Magnus Brechtken Albert Speer

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Inhaltsangabe zu „Albert Speer“ von Magnus Brechtken

Das Ende einer Legende: Speer und die Lüge von der aufrichtigen Reue
Seit 1931 NSDAP-Mitglied und bald ein Vertrauter Hitlers, wurde Albert Speer rasch zum Architekten des Rassenstaates. Im Krieg engagierte er sich als Rüstungsminister unermüdlich für den totalen Kampf und die Vernichtungsmaschinerie. Gleichwohl behauptete er nach Kriegsende, stets distanziert, ja eigentlich unpolitisch und gar kein richtiger Nazi gewesen zu sein. Magnus Brechtken zeigt, wie es Speer gelang, diese Legende zu verbreiten, und wie Millionen Deutsche sie begierig aufnahmen, um sich selbst zu entschulden.
Brechtken, renommierter Zeithistoriker und stellvertretender Direktor des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, beschreibt nicht nur, wie markant Speers Stilisierung als angeblich unpolitischer Techniker den historischen Tatsachen widerspricht. Auf der Basis jahrelanger Recherchen und vieler bislang unbekannter Quellen schildert er zugleich, wie Millionen Deutsche Speers Fabeln mit Eifer übernahmen, um sich die eigene Vergangenheit schönzureden, und wie sehr Intellektuelle, namentlich Joachim Fest und Wolf Jobst Siedler, diese Legendenbildung unterstützten. Die verblüffende Biographie eines umtriebigen Manipulators – und zugleich ein Lehrstück für den deutschen Umgang mit der eigenen Geschichte.

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  • Eine kritische und „aufräumende“ Biographie

    Albert Speer

    michael_lehmann-pape

    04. July 2017 um 12:22

    Eine kritische und „aufräumende“ BiographieAlbert Speer war ein Mann, der sich bestens anzupassen und je ins „rechte Licht“ zu rücken Verstand. Der die „Umstände“ mit fast traumwandlerischer Sicherheit für sich nutze und selbst ausgewiesene Fachleute auf seine Sicht der Dinge einzuschwingen Verstand.Das ist der Kern des Ergebnisses der Lektüre dieses umfassenden und kritischen Werkes. In dem ein um das andere Mal jene „Bilder“ kritisch beleuchtet und vielfältig zur Seite geschoben werden (und damit den Blick auf die „echte Person“ Albert Speer ermöglichen), mit denen Speer als eine der wichtigen, handelnden Personen des dritten Reiches, als Angeklagter im Nürnberger Prozess, als Häftling und als dann Teil des öffentlichen Lebens der Bundesrepublik immer wieder das Bestmögliche für sich selbst initiieren konnte.Im dritten Reich teils engster Vertrauter, Berater und eben auch professioneller Handlanger Hitlers, im Nürnberger Prozess das geschickte Lavieren zwischen „ernster Verantwortung“ und „nicht alles gewusst haben“, in der Haft ein „Vorzeige-Häftling“ und, nach seiner Entlassung der, dem es gelang, sein „Image“ als eigentlich immer schon und nun noch einmal gewandelter Saubermann auch gegenüber ernsthaften Historikern durchzusetzen und damit öffentlich zu zementieren. Und darüber hinaus nicht nur sein Image, sondern einen guten Teil des Gesamtbildes des „dritten Reiches“ als „wichtiger Zeitzeuge“, dem man zu sehr glaubte, das ist inzwischen, nicht erst seit diesem Werk, klargeworden. So ist es Speer letztlich auf allen Ebenen immer wieder gelungen, „seine Karriere“ voranzutreiben und zu schützen, natürlich letztlich immer im Rahmen der gegebenen, äußeren Möglichkeiten, wie Brechtken Seite für Seit vor Augen führt.Und es ist ja als „Karriere“ auch zu werten, dass Speer als einer der wenigen Verantwortlichen im Nürnberger Prozess mit dem Leben davonkam. Einen noch gewichtigen Teil seines Lebens dann als freier Mann geachtet verbracht hat.Vielfache Indizien, die Brechtken zusammenträgt, vielfache Beleuchtungen der Fakten, die hinter der geschickten subjektiven Eigen-Deutung zu finden sind, die vor allem aufweisen, dass hier ein kluger, in Teilen auch gewissenloser, „Manipulator“ seine Lebenskreise bis zum Ende hin erfolgreich gezogen hat und immer, salopp gesagt, (unverdient) „auf die Füße gefallen“ ist.Ebenso interessant zu lesen sind die Einlassungen über die „Reue“ oder die tatsächliche Übernahme „innerer Verantwortung“, die Brechtken zwar nicht letztgültig objektiv ad absurdum führen kann, aber durchaus genügend Indizien und Fakten zusammenträgt, um das Bild dahingehend zu schärfen, dass Speer bis zuletzt sich und seiner Geschichte innerlich treu geblieben ist, Was auch seine politischen Überzeugungen anging. Die er, klugerweise, nicht öffentlich machte, die aber in der sorgsamen Zusammenschau von internen Äußerungen und Bewertungen doch genügend Nahrung finden, um daran zu zweifeln, dass Speer tatsächlich inneren Abstand vom “dritten Reich“ in seinem Leben gefunden und genommen hat.Das Ganze ist dabei sehr flüssig und verständlich in der Form dargebracht, und bietet sowohl eine „Entzauberung“ Speers wie auch eine überaus griffige, zeitkritische Betrachtung des Umgangs mit Speer in der jungen Bundesrepublik.„Er hat ein Meisterwerk publizistischer Wirksamkeit hinterlassen, dass die Zunft der Vergangenheitsbewältiger noch lange irritieren wird“. Diese, schon 1981 kritische Einschätzung durch Heinz Höhne kann dabei als Thema und roter Faden dieser akribischen Biographie des Albert Speer verstanden werden. Der alles andere als ein „guter und reuiger Nationalsozialist“ war.Eine wichtige und anregende Lektüre, die sprachlich wie inhaltlich überzeugt.

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