Ein sehr inspirierendes Buch ist Maike Bauer da gelungen. Es lädt dazu ein, die Achtsamkeit im Alltag auszuprobieren und kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn es mal nicht so gut gelingt. Denn Hand aufs Herz: Oft sind wir mit den Gedanken ganz woanders und denken entweder an unsere Zukunftspläne oder sind mit Problemen aus der Vergangenheit beschäftigt.
Maike Bauer vergleicht die Achtsamkeitspraxis mit einer Reise in ein fremdes Land, wo wir die Sprache nicht beherrschen. Plötzlich sind wir gezwungen, Mimik und Gestik zu benutzen, uns auf unsere Intuition zu verlassen und auf andere brachliegende Fähigkeiten zurückzugreifen. Genau das schult die Achtsamkeit, wir erleben mit ihr Gewohntes intensiver und unmittelbarer und befinden uns auf einer Entdeckungsreise mit uns selbst.
Erstaunlich ist dabei die Fülle der Anregungen, die wir von Maike Bauer bekommen. Wir können die Achtsamkeit mit dem Atem üben, aber auch im Gehen, beim Essen, Duschen, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Berühren. Die Königsdisziplinen sind natürlich die Übungen für Geist und Herz. Wir können unsere Gedanken und Gefühle beobachten und werden langsam feststellen, dass wir nicht unsere Gedanken und Gefühle sind und uns so von unangenehmen Gefühlen und sinnlosen Gedankenkreiseln verabschieden.
Es gibt wirklich für jede Lebenssituation und jedes Alter Übungen: Achtsamkeit lässt sich in Beziehungen üben, als Kind und in hohem Alter. In der Rente, wenn die gewohnten Lebensstrukturen weg gebrochen sind, ist die Achtsamkeitspraxis sogar eine sehr sinnerfüllte Tätigkeit, denn sie kann dem Tag Ordnung und Struktur geben.
Sehr zum Schmunzeln sind die Sufi-Geschichten, die oft paradox sind wie das Leben selbst und zum Nachdenken und zu einer neuen Sichtweise anregen. Meine Lieblingsübung: Nach dem Essen den Geräuschen des Bauches lauschen und sich darüber kaputt lachen, zu welchen Geräuschen der Verdauungsapparat fähig ist.
Achtsamkeit für den Alltag


