht. Und sicher glaubt sie deshalb auch, dass andere ebenso wie sie  alles erreichen können, was sie wollen. Aber ganz so einfach ist die Sache eben nicht. 

Jahrzehntelang galt es als sicher, dass wir als unbeschriebenes Blatt auf die Welt kommen. Daraus entwickelte sich die nächste Kopfgeburt, die man als Milieutheorie bezeichnet und die uns vorgaukelt, nur unsere Umwelt würde uns formen. Was man leicht durch Beobachten herausfinden kann, hat nun die Wissenschaft endlich auch entdeckt. Die Zwillingsforschung brachte es letztlich an den Tag. Zwillinge, die nach der Geburt getrennt wurden und danach in völlig verschiedenen Milieus aufwuchsen, entwickelten dennoch erstaunliche, bis in kleinste Details gehende Verhaltensgleichheiten. Nach diesen schockierenden Tatsachen, die ausgerechnet ein Milieutheoretiker herausfand, entdeckte man anschließend auch deren Ursachen: Unser Verhalten ist im Wesentlichen das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen drei verschiedenen Hirnbereichen, das durch ein individuelles (genetisch vorgegebenes) Gleichgewicht von chemischen Botenstoffen reguliert wird. Aus dieser Ausgangslage entwickeln sich verschiedenen Persönlichkeiten. Eine wesentliche Schlussfolgerung aus dieser Funktionsweise besteht einfach darin, dass es keine allgemeinen Rezepte geben kann, die alle Menschen gleichermaßen zu Verhaltensänderungen motiviert. Weiterhin ist damit klar, dass Verhaltensänderungen deutliche genetische Grenzen gesetzt sind. 

So lange man also sein genetisches Programm nicht verlassen möchte, ist tatsächlich vieles möglich. Setzt man sich Ziele in diesem Rahmen und lenkt seine Wahrnehmung und Energie auf sie, dann können in der Tat erstaunliche Dinge passieren, von denen man hinterher glaubt, sie wären magisch oder wundersam, weil oft genau dann, wenn man etwas zum Erreichen seiner Ziele gebraucht hatte, es wie von selbst erschien. Schon in der Bibel steht: "Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan." Dabei geht es nicht um den christlichen Glauben, sondern um eine uralte Erfahrung, die nicht erst "Magic Victoria" gemacht hat. 

Versteht man dieses Buch im Rahmen des eigenen genetischen Programms, dann wird man dort viele Wahrheiten finden, die allerdings recht allgemein formuliert sind. Man kann das Buch je nach Sichtweise charmant finden oder ein wenig schwatzhaft und weitläufig. Es deckt jedenfalls den ganzen Kanon der nicht besonders neuen, aber deswegen nicht falschen Lebenshilfe-Literatur ab. Den konkreten Inhalt dieses Buch zu beschreiben, würde leider den Rahmen einer Rezension sprengen, weil er einfach zu vielfältig ist. Die Autorin versucht alle möglichen Gebiete des Lebens abzudecken, was ihr im Rahmen ihres Stils und ihrer Einsichten auch ganz gut gelingt. 

Auf alle Fälle steht nichts Falsches in ihm. Und wer in einer besonderen Situation steckt, in der man sich wünscht, das eigene Leben in eine andere Richtung stoßen zu können, dann enthält es vielleicht auch durchaus viele Anregungen. Dass die Autorin ständig mit "Magie" zugange ist, kann man bei ihr leicht nachvollziehen. So verpackt sie Bekanntes etwas neu und bringt eine andere Note ins Spiel. Den Kern ändert es jedoch nicht. 

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