Magnus Mills Die Entdecker des Jahrhunderts

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Inhaltsangabe zu „Die Entdecker des Jahrhunderts“ von Magnus Mills

Zwei Entdeckerteams hetzen sich und ihre Maulesel dem »Entlegensten Punkt der Welt« entgegen, im Wettlauf gegen die Kontrahenten und die Widrigkeiten der spröden Natur. Die wortkargen Männer um die Forscher Johns und Tostig, rauhbeinige Kerle allesamt, erweisen sich im Laufe der Expedition allerdings kaum als heroische Naturbezwinger. Es handelt sich vielmehr um jene verschrobenen bis mimosenhaften Typen des britischen Angestellten- und Arbeiterkosmos, wie sie bereits Mills' ersten Roman Die Herren der Zäune bevölkern. Wen scheren schon glorreiche Missionsziele, wenn Zeltnachbarn schnarchen und egozentrische Anführer den Feierabend in der Wildnis stören? <br>Was als handfeste Abenteuer- und Entdeckergeschichte beginnt, entpuppt sich Seite um Seite, spätestens, wenn die Maultiere zu sprechen beginnen, als eine ebenso groteske wie grandiose Überdrehung des Genres. <br>Mit der ganzen Kraft des Lakonischen entfaltet Mills erneut ein tiefschwarzes »Männer unter sich«-Szenario und treibt seine herbe englische Komik ins Absurde. Am Ende lassen die Maultiere selbst die Gesetze der Schwerkraft hinter sich, aller Ballast des Realistischen schwindet, und die untergegangenen Entdeckerwelten des vorletzten Jahrhunderts funkeln im irrwitzigen Licht der Millsschen Erzählkunst.

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  • Rezension zu "Die Entdecker des Jahrhunderts" von Magnus Mills

    Die Entdecker des Jahrhunderts
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    06. November 2008 um 10:01

    Im neuen Roman des britischen Autors Magnus Mills geht es um ein seltsames Abenteuer, an dem zwei verschiedene Expeditionsgruppen teilnehmen. Natürlich sind diese beiden Trupps Konkurrenten, denn jedes Team möchte am Ende als Erster das Ziel der Expedition erreichen. Ziel dieses Abenteuers ist der „ÄEP“, der Äußerste Erreichbare Punkt, den zuvor noch nie ein Mensch erreicht bzw. betreten hat. Johns ist mit einer handverlesenen Gruppe Freiwilliger und einer Maultierherde auf dem Weg zum ÄEP und hat mittlerweile unbekanntes Terrain betreten. Dort muss er leider ziemlich bald feststellen, dass sein Kontrahent Tostig, dessen Gruppe nur aus vier Kameraden besteht, bereits diesen Platz passiert hat und schon einige Tage vor ihm wieder aufgebrochen sein muss. Nun lässt John seinen Trupp den weitaus beschwerlicheren Weg über ein Geröllfeld einschlagen, um Tostig einzuholen. Sie befinden sich in einer Einöde, unwirtlich, kalt und trostlos. Die Polarnacht ist bereits angebrochen und die Sonne wird für einige Zeit vollkommen verschwinden. So beginnt ein entbehrungsreiches Wettrennen um den „ÄEP“, jenen Punkt jenseits jedweder Zivilisation. Magnus Mills führt mit „Die Entdecker des Jahrhunderts“ sämtliche Expeditionsberichte und Erkundungsfahrten der Menschheitsgeschichte ad Absurdum. Dem Leser ergeht es dabei genauso wie den beiden Expeditionsteams; die Orientierung geht verloren. Man weiß nicht, wann und wo dieser Roman spielt, genauso wenig ist man sich zu Anfang über die Gründe und den Antrieb dieser Expedition im Klaren. Sukzessive erfährt der Leser mehr über die Beweggründe, denn auch die Expedition fängt langsam an, auf den Punkt zu kommen. Mills schreibt schnörkellos, in kurzen und klaren Sätzen und lässt seine Figuren stets in absurden Situationen und aberwitzigen Dialogen zu Wort kommen. So findet die Charakterisierung seiner Figuren alleine durch die Handlung und die daraus sich ergebenden Dialoge statt. „Die Entdecker des Jahrhunderts“ ist eine Farce, eine Abrechnung, eine Allegorie auf den unbedingten Fortschrittsglauben der Menschheit und auf die eitle Jagd nach Ruhm und Anerkennung.

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