Maja Lunde Die Geschichte der Bienen

(12)

Lovelybooks Bewertung

  • 14 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 2 Leser
  • 7 Rezensionen
(6)
(6)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde

Von Bienen und Menschen England, 1852: William, Biologe, Samenhändler und Vater von acht Kindern, verlässt seit Wochen nicht sein Bett. Das Geschäft liegt brach. Doch eine Idee könnte alles verändern: ein völlig neuartiger Bienenstock. Ohio, 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Der aber träumt vom Journalismus. Plötzlich geschieht das Unglaubliche: Die Bienen verschwinden. China, 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn. Doch dann steht alles auf dem Spiel. Gelesen von Bibiana Beglau, Thomas M. Meinhardt und Markus Fennert. (Laufzeit: 10h 2)

Kleine Tierchen mit großer Relevanz in eine bemerkenswert konstruierte Geschichte umgesetzt.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

Stöbern in Romane

Zeit der Schwalben

Einer toller, berührender Roman ... ein Ereignis, das man keinem Mädchen wünscht!

engineerwife

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Aufgrund des Schreibstil und der komplexen Geschichten Angolas nicht mein Buch.

Hortensia13

Damals

Jahrzehntelanges Über-die-Schulter-Schauen. Trotz des gekonnten Stils empfand ich dieses Buch als überaus anstrengend.

TochterAlice

Töte mich

Ein leichtes und doch doppelbödiges Kabinettstück, unterhaltsam und grazil-heftig.

Trishen77

Drei Tage und ein Leben

Mitreisend und grausam

dartmaus

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Ein Roman wie eine Ratatouille

Schwaetzchen

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die Biene das nützliche Insekt

    Die Geschichte der Bienen
    Daphne1962

    Daphne1962

    18. September 2017 um 16:30

    Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde, gelesen von Bibiana Beglau, Markus Fennert und Thomas M. Meinhardt. "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Menschnur noch 4 Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubungmehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr."(Albert Einstein)Bienen sind äußerst nützliche Tiere, für Mensch, wie für die Tiere. Das ist den meisten Menschen nicht ganz so bewusst, denke ich mal. Spätestens nach dem Lesen dieses Buches ist der Leser oder Hörer schlauer. Die norwegische Autorin hat einen beeindruckenden Roman über 3 Epochen verfasst, die ausschließlich das Thema Bienen und Bestäubung und Imkerei behandelt und das so interessant und auch mit einer gewissen Spannung. England im Jahre 1852, der Biologe William hat eine große Sinnkrise und liegt nur noch im Bett. Seine Samenhandlung bringt keinen Gewinn mehr ein. Williams zahlreiche Töchter sind ihm keine Hilfe, Edmond sein einziger Sohn findet keinen Bezug zu seinem Vater. Lediglich Tochter Charlotte interessiert sich leidenschaftlich für die Bienen und unterstützt ihren Vater beim Bau eines neuartigen Bienenstocks. In den USA in Ohio im Jahre 2007 lebt der Imker George mit seiner Frau und Sohn Tom von den Bienen. Er träumt davon, seinem Sohn das Vermächtnis von zahlreichen Bienenstöcken zu übergeben damit er die Tradition weiter führen kann. Doch eines Tages erlebt George das Unfassbare: seine Bienen verschwinden, die Bienenstöcke sind leer, seine Existenz ist bedroht. Und das ist keine Erfindung, sondern es ist wirklich passiert. In China im Jahr 2098 bestäubt Tao mit ihrem Mann per Hand die Blumenblüten. Sie arbeiten in einer Kolonie sozusagen. Da es keine Bienen mehr gibt, müssen sie die mühevolle Aufgabe übernehmen. Es geht um das Überleben der Menschheit. Die Nahrungsmittel werden knapp. Sie haben einen kleinen Sohn, Wei-Wen, der es mal besser haben soll als sie. An einem freien Tag passiert allerdings etwas Ungewöhnliches mit der kleinen Familie und Tao sieht in ihrer hilflosen Situation nur noch eines, Angriff nach vorne. Durch die abwechselnden Erzählungen kommt der Hörer langsam dahinter, dass die Geschichten, die zu völlig unterschiedlichen Zeiten angesiedelt sind, irgendwie eine Verbindung haben. Die Geschichte der Zukunft hat mich besonders gefesselt und nach dem Rechnen des Lebensalter war ich erleichtert, so etwas nicht mehr erleben zu müssen. Maja Lunde hat es aber erreicht, das der Mensch sich Gedanken über das Einsetzen von Pestiziden machen sollte. Auch darüber, was wir unseren Nachkommen hinterlassen und bei rechtzeitiger Kehrtwende noch das Schlimmste verhindern könnten. Dieses Buch klingt noch lange nach bei mir und wenn ich eine Biene oder Hummel sehe freue ich mich über ihr fleißiges Arbeiten an den Blüten.

    Mehr
  • Unbedingt lesen oder hören!

    Die Geschichte der Bienen
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    21. August 2017 um 12:16

    ungekürztes Hörbuch, Gesprochen von: Bibiana Beglau , Markus Fennert ,Thomas M. MeinhardtSpieldauer: 12 Std. 52 Min. Gerade heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass 80% der Insekten auf der Welt verschwunden sind. Schuld ist der Mensch. Was passiert mit der Erde, wenn die Bienen sterben? »Wir müssten alle arbeiten, lautet die Parole, um uns zu ernähren, damit die Nahrung angebaut werden könne, von der wir lebten. Alle sollten einen Beitrag leisten, selbst die Kinder. Wer brauche schon Bildung, wenn die Kornvorräte zur Neige gingen? Wenn die Rationen jeden Monat schrumpften.«Mit dieser Geschichte beginnt der Roman. Szechuan im Jahr 2098. Die Bienen sind ausgestorben, und die Menschen müssen jährlich die Blüten mit dem Pinsel bestäuben, dazu auf Bäume klettern. Eine harte Arbeit beginnt, jede einzelne Blüte ist wertvoll. Tao und ihr Mann sind Arbeiter, die ein karges Leben fristen, ihr Sohn, der fünfjährige Wei-Wen ist noch bei ihnen, bald wird der Staat die Erziehung vollends übernehmen. Die Bestäubungszeit ist vorbei, die Arbeiter dürfen einen freien Tag verbringen. Die Familie geht hinaus ins Grüne. Plötzlich wird Wei-Wen ohnmächtig. Die Ärzte nehmen ihn mit und die Familie hört nichts mehr von dem Jungen, angeblich sei er in der Hauptstadt in einem Krankenhaus. Tao macht sich auf den Weg nach Peking. Sie ist entsetzt. Die Stadt ist fast verlassen, gleicht einer Geisterstadt.»Ich fing mit Skizzen an, leichte Kohlestriche auf dem Papier, ungenauer Größenangaben, … und allmählich nahm er vor meinen Augen Form an, wurde deutlicher, die Striche wurden präziser, die Maße genauer. Und endlich, am 21. Tag, war der Bienenstock fertig.«England 1852, William, ein Biologe, hat sich in Depression verfangen, liegt dauerhaft im Bett. Eines Tages gibt er sich einen Ruck, steht auf, überlegt sich, einen ertragreichen Bienenstock zu entwickeln. Wie überlistet man die Bienen, noch mehr Honig zu produzieren? Nach ersten Erfolgen endet sein Versuch im Supergau. Nicht nur für ihn persönlich, der sich seine Idee hat klaue lassen.»Ich blieb sitzen und betrachtete die Bienen, ihre Ausdauer, ihr ewiges Hin und Her, sie befanden sich niemals im Stillstand. Nicht, ehe ihre Flügel rissen.«2007, Ohio, der Imker George verdient sein Geld mit Bienen, sie auf Felder zu stellen, damit seine Insekten den Farmern die Ernte bestäuben. Er arbeitet nur mit Standard-Beuten, nur mit Farmern, die ohne Chemie düngen, keinen Pflanzenschutz versprühen. Konkurrenten sind erfolgreicher, denen sind die Bienen egal. Aber auch bei George bahnt sich eine Katastrophe an. Die Autorin verweist hier auf das amerikanische »Colony Collapse Disorder«, das Anfang der Jahrhundertwende stattfand. In den USA starben plötzlich sehr viele Bienen.Drei Familien, drei Geschichten zu verschiedenen Zeiten, auf drei verschiedenen Kontinenten, abwechselnd in Ichform berichtet. Die Erzählungen der drei Familien verbindet verschiedene Ebenen: sie arbeiten mit, bzw. wie Bienen, Mensch und Natur in Disharmonie. Außerdem hat jede Story einen Generationskonflikt, eine Eltern-Kind-Beziehung inne. Keiner der Protagonisten ist wirklich sympathisch, vielleicht Tom, den sein Vater George für abgehoben und faul hält, weil er nicht Imker werden will, sondern Schriftsteller, den er mit dem Gürtel verprügelt. Thomas Savage wird später ein Buch über die Erkenntnisse von Generationen von Imkern schreiben: »Der blinde Imker«. Er berichtet, was Bienen zum Sterben bringt, Umwelteinflüsse, Einmischen des Imkers, er erklärt, wie eine Beute auszusehen hat. Am Ende gibt es Hoffnung. Drei Geschichten, abwechselnd erzählt, spannend und gleichzeitig erschütternd. Der Mensch hat es in der Hand. Ausbeutung von Tieren, Umweltverschmutzung, Pestizide, Erderwärmung, Gentechnik und Monokulturen. Wie wollen wir unseren Kindern die Erde übergeben? Wie sieht eine Welt in der Zukunft aus? Alles hängt zusammen und ein kleines Insekt bedeutet alles! Ein wundervoller Roman, eine Geschichte, die jeden von uns etwas angeht.»Alles hängt mit allem zusammen, so einfach und so kompliziert ist das. Auch im Bienenstock ist jede noch so kleine Biene wichtig. Darüber denke ich viel nach. Wie die kleine Biene in meinem Garten mit dem globalen Bild zusammenhängt, wie alles, was wir tun, etwas anderes beeinflusst.«

    Mehr
  • Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

    Die Geschichte der Bienen
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    20. August 2017 um 05:44

    Bienen – alltägliche Insekten, wichtigste Bestäuber und somit Grundlage vieler unserer Pflanzen. Als Thema in der Literatur eher ungewöhnlich. Doch Maja Lunde hat um die kleinen Tierchen einen Roman geschaffen, der Jahrhunderte und Kontinente verbindet und womöglich ein Thema fokussiert, das wir bislang sträflich vernachlässigt haben.Im Jahr 2098 gibt es keine Bienen mehr. Die Arbeiterin Tao muss in China die Aufgabe des Bestäubens per Hand erledigen. Ein Knochenjob, gering bezahlt und mit großem Risiko. Knapp hundert Jahre zuvor begann das Bienensterben, das auch den Imker George in Ohio im Jahr 2007 trifft und der plötzlich seine Existenzgrundlage schwinden sieht und das Erbe, das seine Familie seit Generationen weitergegeben hat, aufgeben muss. 150 Jahre zuvor wurde erstmals intensiv beobachtet, wie die Völker leben und arbeiten und der britische Biologe William entwickelte einen neuartigen Bienenstock, der die Honigernte erleichterte und den Anbau erst im großen Stile ermöglichte. Drei Jahrhunderte, drei Kontinente, drei Lebensgeschichten, die jedoch geschickt mit einander verbunden werden.Die Schicksale von Tao, George und William werden im Wechsel erzählt. Wie sie zusammenhängen über das Phänomen der Bienen hinaus, wird erst im Laufe der Geschichte klar und ist von Maja Lunde gelungen konstruiert worden. Die Entdeckung der Funktionsweise und Relevanz der Bienen, ihr Niedergang durch Pestizide und dadurch bedingte Lebensmittelknappheit, die harte Suche nach Alternativen – die Geschichte der Bienen ist symptomatisch für den menschlichen Umgang mit der Natur. Die eigene Existenzgrundlage zerstören ohne die Folgen zu Bedenken. Momentane Gewinnmaximierung über das ökologische Gleichgewicht stellen – die Menschheit wird eines Tages den Preis für ihre Gier und Rücksichtslosigkeit bezahlen müssen. Und dieser Preis ist hoch, wie Maja Lunde ungeschönt darstellt.Doch es sind nicht nur die Ökologie und Umweltzerstörung, die im Roman thematisiert werden. Daneben kämpfen alle drei Figuren mit den Fragen der Familienstrukturen und den Erwartungen an die nachkommende Generation. William hofft, dass sein erstgeborener Sohn in seine Fußstapfen treten wird und den Naturwissenschaften und der Forschung ein ähnliches Interesse entgegenbringt wie er selbst. Doch Edmund kann der Neugier und dem Enthusiasmus seines Vaters nicht folgen. Es ist nicht nur Desinteresse, nein, er verachtet ihn wegen des zunächst ausbleibenden Erfolges sogar. Ähnlich ergeht es George, der ganz im Imkerdasein aufgeht, dessen Sohn Tom jedoch schon früh mehr Interesse am Journalismus findet und die Arbeit mit den Bienen eher als lästige Pflicht sieht. Erst als die Familie vom Wandel hart getroffen wird, kann er wieder auf seinen Vater zugehen. Auch Tao hat große Erwartungen an ihren Sohn. Selbst konnte sie ihren Bildungseifer nicht verwirklichen, daher setzt sie alles auf den kleinen Jungen. Doch das Schicksal hat einen anderen Plan für ihn und zunächst wird auch er für große Trauer und Verzweiflung bei den Eltern sorgen.Bibiana Beglau, Thomas M. Meinhardt und Markus Fennert leihen den drei Geschichten ihre Stimmen, was einen stetigen und lebendigen Wechsel im Hörbuch schafft und die Orientierung in Zeit und Ort erleichtert. Für mich eine echte Überraschung, ist das titelgebende Thema nun keins, das mich direkt hätte anlocken können. Aber der Autorin gelingt es, die Bienen auf eine neue Art unterhaltsam darzustellen und um sie herum drei lesenswerte und in sich völlig verschiedene Geschichten zu kreieren.

    Mehr
  • Klug und spannend erzählt

    Die Geschichte der Bienen
    LESETANTE_CARO

    LESETANTE_CARO

    07. June 2017 um 17:14

    "Rettet die Bienen!", dieser Schlachtruf ist dieser Tage in aller Munde, vor allen Dingen bei den Umweltschützern. Die Autorin Maja Lunde hat um die fleißigen Tierchen eine Geschichte gesponnen, die aktueller nicht sein kann.Tao, William und George drei Menschen, deren Schicksal enger verwoben ist als es zunächst scheint, müssen in ihrer jeweiligen Zeit mit vielerlei Problemen klar kommen. Dabei ist ihre Lebensgeschichte mit der der Bienen sehr verbunden. Alle drei sind sehr lebendig gezeichnete Charaktere, die in ihrer Zeit sich einem Kampf stellen müssen.Während William seine wissenschaftliche Karriere der Liebe wegen aufgegeben hat, zieht ihn sein Scheitern in eine schwere Depression herein, die ihn monatelang ans Bett fesselt. Allein seine Kinder, allen voran seine Tochter Charlotte, zeigt ihm einen Weg und neue Pläne, wieder an seine alten Leistungen in der Bienenforschung anzuknüpfen.George, ein Imker, erlebt das  große Bienensterben und strebt gleichzeitig danach, dass sein Sohn mal das Familiengeschäft übernimmt. Verzweifelt versucht er seinen Betrieb zu retten, aber auch gleichzeitig die Beziehung zu seinem Sohn, nicht ganz zu zerstören.Tao bestäubt im China der Zukunft die Bäume. Bienen sind schon längst ausgestorben und die Arbeiter auf den Plantagen müssen nun deren Arbeit tun. Ein mysteriöser Vorfall mit ihrem Sohn, lässt viele Fragen offen und hinterlässt Rätsel, die gelöst werden wollen. Die Menschheit steht mal wieder vor einem neuen Umbruch.Das Schicksal/die Geschichte der Bienen ist hochaktuell und zeigt, wie weit wir mit unserem Verhalten der Umwelt schädigen. Pestizide vernichten nicht nur unliebsame Pflanzen und Tierchen, sondern auch die nützlichen Insekten. Wie eine Zukunft ohne diese fleißigen Bienchen aussehen kann, spinnt Maja Lunde in diesem Roman zurecht. Und diese Zukunft kommt so real herüber, dass es erschreckend ist.Jedem einzelnen der drei Sprecher ist es gelungen, seiner Rolle Leben einzuhauchen. Ich finde, sie passen bei den Charakteren wie die Faust aufs Auge. Die Handlung wird nicht von überschwenglichen Emotionen getragen. Sie ist aber auch nicht ein stur erzählter und kühler Roman. Den drei Sprechern ist dieser Spagat wunderbar gelungen.Die Norwegerin Maja Lunde hat einen intelligenten und auch spannenden Weg gefunden sowohl die Vergangenheit mit der Gegenwart als auch mit der Zukunft zu verbinden. Dabei trägt sie jedes einzelne Schicksal auf  klare und deutliche Weise an den Leser ran. Das klingt jetzt sehr nüchtern, soll so aber gar nicht rüberkommen. Geschickt verwebt sie die einzelnen Zeitebenen miteinander, so dass sich ein unscheinbarer Faden durch die ganze Handlung schlängelt. Ein spannender Roman, der nicht nur mit den Zukunftsängsten einzelner spielt, sondern auch zeigt, dass es nie zu spät sein kann, mit der Natur in Einklang zu leben. Wir Menschen, müssen unsere Umwelt nicht ausbeuten, um den meisten Profit herauszuholen. Es geht auch anders. Das propagiert und zeigt uns "Die Geschichte der Bienen".Klug, spannend und eindringlich erzählt uns Maja Lunde "Die Geschichte der Bienen". Indem sie drei Zeitebenen geschickt miteinander verwebt, gelingt der norwegischen Autorin ein fesselnder Roman, der zum Nachdenken anregt und an manchen Stellen auch sein eigenes Handeln in Frage stellt. Die Menschheit ist von der Umwelt abhängiger als umgekehrt und das wird hier propagiert. Dieser Roman ist dabei weit weg von einer wissenschaftlichen Arbeit. Es ist eine spannende Erzählung, die ich unbedingt zu Ende hören musste und die ich euch einfach nur ans (Leser-)Herz legen möchte.

    Mehr
  • Absolut empfehlenswert!

    Die Geschichte der Bienen
    tootsy3000

    tootsy3000

    15. May 2017 um 22:07

    In der Geschichte dreht sich alles um die Bienen, um die Menschen, welche mit sie erforschen und mit ihnen Arbeiten und das Überleben, wenn die Biene ausgestorben ist. Dann gibt es nämlich keine Blumenwiesen mehr, auch keine Artenvielfalt bei den Tieren und kaum noch Nahrung. Dies Szenarien sind alle unterschiedlich: William erforsch die Bienen, wie sie leben, und sucht nach einer Idee um sein Geschäft wieder anzukurbeln.   Nach sieben Töchtern setzt er all seine Zukunftshoffnung in seinen Sohn. Auch George setzt all seine Hoffnungen in seinen Sohn Tom. Doch der will von den Bienen und der Imkerei nichts wissen. George versucht mit allen Mitteln ihn umzustimmen, doch als die ersten Bienenvölker sterben beginnt für ihn der Kampf ums geschäftliche Überleben. Doch alle Mühen sind umsonst. Verbittert muss George aufgeben und hoffen, sich und seine Familie nicht ganz in den Ruin getrieben zu haben. Die bedeutungsvollste Sequenz davon war für mich Taos Geschichte. Die Bienen sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Ohne die Bienen wird das Leben für uns Menschen kaum möglich sein. Das ist in diesem Roman auf ganz eindringliche Weise durch Taos Geschichte dargestellt. Die Lebensmittel sind eingeschränkt. Die Menschen arbeiten um zu überleben. Alte gibt es kaum noch. Nur noch junge und gesunde Menschen erhalten das nötigste zum Überleben. Dies erkennt Tao allerdings erst, als sie sich auf die Suche nach ihrem Sohnes macht. Denn er wurde, nachdem er erkrankt ist, von den Behörden nach Peking gebracht. Als Tao in die Stadt kommt, sind dort kaum noch Menschen, nur noch halb verhungerte Jugendliche und Alte, die zum Sterben zurückgelassen wurden. Von ihrem Sohn aber keine Spur. Was ist ihm zugestoßen? Warum ist er von einem Moment auf den Nächsten so krank geworden? Diese Frage lässt Tao nicht los und sie beginnt in einer Bibliothek nach Antworten zu suchen. Und sie findet sie und erhält plötzlich das Wissen, wie man die Menschheit retten kann. Denn was ihrem Sohn passiert ist, erklärt die Vorkommnisse im Wald ihres Heimatdorfes …. Die drei Erzählstränge sind sehr komplex und wechseln sich immer wieder ab. Als Zuhörer erfährt man einiges über Bienen, über ihr Wesen und über die Arbeit mit ihnen und natürlich welcher Lebensgrundlage wir Menschen uns selber berauben, wenn es die Bienen nicht mehr gibt. Der Roman schildert eindringlich was auf zukünftige Generationen zukommen wird, wenn es die summenden Honigsammler nicht mehr gibt. Der Autorin ist es ganz gut gelungen eine anschauliche Geschichte aus sachlichem Wissen und nachweisbaren Erkenntnissen zu kreieren. Durch die drei unterschiedlichen Stimmen viel es auch mir als Zuhörer leicht, dieser doch recht verflochtenen Geschichte,  zu folgen. Die drei Handlungsstränge sind für sich schon sehr interessant und fügen sich, auch wenn sie durch die Zeit voneinander getrennt sind, gekonnt zusammen. Das Cover minimalistisch einfach. Es braucht aber auch nicht mehr um die Kernaussage zu treffen! Mein Fazit: Ein lange nachhallender Roman, der dazu anregt sich mit dem Bienensterben und den Folgen auseinanderzusetzten. Er schreit geradezu nach einem Umdenken und Umschwenken, was den Umgang mit der Natur betrifft. Welche Auswirkungen Umweltgifte, Chemie und Pestizide auf das Leben und in diesem Fall auf die Bienen im Besonderen hat und mit welchen Konsequenzen die Menschheit früher oder später zu rechnen hat. Ja, es ist ein Roman, doch auch in Sachbüchern kann man es schon nachlesen und aufgeschnappt haben es sicherlich auch die meisten schon: “Stirbt die Bien aus, stirbt auch der Mensch!”. Es wird höchste Zeit umzudenken! Kein Sachbuch, aber ein wichtiges Buch – unbedingt lesen oder hören! Einen Punkteabzug gibt es nur wegen der gekürzten Lesung, die Geschichte selber hat eine glatte 5 verdient!

    Mehr
  • Von Menschen und Bienen

    Die Geschichte der Bienen
    monerl

    monerl

    04. May 2017 um 15:58

    Blitzgedanken / Kurzmeinung: Genre: Dystopischer Roman; Belletristik; Gegenwartsliteratur Handlung: Drei Handlungsstränge werden erst nebeneinander geführt, die sich zum Ende hin verknüpfen und die drei Zeitebenen über die Geschichte der Bienen abrunden. Der Leser / Hörer erfährt, wie in einer möglichen Zukunft ein Leben ohne Bienen vonstatten geht, denn 2098 gibt es keinen Bienen mehr. Menschen versuchen die Arbeit der Bienen zu übernehmen und machen das mehr schlecht als recht. Es ist eine der wichtigsten Arbeiten in dieser Welt und China hat die Nase vorn, da sie schon immer durch Zwang, Drill und Unterwerfung gehorsame und ergebene Bürger "ausgebildet" haben. Im Rahmen dieser Geschichte wird man auch in den Bau des Bienenstocks eingeführt, der Imkern die Sensation offenbarte ihre Bienen bei sich zu beheimaten, Honig von ihnen zu ernten ohne den Stock zu zerstören, das Leben der Bienen im Stock zu betrachten und sie auch damit an andere Orte zur Bestäubung transportieren zu können. Über alle dem steht ein seltsames Ereignis, das Wei-Wen, dem Sohn der chinesischen Arbeiterin Tao, widerfährt. Dieses Ereignis verbindet Anfang und Ende der Geschichte. Dabei ist seine älteste Tochter Charlet genau das Kind, das er sich so sehr wünscht... Protagonisten: Tao, ihr Ehemann und ihr Sohn Wei-Wen. Sie führen den dystopischen Strang an und sind sehr gut ausgearbeitet. Ihr Handeln ist nachvollziebar dargestellt. Es ist eindeutig herauszulesen, dass sich die Autorn intensiv mit asiatischer / chinesischer Kultur und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinandergesetzt hat. Aus heutiger Sicht, haben George, Seine Frau und sein Sohn Tom die Hauptrollen des Handlungsstrags der nahen Vergangenheit. Imker George versucht im Jahre 2007 seinen Hof zu vergrößern und zu expandieren. Er fährt seine Bienenstöcke quer durch die USA und lässt sie dort Blüten bestäuben. Doch dann verschwinden die Bienen nach und nach. Immer wieder entdeckt er Beuten, die nur noch die Königin und ein paar frisch geschlüpfte Arbeiterinnen beherbergen. Der restliche und wichtige Bienenstaat fehlt. Zudem haben George und Tom ein bekanntes Problem: der Sohn will nicht in die Fußstapfen des Vaters treten. Dieser Konflikt spitzt sich ziemlich zu. Durch schöne und aufschlussreiche Dialoge lernt man die Protagonisten kennen und interessiert sich sehr gerne für ihre Geschichte und die Hintergründe des Konflikts. Als letztes bleibt noch der Biologe William. Obwohl er mir zu Beginn seiner Geschichte wenig bis gar nicht sympathisch war, konnte mich die Zeichnung seines Charakters aber dann doch für sich einnehmen. Er ist gefangen in den Vorstellungen seiner Zeit, dass nur ein Sohn wichtig ist und nur dieser die Gedanken und Wünsche seines Vaters zu schätzen weiß. Doch leider ist er mit einem Taugenichts und Hallodri als Sohn geschlagen. Lange will er es einfach nicht wahrhaben und verschließt die Augen vor der Wahrheit. Spannung: An mehreren Punkten ist dieser Roman sehr spannend! Er beginnt mit der größten spannenden Frage überhaupt: Was ist mit Wei-Wen passiert und warum ist dieses Ereignis so wichtig? Maja Lunde hat ihre Geschichte so interessant aufgeteilt, dass man sich stückchenweise der Verbindung der Handlungsstränge nähert, aber erst zum Schluss das ganze überblickt.  Stichworte: Bienen; Umwelt; Zukunft der Menschheit, Ende: Irgendwann war mir klar, worauf das Ganze hinausläuft. Deshalb war das Ende nicht ganz so spektakulär wie erwartet, aber dennoch passend und rund. Hörbuch: Ein Buch, das man gut hören kann, vielleicht aber doch besser liest. Leider war ich mit der Sprecherin von Tao, Bibiana Beglau, gar nicht zufrieden. Ihre manchmal extreme Betonung und Sprechart lag mir überhaupt nicht. Immer wenn sie sprach, störte das meinen Hörfluss und mein Hörgefühl. Sie konnte sich anscheinend auch nicht so richtig mit dem Namen Wei-Wen anfreunden, da sie ihn immer etwas bedeutungsschwanger ausprach. Ab und zu hätte ich auch gerne zurückgeblättert und die eine oder andere Passage nachgelesen, um die genaue Verbindung der drei Handlungsstränge nochmals zu verinnerlichen. Bei einem Hörbuch ist das nicht möglich. Fazit: Eine schöne und auch wichtige Geschichte über den Nutzen und die Bedeutung der Bienen. Eine interessante Sicht auf eine nicht nachahmenswerte Zukunft der Menschheit. Ein Buch, das mit dem Finger in die Wunde piekst, die wir ganz bald haben könnten, wenn wir uns nicht intensiver mit der Umwelt, der Ökologie und der Verbindung und Ausbeutung von Tieren durch Menschen annehmen. ____________________________________________________________________https://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2017/05/buchvorstellung-die-geschichte-der.html

    Mehr
  • ‚Die Welt stand vor der größten Herausforderung in der Geschichte der Menschheit.‘

    Die Geschichte der Bienen
    sabatayn76

    sabatayn76

    03. May 2017 um 22:35

    England im Jahre 1852: Der Biologe William ist als Akademiker gescheitert und kann seine acht Kinder kaum noch ernähren. Er zieht sich immer weiter zurück und verlässt für längere Zeit das Bett nicht mehr, doch dann bekommt er neuen Schwung, weil er einen neuartigen Bienenkorb bauen möchte. Die USA im Jahre 2007: George ist Imker und sehr um seine Bienen besorgt, seit es im Norden des Landes zu einem plötzlichen Bienensterben kam. Noch glaubt er, dass er im Süden sicher ist, doch dann verschwinden und sterben auch seine Bienen. China im Jahre 2098: Jeden Tag muss Tao 12 Stunden lang Bäume von Hand bestäuben, denn es gibt schon lange keine Bienen mehr. Die Menschen haben stattdessen die Arbeit der Bienen übernommen, was dazu führte, dass beinahe nonstop gearbeitet werden muss, Obst eine Rarität geworden und Nahrung im Allgemeinen knapp bemessen ist. Mit diesen drei Erzählsträngen erzählt Maja Lunde ihre komplexe Geschichte der Imkerei und des Bienensterbens. Dabei verwebt sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf ebenso geschickte wie beängstigende Weise miteinander, und die dadurch entstehende Verschmelzung von Realität und Vision lässt die im Buch als so hoffnungslos beschriebene Zukunft wie eine beschlossene Sache, wie eine Gewissheit erscheinen, der wir nicht entrinnen können, auf die wir unaufhaltsam zurasen. Lundes Zukunftsvision vom Tod der Bienen und einer Welt ohne sie ist düster und unheilvoll, doch durch die Bezüge auf die reale Gegenwart, in der man bereits ein umfassendes Bienensterben beobachten kann, ist sie mehr als eine erdachte Geschichte, sondern vielmehr eine sehr realistische Vorhersage, was uns und die Bienen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erwartet. Beim Hören des Hörbuchs merkt man dadurch immer wieder, dass wir heute nicht allzu weit von Lundes schrecklicher Zukunftsvision entfernt sind. Die Geschichte wurde eindringlich erzählt, ist (trotz des düsteren Inhalts) unterhaltsam, die Protagonisten wurden detailreich und lebendig charakterisiert. Neben der packenden Geschichte und William, George und Tao kann man beim Hören sehr viel über die Geschichte der Imkerei, über Bienenvölker und über Umweltschutz lernen. Alle drei Erzählstränge sind spannend und spiegeln eine besondere Epoche in Sachen Bienen und Imkerei wider, wobei mir die Zukunftsvision um Tao und ihre Familie am besten gefallen hat. Die drei Perspektiven wurden von Bibiana Beglau (Tao), Thomas M. Meinhardt (George) und Markus Fennert (William) hervorragend gelesen. Mein einziger (kleiner) Kritikpunkt ist, dass die drei Geschichten bisweilen ein wenig vorhersehbar waren, aber das tut dem Buch letztendlich keinen Abbruch, da die Geschichte unterm Strich nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch Bewusstsein für ein weltweites Problem schafft, viele Menschen (hoffentlich) zum Nachdenken anregt und eventuell eine Verhaltensänderung bewirkt.

    Mehr