Maja Lunde

 4,1 Sterne bei 2.135 Bewertungen
Autorin von Die Geschichte der Bienen, Die Geschichte des Wassers und weiteren Büchern.
Autorenbild von Maja Lunde (©Sarah Jørgensen)

Lebenslauf

Ernste Themen, großartig verpackt: Die norwegische Roman- und Drehbuchautorin wurde 1975 in Oslo geboren. Maja Lunde ist bekannt für ihre kritische Auseinandersetzung mit Umwelt- und Politikthemen, die sie in packenden, kindgerechten wie anspruchsvollen Lesestoff umsetzt. Nach ihrem Studium der Literatur, Medien- und Kommunikationswissenschaften arbeitete Lunde zunächst für verschiedene norwegische Filmfestivals, Kulturveranstaltungen und Filmmuseen. Dabei schrieb sie immer wieder auch Drehbücher für Kindersendungen für das norwegische Fernsehen. 2012 erfolgte dann der große Durchbruch als Romanautorin mit dem Kinderbuch „Über die Grenze“ – eine Geschichte über zwei jüdische Kinder auf der Flucht aus dem von den Nazis besetzten Norwegen. Drei Jahre später veröffentlichte Lunde ihren ersten Roman für Erwachsene. Mit dem deutschen Titel „Die Geschichte der Bienen“ landete sie einen literarischen Volltreffer. Die geschickte Verbindung aus dem Umweltproblem des Bienensterbens verflochten mit ergreifenden Schicksalserzählungen brachte Lunde den norwegischen Buchhändlerpreis ein. Der Roman verkaufte sich in mehr als 30 Ländern und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seit 2017 ist er auch auf Deutsch erhältlich. Von der talentierten Autorin und Mutter von drei Söhnen ist noch einiges an literarischen Erfolgen zu erwarten: Denn schon während sie an ihrem ersten Roman schrieb, wusste Lunde, sie wird mindestens vier Bücher zum Thema Umwelt veröffentlichen ...

Botschaft an meine Leser

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Liebe LovelyBooks Leser, ich möchte mich so sehr bei euch bedanken, dass ihr meine Bücher lest und vor allem für die Silbermedaille beim Leserpreis 2017 für "Die Geschichte der Bienen". Sie hat mich wirklich sehr glücklich gemacht!

Neue Bücher

Cover des Buches Der Traum von einem Baum (ISBN: 9783442774463)

Der Traum von einem Baum

 (39)
Erscheint am 09.07.2024 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Maja Lunde

Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783442717415)

Die Geschichte der Bienen

 (1.027)
Erschienen am 09.09.2018
Cover des Buches Die Geschichte des Wassers (ISBN: 9783442718313)

Die Geschichte des Wassers

 (376)
Erschienen am 09.06.2019
Cover des Buches Die Schneeschwester (ISBN: 9783442758272)

Die Schneeschwester

 (162)
Erschienen am 28.10.2018
Cover des Buches Die Letzten ihrer Art (ISBN: 9783442770403)

Die Letzten ihrer Art

 (167)
Erschienen am 08.11.2020
Cover des Buches Über die Grenze (ISBN: 9783570314272)

Über die Grenze

 (57)
Erschienen am 12.09.2021
Cover des Buches Als die Welt stehen blieb (ISBN: 9783442770977)

Als die Welt stehen blieb

 (66)
Erschienen am 27.09.2020
Cover des Buches Die Sonnenwächterin (ISBN: 9783442759330)

Die Sonnenwächterin

 (50)
Erschienen am 08.11.2021
Cover des Buches Der Traum von einem Baum (ISBN: 9783442774463)

Der Traum von einem Baum

 (39)
Erscheint am 09.07.2024

Auf ein Wasser mit...

Maja Lunde wurde mit "Die Geschichte der Bienen", dem ersten Teil ihres Klima-Quartetts, über Nacht zum Weltstar. Wir haben die Norwegerin in München getroffen, um über den zweiten Band, "Die Geschichte des Wassers", zu sprechen. Nach dem Jahrhundert-Sommer, dessen Trockenheit ein Novum und eine große Herausforderung für den europäischen Kontinent darstellt, hätte sie das Buch sicher anders geschrieben, verrät sie uns, ehe sie uns exklusiv verrät, worauf wir uns im dritten und vierten Band freuen können...

Hej Maja, was ist das schönste Feedback, das du von deinen Lesern erhalten hast?

Nach Lesungen der ersten beiden Bände meines Klima-Quartetts kamen einige junge Mädchen im Alter von 18, 19 Jahren zu mir, die mir unabhängig voneinander erzählten, dass sie vor dem Lesen sehr auf sich selbst fokussiert waren, wenig Selbstbewusstsein hatten, sich viel mit ihrem Aussehen und Dingen wie Make-Up beschäftigt haben. Nach dem Lesen hat sich ihr Blick gewendet und aufgrund meiner Bücher sorgen sie sich nun mehr um die Welt als ihr Spiegelbild. Und das zu hören ist einfach wundervoll. Menschen zu erreichen und insbesondere junge Menschen und etwas in ihnen zu bewegen, ist etwas, was mich sehr dankbar macht.

Wann kommen dir die besten Ideen?

Ich bekomme die ganze Zeit neue Ideen, ich habe so viele Ideen in meinem Computer, du kannst dir nicht vorstellen, wie viele das sind. Es gibt keine Regeln, wann mir neue Ideen kommen. Aber ich gehe sehr viel spazieren und regelmäßig laufen und dabei ist es mir wichtig, nichts zu hören; keine Musik, keine Hörbücher. Denn genau diese Zeit beim Spazieren gehen und Laufen nutze ich, meinem eigenen Kopf und meinen Gedanken zuzuhören und das sind Momente, in denen mir immer wieder Ideen kommen oder sich vorhandene Ideen vertiefen.

Hast du ein Lieblingswort?

Da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Ich glaube, ich muss den Klang des englischen Wortes "be/bee" nehmen, da es das "Dasein", unser "Sein" beschreibt und die Biene.

Welchen anderen Job würdest du gerne für einen Tag ausüben?

Ich liebe es zu fotografieren, also wäre ich vielleicht gerne Fotografin. Oder Imkerin.

Welches Buch verschenkst du gerne?

Aktuell verschenke ich sehr gerne "Die Gabe" von Naomi Alderman. Es ist eine fantastische Geschichte und es bringt Freude, darüber zu reden.

Gibt es etwas, das du gerne lernen würdest?

Ich würde gerne mehr über Fotografie lernen. Wenn ich über etwas schreibe, tauche ich immer tief in meine Themen ein und versuche, so viel wie möglich darüber zu lernen. In allen Büchern des Klima-Quartetts geht es im Wesentlichen um Biologie und inzwischen würde ich am liebsten Biologie studieren, um wirklich alle Zusammenhänge verstehen zu können.

Wo in Norwegen sollten wir unbedingt hinreisen und welches Buch sollten wir dabei lesen?

Definitiv an die Westküste. Mit "Die Geschichte des Wassers". Die Westküste ist traumhaft schön mit ihren Fjorden. Die Landschaft um Oslo herum ist ein bisschen langweiliger, also bereist auf jeden Fall die Westküste, die Fjorde sind spektakulär.

Dein Lieblingsort in Norwegen:

Da muss ich Oslo nennen und zwar genauer gesagt mein Zuhause. Besonders jetzt, seit ich so viel reise, muss ich sagen, dass es keinen schöneren Ort als mein Zuhause gibt.

Ein Satz über "Die Geschichte des Wassers":

Es handelt von dem Wert des Wassers und dem Wert der Liebe.

Ein Satz aus "Die Geschichte des Wassers":

Es gibt in dem Buch ein Kind, das fragt: "Wie kann jemand überhaupt Wasser besitzen?" Ich finde, das ist eine sehr gute und sehr wichtige Frage, die wir uns alle stellen sollten. Und dann gibt es noch eine Diskussion zwischen Signe und Magnus über Hochspannungsleitungen, in der Signe sehr pessimistisch und sarkastisch ist. Magnus sagt: "Denk an die Jahre nach dem Krieg, an alles, was wir geschafft haben. Alles, was Europa in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt hat. Als die Menschen zusammen angepackt haben." Und ich denke, das ist etwas, was wir alle realisieren müssen, wie viel wir schaffen können, wenn wir alle zusammen arbeiten. Oh, jetzt fällt mir noch ein Satz ein. Es gibt eine Szene, in der Signe sagt, dass nichts, was sie getan hat, je einen Unterschied gemacht hat. Und Magnus antwortet: "Das stimmt nicht. Du weißt nicht, wie die Welt aussehen würde, wenn du es nicht getan hättest." Vielleicht ist das sogar der Beste Satz!

Die parallelen Handlungsstränge sind ein typisches Merkmal deiner ersten beiden Teile des Klima-Quartetts. Ich vermute, dass sich das in den weiteren Bänden fortsetzt. Wieso ist die Einbeziehung der Vergangenheit und Zukunft in deinen Büchern so wichtig?

Meine Geschichten beginnen in meinem Kopf immer mit den Figuren und ihren Geschichten. Aber wenn ich mich dann tiefergründig mit den Geschichten und den Themen auseinandersetze, an denen ich arbeite, merke ich, wie bedeutsam es ist, was in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft passiert. Eine meiner großen Fragen meines Klima-Quartetts ist: "Wie sind wir da gelandet, wo wir jetzt sind? Wie kommt es, dass das menschliche Tier den Planeten so regiert, wie wir es tun? Wieso herrschen wir derart über die anderen Tiere? Gibt es etwas in uns, was wir zu etwas Positivem nutzen können? Haben wir es in uns, dass wir es schaffen können, einen positiven Wandel zu bewirken? Das sind die Fragen, mit denen ich immer wieder hadere. Warum sind wir so dumm und so klug zur gleichen Zeit? Können wir den guten Teil ins uns mehr hervorbringen? Kann er über den schlechten gewinnen, so dass wir die Welt zu einem besseren Ort machen können, für uns und all die anderen Spezien auf unserem Schiff? Um all diesen Fragen nachgehen zu können und vielleicht sogar Antworten zu finden, muss ich mich in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begeben. Und im nächsten Buch, Teil drei des Klima-Quartetts, werden wir tatsächlich eine der Figuren aus "Die Geschichte des Wassers" wiedertreffen und im vierten und letzten Buch werde ich alle vier Geschichten zusammenbringen. Für mich ist das Ganze wie ein riesiges Puzzlespiel. Alle Bücher sind in ihren verschiedenen Teilen miteinander verbunden und es ist an mir, alles an der richtigen Stelle zusammen zu bringen. Nach dem Lesen des ersten und zweiten Buches erkennt der Leser noch nicht das Muster, aber das werdet ihr nach dem dritten Buch!

Gibt es einfache Dinge, die wir für unseren Planeten in unseren Alltag einbauen können?

Es ist ganz simpel: Zu allererst musst du die richtigen Politiker wählen. Und darüber hinaus denke ich, dass inzwischen fast alle wissen, was wir tun könnten: Weniger Dinge kaufen, weniger Plastik benutzen, weniger Fleisch essen, weniger fliegen. Wir wissen um all diese Dinge. Wir müssen sie nur immer wieder erinnern und einprägen und einfach umsetzen. Und ein paar von uns könnten im eigenen Umfeld etwas bewirken. Dafür musst du nur die Augen öffnen und dich umschauen und schon siehst du kleine Dinge vor deiner Tür, bei denen du etwas bewirken kannst. Es sind die kleinen Schritte, die wir unternehmen, zum Beispiel mit unseren Nachbarn, die helfen. Doch das Allerwichtigste überhaupt ist, zu begreifen, dass es all diese kleinen Dinge sind, die am Ende einen großen Unterschied machen. Dass sie wirklich bedeutsam sind, dass du und dein Verhalten für unseren Planeten wirklich bedeutsam sind. Und nie die Hoffnung zu verlieren. Denn wenn du die Hoffnung verlierst, verlierst du auch den Mut und die Kraft, etwas zu bewegen. Und am Ende ist es die Summe der kleinen Taten, die einen großen Unterschied machen.

Wir befinden uns nun in der Halbzeit des Klima-Quartetts und nach Insekten und dem Wasser nähern wir uns dem dritten Band über gefährdete Tierarten, ehe der letzte Band über Samen alle Bücher miteinander verknüpft. Kannst du uns schon ein bisschen mehr über den nächsten Band verraten?

Das dritte Buch über bedrohte Tiere spielt in Russland, im Jahr 1881, in der Mongolei, im Jahr 1992 und in Norwegen, im Jahr 2065. Und in der Geschichte, die 2065 in Norwegen spielt, treffen wir erneut auf einen der Hauptcharaktere aus "Die Geschichte des Wassers". Das vierte Buch lässt hoffentlich alle Fäden zusammenlaufen, so dass alles einen Sinn ergibt, sich zusammenfügt und es handelt von allem, was wächst, alles, was grün ist, Pflanzen, Samen. Ich muss es nur noch schreiben. Das Schreiben am dritten Buch läuft wirklich gut, ich hoffe, dass es im nächsten Herbst erscheint. Also bin ich auch hoffnungsvoll, was das vierte Buch betrifft.

Welche der Figuren aus deinen bisherigen Büchern würdest du gerne treffen und was würdet ihr gemeinsam unternehmen?

Ich wäre so gerne mit George aus "Die Geschichte der Bienen" zusammen draußen bei den Bienen. Ich habe das Imkern natürlich beim Schreiben des Buches ausprobiert, aber ich würde es so gerne zusammen mit George erleben und weiß, ich könnte so viel von ihm lernen. Mit Bienen zusammen zu sein ist etwas so Friedliches, fast Meditatives. Du musst ganz ruhig sein, dich ganz ruhig bewegen, konzentrieren, du kannst mit deinen Gedanken nirgendwo anders sein. Wir würden wahrscheinlich nicht viel reden. George ist kein Mann vieler Worte, wir könnten ganz wunderbar miteinander schweigen. Oder, ja natürlich, ich würde so gerne mit einem anderen meiner Charaktere, Signe, segeln. Vielleicht würde ich das sogar noch mehr genießen. Es wäre wunderbar, mit Signe über die Meere zu segeln. Oder vielleicht doch nur für einen Tag. Ich glaube, es kann ganz schön anstrengend sein, eine längere Zeit mit ihr verbringen zu müssen. Ein einzelner perfekter Segeltag, das wäre es!

Neue Rezensionen zu Maja Lunde

Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783442717415)
FranziDieBuechertantes avatar

Rezension zu "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde

Das Buch Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde ist der erste Teil des Klimaquartetts (SPOILER).
FranziDieBuechertantevor 12 Tagen

Allgemeines: 

Über diese Reihe und besonders über diesen ersten Band habe ich im Vorfeld sehr viel gutes gehört. 

Es gibt drei Stränge, die in unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten spielen. Zum einen geht es um William, der in England 1852 lebt, dann gibt es George, der in Ohio, USA 2007 lebt und es gibt Tao, die im China der Zukunft 2098 lebt. 

Jeder Strang hat etwas mit der Geschichte der Bienen zu tun. Wenn auch nicht auf den ersten Blick und zum Teil eher dezent. Jedes Kapitel ist aus der Sicht eines Hauptprotagonisten geschrieben, sodass man mit jeden Kapitel in der Zeit springt. Aufgefallen ist mir, dass in jeden Strang eine Sohn - Eltern-Beziehung, wenn auch auf unterschiedliche Art, eine Rolle spielt. 


Das hat mir gut gefallen:

Die Sprache mochte ich sehr. Besonders gut gefiel mir, dass es kein reiner Roman war, sondern auch Fachwissen und geschichtliches einfloss und ich so viel gelernt habe. 

Ich fand es gut, dass die Geschichte nicht so aufgebaut war, dass es eine Gegenwart gibt und dort wird dann etwas über die Vergangenheit rausgefunden, sodass man mehr in der Vergangenheit ist als in der Gegenwart.

Am besten gefiel mir der Zukunftsstrang, der einer Dystopie glich, wenn er auch für mich als Mutter teilweise schwer war. Auch ist in diesem Zukunftsstrang vieles eher "altbacken" bzw. "altmodisch", so, als ob sich eben vieles trotz der vergangenen Zeit nicht geändert hätte. Dies ist aber wiederum durch den Kontext China auch glaubwürdig. Ein bisschen glich dieser Strang auch einem Krimi. 

Im Vergangenheitsstrang gefiel vor allem die Tochter Charlotte. Und auch das Ende und die Verwobenheit der Geschichten gefiel mir sehr. 


Das fand ich nicht so gut:

Mir fiel es manchmal schwer, mich in jeden Kapitel wieder neu auf die Gegebenheiten des Stranges einzulassen, dass ist aber eher mein eigenes "Problem". 

Vor allem im Vergangenheits- und Gegenwartsstrang hat mir vieles an den Hauptprotagonisten nicht gefallen. Dies bezog sich auf ihre Denkweise und ihren Umgang mit der Familie und Kinder. 

Der Gegenwartsstrang ist zwar schon 17 Jahre her, wirkt aber viel älter. 


Fazit: 

Ich habe einen Fehler gemacht, und hatte Erwartungen. Da diese nicht so erfüllt wurden, wie ich gedacht hatte, kam mir der Anfang recht zäh vor. Ich habe aber die Logik verstanden und kann daher darüber hinwegsehen. Es wird klar, was alles weg wäre, wenn wir keine Bienen mehr hätten. Die einzelnen Teile lassen sich durch die sehr zarte Verbindung sehr gut auch für sich lesen. Das Ende haut dann noch mehr rein, da es doch irgendwie unerwartet ist. Es ist ein richtiger Schmöker, dem man vertrauen und einfach nur lesen sollte. 


Bleiben oder Weg? Ich freu mich auf das ganze Klimaquartett.

Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783442717415)
Gloris avatar

Rezension zu "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde

Vom Glück des Lesens in Zügen
Glorivor 20 Tagen

Nicht unbedingt wegen des Inhalts werde ich das Buch in Erinnerung behalten - nett zu lesen war es, durchaus überraschend im.Aufbau, angenehm dystopisch, wichtige Thematik - sondern, weil es zu einem spontanen Gespräch im Zug führte mit einem Mann, der es selbst gerade las und begeistert hochhielt! 

Cover des Buches Der Traum von einem Baum (ISBN: 9783442774463)
dasbuchzuhauses avatar

Rezension zu "Der Traum von einem Baum" von Maja Lunde

Realistische Dystopie
dasbuchzuhausevor 24 Tagen

Mit „Der Traum von einem Baum“ endet das sogenannte Klimaquartett von Maja Lunde. In Spitzbergen gibt es eine Pflanzensamenbank, in der fast alle ursprünglichen Pflanzensamen aufbewahrt werden. Hierauf ruht eine letzte Hoffnung in einer dystopischen Endzeitwelt.


Am Ende von „Die Letzten ihrer Art“ hatte ich schon gehofft, dass Maja Lunde die noch offenen Enden der ersten drei Bände des Klimaquartetts zusammenführt. Dies macht sie in „Der Traum von einem Baum“.


Es beginnt ganz hoffnungsfroh damit, dass ein Baum mit grünen Blättern angespült wird auf Spitzbergen. Doch 13 Jahre später, im Jahr 2110, wird alles anders sein. Maja Lunde erzählt diesen Teil der Geschichte in einer Art Rückblick und erst am Ende wird das ganze persönliche Ausmaß für Tommy, der von seiner Großmutter zum künftigen Wächter der Pflanzensamenkammer ausgewählt wurde, sichtbar.


Maja Lunde bringt zu Ende, was sie begonnen hat und hat mit der Auswahl der Charaktere, die sie hier einbringt, eine gute Wahl getroffen. Tao ist wieder mit von der Partie und auch eine weitere alte Bekannte wird auftauchen, deren Geschichte zu Ende erzählt werden musste. Es gelingt der Autorin gleich zu Beginn einen großen Spannungsbogen aufzubauen, denn mit dem Trick, die Geschichte vom Ende herzuleiten, möchte man natürlich wissen, wie es dazu kommen konnte.


Die Einzelschicksale der Hauptfiguren machen betroffen, sie schaffen eine Verbindung in die Zukunft, das gelingt Maja Lunde sehr, sehr gut.


Die Welt im Jahre 2110 ist keine glückliche oder schöne Welt. Die Menschheit hat es nicht geschafft, die Notbremse zu ziehen und die Erderwärmung so zu begrenzen, dass auch die Folgen noch einigermaßen in den Griff zu bekommen waren. Viele Tier- und Pflanzenarten sind ausgestorben und die Naturgewalten sind unberechenbarer geworden, unglaubliche Trockenheit im Süden und zu viel Wasser im Norden. Infrastrukturen sind zusammengebrochen und es gibt die früheren Länder nicht mehr. Auch ist die Menschheit stark geschrumpft und entwickelt sich zivilisatorisch aufgrund von Ressourcenmangel zurück.


Es wirkt so, als ob der Großteil der Menschheit schon aufgegeben hätte, die kleine Gemeinschaft in Spitzbergen hatte eine Zeit der Glückseligkeit, auch wenn dies nicht der richtige Ausdruck dafür ist. Ein wenig hatte es auch von der Abgeschiedenheit einer Sekte vom Rest der Welt. Tao und der Rest ihre Expeditionsmannschaft erhofft sich einen letzten goldenen Treffer durch das Auffinden der Saatgutbank, um doch noch die Kurve zu bekommen bzw. mit dem Saatgut noch einmal neu anfangen zu können.


„Der Traum von einem Baum“ führt einmal mehr vor Augen, in welche Richtung wir uns als Menschheit bewegen, wenn wir nicht ernsthaft beginnen, etwas zu tun und zwar sofort und nicht erst, wenn Technologie XY erfunden wurde. Maja Lunde hat sich im Klimaquartett nicht etwas einfallen lassen, das erst noch passieren muss, vieles ist schon da. Das Bienensterben, immer länger andauernde Dürren, Überschwemmungen und – Fun Fact – sogar der so absurd klingende Export von Gletschereis zur arabischen Halbinsel ist mittlerweile Wirklichkeit geworden, ein grönländisches Start-up ist dabei, diese total bescheuerte Geschäftsidee umzusetzen.


Eine Botschaft Maja Lundes ist, dass wir mehr auf die Natur hören sollten und uns nicht noch weiter von ihr entfernen dürfen, zumindest nehme ich das so für mich mit aus den vier Bänden des Klimaquartetts.


Mich hat das Buch traurig, melancholisch und ein wenig frustriert zurückgelassen, es gibt wenig Hoffnung, auch wenn noch nicht alles verloren ist am Ende. Maja Lunde hat mit „Der Traum von einem Baum“ einen spannenden, ungeschönten Klimaroman geschrieben, der das Klimaquartett gut abschließt. Auch rechnet sie ab mit denjenigen, die es soweit haben kommen lassen, dass kaum noch Zukunft für die Menschen, die es im Jahr 2110 noch gibt. Taos Wut richtet sich gegen uns und die, die vor uns waren und nichts getan haben.


Das Buch bekommt ein klare Leseempfehlung von mir, vielleicht kann es ja dazu bewegen, dass ein paar mehr von uns etwas gegen die Klimakrise tun werden, denn es ist leider als sehr realistische Dystopie geschrieben.

Gespräche aus der Community

In die Zukunft mit dem Sound der Bücher



Im März haben wir beim Sound der Bücher zwei richtige Highlights für euch! Bei Random House Audio erscheint das neue Hörbuch von "Marsianer"-Autor Andy Weir: "Artemis". Und auch Maja Lunde legt nach dem Sensationserfolg von "Die Geschichte der Bienen" mit ihrem neuen Roman "Die Geschichte des Wassers" nach, den der Hörverlag als Hörbuch veröffentlicht.

In dieser Hörrunde tauschen wir uns zu "Die Geschichte des Wassers" aus. Die Hörrunde zu "Artemis" findet ihr hier.

“Die Geschichte des Wassers” von Maja Lunde
Was geschieht, wenn unser Wasser knapp wird – wie weit sind wir bereit zu gehen? Virtuos verknüpft Maja Lunde Gegenwart und nahe Zukunft zu einer ergreifenden Geschichte über die Grundlagen des Lebens.
Irgendwo in der Nordsee, im Jahr 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe will von Norwegen bis an die französische Küste segeln – um jenen Mann zur Rede zu stellen, der die Liebe ihres Lebens gewesen ist. Doch weit draußen auf dem Meer gerät ihr Schiff mitsamt seiner bedeutsamen Fracht in einen gewaltigen Sturm ...
Frankreich im Jahr 2041. Eine große Dürre und verheerende Brände zwingen die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden. Die Situation scheint für David und seine kleine Tochter Lou ausweglos – bis die beiden in einem vertrockneten Garten ein altes Segelboot entdecken, meilenweit von der Küste entfernt.

Gelesen von Christiane Blumhoff und Shenja Lacher.

>> Hörprobe

Spielregeln:
Für eure Bewerbung erhaltet ihr 10 Hörminuten gutgeschrieben. Für eure Rezension gibt es 20 Hörminuten (bitte beachtet, dass es im Vergleich zum letzten Jahr keine Sonderhörminuten für die Rezension eines Aktions-Hörbuches gibt). Für eure aktive Teilnahme an allen Aufgaben zu eurem Hörbuch, erhaltet ihr noch einmal 20 Hörminuten oben drauf!
394 Beiträge
mrs-luckys avatar
Letzter Beitrag von  mrs-luckyvor 6 Jahren
Die Geschichte der Bienen kenne ich bislang nicht. Nach den Kommentaren zu dem Buch scheint es etwas komplexer und besser geschrieben zu sein, so dass ich überlege, ob ich das nicht noch nachhole.

Wir haben beschlossen in der INSIDER-Voting-Challenge zusammen "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde zu lesen. 

Wir beginnen am  01.06.2017 und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man ein Los dafür. 

Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 


Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    


Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. 

Viel Spaß uns allen :)
94 BeiträgeVerlosung beendet
Insider2199s avatar
Letzter Beitrag von  Insider2199vor 7 Jahren

Zusätzliche Informationen

Maja Lunde wurde am 30. Juli 1975 in Oslo (Norwegen) geboren.

Maja Lunde im Netz:

Community-Statistik

in 2.555 Bibliotheken

auf 525 Merkzettel

von 89 Leser*innen aktuell gelesen

von 38 Leser*innen gefolgt

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