Maik Brüggemeyer

 3,9 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von I've been looking for Frieden, Das Da-Da-Da-Sein und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Maik Brüggemeyer wurde 1976 geboren. Er studierte in Münster Politik-, Kommunikations- und Angewandte Kulturwissenschaften. Seit 2001 ist er als Redakteuer für die deutsche Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone tätig. Sein erster Roman »Das Da-Da-Da-Sein« erschien im Juli 2011 im Aufbau Verlag.

Alle Bücher von Maik Brüggemeyer

Cover des Buches I've been looking for Frieden (ISBN: 9783328102861)

I've been looking for Frieden

(8)
Erschienen am 12.11.2018
Cover des Buches Das Da-Da-Da-Sein (ISBN: 9783351033644)

Das Da-Da-Da-Sein

(6)
Erschienen am 22.07.2011
Cover des Buches Pop (ISBN: 9783328104834)

Pop

(2)
Erschienen am 14.10.2019
Cover des Buches Catfish (ISBN: 9783849303631)

Catfish

(2)
Erschienen am 13.02.2015
Cover des Buches Look out kid (ISBN: 9783550201585)

Look out kid

(1)
Erschienen am 29.03.2021
Cover des Buches Look out kid (ISBN: 9783548066097)

Look out kid

(0)
Erschienen am 31.03.2022
Cover des Buches Schöner kann es gar nicht sein (ISBN: 9783945715437)

Schöner kann es gar nicht sein

(0)
Erschienen am 25.03.2021

Neue Rezensionen zu Maik Brüggemeyer

Popkultur und die Provinz

Im Zentrum des Buchs steht der Popjournalist Peter Justen. Nach dem Verlust seines Jobs bei einem Musikmagazin landet er wieder dort, wo er eigentlich nie wieder hinwollte: in der Provinz seiner Herkunft. Statt über Bands, Konzerte und Popkultur schreibt er plötzlich über Erlebnishöfe, Geburtstagsglückwünsche und Lokalpolitik. Tiefer kann man als Popkritiker kaum fallen. Doch hinter dieser beruflichen Demontage zeigen sich bald noch andere Motive und Zusammenhänge, die der Roman nach und nach freilegt.

Der Roman ist gleichzeitig melancholisch und wahnsinnig komisch. Brüggemeyer kennt diese Welt aus eigener Erfahrung: Er schreibt seit Jahren über Musik für den Rolling Stone und weiß sehr genau, wie Popkritiker ticken. Diese Mischung aus Begeisterung, Referenzfeuerwerk und leichtem Größenwahn trifft er perfekt. Gleichzeitig erzählt der Roman etwas Größeres: vom Ende einer Pop-Utopie. Von einer Generation, die glaubte, dass Musik die Welt erklären kann. Und von der schmerzhaften Erkenntnis, dass man irgendwann vielleicht doch wieder dort steht, wo man einmal losgegangen ist. Besonders schön ist dabei, wie sich die Perspektive langsam verschiebt. Anfangs wirkt die Provinz wie das absolute kulturelle Nirgendwo. Doch je länger Peter Justen dort lebt, desto deutlicher wird: Vielleicht liegt das Problem nicht nur am Ort, sondern auch am Blick darauf. Und dann ist da noch diese Frage nach der Verantwortung des Kritikers. Für ihn ist ein Text vielleicht nur ein schneller Verriss. Für eine Band kann er existenziell sein.

Ein kluger, witziger und überraschend zärtlicher Roman über Pop, Herkunft und die Kunst, den Blick irgendwann wieder nach vorn zu richten. 

Cover des Buches Look out kid (ISBN: 9783550201585)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Look out kid" von Maik Brüggemeyer

Trishen77
"Dylan, Dylan, Dylan" (Judith Holofernes)

Bob Dylans 80. Geburtstag ist nun schon eine Weile her und ebenso meine Lektüre dieses Buches (lange fiel es mir schwer dazu etwas zu schreiben; immernoch, wie man wohl sehen wird) mit Geschichten rund um den Sänger mit der quäkigen Stimme und der gewaltigen Fantasie. Den Homer unserer Zeit nennt ihn der Herausgeber Maik Brüggemeyer und noch so einiges anderes, das meiste davon ist allerdings sehr treffend, es ist ein schönes Vorwort, das gerade in seiner Schönheit ein bisschen seinen Schatten auf manche der folgenden Texte wirft.

Denn der Ausbund an Geschichten, der diesem Vorwort dann folgt, ist einerseits beachtlich, andererseits dermaßen wild durcheinandergewürfelt, dass dem Rezensenten schon das Wort “beliebig” auf der Zunge liegt, er sich schon aufs Nörgeln einstellt – aber, halt. Moment.

Denn ist nicht gerade das die einzig richtige und mögliche Form der Huldigung, wenn es um Robert Zimmermann geht: die facettenreiche? Ist der Facettenreichtum nicht auch seine größte Stärke, seine Wandel- und Unberechenbarkeit? Insofern ist die Heterogenität des Bandes gerechtfertigt, vielleicht sogar notwendig.

Trotzdem gibt es natürlich Texte, die herausstechen und andere, die nicht so recht zu überzeugen wissen. Die erste Geschichte von Frank Goosen hat noch eine schlichte, aber wirksame Manier (davon gibt es einige im Buch) und “Simple Twist of Fate“ von Marion Brasch arbeitet gut mit den diffusen Aspekten von Dylans Musik. Aber Tom Kummers Geschichte zu “Ballad of a thin man“ fand ich zum Beispiel reichlich profan, ebenso erschien mir Judith Holofernes Kurzauftritt zu “I want you“ ein bisschen luftleer.

Sehr interessant fand ich dagegen den Text von Stefan Kutzenberger, in dem er, ausgehend von dem Song “Let it be me“ von Dylan, die Geschichte einer Paarbeziehung und gleichsam noch die Geschichte eines übergreifenden Narratives in Hollywoodfilmen, an denen dieses Paar beteiligt ist, erzählt.

Komisch und herrlich ist auch Michael Köhlmeiers Episode über ein Treffen zwischen Dylan und der Schachlegende Bobby Fischer. Und geradezu wundervoll, wie Ilona Hartmann sich einfach vom Topos Dylan löst und trotzdem die Berührungen seiner Musik in ihrer Geschichte mitschwingen lässt.

Auch Stella Sommers Text hat mir gefallen, er ist persönlich und schlägt doch am Ende einen wunderbaren Bogen zu einem der wichtigsten Aspekte von Dylans Anfängen, nämlich dem Einfluss, den Woody Guthrie auf ihn hatte; ich glaube Dylan würde es sehr begrüßen, dass er Erwähnung findet.

Bei manchen Texten ist mir etwas zu viel Selbstdarstellung enthalten (bspw. Knarf Rellöm und Bernadette la Hengst), bei manchen vielleicht auch zu wenig. Einer der wenigen wirklich originellen Texte (was für sich noch nicht unbedingt eine Qualität ist, hier allerdings schon) stammt von Jan Brandt, Darin wird eine alternative Bewegung mit Meinungen von außen, zu ihrer Konzeption und ihren Aktionen, konfrontiert. Ich mag den Text, weil hier auch die Ambivalenz ins Dylans Musik eine Rolle spielt, in eine Geschichte übersetzt wird.

Hat Dylan den Beatles das Kiffen nähergebracht? Hatte er ein geheimes Aufnahmestudio im Süden von Mexiko? Und worum zum Teufel geht es denn nun in “Ballad of a thin man”? Nun, das sind jedenfalls alles gute Geschichten, die von ihm und um ihn, und letztlich geht es bei Dylan ja darum: er erzählt gute Geschichten, die irgendwie alle Rätsel sind und irgendwie alle Parabeln; und gibt auch Anlass zu guten Geschichten, ist, wie Brüggemeyer im Vorwort schrieb, ein Geschichtenermöglicher.

Diese Anthologie zollt dieser Qualität mit ihrer Vielfalt an Texten Respekt und weiß durchaus zu unterhalten, nicht immer, aber oft genug.

Cover des Buches Pop (ISBN: 9783328104834)
Soerens avatar

Rezension zu "Pop" von Maik Brüggemeyer

Soeren
Brüggemeyer klärt die wichtigsten Fragen zum Thema Pop

Als langjähriger Rolling-Stone-Redakteur kennt sich Maik Brüggemeyer bestens im Musikgeschäft aus und nutzt seine Kompetenz, um uns eine Gebrauchsanweisung für Popmusik zu geben. Dabei erläutert er nicht nur deren Entstehung, sondern klärt in vielen kleinen Essays wichtige Fragen zum Thema, beispielsweise ob man besser Schallplatten, CDs oder Stream hört. Was von Comebacks alter Lieblingsbands zu halten ist. Ob man kiffen muss, um Reggae zu mögen. Was der Unterschied zwischen Rock und Rock’n'Roll ist. Ob Bob Dylan eigentlich singen kann. Oder ob die Paul McCartney oder John Lennon wichtiger für die Beatles war. Nicht jeder Artikel ist ernst zu nehmen, aber Brüggemeyer befindet sich voll in seinem Element und auf den gut 340 Seiten spürt man deutlich, dass der Autor mit viel Herzblut dabei ist. Das Buch ist daher bestens für alle geeignet, die Musik mehr als nur Hintergrundbeschallung betrachten.

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