Magnus Mills Indien kann warten

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Inhaltsangabe zu „Indien kann warten“ von Magnus Mills

Was passieren kann, wenn man sein Fernziel aus den Augen verliert - Dann nämlich schnappen die als Belanglosigkeiten getarnten Fallen des Alltags plötzlich zu.§Eigentlich sollte es die lang ersehnte Reise in den fernen Osten werden: mit dem Motorrad nach Indien. Doch schon unweit seiner Heimat bleibt der Held aus Magnus Mills neuem Roman hängen - auf einem Campingplatz im Nordosten Englands, malerisch an einem See gelegen, fernab jeglichen Weltgeschehens.§Die Abreise verzögert sich, der Herbst bricht herein, der namenlose Camper bleibt als letzter Gast zurück. Mr. Parker, der Platzbesitzer, bietet ihm an, gegen kleinere Aushilfsarbeiten noch ein paar Tage kostenlos zu bleiben. Warum auch nicht, zur großen Reise aufbrechen kann man ja immer noch. Da wäre erst einmal ein Tor zu streichen. Und ein paar Boote. Aber warum alles in Grün? Planken müssen zersägt, die Hausaufgaben von Mr. Parkers reizender Tochter erledigt, losgerissene Boote zurückgerudert werden. Und irgwie geht jeder d avon aus, dass der Urlauber eines Tages das Milchausfahren übernimmt. Das Lieblingsbier ist zwar alle, aber immerhin klappt die Versorgung mit Baked Beans, und die Dartmannschaft im örtlichen Pub braucht Verstärkung; fast schon gehört er ein bisschen zur dörflichen Gemeinschaft. Aber was steckt hinter dem seltsamen Benehmen der Dorfbewohner?§Magnus Mills erweist sich auch in seinem zweiten Roman als ein Meister der Lakonik, des Grotesken, verquerer und gewitzter Dialoge und als Erzähler folgenreicher Ungeschicklichkeiten.

Interessante Gesellschaftsstudie, ohne den angepriesenen schwarzen Humor. Ruhig, manchmal unheimlich anmutend, gut!

— Orisha

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    Indien kann warten

    Orisha

    Eigentlich wollte er nur einen Abstecher nach Nordengland machen, um dann weiter über den Landweg nach Indien zu reisen und eben ein richtiges Aussteigerleben führen. Als die ersten Touristen aus Millfold verschwinden, bleibt er noch ein paar Tage. Nur noch bis Ende der Woche, sagt er sich. Thomas Parker, Besitzer des hiesigen Campingplatzes kommt das ganz gelegen und so beginnt er ihn in verschiedene Tätigkeiten einzuspannen. Und langsam ohne es zu merken, beginnt er sich an das Leben in Millfold mit seinen zwei Pubs, den abendlichen Dart-Tunieren und seinen, manchmal schon sehr wunderlichen, Bewohnern zu gewöhnen. Mills Buch ist mir, wie so oft, per Zufall in die Hände geraten und ich dachte, das Buch klingt gut. Vor allem der schwarze britische Humor wurde auf dem Buchrücken immer wieder angepriesen und da dachte ich, das ist doch was für mich. Den schwarzen Humor konnte ich leider weniger in diesem illustren Büchlein finden. Und dennoch ist das nicht weiter tragisch. Verabschiedet man sich nämlich von dieser Vorstellung, so erwartet einen ein Buch, dass vor Ruhe nur so strotzt. Ein Buch, das viele schräge, liebenswerte Charaktere bevölkern und das zeigt, wie schnell man in eine Gemeinschaft aufgenommen werden kann. Ich habe durchaus mit mir gehadert und überlegt, was ich von diesem Buch halten soll. Finde ich es gut? Finde ich es schlecht? Eben weil das Buch so ruhig daherkommt, aber vermutlich hat mich das dann auch überzeugt. Mills erzeugt mit einfachen Worten eine ganze Landschaft vor dem geistigen Auge des Lesers und schafft es den Alltag von Millfold in unsere Welt zu holen. Fazit: Ein ruhiges Buch, ohne den angepriesenen schwarzen Humor, dass sich gut liest.

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    wandablue

    08. June 2015 um 23:30
  • Rezension zu "Indien kann warten" von Magnus Mills

    Indien kann warten

    Girl56

    17. January 2011 um 13:22

    Angeregt durch eine der unzähligen Literaturlisten, die es vor jedem Weihnachtsfest in den Tages- und Wochenzeitungen gibt (und auf einer solchen fand sich dieses Büchlein), habe ich zu ersten Mal ein Buch von Magnus Mills gelesen. Die Geschichte fängt recht harmlos an mit einem namenlosen Helden,der irgendwo im Norden Englands auf einem Campingplatz landet, eigentlich per Motorrad nach Indien will und dann nicht mehr den Absprung aus dieser Gemarkung findet. Als letzter zahlender Gast wird er vom Besitzer des Platzes mit immer neuen Jobs beauftragt, die er auch recht brav übernimmt, uns so vergeht die Zeit, es kommt zu Freundschaften im Dorf, zu einem tödlichen Unfall, der unseren Helden weiter nicht schreckt; er findet Spuren eines Vorgängers, lernt diesen sogar kennen und nun keimt auf einmal Widerstand in unserem Helden... und auf einmal wird die Geschichte dann doch unheimlch. Ich hatte mir mehr schwarzen Humor verspochen (so wird Magnus Mills immer charakterisiert) und habe lange rumgegrübelt, ob ich vielleicht meinen Humor verloren habe, weil ich nicht sehr schmunzeln mußte. Nun ja.! Weg mag, bilde sich sein eigenes Urteil!

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  • Rezension zu "Indien kann warten" von Magnus Mills

    Indien kann warten

    phoebe caulfield

    "Nichtsdestotrotz" scheint eines der Lieblingswörter der Übersetzerin oder des Lektors zu sein, jedenfalls kommt es (nach meinem Geschmack) ein bisschen zu häufig vor. Da hätte es stimmigere Alternativen gegeben. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass durch die Übersetzung die feine Ironie der Geschichte ein wenig verloren geht. Irgendwie hat mich die Geschicht an die früheren Bücher von Tom Sharpe erinnert - liest man den heute noch??? Zur Geschichte selbst: Eine unterhaltsam zu lesende Beschreibung eines in der englischen Dorfidylle Gestrandeten und der liebenswert-skurilen Einwohner mit ihren ganz eigenen Regeln des Zusammenlebens. Leider fehlt mir ein bisschen das Drumherum seiner Geschichte - warum ist er überhaupt zu seiner Reise aufgebrochen, was ist "vorher" passiert? Witzig übrigens, dass er als einzige Figur des Buches keinen Namen hat. Auf den Punkt gebracht: Kurzweiliges Leseerlebnis.

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  • Rezension zu "Indien kann warten" von Magnus Mills

    Indien kann warten

    Buchfink

    22. September 2008 um 11:34

    Magnus Mills ist dafür bekannt, Geschichten zu schreiben, in denen der Held ein handlungsunfähiger Außenseiter ist, der von einer widrigen Situation in die nächste gerät und es einfach nicht schafft, selbst etwas zu ändern. Das Leben passiert Mills' Figuren. So auch in diesem Roman. Der Held will eigentlich eine Motorradtour nach Indien machen, strandet aber nach kurzer Zeit auf einem englischen Campingplatz und wird dort mehr oder weniger festgehalten, zunächst von der Tochter des Besitzers, dann vom Besitzer und immer findet sich einer, der ihn überredet, doch noch ein bisschen zu bleiben. Und plötzlich überrollen den armen Mann die Ereignisse und er kann nichts anderes machen, als sein Schicksal anzunehmen und Milch auszufahren. So herrlich skurril, lustig, bis zum Schreien lethargisch. Super!

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