Die Geschichte des Wassers

von Maja Lunde 
3,9 Sterne bei161 Bewertungen
Die Geschichte des Wassers
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Positiv (108):
Janine2610s avatar

Bedrückende Geschichte über die Zukunft des Wassers, die ein ungutes Gefühl zurücklässt. SEHR zu empfehlen! Liest sich fast wie von selbst!

Kritisch (10):
K

Interessantes Thema langweilig umgesetzt

Alle 161 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Geschichte des Wassers"

Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann.
Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.
Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442757749
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:19.03.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 19.03.2018 bei Der Hörverlag erschienen.

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    Becky_loves_bookss avatar
    Becky_loves_booksvor 14 Tagen
    Roman mit Blick in die Zukunft

    Schlichte, aber doch sehr gelungene Umschlaggestaltung.

    Mir gefällt sowohl die Farbe als auch die kleine Abbildung des Bootes.

    "Die Geschichte der Bienen" hatte ich vorher nicht gelesen, da es mich thematisch weniger ansprach. Die Thematik von "Die Geschichte des Wassers" empfand ich deutlich interessanter.

    Das Buch wird abwechselnd aus zwei Sichten und zwei Zeiten erzählt. Ein Teil gilt der alten Norwegerin Signe, die sich 2017 u. a. an ihre Jugend erinnert. Jahrzehnte später - 2041 - erlebt der junge französische Vater David mit seiner kleinen Tochter Lou, welche Auswirkungen die Wasserknappheit hat. Beide Geschichten liest man lange parallel, bis sie sich irgendwann begegnen und miteinander verbinden.

     

    Mich persönlich hat die Geschichte von David und Lou mehr gefesselt. Das lag sicher auch an dem Überlebenskampt der beiden. Außerdem wird dem Leser mit diesem fiktiven Blick in die Zukunft vor Augen geführt, was passiert, wenn die Menschheit nicht umdenkt.

     

    Maja Lunde erzählt nicht nur Geschichten, sondern durchaus realistische Zukunftsvisionen. Sie regt zum Nachdenken an und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

     

    Fazit:

    "Die Geschichte des Wassers" ist nicht nur ein gut geschriebener Roman, sondern in gewisser Weise auch ein Wachrütteln der Gesellschaft.

    Beeindruckend und erschreckend zugleich.

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 17 Tagen
    Kommt nicht an den ersten Teil heran

    »Das ganze Leben ist Wasser, das ganze Leben war Wasser, wohin ich auch sah, war Wasser, es fiel als Regen vom Himmel oder als Schnee, es füllte die kleinen Bergseen, legte sich als Eis auf den Gletscher, strömte in tausend kleinen Bächen den steilen Berghang hinab und schwoll an zum Fluss Breio; es lag spiegelglatt vor dem Ort am Fjord, der zum Meer wurde, wenn man ihm nach Westen folgte.«

    »Die Geschichte der Bienen« habe ich mit Genuss gelesen. Ein wundervoller umwelt- und gesellschaftspolitischer Roman, der mich begeistert hat. In drei verschiedenen Zeitsträngen ging es um die Biene, einmal in der Historie, die Imkerzeit, in der an immer besseren Formen der Bienenkörbe getüftelt wurde, die heutige Zeit mit Bienensterben und im dritten Strang eine dystopische Welt ohne Bienen, ärmlich, in der der Mensch selbst bestäubt. Ein Roman mit erzählerischer Kraft und grosser gesellschaftlicher Relevanz. Nun war ich gespannt auf den zweiten Teil des Klimawandel-Quartetts, dieses Mal zum Thema Wasser. Der Scheffel hing hoch.

    Der Roman teilt sich in zwei Stränge, in das Jetzt und in ein dystopisches Europa in der Zukunft. In der Zukunft herrscht Hitze und Dürre, extreme Wasserknappheit. Es gibt wenig Gebiete, die Wasser führen, hier haben sich die Einwohner verbarrikadiert, lassen niemanden herein. Nur im hohen Norden lebt es sich gut und Karawanen von Flüchtlingen sind auf dem Weg. Auch hier ist das Boot voll, Flüchtlinge werden nicht mehr aufgenommen. Die Gründe, die zur Wasserknappheit führten, werden nicht benannt, es wird lediglich erwähnt, es sei sehr heiß. 2041, Frankreich, ein Flüchtlingslager unter vielen: David ist gemeinsam mit seiner Tochter Lou hier gestrandet. Der Süden Europas ist unbewohnbar, eine Wüste. Im letzten Lager war die Familie noch komplett. Dort brach ein Feuer aus und David flüchtete mit seiner Frau, jeder ein Kind auf dem Arm, mit dem Ziel in dieses Lager zu gelangen. Allerdings ging in dem Chaos Davids Frau mit dem Baby auf dem Arm verloren. Er wartet, dass auch sie eintrifft. In diesem Lager finden David und Lou ein Bett, ärztliche Versorgung und Nahrung. Nur wie lange? Oft genug werden die Lager geschlossen, wenn Nahrung und Wasser hier nicht mehr ankommen.

    »Sie holen Eis aus dem Gletscher, reines weißes Eis aus Norwegen, und vermarkten es als das Exklusivste, was man in seinen Drink geben kann, einen schwimmenden Mini-Eisberg, eingetaucht in goldenen Schnaps, aber nicht für norwegische Kunden, nein, für jene, die es sich wirklich leisten können.«

    In dem zweiten Strang, im Hute, geht es um die 70-jährigen Signe, eine Umweltaktivistin aus Norwegen. Sie will ihrer einstigen großen Liebe, Magnus, eins auswischen. Dieser Mann lebt in Frankreich, lässt es sich bei gutem Essen, Bordeaux und Golfspielen gutgehen, während seine Firma in Norwegen Gletschereis abbaut, das saudischen Fürsten zur Kühlung von Getränken verkauft wird. Signe erinnert sich an die Zerstörung der Umwelt ihrer Heimat, erinnert sich an die wundervollen Tage in Norwegen, erinnert sich an den Vater, der das Land beschützen wollte, an die Mutter, die zu den Ausbeutern gehörte.

    Die menschliche Größe‹, sagte ich schließlich. ›Eine Kontradiktion.‹
    ›Wie bitte?‹
    ›ein Widerspruch in sich. Die Wörter Mensch und Größe gehören nicht in einen Satz.

    Es kommt mir fast so vor, als wäre der zweite Teil von einer anderen Schriftstellerin geschrieben worden. Die Figuren aus dem ersten Teil hatten Charakter, Tiefe, diese hier bleiben flach an der Oberfläche, sagen mir nichts. Und wo ist die gesellschaftliche Aussage? Im ersten Teil hat sich Maja Lunde intensiv mit den Bienen und der Imkerei auseinandergesetzt, es hat Spaß gemacht, so viel darüber zu erfahren, eingeflochten in drei komplexe Geschichten. Hier lese ich zwei Geschichten, ganz nett zu lesen, aber Aussagekraft haben beide nicht, die Protagonisten ganz ohne Charakter. Es gibt ein paar erzählerisch schöne Stellen und man kann die Geschichte flott weglesen. Vielleicht war die Erwartung zu hoch durch den extrem guten ersten Teil, »die Geschichte der Bienen«. Das Buch um das Wasser reicht gerade mal bis zum Knie an das erste Buch heran. Die Geschichte des Wassers, der Zusammenhang mit der Erderwärmung, Krieg um Wasserrechte, Versalzung, all das wird nicht ernsthaft angesprochen. Schade.

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    Belladonnas avatar
    Belladonnavor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Trotz des wichtigen Themas und der interessanten Herangehensweise vermochte mich dieser Roman nicht ganz so zu fesseln wie sein Vorgänger.
    Meine Rezension zu Die Geschichte des Wassers

    Beschreibung

    Norwegen im Jahr 2017. Signe liebt die Natur und kann schwerlich mit ansehen, wie der Mensch das kostbarste Gut in ihrer Heimat zerstört. Schon als junge Frau engagiert sich Signe als Umweltaktivistin. Als sie davon hört, dass Gletschereis für Cocktails und Drinks abgetragen werden soll beschließt sie dagegen vorzugehen und ein Zeichen zu setzen. Dafür nimmt sie eine riskante Reise in Angriff die sie emotional auch in ihre Vergangenheit führt.

    Das zukünftige Frankreich im Jahre 2041. Südeuropa wurde durch eine große Dürre in die Knie gezwungen. Klimaflüchtlinge befinden sich auf dem Weg in den Norden, denn nur dort gibt es noch das lebenswichtige Trinkwasser in größeren Mengen. David wurde auf der Flucht von seiner Frau und seinem jungen Sohn getrennt, nun sucht er mit seiner Tochter Lou in einem Flüchtlingslager Zuflucht. Die Lage ist äußerst angespannt, Lebensmittel und Wasser stark rationiert und die Hoffnung seine Familie zu vereinen schwindet täglich. Erst als David und Lou beim umherstreifen ein uraltes Segelboot entdecken glimmt ein neuer Überlebensfunke auf.

    Meine Meinung

    Maja Lundes Roman „Die Geschichte der Bienen“ konnte mich fesseln und zum Nachdenken anregen und deshalb war sofort klar, dass ich auch ihr neustes Werk „Die Geschichte des Wassers“ lesen muss. Die zwei Romane sind Teil des Klimaquartetts, man darf also gespannt sein welche wichtigen Themen Maja Lunde noch zu Papier bringen wird.

    Jetzt erst einmal zu meinen Eindrücken zur Geschichte des Wassers. Eigentlich handelt es sich ja nicht nur um eine Geschichte, denn Maja Lunde verknüpft in ihrem Roman wieder vollkommen unterschiedliche Lebenserzählungen zu einem Thema, dieses Mal das Szenario Wasserknappheit, miteinander. Wir begleiten in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts die gestandene Seniorin und Umweltschützerin Signe bei einer aufregenden Reise die sie nicht nur zum Gletschereis ihrer Heimat führt, sondern auch in ihre Vergangenheit.

    Außerdem wagt Maja Lunde einen Sprung in die Zukunft. Trinkwasser ist vor allem in den trockenen Teilen des Südens äußerst knapp. Dürre, Brände und Wasserknappheit haben die Menschen aus den südlichen Teilen der Erde zu Klimaflüchtlingen gemacht, die sich auf dem Weg in die nördlichen Wasserlande gemacht haben, wo es noch genügend lebenswichtiges Trinkwasser gibt. Der Leser begleitet den jungen Vater David und seine Tochter Lou bei der Flucht, der Trennung ihrer Familie und den Erlebnissen in einem Flüchtlingslager. Durch Zufall stoßen sie auf ein Schiff das gleichzeitig die Verbindung zu Signes Geschichte darstellt.

    Die Herangehensweise und der Erzählstil von Maja Lunde gefällt mir ausgesprochen gut. Doch dieses Mal bargen die beiden Lebensgeschichten keine tiefgründige und emotionale Erfahrung für mich. Im Vergleich zum ersten Roman des Klimaquartetts war keine vergleichbare aufrüttelnde Wirkung spürbar – und genau das hatte ich mir eigentlich von diesem Roman erhofft. Die Autorin hätte vielmehr Informationen zu den Hintergründen liefern müssen um eine unmissverständliche Botschaft anzubringen, die den Leser in seinem Sessel fesselt und auch nach der Lektüre nicht mehr so schnell los lässt. Ich hoffe sehr, dass der Autorin dies mit ihrem nächsten Titel aus der Reihe wieder gelingen wird.

    Fazit

    Trotz des wichtigen Themas und der interessanten Herangehensweise vermochte mich „Die Geschichte des Wassers“ nicht ganz so zu fesseln wie sein Vorgänger („Die Geschichte der Bienen“).

    ---------------------------------------------------------

    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 04.09.2018

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    Sommerregenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein wichtiges Thema gut umgesetzt!
    Wichtiges Thema!

    In diesem Werk werden zwei unterschiedliche Erzählungen miteinander verwoben. Die eine Handlung spielt sich in Norwegen im Jahr 2017 ab, als die beinahe 70jährige Signe versucht - Umweltaktivistin, die sie ist - versucht, das Klima zu retten. Kurz zuvor ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt und musste erschrocken feststellen, dass ein nahe gelegener Gletscher abgebaut wird um das Eis für perfekte Cocktails feiner reicher Leute zu verkaufen.
    Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit David und seiner Tochter Lou, die sich beide auf der Flucht befinden. Denn ihr Zuhause in Südfrankreich ist im Jahre 2041 nicht mehr bewohnbar - jahrelang fiel kein Regen mehr; es herrscht große Wassernot. Ihre restliche Familie haben sie während ihrer Flucht verloren und hoffen, sie bald wiederzufinden.

    Die beiden Geschichten werden mit kurzer und prägnanter Sprache erzählt und wechseln sich ab. Manchmal waren diese Wechsel es für mich etwas schwierig, da ich mich gerade in den anderen Erzählstrang eingelesen hatte. Allerdings verleiht diese Verknüpfung an mancher Stelle auch Spannung. Leider konnte ich mit den Charakteren nur schwer warm werden, was meinen Lesefluss stark beeinflusst hat. Sehr gut haben mir auf der anderen Seite jedoch die Beschreibungen der Umweltkatastrophen gefallen: Welche verheerenden Auswirkungen kann unser Konsumverhalten haben? Gerade bei der in der Zukunft spielenden Geschichte, ist die Tragik der Familie stets spürbar und rüttelt einen wach. Außerdem wird sehr einleuchtend wie auch alarmierend beschrieben, wie der Wassermangel zu Kriegen und weiteren Katastrophen führt.

    Alles in allem kann ich dieses Buch weiterempfehlen. Manchmal hat mir etwas Spannung gefehlt und die Charaktere konnten nicht alle meine Sympathie gewinnen, doch halte ich die Botschaft des Buches für außerordentlich wichtig und ich denke, dass sich ein jeder mit den Auswirkungen unseres Verhaltens auf die Umwelt auseinandersetzen sollte. Da es sich bei "Die Geschichte des Wassers" um den zweiten Teil des „Klima-Quartetts“ handelt, bin ich gespannt auf die anderen Bücher, die ich sicherlich noch lesen werde.

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor einem Monat
    Man hätte mehr aus dem interessanten Thema machen können

    Den Eindruck den „Die Geschichte des Wassers“ bei mir hinterlassen hat ähnelt sehr dem was ich am Ende von Maja Lundes ersten Teil „Die Geschichte der Bienen“ gedacht habe. Es ist ganz solide aber irgendwie fehlt mir was. Was mir aber gut gefallen hat war der Wegfall von einer Geschichte. Werden in „“Bienen“ noch drei Geschichten erzählt sind es in „Wasser“ nur noch zwei. Dadurch kommt das Buch etwas kompakter daher und ich konnte mich besser in die Geschichten hineinversetzen. Zu den Geschichten möchte ich nicht zu viel sagen. Es geht um eine alternde Ökoaktivistin und um einen Vater der mit seiner Tochter in der Zukunft ums Überleben kämpft. Die Vater/Tochter Geschichte fand ich um einiges besser, da ich sie spannender fand. Außerdem kam mir die weibliche Hauptfigur etwas unsympathisch und nervig vor. Ihre Geschichte ist nicht schlecht aber es fehlt ihr einfach das gewisse Etwas. Und genau das ist mein Hauptproblem mit dem Buch. Wie schon bei „Bienen“ fehlt mir einfach der letzte Pep. Klar, das Buch ist gut aber eben nicht sehr gut. Es regt zum nachdenken an, aber eben nicht so sehr wie ich es mir vielleicht bei so einer Thematik gewünscht hätte. Maja Lunde ist eine tolle Autorin. Ihr Schreibstil und die ganze Thematik an sich sind wirklich lobenswert und durchaus wichtig. Grade wenn man sich dann mal wirklich ernsthaft nochmal mit den Themen auseinandersetzt. Mir fehlt aber ein bisschen das Griffige in der Geschichte. Und so hat es mich dann eben doch nicht so gepackt, wie ich es gehofft hatte. Trotzdem ist es, schon alleine weil es ein Augenmerk auf ein so wichtiges Thema wie Ressourcenknappheit oder Umwelt und dessen Verständnis richtet, ein lesenswertes Buch. Und ich bin mir sicher dass die Fans die „Bienen“ gefeiert haben auch „Die Geschichte des Wassers“ feiern werden. 

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    lilly-rauchvor einem Monat
    Kurzmeinung: Maja Lunde beschreibt in ihrem Buch "Die Geschichte des Wassers" zwei sehr unterschiedliche Leben. Beide werden von etwas bestimmt, das für
    Wo stehe ich in einer Welt zwischen Verschwendung und Mangel?

    Maja Lunde beschreibt in ihrem Buch "Die Geschichte des Wassers" zwei sehr unterschiedliche Leben. Beide werden von etwas bestimmt, das für viele von uns so selbstverständlich ist, dass wir nicht einmal darüber nachdenken würden: Wasser. Während die Umweltaktivistin Signe 2017 aufopferungsvoll für die Rettung eines Gletschers kämpft, kämpfen David und seine Tochter Lou ums Überleben in der Dürre des Jahres 2041. Die Erzählungen sind miteinander verwoben, ergänzen und unterscheiden sich gleichzeitig. Es zeigen sich Gegensätze globalen Charakters, die aktueller nicht sein könnten und für jeden politische Relevanz haben sollten: Wo stehe ich in einer Welt zwischen Verschwendung und Mangel? Lundes Szenarien menschlicher Not und Auseinandersetzung sowie ihre Konsequenz zu detailreichen Beschreibungen, lösen eine starke Verbundenheit mit den Menschen in ihrer Geschichte aus. Die Prinzipien, nach denen die Protagonisten handeln und leben, werden nachvollziehbar, obwohl das Szenario unvorstellbar erscheint. Dieses Buch ermöglicht es die Welt anders zu sehen und dabei zu lernen.

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    KerstinMCs avatar
    KerstinMCvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Bei der aktuellen Wetterlage in Norddeutschland eine sehr passende und spannende Lektüre.
    Der Roman regt zum Nachdenken an

    Das Cover ist ganz schlicht und einfach gehalten. Der Hintergrund hat die Farbe des Sandes. Unten liegt ein Ruderboot aus Holz auf dem Trockenen. Ein Paddel ist im Boot, das andere hängt nach draußen. Für mich passt das Cover sehr gut zum Roman. Die Hintergrundfarbe könnte auch ein Symbol für die Dürre sein.

    Ich bin auf die Autorin aufmerksam geworden durch ihr erstes Werk „Die Geschichte der Bienen“. Der Roman war der Auftakt des Klimaquartetts. „Die Geschichte des Wassers“ ist der zweite Teil. Ich habe den ersten Teil nicht selbst gelesen, sondern an meine Mutter verschenkt. Sie war von dem Buch begeistert. Die Resonanz unter den Buchbloggern war durchweg positiv, und hat mich neugierig gemacht. Auch wenn mich das Thema Bienen, durch unsere eigene Imkerei sehr interessiert hat, fand ich das Thema Wasser spannender und habe mich deshalb erst mal für das zweite Buch entschieden.

    Wie oben im Inhalt zu lesen ist, spielt die Geschichte in zwei Zeiten. Dies habe ich in meinem Sketchnote mit den Jahreszahlen zu den Handelnden Personen dargestellt. Zum Einen erfahren wir die Geschichte von Signe, wie sie für den Erhalt der Gletscher kämpft und mit ihrem Segelboot die Stürme bezwingt. Zum Anderen folgen wir David in das zukünftige Frankreich mit Dürre und akuter Wassernot.

    Beide Protagonisten erzählen abwechselnd ihre Geschichte aus der Ich- Perspektive. So habe ich die ganze Zeit das Gefühl mit den beiden auf die Reise zu gehen. Bei sommerlichen 35°C hier in Holdorf und in der Sonne noch viel mehr, lässt sich die Wärme im Frankreich des Jahres 2041 sehr gut nachempfinden. Auch die Dürre konnte ich mehr gut vorstellen, denn hier bei uns fehlt dieses Jahr der Regen an allen Ecken und Kanten. Überall ist der Rasen braun, die Bäume lassen teilweise sogar schon ihre Blätter fallen. Natürlich kann man unsere Dürre aktuell nicht mit der Zukunftsphantasie im Roman vergleichen. Aber das Kopfkino wird durch die momentane Hitze gut beeinflusst.

    Mich hat der Roman sehr beeindruckt. Der Wechsel zwischen den Erzählsträngen im Jetzt (2017) und in der Zukunft (2041) sorgt für einen guten Spannungsbogen. Und das Thema an sich bietet die nötige Brisanz. Es regt zum Nachdenken und diskutieren an. Wofür brauchen wir zwingend unser Trinkwasser und wo können wir aktuell Trinkwasser einsparen?

    Bei dem Anhalten Sommerwetter in Norddeutschland ist das Thema Trinkwasserversorgung akut. Bei meinen Eltern wurde schon die Empfehlung ausgesprochen: Waschmaschinen und Spülmaschinen nur in den Nachtstunden zu betreiben, wenn der Bedarf gewöhnlich niedriger ist als über Tag.

    Ich bin gespannt, wie lange unser Sommer noch anhalten wird. Ich finde wir haben in den letzten Jahren soviel über den Regen geklagt, da dürfen wir uns jetzt über die gewünschte Hitze nicht beschweren.

    Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für den Roman. Und ich werde mir jetzt das erste Buch bei meiner Mutter ausleihen, um zu sehen ob es mir genauso gut gefällt wie „Die Geschichte des Wassers“.


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    marcelloDs avatar
    marcelloDvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Leider in allen Belangen nicht so stark wie die Geschichte rund um die Bienen!
    Wasser kann nicht mit den Bienen mithalten

    Maja Lunde hat sich mit ihrem angekündigten „Klima-Quartett“ ein wirklich ambitioniertes Projekt vorgenommen, das eindrücklich auf die menschlichen Gefahren für Klima und Umwelt hinweisen soll. „Die Geschichte der Bienen“ bot den Auftakt, den ich wirklich großartig fand, weil zum einen der wissenschaftliche Faktor literarisch ansprechend verarbeitet wurde, weil die Geschichten auch generell etwas zu sagen hatten und weil die einzelnen Erzählebenen geschickt miteinander verwoben waren. Daher war ich sehr gespannt, ob der zweite Teil, „Die Geschichte des Wassers“ dabei mithalten könnte.

    Direkt auf den ersten Seiten erkennt man sehr schnell den Stil von Lunde wieder, sowohl im Aufbau der Geschichte, als auch im Schreibstil, der sehr einfach ist und dennoch Eindringlichkeit verströmt. So gut mir dieser Stil auch gefällt, kann er doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Niveau diesmal nicht so stark ist. Das liegt in meinen Augen im ganz besonderen Maße an Signes Geschichte. In „Die Geschichte der Bienen“ gab es noch drei Zeitebenen und damit drei Perspektiven. „Die Geschichte des Wassers“ bietet nur zwei Perspektiven. Das ist eigentlich ja sogar ganz nett, da man sich so mehr Zeit für eine einzelne Figur nehmen könnte, aber bei Signe versagt das Ganze deutlich. Ich habe sie zu keinem Zeitpunkt als sympathische Figur empfunden. Ich habe keinen richtigen Zugang zu ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen gefunden. Zudem hatte sie wenig Handlung in der Gegenwart, sondern schwelgte immer in der Vergangenheit, die zwar auch bereits mit dem Wasser zu tun hat, aber dennoch viel zu sehr persönliches Drama war. Persönliches Drama aber, das mich nicht berühren könnte.

    Davids Geschichte ist dagegen vom ersten Moment an viel einnehmender, auch weil die Dringlichkeit der Situation mit Dürre und gnadenloser Hitze eindrücklich dargestellt wird, so dass man sich schnell mit David und seiner Tochter verbunden fühlt. Auf ihre Erlebnisse habe ich so sehr hingefiebert, dass ich mich dabei erwischte, bei Signes Kapiteln die Zeilen eher zu überfliegen. Dadurch wurde für mich schnell die Diskrepanz der beiden Geschichten deutlich, die einfach zu schwerwiegend waren, um mich erneut auf sehr hohem Niveau zu unterhalten. Schön fand ich am Ende aber wieder, wie die beiden einzelnen Geschichten miteinander verknüpft waren.

    Die Folgen für das Element Wasser wurde durchaus in beiden Geschichten angedeutet und behandelt, jedoch fehlte mir am Ende die letzte Botschaft. „Die Geschichte der Bienen“ war auch in diesem Aspekt viel runder und hat mich auch nachdenklicher gemacht. „Die Geschichte des Wassers“ bleibt dabei aber doch sehr blass.

    Fazit: Der zweite Teil des „Klima Quartetts“, „Die Geschichte des Wassers“ fällt im Gegensatz zum ersten Band deutlich ab. Zum einen konnte mich einer der beiden Zeitebenen zu keinem Zeitpunkt packen, zum anderen wurde das Ausmaß des menschlichen Handelns auf die Konsequenzen für das Wasser ganz klar den persönlichen Dramen untergeordnet, so dass mir am Ende leider die klare Botschaft fehlt.

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    sommerleses avatar
    sommerlesevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Wieder ein einzigartiger und berührender Umweltroman von Maja Lunde.
    Ich liebe Wasser

    Maja Lundes Roman "Die Geschichte des Wassers" erscheint 2018 im btb Verlag.

    Norwegen, 2017: Die 70jährige Signe kämpft gegen den Abbau von Gletschereis und für den Erhalt von Wasserläufen. Sie versucht die Menschen davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, die Natur zu retten. Darüber verliert sie ihre engsten Beziehungen zu ihrer Mutter und ihrem Freund. Mit einer besonderen Fracht segelt sie allein nach Frankreich.

    Frankreich 2041: Überall herrscht Dürre, Regen gibt es schon lange nicht mehr. Die Wasserknappheit verschärft sich täglich mehr und die Menschen in Südeuropa machen sich als Flüchtlinge auf in den Norden. So geht es auch David und seiner Tochter Lou, die in einem Lager Signes altes Segelboot entdecken.

    "Das ganze Leben ist Wasser,... und ich nannte meine Welt Erde, aber ich dachte, eigentlich müsste sie Wasser heißen." Zitat Signe Seite 17

    "Wir hatten nur das salzige Meer. Und die Dürre. Sie war unsere Flut, sie war unaufhaltbar." Zitat David Seite 34


    Auch in diesem Buch befasst sich Maja Lunde nach "Die Geschichte der Bienen" mit der Natur, in diesem Fall dreht es sich um Wasser, bzw. fehlende Wasservorräte, leere Brunnen, Dürre und Perspektivlosigkeit ohne das lebensspendende Nass.

    Wenn man in diesem heißen und sehr trockenen Sommer diesen Roman liest, hat man die Dringlichkeit von Klimaschutz und Wasserproblematik doppelt vor Augen. Wir müssen etwas tun zum Erhalt unserer Umwelt und insbesondere gegen das Abtauen der Gletscher an den Polen unserer Erde.
    Da wird Gletschereis abgebaut, um irgendwelchen Snobs auf der Welt ihre Getränke extravagant zu kühlen. Was für eine abartige Idee!

    Klimaveränderungen, Polkappenschmelze und fehlender Regen sorgen für Dürre, Pflanzen vertrocknen, die Nahrungsgrundlage für Mensch und Tier wird vernichtet. Überleben auf der Erde kann nur mit Wasser funktionieren. Auch wenn Salzwasser im Überfluss vorhanden ist, bedeutet dieses laut einem Zitat: "Salz bedeutet Tod."

    In zwei Erzählsträngen erfahren wir die persönliche Geschichte von Signe aus Norwegen, die sich als Umweltaktivistin für das Wasser einsetzt. Ihr ganzes Leben widmet sie diesem Kampf, private Lebensziele und Familiengründung bleiben durch ihr Vorhaben auf der Strecke.

    David lebt mit seiner Familie 37 Jahre später in Frankreich und muss vor der Dürre nach Norden fliehen. Dabei verliert er seine Frau und seinen kleinen Sohn, nur seine Tochter ist ihm noch geblieben und er versucht die rettende Flucht nach Norden.

    Beide Handlungsstränge handeln vom Wasser, jede hat bestimmte Ausprägungen und Vorkommnisse zu berichten. Doch dann verbinden sich beide Geschichten an einer bestimmten Stelle im Buch auf wunderbare Art und Weise, die mich überrascht und auch sehr berührt hat.

    Der Erzählstil aus Sicht der zwei Protagonisten ist einfach gehalten, kurz, prägnant und trocken, als ob die Charaktere nicht viel Energie auf ihre Erzählung verwenden wollen. Als ob sie mit ihrem Wasserhaushalt im Körper auf diese Weise sparsam ungehen wollen.

    Wieder ist Maja Lunde ein einzigartiger Roman gelungen, indem sie sich mit Umweltproblemen auseinandersetzt und ihre Charaktere den Folgen von Naturkatastrophen aussetzt. Sie schafft es, ihre Leser wachzurütteln, mit den großen Klimaschutzproblemen unserer Zeit zu konfrontieren und vielleicht auch im Kleinen ein Umdenken und im eigenen Verhalten zu bewirken.


    Ein ganz besonders aufrüttelnder Roman der Extraklasse und ein lesenswertes Buch mit einem unausweichlichen Sog. Ich bin schon auf Maja Lundes nächstes literarisches Werk gespannt.

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    Ayleen256s avatar
    Ayleen256vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Persönliche Tragödien statt globaler Betrachtung
    Persönliche Tragödien statt globaler Betrachtung

    Norwegen, 2017: Die betagte Umweltaktivistin Signe gibt ihr Bestes, um die Natur zu retten. Dazu segelt sie nach Frankreich mit einer besonderen Fracht. Frankreich 2041: Längst gibt es nicht mehr genügend Wasser für alle. Die Menschen in Südeuropa sind gezwungen in den Norden zu fliehen. Während ihres Aufenthaltes in einem Lager entdecken David und seine Tochter Lou Signes altes Segelboot.

    "Die Geschichte des Wassers" ist der zweite Teil eines Quartetts, in dem sich die Autorin Maja Lunde mit den Folgen menschlichen Agierens in Bezug auf die Natur befasst. Ich habe bereits „Die Geschichte der Bienen“ gelesen und fand, dass das Gelesene ziemlich nachgehallt hat. So ähnlich ist es auch in diesem Buch, nur weniger gut umgesetzt. Maja Lunde widmet sich dem wichtigen Element Wasser, welches begrenzt und schon heute nicht überall im ausreichenden Maß vorhanden ist. Diese Situation spitzt sich in dem geschilderten Part im Jahre 2041 zu. Wie es dazu gekommen ist, wird relativ kurz angerissen.

    Beide Erzählstränge beinhalten eine Liebesgeschichte, die den jeweiligen Strang ausmacht. Der Geschichte um Signe konnte ich nicht viel entnehmen, ich habe mich stattdessen auf die Ereignisse mit David und Lou konzentriert, die ums Überleben kämpfen und auf der Suche nach dem Rest der Familie sind.

    Leider ist keine der Hauptfiguren besonders sympathisch. Signe ist sehr engstirnig und eigen. David könnte mit seiner Fürsorge für seine Tochter eigentlich sympathisch sein, scheint in dieser Extremsituation aber nur an das eine zu denken und handelt verantwortungslos in gleich mehreren Situationen.

    Obwohl die Thematik überaus wichtig und vor allem interessant ist, hatte ich bis zum Ende ein Problem mit der Geschichte. Neben dem fehlenden Hergang zur Katastrophe fehlte der globale Blick. Allein die Situation im Flüchtlingslager (ja, ich nenne es bewusst so, denn die Assoziation ist da) wird thematisiert, welche Auswirkungen weltweit herrschen, werden kaum benannt, außer dass es im Süden kein Wasser gibt. Ich vergebe 3 Sterne und hoffe auf einen tollen dritten Teil des Quartetts. 

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    xuscha01vor 3 Monaten
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    101dingo101vor 3 Monaten
    Ich freue mich auf das Buch, da es sehr empfohlen wird.
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