Maja Haderlap Engel des Vergessens

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Inhaltsangabe zu „Engel des Vergessens“ von Maja Haderlap

Maja Haderlap erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes, der Slowenen in Kärnten. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. Die Erinnerungen an jene schreckliche Zeit gehören für die Menschen zum Leben wie Gott. Für ihr Romandebüt wurde Maja Haderlap vielfach ausgezeichnet (u.a. Ingeborg-Bachmann-Preis, Bruno-Kreisky-Preis, Rauriser Literaturpreis).

Ein literarisches Meisterwerk, das den Bachmannpreis 2011 zu Recht trägt.

— Linnea_Draconis

eine wunderschöne, bildliche Sprache

— MoWilliams

Beeindruckender Stil und eine Geschichte mit Hintergrund!

— Agnes13

Familiengeschichte einer slowenischen Familie in Österreich. Der Krieg ist noch immer allgegenwärtig. In sehr starker Sprache geschrieben.

— Caastorb

Die Folgen von Kriegstraumata beschäftigen mich derzeit sehr. Und dieses Buch ist herausragend gut.

— DagmarG

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    Engel des Vergessens

    Linnea_Draconis

    07. November 2017 um 03:12

    Fakten: Buchtitel: Engel des Vergessens Originaltitel: Engel des Vergessens Autor: Maja Haderlap Verlag: btb Buchreihe: / Seitenanzahl: 288 Seiten ISBN: 978-3442744763 Preis: 10,00€ Taschenbuch   Inhaltliches: Erzählperspektive: eigentlich Ich-Perspektive, allerdings wechselt es auch teilweise zu der dritten Person Lesbarkeit: sehr flüssig Besonderheiten des Buches: Es gibt keine Kapitel und die Geschichte wird aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben.   Klappentext: Maja Haderlap erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes, der Slowenen in Kärnten. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. Die Erinnerungen an jene schreckliche Zeit gehören für die Menschen zum Leben wie Gott. Für ihr Romandebüt wurde Maja Haderlap vielfach ausgezeichnet (u.a. Ingeborg-Bachmann-Preis, Bruno-Kreisky-Preis, Rauriser Literaturpreis).   Charaktere: Zentral ist das Mädchen, aus dessen Perspektive erzählt wird. Da es sich um einen autobiographischen Roman handelt, handelt es sich bei dem Mädchen um Maja selbst. Sie wächst mit den Geschichten aus der schrecklichen Partisanenzeit während des ersten Weltkriegs auf und lebt mit ihrer Familie in der Grenzregion Kärnten und Slowenien. Sie erzählt von ihrer Großmutter und von deren Zeit im KZ. Die Großmutter ist eine sehr gottesfürchtige Frau, die für alles das richtige Gebet parat hat und de von Maja als eine zentrale Figur beschrieben wird. Mehr als die Hälfte des Buches wird von dieser Person beansprucht. Maja hat zu ihrer Großmutter ein gutes Verhältnis und sucht bei ihr oft Zuflucht, doch als sie auf das Gymnasium geschickt wird, bricht die Zuneigung ihrer Großmutter ab. Majas Mutter ist aufopfernd und setzt sich für die Familie ein, auch sie ist sehr gläubig, wenn auch nicht so streng gläubig wie ihre Schwiegermutter. Sie hat Freude an Gedichten und an Gesängen, doch ihr Mann, Majas Vater, macht ihr das Leben durchaus schwer. Er leidet an starken Selbstzweifel und hält die Familie mit seinen Launen ordentlich auf Trab und sorgt für vielerlei negative Stimmungen im Haus. An ihn scheint lediglich Maja heranzukommen, denn von seiner Frau scheint er nicht viel zu halten. Er scheint zwei Gesichter zu haben, denn er ist zum einen selbstmordgefährdet und zum anderen ist er der trinkfeste Geselle, der bei keinem Fest fehlen darf. Die Charaktere weisen genug Tiefe auf um mit ihnen mitleiden zu können, auch wenn oft schnell zwischen einzelnen Charakteren gewechselt wird. Man durchlebt, wie Maja der Geist der Vergangenheit zu viel wird und wie sie versucht aus ihrer Familie zu flüchten, nur um dann doch wieder vom Engel des Vergessens eingeholt zu werden.   Inhalt: Die Handlung beginnt mit den frühen Kinderjahren von Maja und es wird erzählt, wie ihre Großmutter sich um sie gekümmert hat und zu welchem Verhältnis sie zu welchen Personen steht. Im Laufe der Zeit wird Maja älter und versteht ihre Umwelt besser. Je älter sie wird, umso mehr Geschichten erzählt ihr ihre Großmutter über das KZ und darüber, was sie erlebt hat. Im weiteren Handlungsverlauf besucht Maja das Gymnasium und immatrikuliert. Dieses Thema ist in diesem Buch sehr zentral, ebenso wie das Thema der Partisanen. Maja lernt erst im fortschreitenden Alter, dass sie die Vergangenheit nie gänzlich abstreifen kann. Die Handlung verläuft parallel zum Heranwachsen des Mädchens. Die Autorin hat einen sehr ruhigen und gemessenen Erzählstil, der sehr mitreißend ist. Sie legt besonders auf die Charaktere großen Wert. Auffallend ist, dass die Geschichte durchwegs im Präsens gehalten ist und nur durch ein Futur Abwechslung erlebt. Durch die gewählte Zeitform werden die Erzählungen intensiviert und treten genauer ins Gedächtnis. Dass dieser Roman den Bachmannpreis 2011 gewonnen hat, ist kaum verwunderlich. Auch die Thematik Kärnten/Slowenien ist aktuell. Ein tolles Leseerlebnis, das literarisch hervorragend gelungen ist.   Cover: Das Cover ist sehr schlicht gehalten und erinnert mich an das Haus, in dem sich die meisten der Erzählungen abspielen. Die Hausmauer wirkt alt und weist darauf hin, dass es sich um keine moderne Geschichte handelt, sondern, dass die Erzählzeit in der Vergangenheit angesiedelt ist. Die Schriftart passt gut zum Hintergrund und die rote Titelfarbe hebt sich gut vom hellen Cover ab. Ein gelungenes Cover, das zum Buch passt.   Empfehlenswert: Ja, dieses Buch ist sehr zu empfehlen. Diese Rezension erschien ebenfalls hier: http://lesedrachen.blogspot.co.at/2017/11/engel-des-vergessens.html

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  • In den Köpfen ist der Krieg noch immer wie eine grausige, offene Wunde

    Engel des Vergessens

    Caastorb

    26. May 2016 um 15:03

    Maja Haderlap erzählt die Geschichte ihrer Kindheit, ihrer Jugend, ihrer Familie im slowenischen Teil Kärntens. Die durchgehende Präsensform der Sätze holt die Erinnerungen in die Gegenwart. Der Roman wirkt wie ein Traum, den wir als Leser miterleben. Die einfache Sprache wirkt mit überwältigender, bildhafter Kraft. Die Großmutter schöpft mit einem Löffel eine weißgraue Schimmelschicht ab, bevor sie die Apfelmarmelade aus einem Topf entnimmt. Die Etiketten sind mit einem Brei aus Mehl, Milch und Speichel angeklebt. Großmutter führt ein einfaches, bäuerliches Leben. Sie fährt mit dem Zeige- und Mittelfinger in den After der Hühner, um zu prüfen, ob sie Eier legen. Gerstenkörner, eine Entzündung an den Augen, betet sie ab. Sie hat ein besonderes Brot in ihrem Schrank liegen. Wenn es zu schimmeln beginnt, wird sie sterben. Sie übernimmt die Erziehung ihrer Enkelin. Die wichtigsten Dinge im Leben sind Tanzen, Kartenspielen und eine richtige Bewirtung. Das ist es, was eine Frau in schwierigen Zeiten am Leben erhält. Eine Frau soll nicht Bücher lesen. Die Großmutter hat den Krieg erlebt. Sie hat mit der Hilfe einer Wienerin durch Zufall das KZ überstanden.Der Vater ist einfacher Waldarbeiter, ein armer verbitterter Mann. Er trinkt, baut ein neues Haus und fährt Motorrad. Sein ganzes Leben ist dominiert von seinen Kriegserlebnissen. Von der SS wurde er im Alter von acht Jahren dreimal an einem Baum aufgehängt und dann gefoltert. Er hat die slowenischen Partisanen aus der Umgebung nicht verraten. Die Mutter spielt eine Nebenrolle. Sie erträgt ihr Muttersein. Als einzige setzt sie sich für die Bildung ihrer Tochter ein und schickt sie auf das Gymnasium und auf die Hochschule. Der Roman ist eine Erinnerung an die ambivalente Lage der slowenischen Minderheit in Kärnten während des Zweiten Weltkriegs und danach. Selbst im Frieden ist der Krieg noch allgegenwärtig. Immer noch spielen die Kriegsereignisse in ihren Köpfen eine dominierende Rolle. Die Slowenen waren im Krieg von der Vernichtung bedroht. Auf dem Nachbarhof wurde die Familie von der SS erschlagen. Ein Bekannter musste zusehen, wie seine Eltern von deutschen Offizieren erschossen wurden. Partisanen, die auf der Seite der Alliierten kämpften, wurden gejagt wie Tiere. Die SS transportierte ganze Familien ab, die nie mehr gesehen wurden. In jeder Familie, auf jedem Hof erfahren wir von Gräueltaten der Deutschen. Besonders der Vater kommt mit seinen Erlebnissen nicht zurecht. "Wenn man im Wald Angst hat, muss man Partisanenlieder singen. Das hilft immer."Mit den € 5.000, die er als Wiedergutmachung vom Österreichischen Staat bekommt, lässt er sich seine Zahnprothese reparieren. Die Autorin Maja Haderlap nennt sich selbst in einer Rede eine Zeugin einer Verlustgeschichte. Sie hat den Versuch unternommen "das in der slowenischen Sprache beheimatete Gedächtnis, die in ihr innewohnende kollektive Erfahrung der Slowenen in die deutsche Sprache zu transferieren." Mit einem Textausschnitt aus dem Roman gewann Maja Haderlap den Ingeborg-Bachmann-Preis. 

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  • erinnernd

    Engel des Vergessens

    eulenmama

    23. March 2014 um 10:41

    die erinnerungen eines slowenischen mädchens ,das in der nachkriegszeit in kärnten aufwächst. in armen verhältnissen. erinnerungen von der großmutter und vom traumatiserten vater. schreckliche vorkommnisse, was menschen fähig sind anderen anzutun. menschen? da trifft wohl der ausdruck bestie den punkt. trotzdem schafft das mädchen es eine gute schulbilldung zu erhalten und es einigermaßen zu verarbeiten, sich zu befreien so gut es halt geht. ein aufwühlendes buch das auch in romanform sehr authentisch rüberkommt.  mitfühlende erinnerung an die zeit. für mich ein meisterwerk.

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  • Rezension zu "Engel des Vergessens" von Maja Haderlap

    Engel des Vergessens

    Moni

    17. August 2012 um 15:59

    Ich bin begeistert von der literarischen Kraft, die immer wieder aus der Kärnter Provinz sprudelt, "wia a klårs Wassale draußn in Wåld".
    Maja Haderlap fördert ans Tageslicht, was in Österreich gern "vergessen" wird: Das Leiden und Sterben der slowenischen Minderheit während der Nazizeit in Kärnten und die Ignoranz gegenüber den Opfern, die dieses Leiden bis in die Gegenwart trägt.

  • Rezension zu "Engel des Vergessens" von Maja Haderlap

    Engel des Vergessens

    leserin

    17. December 2011 um 14:02

    Engel des Vergessens ist sehr beeindruckendes Buch, es läßt einem vieles um den Konflikt "Kärntner Slowenen" besser verstehen. Die kleine Maja (Autorin) lebt mit der Großmutter und den Eltern auf einem Hof in Lepena nahe Eisenkappel an der kärnterisch/slowenischen Grenze. Sie schildert sehr liebevoll das Alltagsleben, wie die Großmutter mit Hilfe von Naturheilmittel Krankheiten kuriert. Auch der Glaube spielt eine sehr große Rolle. Maja wird immer wieder mit Briefen und dramatischen Geschichten aus der Vergangenheit konfrontiert. Die Mutter war eine geduldige, ruhige Frau und den Vater erlebt den Erzählungen nach als sehr schwierigen und sehr emotionalen Mann. Die Autorin schildert immer wieder die schlimme Zeit, als die Familienangehörigen, Nachbarn und Freunde verschwanden und teilweise nicht mehr zurückkamen. Dramatische Szenen ließen mich erschaudern und natürlich dann die Veränderungen des Vaters verstehen. Das Buch ist eine "Auffrischung" über eine sehr dramatische Zeit, die nicht in Vergessenheit geraten soll. Die Schriftstellerin erhielt für dieses 2011 der Ingeborg-Bachmann-Preis. Ein absolut empfehlenswertes Buch.

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  • Rezension zu "Engel des Vergessens" von Maja Haderlap

    Engel des Vergessens

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. September 2011 um 15:45

    Maja Haderlap ist mit Engel des Vergessens ein großer Wurf gelungen. Mit ihrer gelungenen Erzählung des Lebens einer Familie unter der Erinnerung an den zweiten Weltkrieg und das Partisanendasein leistet Haderlap einen wertvollen Beitrag zur Erinnerungskultur und Vergangenheitsbewältigung. Nicht nur ist die Geschichte einfühlsam erzählt, sondern verleiht sie einer Minderheit die Stimme, die so noch nicht gehört worden ist.

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